Was ist Inflation?

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Die Preise in Deutschland steigen: Die Inflationsrate lag im Jahr 2017 bei 1,8 Prozent, so teilte das Statistische Bundesamt mit. Diese Entwicklung liegt vor allem an den schwankenden Preisen für Benzin und Heizöl. Aber was ist Inflation und wie kommt sie zustande?

Wann spricht man von Inflation?
Die Preise von Waren und Dienstleistungen schwanken. Mal ist der Liter Milch teurer, dann wieder günstiger. Von Inflation spricht man jedoch erst, wenn sich zeigt, dass sich die Kosten für alle Güter kontinuierlich erhöhen. Die Konsequenz: Für einen Euro können Sie sich weniger kaufen als zuvor. Er ist weniger wert. Man spricht hier auch von einer Geldentwertung.

Woher stammt der Begriff Inflation?
Das Wort Inflation stammt vom lateinischen Begriff “inflatio” ab, was so viel  wie  “aufschwellen” bedeutet. Inflatio bezieht sich wiederum auf die lateinischen Begriffe “inflare” und “flare”, welche beide mit “etwas aufblasen” in Verbindung gebracht werden.

Die Deutsche Form „Inflation“ wurde erstmals im Jahr 1929 im Rechtschreibduden vermerkt.

Wie kommt es zur Preissteigerung?
Für steigende Verbraucherpreise gibt es verschiedene Ursachen, die häufig auch gemeinsam auftreten. Zum Beispiel, wenn die Nachfrage größer ist als das Angebot. Oder wenn sich die Kosten für Unternehmen verändern, also etwa Rohstoffe teurer werden oder sich Löhne erhöhen. Um weiterhin Gewinne zu machen, geben sie erhöhte Kosten an Verbraucher weiter.

Auch wenn die Zentralbanken die Geldmenge erhöhen indem sie einem Staat mehr Geld zukommen lassen, steigt die Inflationsrate. Denn: Wo es mehr Geld gibt, kann auch mehr Geld ausgegeben werden. Es kommt zu einer höheren Nachfrage und daraufhin zu einem Preisanstieg, da die Geldmenge stärker als die Anzahl der zum Verkauf stehenden Güter wächst.

Eine Steigerung der Geldumlaufgeschwindigkeit hat dieselben Folgen wie eine Erhöhung der Geldmenge. Von einer Nachfrageinflation spricht man, wenn die Ursache bei den Nachfragern liegt. Steigt die Nachfrage, während die Produktion durch die Anbieter stagniert, ist folglich die Nachfrage höher als das Angebot und es kommt zu steigenden Preisen. Hingegen spricht man von einer Angebotsinflation, wenn das Ungleichgewicht am Markt durch eine Unterproduktion zustande kommt. Dann steigen die Preise, weil das Angebot geringer als die Nachfrage ist.

Wie wird die Höhe der Inflationsrate gemessen?
Stellen Sie sich Ihren typischen Einkaufswagen vor: ein Laib Brot, Milch, Käse, etwas Fleisch und eine Flasche Wein. Nun schreiben Sie sich Mal für Mal auf, was jede dieser Waren kostet. Anhand dessen können Sie einfach erkennen, wie sehr die Preise steigen oder sinken. Um die Preissteigerung im Land zu messen, tut man genau das. In einem imaginären Warenkorb liegen hier die Produkte, die ein deutscher Durchschnittshaushalt benötigt. Darin zu finden sind unter anderem die Ausgaben für eine Wohnung, Wasser, Gas, Nahrungsmittel, Gesundheit und Freizeit. Gemeinsam ergibt sich daraus der sogenannte Verbraucherpreisindex, auf Basis dessen dann die Inflationsrate errechnet wird.

Welche Folgen hat eine Inflation?
Eine zu starke Inflationsrate hat verschiedene Folgen für die Wirtschaft: Durch die Preissteigerung können sich die Menschen für ihr Geld weniger kaufen. Durch den Verlust der Kaufkraft sinkt der Wert des Geldes.

Auch für Unternehmen ist Inflation ein Thema, denn diese investieren bei höheren Preisen weniger. Durch die geringere Nachfrage müssen Unternehmen ebenfalls ihre Abgabepreise erhöhen um ihre Kosten zu decken.

Die Inflationsrate ist ein wichtiger Indikator für das Preisniveau. Auch Sparanlagen und Schulden unterliegen der Geldentwertung. Dadurch verringert sich die Sparneigung der Bevölkerung und diese investiert vermehrt in Sachwerte.

Die verschiedenen Inflationsarten
Nach der Erkennbarkeit der Preissteigerung unterscheidet man die folgenden drei Inflationsformen: Offene Inflation, Verdeckte Inflation und Zurückgestaute Inflation.

