Was Sie zum Girokonto wissen sollten

Informationen für Kriegsgeflüchtete

Die deutsche Bankenlandschaft

Die Bankenlandschaft in Deutschland besteht aus drei wesentlichen Gruppen:

  • Privatbanken (z. B. Deutsche Bank AG oder Commerzbank AG)
  • Genossenschaftsbanken (z. B. Volks- und Raiffeisenbank eG)
  • Sparkassen (z. B. Berliner Sparkasse, Sparkasse Mainfranken)

Sparkassen gibt es seit über 200 Jahren. Sie gehören in der Regel der öffentlichen Hand, also ihrer örtlichen Kommune (Gemeinde, Stadt oder Landkreis). Sparkassen sind, im Gegensatz zu Privatbanken, nicht der Gewinnmaximierung, sondern auch dem Gemeinwohl verpflichtet und der größte nichtstaatliche Förderer von Sport und Kultur in Deutschland.

Wozu brauche ich ein Girokonto?

Zur Teilhabe am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben ist das Girokonto eine wichtige Voraussetzung. Hierüber wird in der Regel der persönliche Zahlungsverkehr abgewickelt:

  • Wer einen Beruf ausüben möchte, benötigt ein Girokonto für die Gehaltszahlungen.
  • Beim Anmieten einer Wohnung werden die Mietzahlungen über das Girokonto dem Vermieter überwiesen.
  • Zahlungen in das Heimatland erfolgen vom Girokonto über eine Auslandsüberweisung.

Wie funktioniert ein Girokonto?

  • Auf dem Girokonto werden alle Einzahlungen und Auszahlungen verbucht.
  • Über das Girokonto kann am Geldautomaten oder am Schalter Bargeld abgehoben werden. Grundsätzlich lassen sich viele Geldgeschäfte ebenfalls online oder per Telefon/Handy erledigen.
  • Alle Kontobewegungen sind in einem Kontoauszug aufgelistet. Der Kontoauszug kann in der Filiale ausgedruckt werden, online eingesehen werden oder er wird per Post zugesandt.

Wie eröffnet man ein Girokonto?

Der Kunde benötigt zur Kontoeröffnung ein geeignetes Legitimationsdokument, damit seine Identität überprüft werden kann. Folgende Dokumente sind zur Kontoeröffnung gesetzlich zugelassen:

  • Ein gültiger amtlicher Lichtbildausweis, zum Beispiel Pass, Personalausweis oder ein Pass-/Ausweisersatz.

Der Kontoauszug

  1. Konto-Nr. und Bankleitzahl
  2. Auszugs- und Blattnummer
  3. Alter Kontostand
    Wird jeweils auf dem 1. Blatt der Auszüge angezeigt
  4. Erläuterung der Umsätze
  5. Gutschriften (+) / Belastungen (-)
  6. Neuer Kontostand
    Wird mit Datum angezeigt
  7. Dispositionskredit
    Hier wird der aktuelle Kreditrahmen angezeigt
  8. Verfügbarkeit
    Gegebenenfalls inklusive Dispositionskreditrahmen
  9. Wertstellung
    Über diesen Betrag kann aktuell verfügt werden
  10. IBAN und BIC
    Dadurch werden seit 2014 im bargeldlosen Zahlungsverkehr die Kontonummer und die Bankleitzahl ersetzt

Die Funktionen von Überweisungen, Lastschriften und Daueraufträgen

  • Per Überweisung lässt sich Geld bargeldlos vom eigenen Konto auf ein anderes Konto übertragen.
  • Per Lastschrift lassen sich Rechnungen einmalig (z. B. Kartenzahlung im Supermarkt) oder wiederkehrend (z. B. Telefonrechnung) bezahlen. Dazu erteilt man dem Zahlungsempfänger die schriftliche Erlaubnis, die entsprechende Summe von einem Konto einzuziehen.
  • Daueraufträge gewährleisten, dass gleichbleibende Beträge in bestimmten Abständen an einen Empfänger gezahlt werden, wie z. B. Miete oder Versicherungsbeiträge. Dazu muss der Sparkasse ein schriftlicher Auftrag erteilt werden.

Überweisungen ausfüllen

Länderkennzeichen mit 2 Stellen
Prüfziffer mit 2 Stellen
Bankleitzahl mit 8 Stellen
Kontonummer mit 10 Stellen

Überweisungen ins außereuropäische Ausland

  • Überweisungen in Euro in Staaten außerhalb der Europäischen Union bzw. des Europäischen Wirtschaftraums (derzeit 31 Länder*) können mit einem „Zahlungsauftrag im Außenwirtschaftsverkehr“ beauftragt werden.
  • Darüber hinaus kann der „Zahlungsauftrag im Außenwirtschaftsverkehr“ auch für Überweisungen in Fremdwährung genutzt werden.
  • Der Kunde entscheidet, wer die Gebühren der Sparkasse und der empfangenden Bank tragen soll.
  • Ab einer Höhe von 12.500 Euro sind ggf. Meldepflichten gegenüber der Deutschen Bundesbank zu beachten.

Die SparkassenCard als Schlüssel zum Girokonto

  • Der Schlüssel zum Konto ist die Kundenkarte (SparkassenCard). Mit der dazugehörigen Geheimzahl (PIN) kann damit am Geldautomaten Geld abgehoben werden. Am Kontoservice-Automaten können Überweisungen in Auftrag gegeben oder Daueraufträge bearbeitet werden.
  • Die Kundenkarte kann zum bargeldlosen Bezahlen genutzt werden. Bei Zahlungen mit Karte tippt man entweder seine PIN ein und erlaubt damit sofort die Zahlung der Geldsumme oder der Kunde unterschreibt einen Beleg. Damit erhält der Händler die Erlaubnis, den Betrag per Lastschrift vom Konto einzuziehen.
  • Beim Verlust einer Kundenkarte ist schnelles Handeln wichtig: Die Karte sollte umgehend unter der deutschlandweiten Notfallnummer 116 116 gesperrt werden. Das ist gebührenfrei und rund um die Uhr möglich.

So funktioniert der Geldautomat

Eingabeschlitz für die girocard
Tasten zur Menüauswahl
Display
Tastatur
Schacht zur Geldausgabe

Das Basiskonto der Sparkassen

  • Die Sparkassen bieten im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen das Basiskonto grundsätzlich jedem Verbraucher in ihrem Geschäftsgebiet an, unabhängig von der Nationalität und Staatsangehörigkeit. Das Basiskonto der Sparkassen wird auf Guthabenbasis geführt. Auch die SparkassenCard gehört dazu.
  • Mit dem Basiskonto untermauern die Sparkassen ihr bisheriges Engagement und leisten einen entscheidenden Beitrag zum einfachen Zugang zu Finanzdienstleistungen in Deutschland.
  • Unterstützt wird dies durch das dichte Filialnetz der Sparkassen, das auch den Bevölkerungskreisen einen unmittelbaren Kontakt ermöglicht, die keinen Zugang zu modernen Kommunikationsmitteln, wie z. B. dem Internet, haben oder die ganz einfach den direkten Kontakt zu ihrem Berater bevorzugen.

Alle Informationen zum Girokonto in ukrainischer Sprache


Noch Fragen? Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung.


* EWR-Staaten: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland, Zypern.