Coronakrise: Soll ich jetzt Fondsanteile oder Aktien kaufen?

Über den Kauf und Verkauf von Wertpapieren und den richtigen Zeitpunkt dafür

Die Corona-Pandemie hat zwar noch nicht ihren Endpunkt erreicht. Aber die Zeichen an den Finanzmärkten stehen schon längst auf Zukunft. Nicht umsonst haben die wichtigsten Aktienmärkte in den vergangenen Wochen historische Rekordmarken notiert. Wir zeigen Ihnen, was Sie jetzt mit Ihrem Sparplan tun sollten und ob es sinnvoll ist, neu einzusteigen.

Nahaufnahme: Jemand spielt Billiard

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Wertpapiermärkte haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie weitestgehend abgehakt.
  • Weltweit notieren die Börsen neue historische Höchststände.
  • Auch andere Krisen der vergangenen Jahrzehnte zeigen: Auf Rückschläge folgt nach überschaubaren Zeiträumen stets eine Erholung der Kurse.
  • Für Neueinsteigerinnen und -einsteiger ist gerade die Anlage in Fonds sinnvoll, da Risiken dadurch breiter gestreut werden als bei Einzelinvestments.

Die weltweiten Börsen haben jüngst wieder neue Höchststände verzeichnet. Die dramatische Achterbahnfahrt – ausgelöst durch die Corona-Pandemie – gehört schon wieder der Vergangenheit an. Auch wenn die Schwankungen von Ende Februar bis Ende Oktober 2020 zeitweise besonders heftig ausfielen, wird an den Aktienmärkten nun wieder die Zukunft gehandelt.

Die Finanzmärkte quittierten neben dem Wechsel an der Spitze der US-Regierung vor allem die Zulassung der Corona-Impfstoffe mit neuen historischen Rekordmarken.

Generell reflektieren die Börsen aktuelle politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen und Perspektiven. Die Corona-Pandemie war aufgrund einiger Unsicherheiten Auslöser einer besonders starken Kurskorrektur.

Auch die Wertpapier-Experten der DekaBank, dem Wertpapierhaus der Sparkassen-Finanzgruppe, halten die Corona-Pandemie zwar für ein schwerwiegendes, jedoch temporäres Problem.

Seit seiner Einführung musste der Deutsche Aktien-Index (DAX) ebenso wie die anderen großen Finanzmärkte einige Krisen überstehen. Mal fielen sie kurz und heftig aus, mal länger und zäh. Aber am Ende ließ der Dax die Kurstäler immer hinter sich – und setzte seinen langfristigen Aufwärtstrend fort.

Soll ich jetzt Fondsanteile oder Aktien kaufen?

Das hängt davon ab, wie viel Geld Sie frei zur Verfügung haben. Die aktuelle Marktlage bietet Einstiegsgelegenheiten, vor allem für langfristig orientierte Anleger.

Manche Branchen, etwa im Bereich Pharma, Technologie und Digitalisierung, haben bedingt durch die Corona-Pandemie einen großen Sprung nach vorne gemacht. Auch nachhaltig agierende Unternehmen haben gute Zukunftsperspektiven.

Gerade der Einstieg in Fonds bietet meist mehr Sicherheit. Sie sind professionell gemanagt und beinhalten ein breit aufgestelltes Portfolio vieler Unternehmen, oft über unterschiedliche Branchen und Regionen gestreut, und sind damit schwankungsresistenter.

Wenn Sie bei niedrigen Kursen investieren, verbessern Sie Ihre Chancen auf eine ordentliche Rendite. Gleichzeitig vermindert sich das Risiko, lange in der Verlustzone zu bleiben. Beide Effekte wirken sich auf Ihren Gewinn aus.

Weitere Möglichkeit: Einmalanlagen in kleinere Portionen aufteilen. Diese können Sie sukzessive investieren, zum Beispiel monatlich oder vierteljährlich. Das Risiko eines ungünstigen Einstiegszeitpunktes wird durch die schrittweisen Zahlungen reduziert. Wichtig: Nutzen Sie nur vorhandenes Geld und verschulden Sie sich nicht für neue Käufe.

