Kurzarbeit und Homeoffice – Das ändert sich durch Corona bei der Steuererklärung 2020

Diese besonderen Regelungen gelten aufgrund der Pandemie

Die jährliche Steuererklärung wirft bei den meisten Menschen Fragen auf. Für das Jahr 2020 gilt dies verstärkt. Denn: Wissen Sie, ob sich die Kosten für das Homeoffice steuerlich absetzen lassen? Oder was das Kurzarbeitergeld mit Ihrer Steuererklärung zu tun hat? Wir zeigen Ihnen, welche Corona-bedingten Regelungen für Ihre Steuererklärung 2020 wichtig sind.

Ein Frau arbeitet an ihrem Laptop

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wenn Sie im Corona-Jahr 2020 mehr als 410 Euro Kurzarbeitergeld erhalten haben, sind Sie dazu verpflichtet, eine Steuererklärung für 2020 abzugeben.
  • Haben Sie 2020 Kurzarbeitergeld erhalten, kann es aufgrund des Progressionsvorbehalts sein, dass Ihnen Steuernachzahlungen drohen.
  • Einkünfte aus Minijobs, die während der Kurzarbeit ausgeführt wurden, werden nicht angerechnet – solange das erzielte Gesamteinkommen die Höhe des ursprünglichen Gehalts nicht überschreitet.
  • Auch unselbstständige Arbeitnehmer können Kosten für das Homeoffice während der Corona-Krise bis zu einem Betrag von 1.250 Euro absetzen – aber nur, wenn strikte Kriterien erfüllt sind.
  • Wer ohnehin im Homeoffice arbeitet und keinen Zugang zu einem Arbeitsplatz außerhalb der eigenen vier Wände hat, kann die Kosten auch im Corona-Jahr 2020 wie gewohnt unbegrenzt von der Steuer absetzen. Dies betrifft vor allem Selbstständige, wie zum Beispiel freie Journalistinnen oder Journalisten.
  • Die „Homeoffice-Pauschale“ kann in Fällen für finanzielle Entlastung sorgen, in denen kein separates Arbeitszimmer vorhanden ist. Haben Sie dennoch im Homeoffice gearbeitet, weil Ihr Arbeitgeber Ihnen Corona-bedingt keinen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen konnte, können Sie die Homeoffice-Pauschale in Anspruch nehmen.  

Steuerliche Besonderheiten bei Kurzarbeit

Sie waren 2020 in Kurzarbeit? Dann müssen Sie drei Dinge für Ihre Steuer wissen: 

1. Bei Kurzarbeit entsteht ab 410 Euro eine Pflichtveranlagung.

Das bedeutet: Haben Sie in 2020 Kurzarbeitergeld von mehr als 410 Euro bezogen, sind Sie zur Abgabe einer Steuererklärung für das Jahr 2020 verpflichtet.

Tipp: Sollte dies das erste Mal sein, dass Sie eine Steuererklärung einreichen müssen, und sollten Sie generell beim Thema Steuern unsicher sein, überlegen Sie, ob die Unterstützung einer Steuerberaterin oder eines Steuerberaters Ihnen helfen kann. Auch Lohnsteuerhilfevereine stehen Ihnen unter Umständen zur Seite – und sind oft kostengünstiger als eine Steuerberatung. 

2. Es ist möglich, dass Ihnen für 2020 Steuernachzahlungen drohen.

Denn: Kurzarbeitergeld selbst ist zwar steuerfrei, es unterliegt aber dem sogenannten „Progressionsvorbehalt“. Das heißt: Das Kurzarbeitergeld erhöht den Steuersatz, der für Ihr übriges Einkommen (Ihr Jahresgehalt zuzüglich eventueller Nebeneinkünfte) gilt.

Wichtig für Ihre finanzielle Planung: Aufgrund des Kurzarbeitergeldes kann es zu Steuernachzahlungen für 2020 kommen – darauf sollten Sie sich frühzeitig vorbereiten. Planen Sie mögliche Nachzahlungen mit ein und legen Sie jeden Monat einen zusätzlichen Betrag zur Seite. So sind Sie vorbereitet, sollte es nach Prüfung Ihrer Steuererklärung durch das Finanzamt tatsächlich zu Nachforderungen kommen.

3. Einkünfte aus Minijobs während der Kurzarbeit bleiben meist anrechnungsfrei.

Während Ihrer Kurzarbeit in 2020 einer Nebentätigkeit in Form eines Minijobs nachgegangen sind, wird Ihr Nebeneinkommen aus dem Minijob nicht für die Ermittlung Ihrer Steuerlast angerechnet. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie mit Minijob und Kurzarbeitergeld insgesamt nicht das Gehalt überschreiten, das Sie ohne Kurzarbeit verdient hätten. 

Homeoffice beim Finanzamt geltend machen – diese Regelungen bestehen

Sie haben aufgrund der Corona-Krise in 2020 viel im Homeoffice gearbeitet und fragen sich, ob Sie das in Ihrer Steuererklärung 2020 geltend machen können? Diese drei Dinge sollten Sie über die Corona-bedingten steuerlichen Besonderheiten von Homeoffice wissen:

1. Sind Sie angestellt und Ihr Arbeitgeber ordnet wegen Corona Homeoffice an, können Sie bis zu 1.250 Euro für das häusliche Arbeitszimmer absetzen.

