
Die gesetzliche Rentenversicherung ist eine Pflichtversicherung für Angestellte und viele Selbstständige. Sie sichert bei Alter, Erwerbsminderung und Tod ab.
Der Beitragssatz beträgt 18,6 Prozent des Bruttoeinkommens, den sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte teilen.
Die durchschnittliche Altersrente beträgt nach mindestens 45 Versicherungsjahren in Deutschland aktuell etwa 1.696 Euro brutto.
Neben der Altersrente umfasst die gesetzliche Rentenversicherung Erwerbsminderungsrenten, Hinterbliebenenrenten und Rehabilitationsleistungen.
Die gesetzliche Rente reicht für den gewohnten Lebensstandard oft nicht aus; private oder betriebliche Zusatzvorsorge ist für die meisten Versicherten notwendig.
Was ist die gesetzliche Rentenversicherung?
Die gesetzliche Rentenversicherung ist eine staatlich organisierte Pflichtversicherung, die Versicherte im Alter, bei Erwerbsminderung und ihre Angehörigen im Todesfall finanziell absichert. Sie ist Teil des deutschen Sozialversicherungssystems und wird von der Deutschen Rentenversicherung verwaltet. Diese informiert die Versicherten regelmäßig:
- Versicherte ab 27 Jahren (mit mindestens 5 Beitragsjahren) erhalten jährlich eine Renteninformation per Post.
- Ab dem 55. Lebensjahr folgt alle drei Jahre eine ausführliche Rentenauskunft.
- Der eigentliche Rentenbescheid kommt nach einem formellen Rentenantrag kurz vor dem Ruhestand; er legt die genaue Rentenhöhe sowie den Zahlungsbeginn fest.
Grundprinzip: Generationenvertrag – heutige Beiträge für heutige Renten
Grundlage für die Rentenversicherung ist der sogenannte Generationenvertrag: Die aktuell erwerbstätigen Generationen bezahlen mit ihren Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung die Renten der derzeitigen Rentnerinnen und Rentner. Dafür haben sie später selbst Anspruch darauf, eine Rente zu erhalten. Dabei gilt: Wer mehr einzahlt, bekommt später auch mehr Rente als jemand aus der gleichen Generation, der weniger einzahlt.
Der Nachteil des Generationenvertrags: Weil die Menschen in Deutschland immer älter und gleichzeitig weniger Kinder geboren werden, müssen zukünftig immer weniger Personen für immer mehr Rentner bezahlen.

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Leistungsumfang im Überblick
Erwerbsminderungsrente bei gesundheitlich bedingtem Arbeitsausfall
Hinterbliebenenrenten wie Witwen-, Witwer- oder Waisenrente
Rehabilitationsleistungen zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit
Beteiligung an Krankenversicherungsbeiträgen beziehungsweise unter bestimmten Voraussetzungen ein Zuschuss zur freiwilligen oder privaten Krankenversicherung Privatkrankenversicherte)
Renteninformation und -beratung durch die Träger der Rentenversicherung
Was die gesetzliche Rente nicht leistet
Die gesetzliche Rentenversicherung ersetzt kein vollständiges Einkommen. Als Richtwert gilt: Für den gewohnten Lebensstandard werden etwa 80 Prozent des letzten Nettogehalts benötigt. Die gesetzliche Rente liegt bei den meisten Versicherten deutlich darunter – die sogenannte Rentenlücke muss durch private oder betriebliche Vorsorge geschlossen werden. Alle Möglichkeiten der Altersvorsorge finden Sie in unserem Ratgeber.
So haben sich die gesetzlichen Renten in den vergangenen Jahren entwickelt
Von 2018 bis 2025 stiegen die Renten im Westen um rund 33 Prozent, im Osten um über 38 Prozent. In fast jedem Jahr gab es eine Erhöhung. Die Inflation lag im gleichen Zeitraum bei rund 25 Prozent. Unterm Strich haben die Renten die Preissteigerung also übertroffen. Allerdings schmälert die nachgelagerte Rentenbesteuerung diesen Effekt, da durch die Erhöhungen immer mehr Ruheständler steuerpflichtig werden oder höhere Abgaben zahlen müssen. Zudem geben viele Ältere einen größeren Teil ihres Einkommens für Lebensmittel und Pflegeleistungen aus, die überproportional teurer wurden – das schränkt den tatsächlichen Kaufkraftgewinn im Alltag zusätzlich ein.
