Lockerung der Corona-Maßnahmen

Verantwortungsbewusste Rückkehr zur Normalität

Am 26. Mai haben Bund und Länder über weitere Lockerungen der Einschränkungen im Kampf gegen COVID-19 beraten.  Die Verantwortung und die Regelung der Details liegen allerdings bei den jeweiligen Ländern. Wichtig: Die allgemeinen Kontaktbeschränkungen sollen bis 29. Juni verlängert werden. Einzelne Bundesländer behalten sich allerdings vor, eigene Entscheidungen zu treffen.

Eine Frau mit Fahrrad und Mund-Nasen-Maske

Weniger Kontrolle, mehr Vertrauen

Die Länder lockern die verhängten Corona-Einschränkungen in Deutschland weiter Schritt für Schritt.  Viele Menschen sehnen sich nach mehr Freiheit. In einigen Städten demonstrierten Bürger öffentlich dafür. Besonders für Familien, Ältere und psychisch Belastete ist die aktuelle Situation eine besondere Herausforderung. Inzwischen haben Bund und Länder bereits einige der Schutzmaßnahmen aufgehoben, entschärft oder zumindest vereinheitlicht.

Wichtig: Trotz der nun beschlossenen Lockerungen müssen sich die Bürgerinnen und Bürger allerdings bewusstmachen, dass die Corona-Krise nicht überstanden ist. Euphorie und Übermut sind fehl am Platz. Die Sorge bleibt, bis es einen Impfstoff oder Medikamente gegen das Virus gibt. Abstands- und Hygieneregeln müssen weiterhin konsequent eingehalten werden, um einen Rückfall und einen damit verbundenen erneuten Shutdown zu vermeiden. Eine zweite, wenn nicht sogar dritte Infektionswelle würde nicht nur die Gesundheit vieler, sondern auch die Wirtschaft schwer schädigen.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

  • Kontaktbeschränkungen: Die grundsätzlichen Kontaktbeschränkungen der Bürger im öffentlichen Raum sollen bis 29. Juni verlängert werden, um das Risiko der schnellen Verbreitung weiterhin zu senken, Risikogruppen zu schützen und die Einschleppung des Virus in Betriebe zu verhindern. Allerdings dürfen sich künftig bis zu zehn Personen zweier Haushalte treffen. Somit können sich beispielsweise zwei Familien oder auch Mitglieder zweier Wohngemeinschaften verabreden – wenn sie den Abstand von mindestens 1,5 Meter zueinander einhalten.
  • Zuhause: Für das eigene Zuhause gibt es keine Höchstzahl mehr. Einzige Bedingung: Genügend Platz, sodass die Einhaltung der Abstandsregel möglich und genügend Frischluft vorhanden ist. Die Bundesregierung empfiehlt aber weiterhin, "die Zahl der Menschen, zu denen man Kontakt hat, möglichst gering zu halten und den Personenkreis möglichst konstant zu belassen."
  • Geschäfte:  Inzwischen sind alle Geschäfte wieder göffnet, man darf wieder überall einkaufen. Voraussetzung ist die strenge Einhaltung des Hygienekonzepts. Dazu gehören das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung und der Abstandsregelungen. Zudem soll der Zutritt gesteuert werden, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Die Details dazu haben die einzelnen Länder festgelegt.
  • Besuchsregeln von Pflegeinrichtungen: Pflegeheime, Behinderteneinrichtungen und Kliniken lockern ihre strengen Einschränkungen. Demnach wird jedem Bewohner oder Patienten ermöglicht, wiederkehrenden Besuch einer Person zu bekommen. Voraussetzung dafür bleibt allerdings, dass in der jeweiligen Einrichtung „kein aktives Infektionsgeschehen“ vorliegt, wie Sprecher von Bund und Ländern betonten.
  • Breiten- und Freizeitsport:  Körperliche Betätigungen im Trainingsbetrieb unter freiem Himmel ist wieder möglich. Sie müssen allerdings kontaktlos ausgeübt werden und die Sportler eine Distanz von mindestens 1,5 bis 2 Meter zueinander einhalten. Sind  Sportplätze wieder geöffnet, gilt das bis auf Weiteres nur für Sportarten ohne Körperkontakt wie Tennis oder Bogenschießen. Aber auch erste Reithallen öffnen wieder, in Kleingruppen ist sogar das Training von Mannschaften möglich. Die ersten Fitnessstudios  sind wieder offen, weitere Länder folgen dieser Tage und lassen Sport in geschlossenen Räumen wieder zu. Auch hier müssen, insbesondere bei der gemeinsamen Nutzung, Hygienemaßnahmen wie die Desinfektion von Sportgeräten, eingehalten werden.
  • Bundesliga: Die 1. und 2. Fußball-Bundesliga können ihre unterbrochene Saison in Form von „Geisterspielen“, also ohne Stadionpublikum, fortsetzen.
  • Schulen und Kitas:  Mehrere Bundesländer kündigten am 26. Mai an, in Schulen und Kitas nach den Sommerferien wieder zum gewohnten Alltag im Regelbetrieb zurückkehren zu wollen. Allerdings verbunden mit der Einschränkungen, dass die die Voraussetzungen stimmen und sich die Lage nicht wieder verschlechtert. Bis zu den Sommerferien soll die schrittweise Rückkehr aller Schülerinnen und Schüler abgeschlossen sein. Die einzelnen Regelungen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland.
  • Folgende Öffnungen sind reine Ländersache: Die Regelungen, wie und wann Hoch- und Musikschulen, Kitas, Restaurants, Bars, Klubs, Hotels, Theater, Kinos, Frei- und Hallenbäder, Fitnessstudios, Messen, Kosmetikstudios, Spielhallen und Bordelle wieder öffnen, bleibt den Ländern freigestellt. Die Maßnahmen können demnach regional sehr unterschiedlich ausfallen. Auch hier müssen aber die Hygienekonzepte eingehalten werden und die Öffnungen schrittweise erfolgen.

