Gut aufgestellt ins neue Jahr – mit diesen Finanztipps für Dezember

Was Sie noch vor dem 31.12.2020 tun sollten, um Ihre Finanzen zu ordnen und Steuern zu sparen

Das Jahr 2020 biegt auf die Zielgerade ein. Jetzt ist die ideale Zeit, die Finanzunterlagen startklar fürs nächste Jahr zu machen und zu schauen, wo sich mit cleverer Planung noch der eine oder andere Steuereuro sparen lässt.

Eine Frau macht sich Notizen.

Belege für Steuererklärung sortieren

Bringen Sie Ordnung in Ihre Belege, damit Sie im nächsten Jahr schnell Ihre Unterlagen für die Steuererklärung beisammen haben. Das ist dieses Mal für mehr Menschen relevant als in den Vorjahren. Denn: 2021 müssen alle Arbeitnehmer, die 2020 mehr als 410 Euro Kurzarbeitergeld erhalten haben, eine Einkommenssteuererklärung einreichen. Kurzarbeitergeld ist zwar steuerfrei, wird aber zum Gehalt addiert, um den Steuersatz zu ermitteln.

Berufliche Ausgaben vorziehen?

Für berufliche Ausgaben, die sogenannten Werbungskosten, gesteht das Finanzamt Arbeitnehmern pauschal 1.000 Euro zu. Und das ohne Nachweis. Zu den Werbungskosten gehören etwa Aufwendungen für Arbeitsmittel, Bewerbung und Fortbildung, Beiträge zu Berufsverbänden und auch die Kontoführungsgebühren. 

Wenn Sie mit Ihren Werbungskosten für 2020 knapp unter dem Wert von 1.000 Euro liegen oder sogar schon darüber, kann es sich lohnen, weitere geplante Ausgaben noch im Dezember 2020 statt erst im Januar oder Februar 2021 zu tätigen. Lassen Sie zum Beispiel Bewerbungsfotos machen, wenn Sie sich 2021 nach einem neuen Job umschauen wollen, oder kaufen Sie Fachbücher. Alles über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro reduziert die Steuerlast zusätzlich.

Über das Vorverlegen von Ausgaben sollten Sie auch nachdenken, wenn Sie schon wissen, dass Sie 2021 deutlich geringere Einkünfte haben werden, etwa weil sie in Rente oder in Elternzeit gehen werden. Dann werden Sie im nächsten Jahr wenig oder keine Einkommenssteuer zahlen und können auch keine Werbungskosten absetzen.

Umgekehrt gilt: Ist bereits abzusehen, dass sie dieses Jahr deutlich unter 1.000 Euro liegen, im nächsten Jahr aber viele Ausgaben ins Haus stehen, verschieben Sie etwaige Dezemberkäufe lieber aufs nächste Jahr.

In Planung: Steuerpauschale für Homeoffice-Kosten

Weil 2020 sehr viele Arbeitnehmer coronabedingt zu Hause gearbeitet haben und ihnen dabei zusätzliche Kosten etwa für die technische Ausstattung oder Strom entstanden sind, plant die Bundesregierung Steuererleichterungen für diese Beschäftigten. Demnach sollen 5 Euro pro Tag, bis zu 500 Euro oder 600 pro Jahr, absetzbar sein. Neben der maximalen Höhe ist bislang auch unklar, ob die Pauschale neben der Werbekostenpauschale von 1.000 Euro gewährt wird oder ob die Homeoffice-Kosten wie andere Werbungskosten behandelt werden.

Steuerklasse überprüfen

Während Alleinstehende automatisch in Steuerklasse I eingeordnet werden, können Ehepaare und eingetragene Lebenspartner ihre Steuerklasse wählen – und damit ihr Nettoeinkommen beeinflussen. Schauen Sie deshalb, ob sich ein Wechsel der Steuerklasse noch im laufenden Jahr für Sie lohnt, vor allem wenn es etwa wegen Kurzarbeit, Rückkehr aus der Elternzeit oder Jobwechsel 2020 Veränderungen beim Einkommen gab.

Verdient ein Partner deutlich mehr als der andere, ist in der Regel sinnvoll, wenn der Besserverdienende Klasse III wählt und der Partner Klasse V. Bei etwa gleichem Einkommen sollten sich beide für Steuerklasse IV entscheiden.

Alleinerziehende sollten von Steuerklasse I in Steuerklasse II wechseln, damit der steuermindernde Entlastungsbetrag, der ihnen zusteht, schon bei der Gehaltsabrechnung berücksichtigt.

Arbeitnehmersparzulage beantragen

Die Arbeitnehmersparzulage kann bis zum 31. Dezember 2020 noch rückwirkend für 2016 beantragt werden, falls Sie das bislang verpasst haben. Für die Folgejahre sollten Sie das dann auch gleich miterledigen. Fondsparer erhalten jährlich eine maximale Zulage von 80 Euro, Bausparer von 43 Euro. Die Arbeitnehmersparzulage beantragen Sie zusammen mit der Einkommensteuererklärung bei Ihrem Finanzamt. Falls Sie keine Steuererklärung abgeben müssen, sollten Sie zumindest den Hauptvordruck ausfüllen.

Riester-Zulagen sichern und eventuell Einmalzahlung tätigen

Haben Sie für Ihre Riester-Rente einen Dauerzulageantrag gestellt? Wenn nicht, holen Sie das so bald wie möglich nach. Den Antrag stellt Ihr Versicherer in Ihrem Auftrag bei der zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen. Die jährlichen Zuschüsse werden dann automatisch Ihrem Sparvermögen gutgeschrieben.

Um die volle Riester-Zulage zu erhalten, müssen Sie mindestens vier Prozent Ihres Vorjahreseinkommens einzahlen (maximal 2.100 Euro, mindestens 60 Euro jährlich). Überprüfen Sie Ihr Einkommen im Jahr 2019 und schauen Sie, ob Sie den Sparbetrag für 2020 gegebenenfalls mit einer Einmalzahlung aufstocken müssen, um die Zulage für 2020 zu erhalten. Lesen Sie mehr über die staatliche Förderung für die Riester-Rente.

Unterlagen aussortieren

Wo Sie gerade beim Ordnen sind, sollten Sie auch schauen, welche Unterlagen Sie entsorgen können. Arbeitnehmer haben weniger strenge Archivierungspflichten einzuhalten als Selbstständige. Rechnungen und sonstige Belege, die für die Steuererklärung relevant sind, können entsorgt werden, sobald der Bescheid Bestandskraft hat. Einzige Ausnahme: Wer Einkünfte von mehr als 500.000 Euro im Jahr hat, muss die Unterlagen sechs Jahre lang aufheben.

Unternehmen sind verpflichtet, Geschäftsbücher, Bilanzen und ähnliche Unterlagen zehn Jahre lang aufzubewahren. Die Speicherpflicht für Geschäftsbriefe beträgt sechs Jahre. Die Aufbewahrungsfrist startet jeweils mit dem Schluss des Kalenderjahres.

Kontoauszüge sollten Sie auch ohne gesetzliche Verpflichtung drei Jahre lang aufbewahren, um sich für eventuelle Streitfälle zu rüsten. Hier finden Sie weitere Informationen über Aufbewahrungsfristen bei Kontoauszügen.

Ausgaben im Blick behalten

Für 2020 ist alles geordnet? Dann ist es an der Zeit, den Blick aufs nächste Jahr zu richten. Wie sehen Ihre Vorsätze für 2021 aus? Wenn Sie sich vorgenommen haben, künftig besser auf Ihre Ausgaben zu achten oder mehr Geld zur Seite zu legen, kann ein Haushaltsbuch nützlich sein. Darin notieren Sie täglich, wie viel Geld sie wofür ausgeben und decken auf diese Weise schnell Einsparpotenziale auf. Das geht inzwischen auch digital. Beim Beratungsdienst Geld und Haushalt der Sparkassen-Finanzgruppe können Sie sich kostenfrei ein Haushaltsbuch bestellen oder online den Web-Budgetplaner führen. Mit der Finanzchecker App behalten Sie auch unterwegs den Überblick über Ihre Einnahmen und Ausgaben.


Mit mehr Abstand als gewohnt. Aber genauso nah. Erreichen Sie jetzt Ihre Sparkasse vor Ort.