Die tatsächliche Durchschnittsrente ist im Osten höher als im Westen. Der Grund liegt in den Erwerbsbiografien: In der DDR arbeiteten die meisten Menschen, Männer wie Frauen, länger und ohne Unterbrechungen. Im Westen gibt es mehr Lücken durch Teilzeit und Familienpausen. Ein höheres Plus bei der gesetzlichen Rente bedeutet im Osten jedoch nicht automatisch mehr Geld im Alter: Im Westen beziehen spürbar mehr Menschen zusätzlich eine Betriebsrente oder andere Alterseinkünfte.
Ein gesammelter Rentenpunkt ist seit der rechtlichen Angleichung 2023 in Ost und West exakt gleich viel wert. Warum die tatsächlichen Überweisungen im Durchschnitt dennoch so stark variieren, zeigt der Blick auf Theorie und Praxis.
Die Theorie: Die Standardrente (Eckrente) ist ein statistischer Vergleichswert. Sie zeigt, welche Rente jemand bekäme, der 45 Jahre lang genau den jährlichen Durchschnittsverdienst erzielt und somit exakt 45 Rentenpunkte angesammelt hat. Weil ein Punkt überall gleich viel wert ist, ist auch die Standardrente einheitlich: Aktuell liegt sie bei 1.913 Euro brutto.
Die Praxis: Die durchschnittliche Bruttorente bildet die Realität ab. Sie liegt deutlich unter der Eckrente. Die wenigsten Menschen arbeiten 45 Jahre lang lückenlos und verdienen dabei durchgehend das Durchschnittseinkommen – individuelle Pausen, Teilzeit oder geringere Löhne mindern die tatsächliche Auszahlung im Alltag.
Wer ist rentenversicherungspflichtig?
Die
Freiwillige Versicherung
Wer nicht der Versicherungspflicht unterliegt (etwa Selbstständige ohne Pflichtmitgliedschaft oder Personen mit Auslandsaufenthalten), kann unter bestimmten Voraussetzungen freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Das lohnt sich insbesondere, wenn die Mindestversicherungszeit noch nicht erfüllt ist oder höhere Rentenansprüche aufgebaut werden sollen.
Wartezeit: Mindestvoraussetzung für Rentenansprüche
Um später überhaupt Geld aus der Rentenkasse zu bekommen, müssen Sie eine bestimmte Mindestversicherungszeit eingezahlt haben – die sogenannte Wartezeit. Für die Regelaltersrente liegt diese Hürde bei 5 Versicherungsjahren (60 Monaten).
Wie werden Beiträge berechnet?
Seit 2018 beträgt der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung 18,6 Prozent des beitragspflichtigen Bruttoeinkommens. Beschäftigte und Arbeitgeber tragen diesen Beitrag je zur Hälfte – jeder zahlt also 9,3 Prozent.
- Beitragsbemessungsgrenze 2026
Beiträge werden nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze (Höchstverdienst) erhoben. Seit 2026 gilt bundesweit eine Grenze von 8.450 Euro pro Monat (101.400 Euro pro Jahr). Auf höhere Einkommen werden keine weiteren Rentenversicherungsbeiträge fällig.
- Rentenpunkte: So entsteht der Anspruch
Für jedes Jahr der Beitragszahlung werden Entgeltpunkte (Rentenpunkte) gutgeschrieben.
- Wer in einem Jahr genau das Durchschnittseinkommen aller Versicherten erzielt (2026: vorläufig 51.944 Euro brutto im Jahr, rund 4.329 Euro im Monat), erhält 1,0 Rentenpunkte.
- Wer weniger verdient, bekommt weniger Punkte.
- Wer mehr verdient, bekommt mehr Punkte, allerdings nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Sie liegt 2026 bei 101.400 Euro im Jahr. Daraus ergeben sich höchstens rund 1,95 Rentenpunkte pro Jahr.
- Beiträge steuerlich absetzen
Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung sind steuerlich voll absetzbar. Für Beschäftigte läuft das automatisch: Der Arbeitgeber behält die Beiträge direkt vom Bruttogehalt ein und übermittelt die Daten elektronisch an das Finanzamt. Dadurch verringert sich das zu versteuernde Einkommen bereits Monat für Monat bei der Gehaltsabrechnung.
Seit 2023 berücksichtigt der Staat 100 Prozent dieser Altersvorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben – maximal bis zu einer jährlichen Obergrenze. Für das Jahr 2026 liegt dieser steuerliche Höchstbetrag bei 30.825,60 Euro für Alleinstehende und 61.651,20 Euro für verheiratete Paare. Der Arbeitgeberanteil wird hierbei mitgezählt. Wichtig ist diese Obergrenze vor allem für Selbstständige oder Angestellte, die freiwillige Sonderzahlungen an die Rentenversicherung leisten, um beispielsweise Rentenabschläge auszugleichen. Sie tragen diese Beträge aktiv in ihrer Steuererklärung ein. Darüber hinaus gibt es weitere Steuervorteile und Förderungen für die Altersvorsorge.
Rentenbeiträge für Selbstständige: Optionen und Pflichten
Selbstständige sind nicht automatisch gesetzlich rentenversichert; ob und wie viel sie einzahlen, hängt von der Art ihrer Tätigkeit ab. Wer von der Versicherungspflicht ausgenommen ist, trägt das finanzielle Risiko im Alter vollständig selbst. Unser ausführlicher Ratgeber zeigt, wann eine Rentenversicherungspflicht besteht und wann nicht.
- Wer ist als Selbstständiger pflichtversichert?
Bestimmte Berufsgruppen unterliegen per Gesetz der Rentenversicherungspflicht, dazu gehören unter anderem:
- Handwerker (eingetragen in der Handwerksrolle)
- Selbstständige Lehrer, Erzieher und Pflegepersonen
- Selbstständige mit nur einem dauerhaften Auftraggeber (sogenannte arbeitnehmerähnliche Selbstständige)
- Freiberufler im Bereich Kunst und Publizistik, die über die Künstlersozialkasse (KSK) versichert sind
Die Künstlersozialkasse (KSK) übernimmt für ihre Mitglieder die Funktion des Arbeitgebers: Sie steuert 50 Prozent des Rentenversicherungsbeitrags bei, die andere Hälfte tragen die Versicherten selbst.
- Beitragshöhe für die Pflichtversicherung
Sofern kein Zuschuss über die KSK fließt, tragen pflichtversicherte Selbstständige den vollen Beitragssatz von 18,6 Prozent allein. Als Beitragsgrundlage dient der tatsächliche Gewinn, der über den aktuellen Steuerbescheid nachgewiesen wird. Alternativ kann meist auch ein pauschaler Regelbeitrag gewählt werden.
- Freiwillige Versicherung als flexible Alternative
Wer nicht gesetzlich pflichtversichert ist, kann freiwillig in die Rentenkasse einzahlen. Die Beitragshöhe ist flexibel: Für das Jahr 2026 liegt der Spielraum zwischen einem Mindestbeitrag von 112,16 Euro und einem Höchstbeitrag von 1.571,70 Euro im Monat. Die freiwillige Versicherung ist besonders sinnvoll, um:
- die allgemeine Mindestwartezeit von 5 Jahren zu erfüllen
- einen bereits bestehenden Schutz für die Erwerbsminderungsrente aufrechtzuerhalten
- bestehende Rentenansprüche gezielt aufzustocken
Ansprüche und Leistungsarten: Altersrente, Erwerbsminderungsrente, Hinterbliebenenrente
Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt nicht nur im Alter – sie greift auch bei Erwerbsminderung und nach dem Tod einer versicherten Person. Welche Rentenart wann zutrifft, hängt von der Versicherungsbiografie und dem Gesundheitszustand ab.
- Erwerbsminderungsrente
Die Erwerbsminderungsrente greift, wenn jemand aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich auf längere Zeit nicht mehr oder nur noch eingeschränkt auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein kann. Hier wird in zwei Stufen unterschieden:
- Volle Erwerbsminderungsrente: Das tägliche Arbeitsvermögen liegt bei weniger als 3 Stunden.
- Teilweise Erwerbsminderungsrente: Das tägliche Arbeitsvermögen liegt bei 3 bis unter 6 Stunden.
Voraussetzung: mindestens 5 Jahre Wartezeit und in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens 3 Jahre mit Pflichtbeiträgen. Für bestimmte Fälle, etwa Arbeitsunfälle oder volle Erwerbsminderung nach einer Ausbildung, gelten Ausnahmen.
- Hinterbliebenenrente
Nach dem Tod einer versicherten Person erhalten Hinterbliebene eine finanzielle Unterstützung zur Existenzsicherung:
- Witwen- und Witwerrente: Beträgt je nach Alter und familiärer Situation 55 Prozent (große Witwenrente) oder 25 Prozent (kleine Witwenrente) der Versichertenrente.
- Waisenrente: Beträgt 10 Prozent für Halbwaisen und 20 Prozent für Vollwaisen.
Bei Witwen- und Witwerrenten wird eigenes Einkommen oberhalb bestimmter Freibeträge angerechnet. Auf Waisenrenten wird kein eigenes Einkommen angerechnet. Seit Juli 2026 bleibt ein Nettoeinkommen bis 1.122,53 Euro im Monat anrechnungsfrei. Von jedem Euro darüber werden 40 Cent von der Rente abgezogen.
Für jedes Kind mit Anspruch auf Waisenrente erhöht sich der Freibetrag um rund 238 Euro.
Hinzuverdienst zur Rente: Regeln und Steuerpflicht
Wer eine gesetzliche Altersrente bezieht, darf unbegrenzt hinzuverdienen – die Rente wird dadurch nicht gekürzt. Diese vollständige Hinzuverdienstfreiheit gilt sowohl für die reguläre Altersrente als auch für vorgezogene Altersrenten (Frührentner).
Steuerlich gibt es seit Januar 2026 einen großen Vorteil, die sogenannte Aktivrente: Wer die gesetzliche Regelaltersgrenze erreicht hat, kann bis zu 2.000 Euro im Monat (24.000 Euro im Jahr) steuerfrei als Arbeitslohn dazuverdienen.
- Keine Frührentner: Der Steuerfreibetrag greift erst ab der regulären Altersgrenze, nicht bei einem vorzeitigen Rentenbeginn.
- Nur Angestellte: Die Steuerfreiheit gilt ausschließlich für sozialversicherungspflichtige Jobs. Selbstständige Einkünfte, Beamtenbezüge oder Minijobs profitieren nicht von diesem Modell.
- Abgabenpflicht: Die Einnahmen sind zwar bis 2.000 Euro steuerfrei, es müssen darauf aber weiterhin Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt werden.
- Ausnahme Erwerbsminderungsrente: Hier gelten weiterhin feste, jährliche Hinzuverdienstgrenzen. Das Limit bei einer vollen Erwerbsminderungsrente liegt bei 20.763,75 Euro und bei einer teilweisen Erwerbsminderung bei mindestens 41.527,50 Euro im Kalenderjahr.
Steuerpflicht der Rente
Die gesetzliche Rente ist steuerpflichtig, allerdings noch nicht in voller Höhe. Welcher Anteil der Rente versteuert werden muss, richtet sich nach dem Jahr des Rentenbeginns. Seit 2023 steigt dieser Anteil nur noch in langsameren 0,5-Prozentpunktschritten an. Damit wird die vollständige Besteuerung der Rente (100 Prozent) erst im Jahr 2058 erreicht.
Ob tatsächlich Steuern gezahlt werden müssen, hängt vom Gesamteinkommen ab. Der steuerliche Grundfreibetrag liegt 2026
- bei 12.348 Euro pro Jahr für Alleinstehende (2027 geplant: 12.564 Euro)
- bei 24.696 Euro für zusammen veranlagte Ehepaare (2027 geplant: 25.128 Euro).
Wer mit seinem zu versteuernden Einkommen unter dieser Grenze bleibt, zahlt keine Einkommensteuer.
Bei Rentenempfängern zählt dabei nicht die volle Bruttorente: Ein Teil bleibt über den Rentenfreibetrag lebenslang steuerfrei. Wie hoch dieser Anteil ist, hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab.
Faustregeln zum Hinzuverdienst
Regelaltersrentner (Aktivrentner) und Frührentner: Kein Limit beim Verdienst und keine Rentenkürzung.
Erwerbsminderungsrentner: Feste Jahresgrenzen beachten, da eine Überschreitung zur Rentenkürzung führt.
