Bezahlen in der Pandemie

Das sind die wichtigsten Facts rund um die Themen Bargeld und Kartenzahlung zu Coronazeiten

Bezahlen hat sich verändert. Durch die Krise bezahlen wir öfter online, mit Karte oder Smartphone – auch vor Ort an der Kasse. Logisch, ist schließlich am hygienischsten. Dennoch bleibt Bargeld beliebt und wird von vielen sogar gehortet. Wir erklären Ihnen, woher diese Entwicklung kommt und geben Tipps, wo Sie Ihr Geld sicher aufbewahren können. 

Bargeld in der Pandemie

Das Wichtigste in Kürze:

  • Im Laufe der Zeit haben sich viele verschiedene Bezahlverfahren entwickelt. Die meisten davon finden mittlerweile online statt. Die Girocard verbuchte im vergangenen Jahr mit 5,5 Milliarden Transaktionen einen Höchststand, 23 Millionen Menschen nutzen das Online-Banking der Sparkassen. 
  • Dennoch bleibt Bargeld beliebt – auch genannt „Banknoten-Paradoxon“. In Krisenzeiten steigt das sowieso bestehende Interesse an Bargeld zusätzlich. Grund ist der Wunsch nach mehr Sicherheit.
  • Wer Geld zuhause aufbewahrt, sollte sich bei der Hausratsversicherung erkundigen, bis zu welchem Betrag man versichert ist – meist sind dies nur 1.000 bis 2.000 Euro. Außerdem sollten Sie gut über die Wahl des Versteckes nachdenken. Einbrecher kennen die beliebtesten Orte, um Bargeld und Wertsachen aufzubewahren.

Bezahlverfahren verändern sich, digitale Zahlungsarten nehmen zu...

Es gibt eine breite Auswahl an Bezahlmöglichkeiten – die meisten davon finden online statt. Weit vorne liegt die Girocard, die auch in Coronazeiten regelmäßig zum Einsatz kommt. Etwa 5,5 Milliarden Transaktionen wurden im vergangenen Jahr verbucht – ein neuer Rekord. Das liegt auch an der Pandemie, in der die Menschen darum gebeten werden, aus hygienischen Gründen besser per Karte oder Smartphone zu bezahlen, um sich vor dem Coronavirus zu schützen. Zahlungen übers Handy via Fingerabdruck oder Gesichtserkennung werden dadurch auch immer beliebter.

Insgesamt zahlen die Menschen im Jahr 2020 deutlich häufiger kontaktlos. Während im Januar nur 4 von 10 Transaktionen kontaktlos waren, stieg der Anteil bis zum Dezember 2020 auf 60,4 Prozent. Sparkassenintern lässt sich – Stand: Februar 2021 – feststellen, dass mittlerweile 69,9 Prozent der Girocard-Zahlungen kontaktlos sind.

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Auch die Sparkassen-App wird häufig genutzt. Von insgesamt 11 Millionen Userinnen und Usern bedienen 69 Prozent die App täglich, und die Nutzung der App „Mobiles Bezahlen“ hat sich binnen eines Jahres auf 1,48 Millionen Transaktionen vervierfacht. Bezahl-Apps, die die Ausführung von kontaktlosem Bezahlen vereinfachen und die Möglichkeit bieten, ohne Computer einfach via Smartphone zu bezahlen, fördern den Trend. 

...dennoch ist das Interesse an Bargeld ungebrochen

Bargeld zuhause zu haben, vermittelt vielen ein Gefühl des besseren Überblicks über die eigenen Finanzen. Einigen ist es zudem wichtig, Geld „unbewacht“ ausgeben oder verschenken zu können. Besonders ältere Menschen, die nicht so technikversiert sind, möchten Ihre Einkäufe wie gewohnt weiter bar bezahlen und die eigenen Finanzen über Barmittel verwalten. Dadurch wird der Gefahr vor Diebstahl durch Hacker vorgebeugt. Nichtsdestotrotz ist das Aufbewahren von Bargeld auch schlicht Gewohnheit. Denn beim Umgang mit Geld gilt der alte Grundsatz: Wie die Eltern, so häufig auch die Kinder.

Trotz steigender Beliebtheit von Karten- und Onlinezahlungen bleibt Bargeld attraktiv. Dies wird in Finanzkreisen als „Banknoten-Paradoxon“ bezeichnet. Durch die Coronakrise stieg nicht nur die Nutzung von kontaktlosen Zahlungsmethoden, sondern auch das Interesse an Bargeld. 

Bargeld in der Pandemie
Milliarden

Euro-Banknoten lagen laut Europäischer Zentralbank (EZB) im Jahr 2020 als Nettoausgaben vor. In den beiden Vorjahren im Vergleich dazu nur 61 Milliarden Euro.

