Wie Sie jetzt Ihre Altersvorsorge aufstellen – und welche Chancen die Krise eröffnet

Was Corona für meinen Vermögensaufbau bedeutet

In der aktuellen Corona-Zeit denken viele Anleger über ihren Vermögensaufbau und ihre Altersvorsorge nach. Gibt es unmittelbare negative Folgen? Drohen auf die mittlere und lange Sicht sogar Verluste? Wir klären auf, ob Corona darauf einen Einfluss hat, wie man den Vermögensaufbau und die Vorsorge am besten aufstellt und welche Chancen sich sogar aus einer Krise für Anleger ergeben können.

Eine junge Frau mit Kopfhörern sitzt entspannt auf einen Stuhl

Das Wichtigste im Überblick:

  • Der langfristige Vermögensaufbau ist immer von Phasen steigender und fallender Kurse gekennzeichnet.
  • Am besten zum Vermögensaufbau sowie zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge geeignet sind Aktien und Investmentfonds, da sie langfristig betrachtet eine überdurchschnittliche Rendite bieten können.
  • Fonds zeichnen sich zudem durch Flexibilität und Risikostreuung aus.
  • Aufgrund der gesunkenen Aktienkurse und Fondspreise sind die Einstiegskurse deutlich niedriger als sonst.  

Das Ziel beim Vermögensaufbau und der Altersvorsorge ist klar: In der Zukunft soll Geld zur Verfügung stehen, das für unvorhergesehene Ausgaben, zur Ergänzung der gesetzlichen Rente, aber auch für Immobilien oder Anschaffungen wie ein Auto verwendet werden kann.

Wer breit aufgestellt ist, den trifft eine Krise weit weniger stark als denjenigen, der sein gesamtes Kapital auf eine Karte setzt.
Deka-Vorsorgeexpertin Daniela Honecker

Die gute Nachricht: Durch den weit voraus liegenden Zeitpunkt sind entsprechende Anlagen nicht unmittelbar von der Corona-Krise betroffen. Der Grund: Sie müssen aktuell nicht in Liquidität umgewandelt werden. 

Wichtig ist, langfristig auf die zum Sparhorizont passende Anlageform zu setzen

Zahlreiche Kunden nutzen nach wie vor sichere Anlageformen wie das Sparbuch, Termingeld, Geldmarktkonten, Banksparpläne. Sie erwerben in geringerer Zahl auch Staats- oder Unternehmensanleihen, die im anhaltenden Niedrigzinsumfeld kaum noch Renditen abwerfen.

Das Erwirtschaften eines guten Ertrages funktioniert auch bei Neuanlage dagegen nur in wenigen Anlageklassen. Dazu gehören zum Beispiel Investmentfonds, die zum Beispiel in Aktien investieren. Liegt das Sparziel weit in der Zukunft, stellen diese Asset-Klassen oft eine aussichtsreiche Anlagemöglichkeit dar.

Langfristiger Vermögensaufbau funktioniert nur bei Anlagen mit guten Erträgen

Anleger und Sparer wünschen sich, dass ihr Geld sich vermehrt und für sie arbeitet. Das ist jedoch auch fürs monatliche Ansparen nur dann möglich, wenn mindestens eine Rendite erwirtschaftet wird, die über der Inflationsrate liegt. Dazu eignet sich beispielsweise das Sparen mit Wertpapieren.

In diesem Zusammenhang ist die Corona-Krise sogar eine Chance, mit dem Vermögensaufbau zu beginnen. Oder mit einer Erhöhung des Sparplans – beziehungsweise einem zweiten Sparplan –, das Sparen für seine Ziele im Auf und Ab der Kapitalmärkte trotz zwischenzeitlicher Schwankungsrisiken zu nutzen. Dies gilt insbesondere für Sparer mit Zielen, die in weiter Zukunft liegen. 

Was macht Wertpapiere derzeit attraktiv?

Ganz einfach: Derzeit erhalten Anleger beim Wertpapiersparen mehr Anteile für das gleiche Geld als bei hohen Kursständen. Daraus ergibt sich, dass zum Beispiel das Aufstocken oder der günstige Einkauf von Aktien oder Fondsanteilen sinnvoll sein kann.

Die Corona-Krise ist dafür verantwortlich, dass die Kurse vieler Aktien und Fonds teilweise deutlich gesunken sind. Solche Abwärtsphasen beinhalten die Chance auf günstige Einkaufskurse, die sich gerade beim langfristigen Vermögensaufbau und der Vorsorge für die Zukunft positiv auswirken können.

Cost-Average-Effekt beim Wertpapiersparen nutzen

Nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit gingen die Börsen auf Talfahrt. Für langfristig orientierte Anleger mit dem Ziel des Vermögensaufbaus muss diese Situation nicht problematisch sein.