Rentenplus durch Arbeit: Ein freiwilliger oder pflichtiger Nebenverdienst im Alter führt zu weiteren Rentenbeiträgen, die den monatlichen Rentenanspruch im Folgejahr weiter erhöhen können.
Gesamteinkommen beachten: Ein zusätzlicher Verdienst erhöht das zu versteuernde Einkommen und kann den steuerpflichtigen Teil der Gesamteinkünfte über den Grundfreibetrag heben. Eine professionelle Steuerberatung ist hierbei empfehlenswert.
Rentenbescheid prüfen: So erkennen Sie Fehler
Fehler im Rentenbescheid kommen häufiger vor als angenommen – und können über viele Jahre zu einer zu niedrigen Rente führen. Wer seinen Bescheid prüft, sichert sich bares Geld.
Typische Fehlerquellen im Rentenbescheid
- fehlende Versicherungszeiten (z. B. Ausbildungszeiten, Kindererziehungszeiten, Pflegezeiten)
- falsch erfasste Entgeltpunkte aufgrund von Datenlücken beim Arbeitgeber
- unberücksichtigte Anrechnungszeiten (Krankheit, Studium, Arbeitslosigkeit)
- falsche Berechnung bei Rentensplitting oder Versorgungsausgleich (Scheidungsfolgen)
Schritt für Schritt: So prüfen Sie Ihren Bescheid
- Versicherungsverlauf anfordern
Bequem über das Online-Portal der Deutschen Rentenversicherung oder postalisch.
- Zeiten abgleichen
Arbeitszeiten, Ausbildung, Kindererziehung, Pflege auf Vollständigkeit prüfen.
- Entgeltpunkte kontrollieren
Stimmen die angegebenen Verdienste mit Ihrer Lohnhistorie überein?
- Widerspruch einlegen
Innerhalb eines Monats nach Bescheiderhalt; kostenlos und formlos möglich.
- Beratung der Deutschen Rentenversicherung nutzen
Kostenfreie Auskunftsstellen bundesweit verfügbar.
Rentenabzüge und Rentenkürzungen: Was Sie beachten sollten
Die Bruttorente ist nicht das, was auf dem Konto landet. Rentenabzüge können die Auszahlung erheblich verringern – wer sie kennt, plant besser.
Welche Abzüge fallen an?
Krankenversicherung (KVdR): Kostenteilung zwischen Rentner und Rentenversicherung. Der Eigenanteil für Rentner beträgt 2026 im Schnitt 8,75 Prozent.
Pflegeversicherung: Rentner zahlen den Beitrag komplett allein ohne Zuschuss. Die Höhe beträgt 3,6 Prozent für Eltern und 4,2 Prozent für Kinderlose. Ab 2027 ist für Kinderlose eine Anhebung auf 4,5 Prozent geplant.
Einkommensteuer: Die Steuer wird vom Rentner allein getragen. Sie fällt an, sobald das zu versteuernde Einkommen den steuerlichen Grundfreibetrag übersteigt.
Grundrente, Frührente und besondere Regelungen
Grundrente, Frührente und Kindererziehungszeiten sind Sonderregelungen, mit denen Versicherte gezielt Rentenansprüche sichern oder erhöhen können. So lassen sich gezielt Ansprüche sichern.
Grundrente: Zuschlag für langjährig Versicherte mit niedrigen Einkommen
Die Grundrente wurde 2021 eingeführt und wird automatisch geprüft und gezahlt – ohne Antrag. Sie erhöht die Rente von Personen, die mindestens 33 Jahre Grundrentenzeiten vorweisen können (z. B. Beitragszeiten, Kindererziehungszeiten, Pflegezeiten), aber trotz langjähriger Einzahlung nur geringe Rentenansprüche erworben haben.
Voraussetzung: Der Verdienst lag zwischen 30 und 80 Prozent des Durchschnitts. Den vollen Zuschlag gibt es 2026 bis 1.492 Euro pro Monatseinkommen (Paare: 2.327 Euro), ab 2027 bis 1.555 Euro (Paare: 2.425 Euro). Wer mehr hat, bekommt weniger Zuschlag.
Frührente: Wann lohnt sich der frühere Ausstieg?