In Krisenzeiten greifen die Menschen lieber auf die Sicherheit von Bargeld zurück. Dies ließ sich schon bei der Dotcom-Blase im Jahr 2000, der Finanzkrise 2008 oder bei Naturkatastrophen feststellen. In einer zunehmend digitalen Welt suchen Menschen – so die Vermutung – eine physische Gewissheit, von der sie sich mehr Sicherheit versprechen. Ängste wie der unwiederbringliche Verlust von Geld auf dem Konto und Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit einer „dritten Partei“, in diesem Falle einer Bank, werden so vorgebeugt. Es sind auch noch immer viele 500 Euro Scheine im Markt, obwohl diese seit 2019 nicht mehr herausgegeben werden.

Bargeld in der Pandemie
Millionen

Banknoten mit einem Gesamtwert von 200 Milliarden Euro zählt die EZB in einer Studie vom Februar 2021.

Grund für den Ausgabestopp des 500er Scheins ist das Ankämpfen gegen Terrorfinanzierung und das Verhindern von unter der Hand bezahlter Schwarzarbeit. Zeitgleich steigt die Nachfrage nach den nächstgrößeren Banknoten – den 100er und 200er Scheinen. 

Sie möchten auch Bargeld aufbewahren? Dann sind diese Tipps etwas für Sie.

Sollten Sie eine größere Summe Bargeld zuhause aufbewahren wollen, ist es wichtig, sich vor möglichen Schadensfällen und Diebstahl abzusichern. Ein robuster Tresor, der am besten irgendwo fest verankert ist und nicht leicht von A nach B transportiert werden kann, ist oftmals eine gute Lösung für Geld, Wertgegenstände oder wichtige Dokumente. Zusätzlich sollten Sie bei Ihrer Hausratversicherung, die auch Geldbeträge abdeckt, nachfragen, welche Höchstgrenze vorliegt. Oftmals ist diese nämlich auf maximal 2000 Euro begrenzt. Höhere Beträge sind individuell absprechbar und ein Hausratversicherer wird darüber entscheiden, welche Summe bei welchem Tresor versichert werden kann. Alternativ können Sie sich auch ein Schließfach bei der Bank gegen eine Gebühr mieten – so müssen Sie sich zumindest um Ihr Bargeld im Falle eines Einbruchs keine Sorgen machen.

Aber Achtung: Auch Banken haben einen bestimmten Höchstbetrag. Wie hoch dieser ist, können Sie bei der jeweiligen Bank erfragen. 

Augen auf bei der Versteck-Wahl

Viele beliebte Verstecke sind mittlerweile keine Verstecke mehr. Wer sein Geld gerne unter der Matratze, im Nachttisch oder der Sockenschublade aufbewahrt, riskiert, dass Einbrecher das Versteck schnell finden. Gleiches gilt für den Kleiderschrank, Keksdosen und alle Arten von Schächtelchen. Orte, die man schnell greifen kann oder die wenig Arbeitsaufwand verlangen, sind in der Regel eher schlecht, um Wertsachen zu schützen. Wer die Möglichkeiten hat, kann aber kreativer werden und beispielsweise ein Loch in die Türinnenseite oder den Türrahmen bohren, um dort Scheine zu verstecken. Ebenso sind Steckdosenattrappen oder Möbel mit Geheimfach eine Alternative. Sie sollten auf schwer Verrückbares oder Ungewöhnliches bei der Wahl ihres Versteckes achten. Möglicherweise ist sogar der Kühlschrank eine Idee.

Laut einer Untersuchung der Bundesbank haben Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Studierende am wenigsten Bargeld zuhause. Ältere Personen bis 65 Jahren hingegen am meisten. Experten vermuten, dass dies auf eine Reserve für den Ruhestand hindeuten könnte. 

Es gibt keine Grenze zur Bargeldlagerung im eigenen Zuhause. Allerdings müssen Sie die Höchstwerte Ihrer Versicherung im Schadensfall oder bei Diebstahl beachten. 

Rund um den Globus gibt es viele Länder, die deutlich weniger Wert auf Bargeld legen als Deutschland. In Europa liegen Norwegen, Finnland, Schweden und Großbritannien vorne. Schweden möchte bis 2023 das Bargeld sogar gänzlich abschaffen. Südkorea und China haben in den letzten Jahren ebenso Veränderungen durchlaufen und zählen nun zu den führenden Ländern im bargeldlosen Bezahlen – auch wenn in China aufgrund der höheren Bevölkerungszahl Bargeld dennoch eine große Rolle spielt. Die Einführung von kontaktlosem Zahlen erfordert hier einen deutlich größeren Aufwand. Auf der Südhalbkugel ist Australien weit oben im Ranking. Bis 2022 soll die Mehrheit der Einwohnerinnen und Einwohner ein Smartphone besitzen und Zugang zu Online-Banking erhalten.


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