Tipp: Informationen rund um finanzielle Auswirkungen und Hilfen während der Corona-Krise finden Sie auf unserer Seite Coronavirus: Was Sparkassen-Kunden jetzt wissen müssen. Über aktuelle Entwicklungen informiert Sie unser Corona-Newsblog.

Freiheit ja, aber nur mit Notbremse

Die Lockerungen begleitet die Einführung eines sogenannten Notfallmechanismus bei möglichen regionalen Corona-Ausbrüchen. Dieser ermöglicht eine gewisse zentrale Kontrolle durch Festsetzung von Obergrenzen für Neuinfektionen. Denn weiterhin soll vermieden werden, dass sich zu viele Menschen zu schnell anstecken und das Gesundheitssystem überlasten.

Landkreise und kreisfreie Städte müssen konsequent erneute Beschränkungen einführen, sollten sich innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 Menschen pro 100.000 Einwohnern neu infizieren. Das regionale, zielgerichtete und schnelle Eingreifen soll einen Lockdown für das ganze Land verhindern.

Blick in die Zukunft

Die Bundesregierung setzt mit ihren neuen Regelungen auf die große Verantwortung der Länder und der Bevölkerung. Die Lockerungen können die Wirtschaft stärken und vereinfachen das Leben der Menschen. Wir alle wünschen uns wieder mehr soziale Kontakte, gemütliche Restaurantbesuche, die Nase im Biergarten in die Sonne zu halten, ins Kino zu gehen, unbeschwertes Shoppen.

Bisher ist Deutschland vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Wenn wir trotz der Öffnungen weiterhin so diszipliniert und solidarisch bleiben und begreifen, dass wir uns noch eine ganze Weile mit dem Virus auseinandersetzen müssen, werden wir die Corona-Krise auch in Zukunft gut überstehen. Ob die neue Rechnung aufgeht, wird man aber frühestens in ein paar Wochen sehen.


(Stand: 27. Mai 2020)

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