Steuererklärung 2016 – Holen Sie sich Geld vom Fiskus zurück

Leserbewertung:

Noch gibt es sie nicht, die Steuererklärung, die auf einen Bierdeckel passt. Doch Anfang des Jahres trat das Steuermodernisierungsgesetz in Kraft, das Steuererklärungen deutlich vereinfachen und automatisieren soll. Schrittweise bis zum Jahr 2022. Einige Neuerungen können Sie schon jetzt nutzen – für Ihre Steuererklärung 2016.

Lohnsteuer & Co. automatisch abrufen
Wenn Sie Ihre Steuererklärung mit ELSTER machen, sparen Sie sich viel Papierkram. Die elektronische Steuererklärung wird jetzt sogar noch bequemer. Denn Sie können mit ELSTER nun viele Daten automatisch aktivieren, die Dritte – wie z. B. Ihr Arbeitgeber – elektronisch ans Finanzamt gemeldet haben. Beispielsweise Ihr Gehalt bzw. Ihren Lohn und die gezahlten Sozialversicherungsbeiträge. Damit sparen Sie sich das händische Übertragen der Daten. Tipp: Prüfen Sie trotzdem, ob die automatisch gezogenen Zahlen korrekt sind. Mehr Infos zur elektronischen Steuererklärung 

Weniger Aufwand mit Belegen
Bislang mussten Sie alle für die Steuererklärung relevanten Belege ans Finanzamt schicken. Das ist jetzt nicht mehr notwendig. Sie bewahren die Belege auf und reichen Sie nur ein, wenn Ihr Finanzamt Sie dazu auffordert. Im Fachdeutsch heißt das: Die Belegvorlagepflicht wird durch die Belegvorhaltepflicht ersetzt.

Steuersoftware von der Steuer absetzen
Sie möchten für Ihre Steuererklärung eine Steuersoftware nutzen? Es gibt verschiedene Produkte auf dem Markt, die Ihnen die Steuererklärung erleichtern und zudem oft hilfreiche Tipps bieten. Die Kosten für diese Software können Sie von der Steuer absetzen.

Ab 2018: mehr Zeit für die Steuererklärung
Eine neue Abgabefrist für alle Steuererklärungen gilt ab 2018. Das heißt: Sie müssen Ihre Steuererklärung erst bis zum 31. Juli des Folgejahres einreichen. Die Steuererklärung für 2018 muss also bis zum 31. Juli 2019 beim Finanzamt sein. Beauftragen Sie einen Steuerberater mit der Erstellung Ihrer Steuererklärung, ist künftig sogar bis zum 28/29. Februar des übernächsten Jahres Zeit für die Abgabe.

Abgabefristen für die Steuererklärung 2016
Sie machen Ihre Steuererklärung allein? Dann ist der späteste Abgabetermin der 31. Mai. Mit einem Steuerberater oder dem Lohnsteuerverein dagegen haben Sie bis zum 31. Dezember Zeit. Bedenken Sie aber: Je früher Sie Ihre Unterlagen abgeben, umso eher können Sie mit einer Rückzahlung rechnen.

Wenn Sie nicht verpflichtet sind, eine Steuererklärung abzugeben können Sie diese freiwillig innerhalb von vier Jahren einreichen.

Trifft Folgendes auf Sie zu, sind Sie zur Steuererklärung verpflichtet:

- Steuerpflichtige Nebeneinkünfte von über 410 EUR (z. B. aus Vermietung oder Kapitalanlagen)
- Wenn in den „Elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen” (ELStAM) Freibeträge eingetragen sind, wie z. B. der Kinderfreibetrag
- Bestimmte Steuerklassen, z. B. bei verheirateten Paaren
- Gleichzeitige Beschäftigung bei mehreren Arbeitgebern
- Erhalt von Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosen- Kranken oder Elterngeld über 410 €

Abgabefrist verpasst? Das können Sie tun
Sie erhalten vom Finanzamt zunächst eine Mahnung und einen neuen Termin, zu dem Sie die Steuererklärung nachreichen müssen. Liegen Ihre Unterlagen auch dann nicht vor, kann die Behörde Ihr Einkommen schätzen und auf dieser Grundlage einen Steuerbescheid erlassen. Sie haben dann einen Monat Zeit, zu widersprechen. Versäumen Sie auch diese Frist, wird Ihre Steuer für 2016 festgesetzt. Steuermindernde Umstände wie Spenden, Werbungskosten oder Altersvorsorgebeiträge können Sie nicht mehr geltend machen. Außerdem kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag berechnen. Mit einem Antrag auf Fristverlängerung können Sie das vermeiden. Es reicht ein formloses Schreiben an das Finanzamt per Brief oder Fax. Geben Sie Ihre Steuernummer an und eine kurze Begründung für den gewünschten Aufschub, zum Beispiel eine Erkrankung oder Arbeitsüberlastung. Erkennt das Finanzamt den Grund an, wird es die Frist verlängern.

Die Mühe lohnt sich
Belege sortieren, Formulare ausfüllen – für viele ist die alljährliche Steuererklärung ein Graus. Dabei lohnt sich der Aufwand meist, denn im Schnitt bekommt jeder Bundesbürger 900 Euro vom Finanzamt zurück. Deshalb: Augen zu und durch!

Artikel bewerten: