Vermögensaufbau – in 5 Schritten

Wie Sie Ihr Geld sinnvoll anlegen

Die Inflation entwertet Ihr hartverdientes Geld. Wie können Sie es trotzdem schaffen, es für sich arbeiten zu lassen und ein kleines oder auch großes Vermögen aufzubauen? Hier finden Sie hilfreiche Antworten zu Aktien, Anleihen, Immobilien und ETFs.

Geld für sich arbeiten zu lassen klingt verlockend. Sie haben etwas gespart, geerbt oder eine Einmalzahlung erhalten? Von Ihrem Gehalt bleibt nach Abzug aller Ausgaben noch Geld übrig? Dann können Sie mit dem richtigen Investment Ihr Kapital vermehren und sich so im Alter absichern oder für Ihre Kinder vorsorgen.

Problematisch ist aktuell, dass die hohe Inflation Ihr Geld entwertet. Was Sie heute haben, ist schon morgen weniger wert. Umso wichtiger ist daher die richtige Anlage. Wir zeigen Ihnen die Vorteile und Risiken verschiedener Investmentstrategien und blicken zunächst auf etwas Grundlegendes.

Die Grundlage für Ihren Vermögensaufbau: der Zinseszinseffekt

Geld für sich arbeiten zu lassen heißt vor allem, den Zinseszinseffekt zu nutzen. Zinsen, die Sie für Ihre Anlage nach dem ersten Jahr erhalten, werden auch in den darauffolgenden Jahren mitverzinst – daher der Begriff Zinseszins. Dabei spielen zwei Faktoren eine entscheidende Rolle: 1. die Anlagedauer und 2. der Zinssatz beziehungsweise die Rendite.

Der Zinseszinseffekt vermehrt Ihr Vermögen insbesondere auf lange Sicht. Bei einem Zinssatz von nur 1 Prozent haben Sie nach 40 Jahren ein Plus von 48,9 Prozent erzielt. Aus 1.000 Euro werden so 1.489 Euro.

Ein höherer Zinssatz verstärkt den Effekt erheblich. Das gilt gleichermaßen für eine höhere durchschnittliche Rendite. Liegt diese bei 2 Prozent, werden aus 1.000 Euro nach 40 Jahren 2.208 Euro. Bei jährlich 5 Prozent sind es 7.040 Euro und bei 10 Prozent sogar 45.259 Euro. Ihr Vermögen wächst exponentiell.

Spartabelle für eine einmalige Anlage von 1.000 Euro:

 

Keine Zinsen

1 % pro Jahr

5 % pro Jahr

10 % pro Jahr

Nach 1 Jahr

1.000 Euro

1.010 Euro

1.050 Euro

1.100 Euro

Nach 5 Jahren

1.000 Euro

1.051 Euro

1.276 Euro

1.611 Euro

Nach 10 Jahren

1.000 Euro

1.219 Euro

1.629 Euro

2.594 Euro

Nach 40 Jahren

1.000 Euro

1.489 Euro

7.040 Euro

45.259 Euro

Mit 1.000 Euro im Jahr zu einer halben Million Euro Rente

Nun ist es allerdings schwierig, eine Anlage zu finden, die jährlich 10 Prozent über einen so langen Zeitraum einbringt. Das Rechenbeispiel veranschaulicht aber, wie Sie Ihr Vermögen mit richtigen Entscheidungen mehren können.

Wie stark wächst es, wenn Sie regelmäßig einen Teil von Ihrem Einkommen sparen? In der untenstehenden Tabelle sehen Sie, wie sich Ihre Wertanlage bei verschiedenen Zinssätzen entwickelt, wenn Sie jedes Jahr 1.000 Euro einzahlen.

So entwickelt sich Ihr Vermögen, wenn Sie 1.000 Euro jährlich anlegen, abhängig von unterschiedlichen Zinssätzen:

 

Keine Zinsen

1 % pro Jahr

5 % pro Jahr

10 % pro Jahr

Nach 1 Jahr

1.000 Euro

1.010 Euro

1.050 Euro

1.100 Euro

Nach 5 Jahren

5.000 Euro

5.152 Euro

5.802 Euro

6.716 Euro

Nach 10 Jahren

10.000 Euro

10.567 Euro

13.207 Euro

17.531 Euro

Nach 40 Jahren

40.000 Euro

49.375 Euro

126.840 Euro

486.852 Euro

Rechenbeispiel: Wenn Sie 10 Jahre lang jedes Jahr 1.000 Euro sparen, haben Sie bei einer Verzinsung von 1 Prozent knapp 10.600 Euro. Bei einer jährlichen Verzinsung von 5 Prozent wächst Ihr Gespartes auf 13.200 Euro und bei 10 Prozent auf gut 17.500 Euro. Investieren Sie 40 Jahre lang, werden aus 40.000 eingezahlten Euro bei 1 Prozent Zinsen etwa 49.400 Euro, bei 5 Prozent 126.800 Euro und bei 10 Prozent mehr als 486.800 Euro.

Der Zinseszinseffekt bei Aktien

Bei Aktien ist der relevante Wert die Rendite, zu der die Aktienkursentwicklung und die Dividende gehören. Wenn Sie die Dividende jeweils komplett reinvestieren, erzielen Sie auch hierfür einen Zinseszinseffekt. Bei ETFs und Fonds können Sie solche wählen, die etwaige Dividenden automatisch für Sie reinvestieren. Diese Anlagen nennen sich thesaurierend.