Wer regelmäßig in Wertpapiere investiert, kann aktuell besonders vom Cost-Average-Effekt profitieren. Dieser – auch Durchschnittskosteneffekt genannte – wichtige Stellhebel beim Sparen mit Investmentfonds sagt aus, dass Sie durch regelmäßig gleichbleibende Sparbeträge bei günstigen Kursen mehr Fondsanteile erwerben, während Sie bei hohen Kursen anteilig weniger Anteile kaufen.

In der Summe ergibt sich dadurch ein geringerer durchschnittlicher Einkaufspreis, als wenn Sie monatlich eine bestimmte Zahl an Aktien oder Fondsanteilen erwerben. Bei den ersten Kursanstiegen können Sparer dann durch die zusätzlich erworbenen Anteile an einem größeren Kurszuwachs partizipieren. 

Fallende Kurse als Chance bei langfristigen Sparzielen

Positiv ist aktuell, dass viele Anleger aus den Krisen der Vergangenheit gelernt haben und ihre Aktien oder Fondsanteile nicht in Panik verkaufen. Eine Umfrage der Deka im März 2020 ergab, dass 82 Prozent der befragten Bestandskunden sich für Fondssparpläne als sinnvolle Geldanlage aussprechen, da man sich um den richtigen Einstiegszeitpunkt keine Gedanken machen müsse. So das Ergebnis einer repräsentativen Online-Umfrage vom 3. bis 5.4.2020 der YouGov Deutschland GmbH mit 2.038 Personen.

Rund zwei Drittel der Befragten können sich grundsätzlich vorstellen, in Krisenzeiten Sparverträge abzuschließen und Geld anzulegen. Ein Drittel aller Befragten Deka-Kunden sagt sogar: „Jetzt ist für mich der richtige Zeitpunkt, um in Aktien oder Aktienfonds zu investieren“. Clevere Anleger sollten deshalb überlegen, ob sie die Chance des günstigen Marktes für ihren sukzessiven Einkauf nutzen können.

Gut zu wissen

Das DAX-Rendite-Dreieck zur monatlichen Geldanlage des Deutschen Aktieninstituts zeigt anschaulich, welche jährlichen Durchschnittsrenditen erzielt wurden, wenn ein Anleger zum Zeitpunkt X mit einem angenommenen Sparplan auf den DAX begonnen und seine Aktien nach einer gewissen Spardauer verkaufte.

Besonders flexibel ist der Vermögensaufbau mittels Fondssparen

Sie können den Sparplan jederzeit aussetzen, die Sparrate reduzieren oder sich für andere Fonds entscheiden. Dazu ein Tipp von Elmar Gaugenrieder, Deka-Vermögensaufbauexperte: „Sollten Sie als Sparer aufgrund der aktuellen Situation Ihren Fondssparplan reduzieren oder aussetzen müssen, zum Beispiel wegen Kurzarbeit, so ist das jederzeit flexibel möglich.“

Trotz der großen Flexibilität bei einem Fondssparplan rät Gaugenrieder Sparern erst mal zu prüfen, ob es andere, im andauernden auf lange Sicht kaum noch renditebringende Sparformen gibt, und zu überlegen, ob diese für aktuelle finanzielle Engpässe verwendbar sind.

Fondssparpläne lieber aussetzen statt löschen

Der langfristige Vermögensaufbau zur Absicherung der Zukunft sollte erst nachgelagert hinterfragt und ausgesetzt werden. „Anstelle einer Löschung des Fondsparplans kann man überlegen, ob dieser vorerst nur ausgesetzt wird, um nach Stabilisierung der finanziellen Situation weiterzusparen.“ 

Auch eine befristete Reduzierung der Sparrate sei denkbar. So könne laut Gaugenrieder der Sparer zumindest teilweise die günstigen Kurse und damit besonderen Renditechancen bei Markterholung für seinen langfristigen Vermögensaufbau nutzen.

Private Altersvorsorge: Langfristige Vorsorgeziele im Blick behalten

Einen Schritt weiter als das Zielsparen geht die private Altersvorsorge. Anleger sollten die langfristigen Vorsorgeziele stets im Blick behalten und den abgeschlossenen Sparplan in einer Krise wie Corona nicht vorzeitig auflösen. Bei Riester- oder Rürup-Verträgen würden Sparer auf staatliche Förderungen durch Zulagen oder mögliche Steuervorteile verzichten beziehungsweise müssten diese zurückzahlen.1

Analog zu einem Fondssparplan gilt auch hier: Falls Sie die vereinbarte Sparrate vorübergehend nicht aufbringen können, ist das Aussetzen oder Reduzieren die bessere Lösung als das Auflösen des Sparplans.

