Wie funktioniert eine Überweisung?

So kommt Ihr Geld von A nach B

In Deutschland ist die Überweisung eines der meistgenutzten Zahlungsverfahren. Jeden Tag wandern auf diese Weise Geldbeträge von Konto zu Konto. Aber wissen Sie was passiert, wenn Sie einen Überweisungsträger bei Ihrer Sparkasse abgegeben oder im Online-Banking ausgefüllt haben?

Die Überweisung: Was ist das?

Bei einer Überweisung beauftragen Sie Ihre Sparkasse oder Bank, Geld von Ihrem Konto auf ein anderes zu übertragen. Dabei ist es egal, ob der Empfänger sein Konto beim selben oder einem anderen Finanzinstitut hat wie Sie.

 

Um eine Überweisung in Auftrag zu geben, füllen Sie einen Überweisungsträger aus. Das kann sowohl eine Papierüberweisung sein, die Sie in Ihrer Filiale abgeben (man spricht dann von einer beleghaften Überweisung), als auch eine elektronische. Diese erledigen Sie ganz einfach in Ihrem Online- oder Mobile-Banking. Da sie von vorneherein in digitaler Form vorliegt, nennt man diese Überweisungen „beleglos“. 

Das muss auf einer Überweisung stehen

Um eine Überweisung durchzuführen, müssen Sie ganz bestimmte Informationen angeben. Ohne den Namen des Empfängers, seine IBAN, den gewünschten Betrag und einen Verwendungszweck klappt es mit dem Geldverschicken nicht. Auch persönliche Informationen dürfen nicht fehlen, also Ihr Name und Ihre IBAN. Im Online- oder Mobile-Banking, bei dem Sie sich zuvor eingeloggt haben, sind diese Informationen schon voreingestellt.

 

Ähnlich wie eine Bezahlung im Geschäft müssen Sie auch eine Überweisung offiziell bestätigen und beauftragen. Bei einer beleghaften Überweisung machen Sie das durch Ihre Unterschrift, bei einer beleglosen durch Ihre TAN.

Jetzt wird’s digital

Damit eine Zahlung an ihren Empfänger zugestellt werden kann, muss diese in elektronischer Form vorliegen. Während das bei Online- und Mobile-Überweisungen ohnehin der Fall ist, werden beleghafte Überweisungen zunächst digitalisiert. Der Tag, an dem eine Überweisung im System erfasst wird, nennt sich Buchungstag. Das heißt jedoch nicht, dass auch am gleichen Tag die Wertstellung erfolgt. Als Wertstellungstag wird der Tag bezeichnet, an dem das Geld beim Empfänger auf dem Konto bereitsteht. 

Wie funktioniert eine Überweisung?

Wie lange dauert eine Überweisung?

Die Antwort: Es kommt darauf an, und zwar auf mehrere Dinge. Soll das Geld auf einem Konto innerhalb derselben Sparkasse oder Bank landen, funktioniert das in der Regel noch am selben Tag. Die Gutschrift auf ein Konto bei einem anderen Finanzinstitut nimmt etwas mehr Zeit in Anspruch. Seit Einführung der SEPA-Überweisung 2012 ist jedoch vorgeschrieben: Beleglose Überweisungen in Euro müssen innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums binnen eines Tages abgeschlossen sein. Bei beleghaften Überweisungen sind dafür zwei Tage vorgesehen.

Der Weg von A nach B

In der Praxis funktioniert das Ganze so: Sobald Ihr Überweisungsauftrag in elektronischer Form vorliegt, leitet Ihr Finanzinstitut der Empfängerbank den gewünschten Betrag weiter. Die schreibt es dem Konto des Empfängers gut.

 

Das klingt simpel. Und das wäre es auch, wenn es täglich nur Ihre eine Überweisung von Bank A an die Bank B gäbe. Da Sparkassen und Banken jedoch jeden Tag viel Geld im Auftrag ihrer Kunden hin- und herschicken, ist die Angelegenheit komplexer.

 

Um nicht den Überblick zu verlieren, sammelt jedes Institut seine Überweisungsaufträge und verschickt alle gemeinsam, und zwar nur einmal am Tag. Bank A verschickt so zum Beispiel 500 Euro an Bank B, 2.000 Euro an Bank C und 10.000 Euro an Bank D.

 

Den Zeitpunkt für diesen Sammelversand legt jedes Institut selber fest. Die meisten Sparkassen und Banken machen das in den Abendstunden. Liegt Ihre Überweisung vor Überweisungsschluss vor, wird diese noch in der Nacht bearbeitet und das Geld wird am Tag bei der Zielbank  gutgeschrieben. Reichen Sie Ihre Überweisung nach Überweisungsschluss ein, wird sie erst am Abend darauf an den Zahlungsempfänger verschickt.

Die Wege von A nach B, von C nach D und von C nach A

Nun gibt es noch eine weitere Herausforderung. Denn nicht nur Finanzinstitut A bearbeitet jeden Tag Überweisungsaufträge und verschickt Geld an die Bank B, C und D. Auch die Bank B übermittelt im Auftrag ihrer Kunden täglich Geld an verschiedene Finanzinstitute. Das machen auch die Banken C und D.

 

Gutschriften an fremde Institute laufen deshalb immer über sogenannte Clearingstellen. Diese sammeln die Überweisungsaufträge aller zugehörigen Sparkassen und Banken und verrechnen die Summen der Aufträge.

 

Ein Beispiel: Bank A möchte 500 Euro an die Bank B senden. Bank B hat wiederum Aufträge in Höhe von 600 Euro für die Bank A. Diese Überschneidung identifiziert die Clearingstelle und versendet lediglich 100 Euro von Bank B an Bank A.

 

Auch diese Clearingläufe, in denen alle Überweisungen miteinander verrechnet werden, finden einmal pro Tag statt. Wann, legt die Clearingstelle selber fest. 

Wie funktioniert eine Überweisung?

Überweisungen zurückbuchen

Falsche IBAN, falscher Betrag … Ihnen ist bei einer Überweisung ein Fehler unterlaufen? Dann sollten Sie schnell sein. Denn hat das Geld Ihr Konto erst verlassen, ist es schwierig eine Überweisung aufzuhalten.

 

Melden Sie sich also sofort bei Ihrer Sparkasse oder Bank. Je nachdem, wie weit Ihre Überweisung bereits fortgeschritten ist, können die Berater den Auftrag stornieren oder Kontakt mit der Empfängerbank aufnehmen.

 

Ist der Betrag bereits von Ihrem Konto abgebucht, kann er nur zurückgeholt werden, wenn er noch nicht bei der Empfängerbank gutgeschrieben wurde. Doch keine Sorge: Auch wenn das bereits passiert ist, haben Sie gute Chancen Ihr Geld zurückzubekommen. Sprechen Sie dafür einfach Ihren Berater vor Ort an.