Eine pauschale Frührente gibt es im Gesetz nicht. Wer vor der regulären Altersgrenze in den Ruhestand gehen möchte, hat je nach Arbeitsleben zwei wichtige Möglichkeiten:
- Nach 45 Versicherungsjahren (für besonders langjährig Versicherte): Wer diese Anzahl an Jahren vorweisen kann (dazu zählen Pflichtbeiträge, Kindererziehung und Zeiten mit Arbeitslosengeld I), darf vorzeitig in den Ruhestand gehen, und zwar ohne Abschlag. Die Altersgrenze dafür steigt schrittweise auf 65 Jahre. Ab Jahrgang 1964 liegt sie bei 65.
- Nach 35 Versicherungsjahren (für langjährig Versicherte): Hier ist ein Ausstieg ab 63 Jahren möglich. Allerdings müssen Frührentnerinnen und Frührentner dafür dauerhafte Einbußen in Kauf nehmen: Pro Monat, den man vor der Regelaltersgrenze in den Ruhestand geht, verringert sich die Rente um 0,3 Prozent, insgesamt um bis zu 14,4 Prozent. Wer beispielsweise 3 Jahre (36 Monate) früher geht, verliert 10,8 Prozent seiner Rente, und das lebenslang.
Diese Kürzung lässt sich durch freiwillige Ausgleichszahlungen in die Rentenversicherung ab dem 50. Lebensjahr teilweise oder ganz ausgleichen. Gleichzeitig kann ein früherer Rentenbeginn bei gesundheitlichen Einschränkungen, aus familiären Gründen oder mit ausreichend angespartem Vermögen trotz der Abzüge sinnvoll sein.
Wichtig: Die Abschläge wirken auch auf Hinterbliebenenrenten, die aus der eigenen Rente abgeleitet werden.
Kindererziehungszeiten: die sogenannte Mütterrente
Für die Erziehung von Kindern erhalten Eltern (egal, ob Mütter oder Väter) ebenfalls Rentenpunkte. Diese Anerkennung von Erziehungszeiten wird umgangssprachlich als „Mütterrente“ bezeichnet.
Hier gilt eine wichtige Grenze beim Geburtsjahr:
- Für Kinder, die ab 1992 geboren wurden, rechnet die Versicherung pauschal 3 Rentenpunkte (entspricht 3 Jahren Kindererziehungszeit) an.
- Für vor 1992 geborene Kinder galt lange Zeit ein Höchstwert von 2,5 Rentenpunkten. Dies ändert sich mit der Mütterrente III: Ab dem 1. Januar 2027 erfolgt die vollständige Gleichstellung, sodass auch für ältere Jahrgänge volle 3 Rentenpunkte pro Kind verbucht werden. Aus technischen Gründen zahlt die Deutsche Rentenversicherung das zusätzliche Geld (ein halber Rentenpunkt entspricht aktuell rund 21,26 Euro brutto im Monat) erst im Laufe des Jahres 2028 aus – dann jedoch rückwirkend für das gesamte Jahr 2027.
Wichtig: Die Gutschrift erfolgt für zukünftige Rentenempfänger nicht automatisch. Die Kindererziehungszeiten müssen aktiv über ein Verfahren zur Kontenklärung bei der Deutschen Rentenversicherung mit dem Formular V0800 beantragt werden.
Rente aufstocken: Möglichkeiten der privaten und staatlich geförderten Vorsorge
Das Versorgungsniveau der gesetzlichen Rentenversicherung reicht in der Regel nicht aus, um den gewohnten Lebensstil fortzuführen. Wer das frühzeitig erkennt und handelt, hat deutlich mehr Optionen. Je früher mit dem Aufstocken der Rente begonnen wird, desto geringer ist der monatliche Aufwand.

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Quelle: Rentenatlas 2025 der Deutschen Rentenversicherung
Darum ist die private Altersvorsorge notwendig: Ihre Rentenlücke als Ausgangspunkt
Vor jeder Entscheidung steht die Bestandsaufnahme: Wie hoch ist Ihre voraussichtliche gesetzliche Rente? Wie viel Einkommen benötigen Sie im Rentenalter? Die Differenz ist Ihre persönliche Rentenlücke. Wie groß diese ist, lässt sich leicht herausfinden: mit dem Rentenlückenrechner der Sparkasse. Da sich anhand dieser Zahl konkret planen lässt, wie viel und in welchem Produkt angespart werden muss, ist das Schließen der Rentenlücke umso einfacher und günstiger, je früher Sie damit beginnen.
