Die Zukunft des Bezahlens

girocard, PIN und Unterschrift, ade! Bald bezahlen wir mithilfe unseres Fingerabdrucks, Herzschlags oder unserer Venen

Sie zahlen am liebsten bar? Oder mit der girocard? Dann könnten Sie schon bald zur alten Schule gehören. Denn Forscher arbeiten an spannenden Alternativen, die das Bezahlen noch einfacher und sicherer machen sollen. Ein Blick in die (manchmal nicht mehr allzu ferne) Zukunft:  

Sind beim Bezahlen im Geschäft heute Standard: Bargeld, girocard oder Kreditkarte. Für Ihre Sicherheit sorgt die Authentifizierung über die PIN oder Ihre Unterschrift. Glaubt man Experten, ist das jedoch schon bald Geschichte. Anzeichen dafür gibt es schon jetzt: So können zum Beispiel McDonalds-Kunden in den USA Ihren Kaffee kontaktlos per Smartphone bezahlen. Aber da geht noch mehr.

Kontaktloses Bezahlen mit der girocard

Zugegeben: Das kontaktlose Bezahlen gibt es schon eine ganze Weile. Im europäischen Ausland ist diese Technik schon weit verbreitet und auch hierzulande nimmt das Bezahlen durch einfaches Vorhalten der Karte langsam Fahrt auf. Mittlerweile sind schon über 80.000 Kassenterminals mit der entsprechenden Technik ausgestattet.

 

Aber von vorne: Wie funktioniert kontaktloses Zahlen? Über einen Chip in der Giro- oder Kreditkarte oder im Smartphone werden beim Bezahlvorgang per Funk Daten an das Terminal im Supermarkt, der Tankstelle oder im Bus gesendet. Ohne, dass Sie mit Ihrer PIN bestätigen müssen, ist die Zahlung erledigt (zumindest bei Beträgen bis 25 Euro*). 

 

Schnell und trotzdem sicher, das ist kontaktloses Bezahlen. Doch viele kennen das Verfahren noch gar nicht, obwohl die Technologie viele Vorteile bietet: Der Bezahlvorgang dauert nicht länger als die Bezahlung mit Bargeld, was vor allem bei kleineren Beträgen sehr praktisch ist. Und hygienischer ist kontaktlos auch, schließlich müssen Sie Ihre Girocard oder Kreditkarte nicht mehr aus der Hand geben oder in einen möglicherweise schon verschmutzten Schlitz stecken. So bleibt die Karte sauber und es gibt keine mechanische Abnutzung mehr. 


Andere Länder sind schon weiter. Seit einigen Jahren können zum Beispiel Bürger und Besucher Londons ihre Bustickets nur noch bargeldlos – entweder mit elektronischer Fahrkarte oder kontaktlos – bezahlen. Auch in Polen zahlt man schon länger kontaktlos, sei es für den Kaffee zum Mitnehmen, die Frühstücksbrötchen oder das neue Paar Schuhe.

 

Sie möchten kontaktlos zahlen? Sehen Sie sich Ihre Sparkassen-Card oder S-Kreditkarte an: Finden Sie darauf das Wellensymbol, das für kontaktloses Bezahlen steht? Auch auf dem Terminal beim Verkäufer muss das Symbol zu sehen sein. Die Technologie bietet viele Vorteile:

 

Das Bezahlen geht damit nicht nur mindestens genauso schnell wie mit Bargeld. Es ist vor allem bei kleineren Beträgen sehr praktisch. Und hygienischer ist kontaktlos auch: Sie müssen ihre Girocard oder Kreditkarte nicht mehr aus der Hand geben oder in einen möglicherweise schon verschmutzten Schlitz stecken.

 

*Aus Sicherheitsgründen wird die PIN stichprobenartig auch bei Beträgen unter 25 Euro abgefragt.

 

Das Smartphone als Geldbörse

Auch bereits heute möglich: Zahlen mit dem Smartphone. Das sogenannte Mobile Payment (deutsch: mobiles Bezahlen) funktioniert in den meisten Fällen über Barcodes, die eingescannt werden müssen. Die Mehrzahl der internetfähigen Smartphones ist jedoch auch mit einem Funk-Chip ausgestattet, so dass theoretisch auch damit kontaktloses Zahlen möglich ist.

