Zwanziger im neuen Lack and Feel

Seit Jahresanfang im Umlauf: Mit Speziallack beschichtete 20-Euro-Scheine

Wie zuvor schon die 5- und 10-Euro-Scheine erhält jetzt auch die 20-Euro-Banknote standardmäßig eine Schutzschicht aus Speziallack. So sollen die Scheine länger genutzt werden können. Die Europäische Zentralbank (EZB) entwickelt ihre Banknoten immer weiter – trotz des Booms bei bargeldlosen Zahlverfahren und der Diskussion um den „digitalen Euro“. 

Mehrere 20-Euro-Scheine liegen übereinander

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mit den bis­he­ri­gen 20-Euro-Scheinen kann weiter wie ge­wohnt be­zahlt wer­den. Es ist kein Um­tausch gegen neue Ex­em­pla­re not­wen­dig.
  • Unbeschichtete 20-Euro-Scheine werden nach und nach ersetzt.
  • Die Beschichtung ist kein neues Sicherheitsmerkmal, sie dient in erster Linie einer längeren Haltbarkeit der Banknoten.
  • Der Unterschied zu nicht lackierten 20-Euro-Scheinen ist visuell kaum er­kenn­bar.
  • Gelackte Bank­no­ten sollen sich etwas glat­ter an­füh­len als un­be­schich­te­te.

Alle seit dem 1. Januar 2021 neu in Umlauf gebrachten 20-Euro-Scheine weisen ein neues Merkmal auf. Die neuen Banknoten fühlen sich spürbar glatter an. Der Grund dafür ist eine Beschichtung mit einem Speziallack für Banknoten. Diese ist zwar kaum sichtbar, aber gut ertastbar.

Obwohl der 20-Euro-Schein zu den meistgefälschten Banknoten überhaupt zählt, steht bei dieser Neuerung einmal nicht das Thema Fälschungsprävention im Vordergrund. Dafür sorgen bereits die mit der zweiten EURO-Geldscheinserie verbesserten Sicherheitsmerkmale wie zum Beispiel ein Satelliten-Hologramm und ein Wasserzeichen, das eine antike Abbildung der mythischen Königstochter Europa zeigt. 

Schutz vor schneller Abnutzung

Sinn der Speziallack-Beschichtung ist in erste Linie eine verbesserte Haltbarkeit. Denn gerade kleinere Geldscheine wie die 5-, 10- und 20-Euro-Noten wechseln besonders häufig ihre Besitzer. Sie unterliegen daher einer hohen Abnutzung und müssen vergleichsweise oft ausgetauscht werden. „Durch die län­ge­re Le­bens­dau­er der Bank­no­ten kön­nen Her­stel­lungs­kos­ten und Res­sour­cen ein­ge­spart wer­den“, sagte Jo­han­nes Beer­mann, das für Bar­geld zu­stän­di­ge Vor­stands­mit­glied der Bun­des­bank in einer aktuellen Mitteilung.

Es liegt keine Aussage darüber vor, ob die Beschichtung von Banknoten mit Speziallack eine Übertragung von Corona-Viren gegenüber nicht lackierten Banknoten reduzieren kann.

Rund 200 Millionen Zwanziger im Umlauf

Laut EZB waren Stand Oktober 2019 Zwanziger im Wert von insgesamt fast vier Milliarden Euro im Umlauf. Der überwiegend blaue Geldschein mit den gotischen Spitzbögen als Hauptmotiv gehört damit zu den häufigsten und beliebtesten Banknoten in Europa. Nur vom Fünfziger gibt es mit über 10.8 Milliarden Stück noch mehr Euro-Banknoten. 

Über das Design und über die Genehmigung zur Ausgabe von Euro-Banknoten entscheidet allein die EZB in Frankfurt am Main. Die Ausgabe von Euro-Bargeld (Münzen und Banknoten)  hingegen ist eine der Aufgaben der 19 nationalen Zentralbanken im Eurowährungsgebiet. Im Falle von Deutschland ist dies die Bundesbank. Sie bringt die neuen Banknoten in den Umlauf.

(Stand: 13.01.2020)


Haben Sie noch Fragen zum Thema Bargeld oder anderen Bezahlverfahren? Wir helfen Ihnen gern weiter.

Bitte wählen Sie Ihre Sparkasse aus:

Ist das nicht Ihre Sparkasse?