Mein Berufsleben
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Jahren
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Wichtige Neuerung für Ihre Planung: Zum 1. Januar 2027 tritt das neue Altersvorsorge-Reformgesetz in Kraft. Die klassische Riester-Rente wird eingestellt. Für Altverträge gilt ein Bestandsschutz. Sie laufen unverändert weiter und erhalten auch künftig die gesetzlich vorgesehene staatliche Förderung.
Die wichtigsten Optionen im Überblick
Ab dem 1. Januar 2027 wird das neue Altersvorsorgedepot angeboten.
- Neue geförderte Altersvorsorge
Ihre gesetzliche Rente können Sie künftig mit der neuen staatlich geförderten Altersvorsorge ergänzen. Sie haben dabei die Wahl zwischen 3 Optionen: Ein Garantieprodukt mit 100 Prozent Beitragsgarantie, eines mit 80 Prozent Beitragsgarantie oder ein Altersvorsorgedepot ganz ohne Beitragsgarantie. Sie ist geeignet für Angestellte, Beamte und erstmals auch für Selbstständige. Die staatliche Zulage beträgt bis zu 540 Euro Grundzulage pro Jahr (bei maximal 1.800 Euro Eigenbeitrag). Zusätzlich gibt es einen Kinderbonus und Steuervorteile. Gerade das Altersvorsorgedepot bietet hohe Flexibilität und höhere Renditechancen durch gezielte Investitionen in ETFs und Fonds.
Weitere bewährte Vorsorgemodelle:
Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Geeignet für alle angestellten Beschäftigte. Angestellte haben einen gesetzlichen Anspruch auf diese Form der Vorsorge durch Entgeltumwandlung. Staatlich gefördert wird das Modell durch die Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit der Beiträge, die direkt vom Bruttogehalt einbehalten werden. Bei dieser Gehaltsumwandlung muss der Arbeitgeber in der Regel einen gesetzlichen Pflichtzuschuss von mindestens 15 Prozent beisteuern.
Rürup-Rente (Basisrente): Geeignet für Selbstständige, Freiberufler sowie Angestellte mit sehr hohem Einkommen. Staatlich gefördert wird sie über einen sehr hohen Steuerabzug der Beiträge als Sonderausgaben.
Private Rentenversicherung: Geeignet für sicherheitsbewusste Sparer, die eine lebenslange, garantierte Zusatzrente wünschen. Sie erhält zwar keine staatliche Förderung in der Ansparphase, bietet dafür aber planbare Sicherheit. Bei der späteren Auszahlung winken attraktive Steuervorteile: Wird das Geld als lebenslange monatliche Rente ausgezahlt, gilt die günstige Ertragsanteilsbesteuerung; bei einer einmaligen Kapitalauszahlung ist unter bestimmten Bedingungen (12/62-Regel) die Hälfte der erwirtschafteten Gewinne komplett steuerfrei.
ETF-Sparplan/freie Kapitalanlage: Geeignet für eigenverantwortliche und renditeorientierte Sparer mit einem langen Anlagehorizont. Das Modell bietet eine sehr hohe Flexibilität bei Ein- und Auszahlungen. Es erhält zwar keine direkte staatliche Förderung, profitiert im Alltag aber von steuerlichen Freibeträgen wie dem Sparerpauschbetrag und der Teilfreistellung für Aktienfonds.
Immobilie als Altersvorsorge: Geeignet für Personen mit solidem Eigenkapital, sicherem Einkommen und dem Wunsch nach mietfreiem Wohnen im Alter. Die staatliche Förderung erfolgt indirekt durch zinsgünstige KfW-Kredite oder ab 2027 durch die Entnahmeoption für selbstgenutztes Wohneigentum aus dem neuen Altersvorsorgedepot (über den sogenannten Altersvorsorge-Eigenheimbetrag) bzw. über einen geförderten Altersvorsorge-Bausparvertrag.
Sofortrente (Sonderform für den Rentenstart): Geeignet für Menschen, die kurz vor dem Ruhestand stehen und eine größere Kapitalsumme (z. B. aus einer Erbschaft) in eine garantierte, lebenslange monatliche Rente umwandeln möchten.
