Hohe Miete? So sparen Sie trotzdem

Mehr Wohngeld, Heizkostenzuschuss und Steuererleichterungen

Steigende Mieten und zu wenig Neubauten belasten den Wohnungsmarkt. Daher werden Mieterinnen und Mieter gleich auf mehreren Wegen vom Staat entlastet. Ob auch Sie davon profitieren, lesen Sie hier.

Eine Frau sitzt an einem Tisch und schaut in ihren Laptop.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das Wohngeld wurde für Menschen mit geringem Einkommen von durchschnittlich 180 auf 370 Euro angehoben.
  • Zusätzlich kommen Mieterinnen und Mietern der Heizkostenzuschuss und die CO2-Umlage zugute.
  • Im Gegensatz dazu steigen die Mieten weiter, während der Leerstand teilweise gen Null sinkt und die Bauvorhaben der Bundesregierung stagnieren.

Höheres Wohngeld seit 1.1.2023

Zum Jahresbeginn trat das neue Wohngeld-Plus-Gesetz in Kraft. Im Zuge des neuen Gesetzes wurde die Einkommensgrenze angehoben. Somit haben nun rund 2 Millionen Haushalte mit geringem Einkommen Anspruch auf Wohngeld. Zuvor waren es 600.000 Haushalte. Die Höhe des Zuschusses wurde ebenfalls angepasst: Der durchschnittliche Betrag steigt von 180 auf 370 Euro. Abhängig von Einkommen, Miete, Haushaltsgröße und Wohnort wird das Wohngeld individuell berechnet.

Neues für Mieter
Euro

beträgt der maximale Wohngeld-Zuschuss.

Heizkostenzuschuss und CO2-Umlage

Der Staat hat bereits die Abschlagszahlung für Dezember von allen Gas- und Fernwärmekunden und -kundinnen übernommen. Dies wird in der Nebenkostenabrechnung für 2022 zu sehen sein. Zudem sollen private Haushalte und kleinere bis mittlere Unternehmen in diesem Jahr nicht mehr als 12 Cent pro Kilowattstunde zahlen müssen. Das gilt für einen gewissen Basisverbrauch. Dieser liegt bei 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs. Dem Statistischen Bundesamt zufolge bezahlten Haushalte im ersten Halbjahr 2022 etwa 8 Cent/kWh für Gas. Neukunden und -kundinnen bezahlen jedoch mit Stand Anfang Januar etwa 18 Cent, wie das Vergleichsportal Verivox ermittelt hat. Fernwärme soll auf 9,5 Cent je kWh gedeckelt werden. Als Vorjahresverbrauch wird die Prognose genommen, die die Versorger für ihre Abschlagszahlungen im September genutzt haben.

Um den Klimaschutz nicht außer Acht zu lassen, wurde 2021 die CO2-Abgabe eingeführt. Durch sie wird das Heizen mit fossilen Energien wie Öl und Gas teurer. Die dadurch entstandenen Mehrkosten mussten bisher von Mieterinnen und Mietern selbst bezahlt werden. Ab diesem Jahr werden die Kosten in einem Stufenmodell zwischen den Mietparteien aufgeteilt. Dabei gilt: Je schlechter die Klimabilanz, desto mehr muss der Vermieter oder die Vermieterin bezahlen. So soll ein Anreiz für energetische Sanierungen geschaffen werden.

Neues für Mieter

Steuererleichterungen für die Arbeit im Homeoffice

Ab diesem Jahr ist es einfacher, das Homeoffice von der Steuer abzusetzen. Es lassen sich nun alle Kosten uneingeschränkt geltend machen. Dafür müssen alle Ausgaben einzeln aufgeführt werden. Alternativ können Sie 1.260 Euro pauschal in Ihrer Steuererklärung ohne Nachweis aufführen.  

Arbeiten Sie nur ab und an von zu Hause, greift nun die entfristete Homeoffice-Pauschale. Sie wurde zum Jahreswechsel auf sechs Euro pro Tag erhöht und gilt nun für maximal 210 Tage im Jahr.

Steigende Mieten und mögliche Gegenmittel

Die Neuvertragsmieten sind in den letzten Jahren gestiegen und steigen weiter. Denn viele Menschen, die sich nach einem Eigenheim zum Kauf umgesehen haben, sind von ihren Plänen wegen steigender Zinsen und der unvorhersehbaren wirtschaftlichen Lage abgewichen.

Zwar wurde im April 2021 der Berliner Mietendeckel vom Bundesverfassungsgericht gekippt. Trotzdem ist die Hauptstadt in einigen Ideen und Umsetzungen Vorreiterin: Im Zuge der Energiekrise wurde für Wohnungen im Landesbesitz ein Mietenstopp bis Ende 2023 beschlossen. Bereits angedachte Mieterhöhungen wurden zurückgenommen.

Hier sind noch leere Wohnungen verfügbar

Möchten Sie in eine Wohnung in Ihrer Lieblingsstadt ziehen, sollte der sogenannte „marktaktive Leerstand“ drei bis fünf Prozent betragen. Aktuell liegt dieser Leerstand von Wohnungen, die zu vermieten sind, in vielen Ballungsräumen nahezu bei null Prozent. In München waren es schon Ende 2021 nur 0,2 Prozent. In Frankfurt am Main, Münster oder Freiburg sieht es ähnlich aus. In östlichen Bundesländern (außer Berlin) ist die Situation besser. Dort betrug der Leerstand durchschnittlich 6,2 Prozent. Gerade Regionen mit sinkender Einwohner- und Einwohnerinnenzahl wie der Bereich um Frankfurt an der Oder und Chemnitz sind Orte mit einem niedrigen Mietspiegel.

Bauvorhaben stagnieren

Die amtierende Bundesregierung möchte den Wohnraummangel bekämpfen und dafür 400.000 neue Wohnungen im Jahr bauen. Davon sollen 100.000 dem sozialen Wohnungsbau zugutekommen.

Laut Axel Gedaschko, dem Sprecher des Gesamtverbands der deutschen Wohnungswirtschaft, seien 2022 nur rund 250.000 neue Wohnungen gebaut worden. Für dieses Jahr rechnet er mit rund 200.000 neuen Wohnungen. Die Tendenz für das kommende Jahr: sinkend. Gründe dafür sind die stark gestiegenen Materialkosten am Bau, höhere Zinsen und weniger staatliche Förderungen.

Die Bundesregierung hält an den ursprünglichen Plänen fest. Dafür hat sie mit Bauwirtschaft, Ländern, Kommunen, Gewerkschaften und weiteren Verbänden im „Bündnis für bezahlbaren Wohnraum“ rund 190 Maßnahmen festgelegt. Serielles und modulares Bauen rücken in den Fokus sowie die Innenstadtverdichtung und der Dachgeschossausbau. Genehmigungsverfahren sollen beschleunigt und Baustandards überprüft werden.

(Stand: 11.01.2023)


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