Streuung reduziert Risiken

Fondssparen zum Vermögensaufbau und zur Vorsorge hat einen weiteren wichtigen Vorteil: „Durch die Streuung im Fonds auf viele Einzelwerte aus zum Beispiel verschiedenen Branchen, Regionen und Ländern wird das Risiko gestreut und Einzelrisiken werden reduziert“, sagt Deka-Vorsorgeexpertin Daniela Honecker.

Die alte Börsenweisheit „Lege nicht alle Eier in einen Korb“ bringe genau diesen Aspekt der Diversifikation von Anlagen auf den Punkt. „Wer breit aufgestellt ist, den trifft eine Krise weit weniger stark als denjenigen, der sein gesamtes Kapital auf eine Karte setzt.“

Was mache ich, wenn in Kürze mein Zieltermin kommt und ich über die angesparten Fondsanteile verfügen möchte?

Dazu sagt Vermögensaufbauexperte Gaugenrieder: „Da es auf den Kurswert zum Verkaufszeitpunkt ankommt, ist es grundsätzlich empfehlenswert, vor Erreichen des Zieltermins schrittweise damit zu beginnen in schwankungsärmere Anlageklassen umzuschichten.“ Wer so handelt, müsse keine Angst vor plötzlich auftretenden Aktienmarktkorrekturen haben, da die Umschichtung zu mehreren Zeitpunkten stattfindet.

Gewinner der Krise

Langfristig ist es vorteilhaft, wenn sich Anleger mit ihrem Kapital an produktiven und gesunden Unternehmen beteiligen. Es existieren weiterhin viele Unternehmen und Fonds, die als Gewinner aus der Krise hervorgehen werden. Dazu zählen die Branchen digitale Kommunikation und Technologie, Pharmahersteller sowie Liefer- und Bezahldienste.

Der Vermögensaufbau und die Altersvorsorge zu Corona-Zeiten bieten Anlegern und Sparern viele Chancen. Während der Krise sollten man also alle Optionen im Blick behalten und mit Umsicht und Weitsicht agieren. Sprechen Sie deshalb mit Ihrem persönlichen Berater, was Sie an positiven Aspekten aus der Corona-Krise mitnehmen können.

Gut zu wissen

In Vorsorgekonzepten der Deka ist eine die schrittweise Umschichtung in sicherheitsorientiertere Anlageklassen zum Ende der Ansparphase bereits automatisch vorgesehen.

Beim Deka-ZukunftsPlan, dem Riester-Angebot der Deka, handelt es sich um ein Anlagemodell, das je nach verbleibender Anspardauer und individueller Entwicklung des Vertragswertes automatisch umschichtet. In schwankenden Marktphasen wird daher reagiert und in schwankungsärmere Anlagen umgeschichtet – bei Erholung entsprechend umgekehrt. Prinzipiell gilt hier: Je älter man wird, desto mehr liegt das Gewicht auf schwankungsärmeren Anlagen.

Bestandskunden mit der Deka-BonusRente – einem weiteren Riester-Produkt der Deka, das bis Mitte 2017 angeboten wurde – nutzen ein direkt am Lebenszyklus eines Menschen angepasstes Anlagemodell. Anfangs ist hier der Aktienanteil hoch, in festen Zeitabständen erfolgt die Umschichtung in Richtung sicherheitsorientierte Anlageklassen wie Renten oder Geldmarkt.

Beide Riester-Fondssparpläne haben gemeinsam, dass eine hundertprozentige Beitragsgarantie besteht, das heißt alle Einzahlungen plus die staatliche Förderung sind zu Beginn der Auszahlungsphase gesichert.2 Daher können Bestandskunden der Deka-Riesterprodukte beruhigt ihrer Zukunft entgegenblicken.

Für das fondsbasierte Sparen nach Rürup kommt die Deka-BasisRente in Frage, die mit Lebenszyklus-Fonds der Deka arbeitet. Der Deka-FondsSparplan ist ein weiterer Baustein für flexible und privates Sparen und Vorsorgen. Er ergänzt die Altersvorsorge und lässt sich an individuelle Bedürfnisse anpassen, um zum Beispiel einen Vorruhestand zu finanzieren.

 

1 Aussagen gemäß aktueller Rechtslage, Stand: April 2020. Die steuerliche Behandlung der Erträge hängt von den persönlichen Verhältnissen des jeweiligen Kunden ab und kann künftig auch rückwirkenden Änderungen (z. B. durch Gesetzesänderung oder geänderte Auslegung durch die  Finanzverwaltung) unterworfen sein.

Hinweis zum Garantiegeber
Garantiegeber: DekaBank Deutsche Girozentrale, Frankfurt am Main. Bei förderschädlicher Verfügung von Guthaben mit Riester-Förderung vor Beginn der Auszahlungsphase keine Garantie der Beiträge und Rückzahlung der staatlichen Förderungen.


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