Aber Achtung. Diese Regelung ist an strikte Bedingungen geknüpft. Ganz wichtig: Ihr Unternehmen muss das Homeoffice angeordnet oder die Zahl der Beschäftigten die zeitgleich im Büro arbeiten dürfen so reduziert haben, dass Sie nur für ein oder zwei Tage die Woche ins Büro konnten. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen dies nachweisen können. Betroffen sind zum Beispiel Lehrerinnen und Lehrer, die während des Corona-Jahres aus dem häuslichen Arbeitszimmer heraus unterrichten mussten.

Übrigens: Sind Sie zu Hause zu zweit und haben das häusliche Arbeitszimmer während des Corona-Jahres 2020 als Berufstätige gemeinsam genutzt, können Sie beide jeweils bis zu 1.250 Euro geltend machen. Wer dagegen freiwillig im Homeoffice gearbeitet hat, kann dies nicht steuerlich geltend machen.  

2. Arbeiten Sie ohnehin überwiegend im Homeoffice, können Sie die Kosten wie gewohnt unbegrenzt geltend machen.

Dies betrifft Berufstätige, die ohnehin mindestens drei Tage in der Woche im Homeoffice arbeiten, wie zum Beispiel freie Journalistinnen oder Journalisten. Auch wenn Sie Künstlerin oder Künstler sind, trifft dies zu. Erfüllen Sie die Bedingungen des Finanzamts, können Sie Kosten für Ihr Arbeitszimmer auch im Corona-Jahr 2020 wie gewohnt unbegrenzt geltend machen.

Dabei immer beachten: Das Finanzamt erkennt Kosten für Ihr Homeoffice nur vollständig an, wenn Ihr Arbeitszimmer den Mittelpunkt Ihres gesamten beruflichen Schaffens bildet. Arbeiten Sie auch nur teilweise an einem anderen Ort, trifft dies nicht zu. Auch vorausgesetzt bleibt, dass Ihr Arbeitszimmer nur zum Arbeiten dient. Befindet sich in diesem Raum zum Beispiel ein Gästebett oder ein Sofa, gefährden Sie Ihren steuerlichen Vorteil. 

3. Haben Sie kein separates Arbeitszimmer, können Sie die Homeoffice-Pauschale nutzen.

Sie als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer aufgrund von Corona 2020 verstärkt im Homeoffice gearbeitet, verfügen aber nicht über einen separaten Raum für die Arbeit von Zuhause, können Sie keine individuellen Kosten für ein Arbeitszimmer geltend machen. Allerdings hat die Bundesregierung eine sogenannte „Homeoffice-Pauschale“ eingeführt, die für die Jahre 2020 und 2021 gilt. Das bedeutet: Haben Sie zum Beispiel vom heimischen Küchentisch oder vom Sofa aus gearbeitet, können Sie eine Pauschale von bis zu 600 Euro geltend machen.

Zu beachten: Angerechnet werden fünf Euro pro Tag im Homeoffice, die Pauschale ist auf maximal 120 Tage pro Jahr begrenzt – so ergeben sich die 600 Euro. Außerdem rechnet das Finanzamt die 600 Euro Homeoffice-Pauschale bei der Werbungskosten-Pauschale von 1.000 Euro mit ein. Interessant wird die Homeoffice-Pauschale daher insbesondere, wenn Sie zusammen mit anderen Werbungskosten über die 1.000-Euro-Marke kommen. Gleichzeitig sollten Sie bedenken, dass bei Inanspruchnahme der Homeoffice-Pauschale für die entsprechenden Homeoffice-Tage 2020 die Fahrtkosten entfallen, die Sie in vorherigen Jahren womöglich steuerlich geltend gemacht haben.  

Immer die geltenden Fristen beachten, um Strafzahlungen für Verspätungen zu vermeiden

Halten Sie sich in jedem Fall an die Fristen für die Steuererklärung 2020. Wenn Sie mehr als 410 Euro Kurzarbeitergeld in dem Jahr erhalten haben, muss Ihre Steuererklärung bis zum 2. August 2021 beim Finanzamt eingegangen sein. Lassen Sie sich dabei von einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater unterstützen, haben Sie hingegen bis 28. Februar 2022 Zeit. 

Wichtig: Aufgrund der Coronakrise hat der Bundestag beschlossen, die Frist für die Einreichung der eigenständig erstellten Steuererklärung für 2020 bis zum 31. Oktober 2021 zu verlängern. Die von einer Steuerberatung erstellte Erklärung muss erst bis Ende Mai 2022 eingereicht werden. Zwar muss der Bundesrat den Änderungen noch offiziell zustimmen, dies wird aber in Kürze erwartet. 

(Stand 23.06.2021)


Mit mehr Abstand als gewohnt. Aber genauso nah. Erreichen Sie jetzt Ihre Sparkasse vor Ort.