Den einen richtigen Einstiegszeitpunkt gibt es nicht. Wichtig ist es, langfristig zu planen und sich von kurzfristigen Kursentwicklungen freizumachen.
Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank

Was soll ich mit meinem Fondssparplan machen?

Grundsätzlich spricht viel dafür, bestehende Fondssparpläne weiterlaufen zu lassen – oder sogar den Sparbetrag zu erhöhen. Fondssparer, die auch während der Corona-Krise weiterhin regelmäßig gespart haben, konnten von den schwankenden Kursen vielfach profitieren.

Dafür sorgt der Durchschnittskosteneffekt (auch als Cost Average Effect bekannt). Denn bei niedrigen Kursen kaufen Sie für den gleichen Sparbetrag mehr Fondsanteile ein. Das kommt dann bei wieder steigenden Kursen zum Tragen.

Bleiben (Aktien-)Fonds weiterhin eine sinnvolle Geldanlage?

An Aktien geht gerade in der Niedrigzinszeit für den langfristigen Vermögensaufbau weiterhin kein Weg vorbei. Die Deka-Wertpapierexperten sehen bei ihrem Ausblick auf die gesamten 2020er-Jahre weiterhin Aktien klar an der Spitze. Aktuelle Prognosen verweisen darauf, dass der DAX bis Ende 2021 sogar die Marke von 15.000 Punkten knacken wird.

Dabei kann – und sollte – jeder die passende Fondslösung gemäß seiner persönlichen Risikoneigung wählen. Fonds bieten weitere zahlreiche Vorteile – etwa gegenüber dem Investment in einzelne Aktien. Dazu zählen

  • Sicherheit: Ein Fonds investiert in viele Wertpapiere gleichzeitig. Fällt der Kurs einer einzelnen Aktie innerhalb des Aktienfonds ab, können die (möglicherweise steigenden Kurse anderer) Aktien im Fonds den Verlust auffangen. Ein weiterer Aspekt, der für Sicherheit sorgt: In Deutschland gehören Fonds zum Sondervermögen. Das angelegte Geld wird getrennt von dem Vermögen der Fondsgesellschaft aufbewahrt. Sollte die Fondsgesellschaft pleitegehen, sind die Einlagen gesichert.
  • Einfachheit: Investmentfonds eignen sich besonders für Einsteiger, denn sie ermöglichen ein sehr einfaches Investment. Die Anlegerinnen und Anleger müssen sich nur einen ihrem Risikoprofil und ihrer Anlagestrategie entsprechenden Fonds aussuchen und dort einzahlen. Den Rest erledigt das Fondsmanagement für sie.
  • Transparenz: Fondsgesellschaften unterliegen in Deutschland strengen Transparenzregeln. Sie müssen regelmäßig offenlegen, in welche Anlagen sie das Geld der Sparerinnen und Sparer investieren.
  • Rendite: Die Rendite (also der Ertrag) ist bei Fonds oft höher als bei verzinslichen Anlagen, wie etwa beim Termingeld oder dem klassischen Sparbuch. Gleichwohl können sich kapitalmarktbedingte Wert- und Währungsschwankungen auch negativ auf die Wertentwicklung eines Fonds auswirken.
Infografik: Verluste beim Dax im Frühjahr 2020

Wie fügt sich die aktuelle Krise in das Gesamtbild?

Anleger haben in den vergangenen Jahrzehnten eine ganze Reihe von Krisen durchgestanden. Das beweisen gerade die Jahre 2000 bis 2020.

Der Anschlag vom 11. September 2001 sowie der Einbruch der neuen Märkte in der sogenannten Dot.com-Krise wirbelten die Finanzmärkte durcheinander, ebenso die Auswirkungen der Lehman-Pleite 2008.

Auch die Euro-Krise 2010 setzte der Wirtschaft zu. Aber am Ende erholten sich die Kurse der meisten Unternehmen immer wieder – und setzten ihren Aufwärtstrend fort.

In der Vergangenheit gab es bei langfristigen Anlagen nur wenige Perioden, in denen Anleger mit einem Minus herausgegangen sind. Seit es den DAX gibt, schnitt er 23 Jahre lang im Plus ab – und nur neun Jahre im Minus. Bitte beachten Sie aber immer auch: Historische Wertentwicklungen sind kein Garant für künftige Wertentwicklungen.

(Stand: 09.02.2021)


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