Bei der offenen Inflation sind der Preisanstieg und somit die Verschlechterung des Geldwertes für jeden erkennbar. Hingegen wirkt das Preisniveau bei der verdeckten Inflation stabil und die Inflation ist nicht sofort zu erkennen. Dies ist der Fall, wenn die Preise gleichbleiben, aber sich die Qualität der Güter verschlechtert und der eigentliche Geldwert sinkt. Ein Schwarzmarkt kann die Konsequenz sein.

Bei der zurückgestauten Inflation wird das Preisniveau vom Staat durch vorgeschriebene Fest- und Höchstpreise künstlich stabil gehalten. Daher ist auch hier die Preiserhöhung nicht für jeden erkennbar. Werden die staatlichen Maßnahmen zur Stabilisierung der Preislage außer Kraft gesetzt, führt dies schlagartig zur Auflösung des Preisstaus und eine Veränderung der Preise ist zu erkennen.

Hinsichtlich der Geschwindigkeit gibt es in der Volkswirtschaftslehre die folgenden vier Inflationsarten:

- Schleichende Inflation (geringe Preissteigerung),

- Trabende Inflation (mittlere Preissteigerung),

- Galoppierende Inflation (sehr starke Preissteigerung) bis hin zur

- Hyperinflation (extrem hohe Preissteigerung).

Unter der schleichenden Inflation versteht man eine Inflationsrate von weniger als fünf Prozent, bei der das Preisniveau nahezu unmerkbar aber konstant steigt.

Bei einer galoppierenden Inflation, welche bereits einen Extremfall darstellt, erhöht sich die Preislage hingegen deutlich. Dies stellt eine Gefahr für die Wirtschaft dar. Den Menschen ist bewusst, dass sie immer weniger für ihr Geld kaufen können. Das kann im Extremfall zur Folge haben, dass sich die Bürger in Sachwerte flüchten, Ersatzwährungen verwenden oder ihre Güter tauschen.

Es geht auch andersherum: Deflation
Sinken Preise für Waren und Dienstleistungen langfristig, spricht man von einer Deflation. Demnach ist die Deflation ein Prozess, bei dem der Wert des Geldes aufgewertet wird.

Die Gründe hierfür sind ebenfalls unterschiedlich. Ist das Angebot zum Beispiel durch Überproduktion oder sinkende Exporte größer als die Nachfrage, führt dies zu fallenden Preisen. Doch auch wenn die Produktion oder Beschäftigung eines Staates sinkt, kann es zur Deflation kommen.

Verbraucher reagieren darauf mit weniger Konsum, um sich auf schwierige Zeiten vorzubereiten oder schieben Investitionen auf, da sie auf einen günstigeren Preis in der Zukunft hoffen.

Dadurch wird die Wirtschaft negativ beeinflusst: Unternehmen müssen auf die sinkenden Preise reagieren und produzieren weniger, machen weniger Gewinn und müssen als Konsequenz Löhne senken oder Mitarbeiter entlassen, was wiederum steigende Arbeitslosigkeit und eine sinkende Nachfrage zur Folge hat. Man spricht von der Deflationsspirale.

Auch ein Rückgang der Geldmenge im Geldumlauf, kann zu einer Deflation führen. In diesem Fall erhöht sich der Geldwert und die Kaufkraft steigt. Bei einer Deflation kommt es zu einer Wertsteigerung der Schulden eines Landes, und Banken geben weniger Kredite aus.

Welche Inflationsrate ist normal?
Die Folgen von Inflation und Deflation zeigen: Ein extremer Preisanstieg oder -verfall ist nicht wünschenswert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat deshalb den Auftrag, für Preisstabilität und somit für eine solide Wirtschaft zu sorgen.

Sie kann die Inflationsrate mit verschiedenen Instrumenten beeinflussen, indem sie beispielsweise die Geldmenge verringert oder erhöht.  Eine Inflationsrate von null bis zwei Prozent gilt als ungefährlich. Ein Anstieg von jährlich zwei Prozent ist sogar erwünscht, da so kontinuierlich die Wirtschaft wächst. Gleichzeitig ist dieses Wachstum für Haushalte kaum spürbar.

Aktuelle Inflationsraten im Euroraum
In der Euro-Zone liegt die Inflationsrate zwischen ein und zwei Prozent. Zum 28. eines jeden Monats teilt das Statistische Bundesamt die aktuelle Inflationsrate für Deutschland mit. Auch in Deutschland liegt sie seit Monaten bei um die zwei Prozent und kann somit als schleichende Inflation bezeichnet werden, welche die Wirtschaft positiv beeinflusst.

Das von der Zentralbank anvisierte, mittelfristige Inflationsratenziel von zwei Prozent wird somit im Euro-Raum als auch in Deutschland weitestgehend erreicht. Den letzten Tiefpunkt erreichte die Inflationsrate in der Euro-Zone im März 2014 mit 0,5 Prozent.

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