Da jede Lebenslage anders ist, gibt es keine Universallösung. Auch Ihr Berater oder Ihre Beraterin kann Ihre Sparkassen-Altersvorsorge gern mit Ihnen analysieren, welche Vor- und Nachteile die jeweiligen Möglichkeiten für Sie haben und was am besten zu Ihren persönlichen Zielen passt.
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Häufige Fragen zur gesetzlichen Rentenversicherung
Ja. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) muss Ihr Versicherungskonto korrekt führen. Eine Verjährungsfrist gibt es nicht. Da Nachweise im Alter schwerer zu beschaffen sind, gilt: je früher, desto besser.
Kindererziehungszeiten und Pflegezeiten erhöhen den Rentenanspruch, auch ohne Einkommen. Der Staat übernimmt die Beiträge für diese Zeiten.
- Kindererziehung: Pro Kind (Geburt ab 1992) werden bis zu 3 Jahre als Beitragszeit angerechnet. Ein Jahr entspricht genau 1 Rentenpunkt (Durchschnittsverdienst). Bei älteren Kindern (vor 1992) sind es 2,5 Jahre (ab 2027: ebenfalls 3 Jahre).
- Pflegezeiten: Für die unentgeltliche Pflege eines Angehörigen (Pflegegrad 2 oder höher) von mindestens 10 Stunden pro Woche erfolgt die Versicherungspflicht, sofern keine Hauptbeschäftigung über 30 Stunden pro Woche ausgeübt wird. Die Pflegekasse zahlt die Beiträge. Je nach Pflegegrad werden jährlich 0,266 bis 0,8 Rentenpunkte gutgeschrieben.
Fehlen diese Zeiten, müssen sie per Kontenklärung nachgemeldet werden.
Renten steigen jährlich am 1. Juli und folgen der Lohnentwicklung, nicht der Inflationsrate. Steigen die Preise schneller als die Löhne, kommt es zu Kaufkraftverlusten.
- Rentenniveau: Seit Juli 2026 beträgt der Rentenwert 42,52 Euro pro Entgeltpunkt, festgelegt durch die Rentenanpassungsverordnung. Die jährlich aktuellen Werte veröffentlicht die Deutsche Rentenversicherung unter Werte der Rentenversicherung.
Lücken im Versicherungsverlauf entstehen häufig durch Kindererziehungszeiten, Pflegezeiten, Auslandsaufenthalte, Selbstständigkeit oder schlicht durch fehlgeleitete Arbeitgebermeldungen. Diese Lücken sollten geschlossen werden, Schritt für Schritt:
- Versicherungsverlauf besorgen
- Lücken identifizieren
- Unterlagen beschaffen (Arbeitsverträge, Gehaltsabrechnungen, Geburtsurkunden der Kinder)
- Kontenklärung beantragen
Der gesamte Klärungsprozess ist kostenlos. Die Bearbeitungszeit beträgt typischerweise mehrere Wochen bis Monate – je nach Komplexität des Falls.
Renten werden in Deutschland nie automatisch ausgezahlt. Stellen Sie den Antrag möglichst drei Monate vor dem gewünschten Rentenbeginn. Bei verspäteter Antragstellung kann sich der Rentenbeginn verschieben und Geld verloren gehen. Die Fristen unterscheiden sich je nach Rentenart.
Wann sollte der Antrag gestellt werden?
- Regelaltersrente: 3 Monate vor dem gewünschten Rentenbeginn
- Frührente: ebenfalls 3 Monate früher
- Erwerbsminderungsrente: so früh wie möglich nach der Erwerbsminderung
Wie wird der Antrag gestellt?
- Online über das Rentenportal der Rentenversicherung, schriftlich per Formular für Altersrente) oder persönlich in einem Servicezentrum der DRV.
Benötigt werden Personalausweis, Sozialversicherungsausweis und ggf. Nachweise über Kindererziehungszeiten oder ausländische Rentenansprüche.
Widerspruchsfristen: Wer seinen Rentenbescheid prüft und nicht einverstanden ist – etwa wegen fehlender Zeiten oder falscher Rentenberechnung – hat einen Monat ab Zustellung des Bescheids Zeit, schriftlich Widerspruch einzulegen.