 

Beim Bezahlvorgang halten Sie Ihr Smartphone nah an das Kassenterminal, dann wird das Geld von Ihrem Konto abgebucht. Damit das Terminal weiß, auf welches Konto es zugreifen soll, muss auf Ihrem Handy eine mobile Geldbörse installiert sein. Das ist in den meisten Fällen eine App, in der Sie Ihre Kontodaten hinterlegt haben.

 

In der Praxis sieht das im Moment jedoch (noch) anders aus – zumindest in Deutschland. Hierzulande verbreitet sich mobiles Bezahlen nur langsam, und das hat mehrere Gründe. Zum einen sind die Deutschen sehr skeptisch, was die Sicherheit dieser Bezahlmethode angeht. Zum anderen ist die Infrastruktur hierzulande noch ausbaufähig. Denn Mobile Payment funktioniert derzeit nur auf Android-Geräten, und das noch nicht einmal auf allen. Und Apple erlaubt Fremd-Apps (also Apps anderer Anbieter) derzeit den Zugriff auf die NFC-Schnittstelle nicht in vollem Umfang.

 

Auch die Sparkassen arbeiten an einer mobilen Bezahlmöglichkeit. Das Smartphone soll zum Portemonnaie werden. Die Sparkassen-Card „wandert“ schon 2018 ins Handy.

Zahlen per Fingerabdruck

Fingerabdrücke sind einzigartig. Das wissen wir nicht zuletzt dank des sonntäglichen Tatorts. Dort werden immer wieder unvorsichtige Bösewichte überführt, weil sie Spuren hinterlassen haben. Weltweit gibt es keine zwei Menschen, deren Fingerkuppen sich gleichen. Eine praktische Möglichkeit also, um sich auch beim Bezahlen damit auszuweisen. Schließlich können Sie Ihre Fingerabdrücke nicht vergessen oder verlieren.

 

Was wir vom Entsperren des Handys kennen, ist heute schon vereinzelt in Geschäften möglich. Bei McDonald‘s in den USA zahlen Kunden bereits, indem Sie an der Kasse Ihren Fingerabdruck einscannen. Auch in einem Supermarkt in Nordrhein-Westfalen funktioniert das bereits. Ein spezieller Scanner am Kassenterminal liest Ihren Fingerabdruck ein und verknüpft diesen mit Ihren Bankinformationen.

 

Sicherheitsexperten warnen jedoch vor diesem Verfahren. Denn mit den richtigen Kniffen lassen sich Fingerabdrücke leicht kopieren. Und anders als ein Passwort können Sie Ihre Fingerabdrücke nicht ändern, wenn sie einmal „gehackt“ wurden.

Oder gleich die ganze Hand?

Sicherer als der Fingerabdruck ist angeblich das Venenmuster im Inneren Ihrer Hand. Denn das bleibt unverändert, egal, ob Sie sich schneiden oder verbrennen.

 

Auch die Zirkulation Ihres Blutes spielt bei der Authentifizierung an der Kasse eine Rolle. Das heißt: Das Kopieren Ihres Venenmusters reicht nicht aus, um dem Kassenterminal etwas vorzugaukeln. Das ist ebenfalls ein Schutz für den unwahrscheinlichen Fall, dass ihnen jemand die Hand klaut. Ihr Blut muss in Bewegung sein, damit eine Zahlung ausgelöst werden kann. 

Augen, Herzschlag oder Stimme

Ideen zum Bezahlen der Zukunft gibt es viele. Und dabei spielen nicht nur die Finger oder die Hand eine große Rolle. Auch die Iris eines Menschen unterscheidet ihn von anderen und kann deshalb zur Authentifizierung beim Bezahlen genutzt werden. Genauso ist es mit dem Herzschlag oder der Stimme eines Menschen.

 

Sie haben Lust bekommen, mal ein anderes Bezahlsystem zu probieren? Für den Anfang empfehlen wir Ihnen das kontaktlose Zahlen. Das ist praktisch und schon heute sicher.