Eltern sprechen mit Töchtern seltener über Geld als mit Söhnen

Darum sollten Sie nicht wie Ihre Eltern sparen

Wenn Eltern Wertpapiere halten, tun es ihre Kinder meist auch. Denn Sparkultur beginnt bereits im Elternhaus. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Dekabank. Warum Eltern finanzielle Geschlechterunterschiede bereits in der Kindheit zementieren und Sie nicht wie Ihre Familie sparen sollten. 

Ein Kind hält einen Geldbeutel in der Hand.

Das Wichtigste vorweg:

  • 41 Prozent der Sparer in Deutschland nehmen Finanzratschläge von Eltern an
  • Rund zwei Drittel der Eltern raten Kindern zu sicheren Geldanlagen
  • Mit Töchtern wird seltener über Geld gesprochen als mit Söhnen 

Bei den wichtigen Fragen des Lebens holen auch noch erwachsene Kinder den Rat ihrer Eltern ein. Ganz oben auf der Liste steht das Thema Finanzen. So haben 41 Prozent der Sparer in Deutschland schon einmal hierzu Tipps von ihren Eltern angenommen. Ähnlich wichtig sind Kindern Ratschläge zur Berufswahl (35 Prozent).

In Sachen Liebe hören Kinder hingegen kaum auf die Eltern (10 Prozent). Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage der Deka, dem Wertpapierhaus der Sparkassen. 

So spart die Elterngeneration

Bei ihren Spar-Ratschlägen geben Eltern ein recht einseitiges Bild weiter: Sicherheit steht klar im Fokus. So sagen 68 Prozent der befragten Sparer, dass ihre Eltern ihnen beigebracht haben, bei der Geldanlage keine Risiken einzugehen.

„Grundsätzlich spricht nichts dagegen, die Eltern bei Finanzentscheidungen einzubeziehen“, sagt Holger Bahr, Leiter Volkswirtschaft bei der Deka. Er warnt aber davor, dass Anleger heute genauso sparen wie ihre Eltern früher. Die Elterngeneration sei noch mit Zinsen und dem klassischen Sparbuch aufgewachsen. Inzwischen haben sich die Bedingungen durch das Niedrigzinsumfeld allerdings verändert. 

„Die Zinsen sind seit annähernd zehn Jahren faktisch abgeschafft.“
Holger Bahr, Leiter Volkswirtschaft der Deka

Warum Sie nicht wie ihre Eltern sparen sollten

Daher müsse heute anders gespart werden als früher. Den Blick auf die Rendite einer Geldanlage richten aber nur 34 Prozent aller Eltern. „Um seine Ersparnisse zu vermehren, sollte stärker als bisher auf den Ertrag geachtet werden,“ sagt Bahr. 

„Corona wird die Niedrigzinsphase wohl bis Ende des Jahrzehnts verlängern.“

Mit Aktienfonds beispielsweise können gute Chancen genutzt werden. Dabei reduzieren sich auch die Sorgen um einzelne Aktien, denn ein Fonds investiert in viele Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen und Regionen.

Das Geldanlegen abseits von Sparbuch und Tagesgeld haben Kinder, deren Eltern Aktien und Co. besitzen, bereits in die Wiege gelegt bekommen. Wenn Eltern Wertpapiere halten, tun es ihre Kinder meist auch: Der Anteil der Kinder, die auf diese Anlageklasse setzen, ist doppelt so hoch wie bei den Befragten, deren Eltern keine Wertpapierbesitzer sind (65 zu 33 Prozent). Finanzbildung und Vermögen vererben sich dadurch weiter.

„Eltern behandeln Jungen in der Gelderziehung anders als Mädchen“

Der Gender Pay Gap beginnt im Elternhaus

Die Studie offenbart auch Geschlechterunterschiede: Während ein Viertel aller Eltern mit ihren Söhnen über Sparformen wie dem Sparbuch spricht, tut dies nur ein Fünftel mit den Töchtern. Weiterhin erhalten Töchter seltener den Rat, renditestarke Geldanlagen zu wählen (31 zu 37 Prozent).

„Die Daten könnten ein Hinweis darauf sein, dass der Gendergap beim Thema Finanzen bereits im Elternhaus beginnt, indem Jungen in der Gelderziehung anders behandelt werden als Mädchen“, sagt Bahr. „Die Befragung zeigt insgesamt, dass in Deutschland häufig das Sparverhalten der Eltern darüber entscheidet, ob die Kinder etwas aus ihrem Geld machen oder nicht“.


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