Beachten Sie aber dabei, dass bei Investments wie in Aktien die Renditeentwicklung nicht gleichmäßig ist. Guten Phasen stehen in der Regel schlechtere Phasen gegenüber. Die Beispielrechnungen und Schaubilder sind dennoch hilfreich, weil die durchschnittliche Rendite den gleichen Effekt wie ein fester Zinssatz hat. Wichtig sind bei schwankenden Anlagen jedoch der Einstiegs- und der Ausstiegszeitpunkt. Benötigen Sie all Ihr investiertes Geld zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktienmärkte stärker gesunken sind, schmälert sich Ihre Geldanlage mitunter beträchtlich.

Cost-Average-Effekt

Daher ist für Anlegerinnen und Anleger das kontinuierliche Investieren attraktiv. Kaufen Sie beispielsweise über einen Sparplan jeden Monat für die gleiche Summe Aktien, ETF- oder Fondanteile dazu, sind zeitweilig niedrigere Kurse sogar von Vorteil, weil Sie für die gleiche Summe mehr Anteilsscheine erwerben. Durch das gleichmäßige, langfristige Sparen gleichen Sie Kursschwankungen mit dem sogenannten Durchschnittskosten-Effekt aus und können langfristig ein kleines Vermögen aufbauen.

Was die Inflation für Ihren Vermögensaufbau bedeutet

Die Inflation spielt für Ihre Geldanlage eine wichtige Rolle: Sobald die Inflationsrate höher ist als Ihre Zinsen, verschlingt sie Ihren Vermögenszuwachs beziehungsweise schmälert sogar den Wert Ihrer Geldanlage. Die genaue Rechnung für den realen Zinssatz lautet:

(1 + Realzins) = (1 + Nominalzins) / (1 + Inflationsrate)

Die einfachere Rechnung „Zinssatz minus Inflationsrate“ ist aber ein sehr guter Näherungswert. Bei einem Nominalzins von 3 Prozent und einer Inflation von 2 Prozent, wächst Ihr Kapital inflationsbereinigt nur um etwa 1 Prozent.

Mit diesem grundlegenden Wissen zu Zinsen und Rendite, gelangen Sie nun in 4 Schritten zum Vermögensaufbau.


5 Schritte für Ihren Vermögensaufbau

Schritt 1: Legen Sie Ihr Ziel fest.

Bevor Sie Ihr Geld anlegen, sollten Sie ein Ziel festlegen. Wozu brauchen Sie wann wie viel? Wollen Sie Ihre spätere Rente aufstocken? Wollen Sie Kapital für ein Haus oder eine Wohnung aufbauen? Oder benötigen Sie eine größere Summe in zwei, drei Jahren für ein neues Auto, eine Weltreise oder Renovierungsarbeiten am Haus?

Die Dauer der Einzahlung bestimmt Ihr Renditeziel. Je mehr Zeit Sie haben und je länger Sie einzahlen, desto stärker entfaltet sich die Macht des Zinseszinses. 

10 Jahre, 20 Jahre, 40 Jahre: Wenn Sie wissen, wann Sie welche Schritte in Ihrem Leben und bei Ihrer Altersvorsorge gehen möchten, wirkt sich das entscheidend auf Ihren Vermögensaufbau aus. Denn: Je länger Ihr Anlagezeitraum, umso eher können Sie mit zwischenzeitigen Kursschwankungen leben. Deshalb ist vor allem langfristig eine hohe Aktienquote als Renditetreiber interessant.

Schritt 2: Bestimmen Sie Ihr Budget.

Im zweiten Schritt sollten Sie sich überlegen, wie viel Sie anlegen können. Wie hoch ist Ihr Einkommen? Wie hoch sind Ihre Ausgaben? Wie viel können Sie sparen? Mit dem Sparkassen-Finanzplaner können Sie beispielsweise einen sehr fundierten Überblick über Ihre finanzielle Lage bekommen.

Ganz wichtig: Rechnen Sie eine Notfallreserve ein. Falls unverhofft die Waschmaschine zu ersetzen ist, das Auto kaputtgeht oder familiäre Belastungen auf Sie zukommen, sollten Sie nicht erst einen Kredit aufnehmen müssen. In der Regel sind die Zinsen, die Sie für einen Kredit zahlen höher als die Rendite, die Sie mit Ihrem Ersparten erzielen. Die Notfallreserve sollte 3 bis 6 Nettomonatsgehälter betragen und möglichst schnell verfügbar sein. Wenn Sie es beispielsweise auf ein Tagesgeldkonto einzahlen, können Sie jederzeit darauf zugreifen, auch wenn Sie darauf nur geringe Zinsen bekommen. Daneben gibt es auch andere liquide Anlageformen.

Bei Ihren Überlegungen sollten Sie auch Ihr Zeitbudget einbeziehen: Wie viel Zeit haben Sie, um sich mit Ihren Investments zu beschäftigen? Wie intensiv wollen Sie Wirtschafts- und Börsennachrichten verfolgen? Beachten Sie dabei: Mehr investierte Zeit verheißt nicht zwangsläufig eine hohe Rendite. Um besser zu sein als der Markt, brauchen Sie ein glückliches Händchen oder einen Informationsvorsprung. Warum genau sollten Sie dabei besser sein als die vielen professionellen Anlegerinnen und Anleger, die durch die großen Summen, die sie verwalten, wesentlich die Marktpreise bestimmen?

Ein günstiges Zeit-Rendite-Verhältnis dürften Sie in der Regel erzielen, wenn Sie Ihr Erspartes in ETFs oder Fonds anlegen. Der entsprechende Betrag wird bei Ihnen automatisch abgebucht und je nach Produkt spiegelt Ihr Depot ziemlich genau die Performance des Marktes wider.

Das schließt nicht aus, dass Sie regelmäßig prüfen sollten, ob die getroffenen Anlageentscheidungen noch zu Ihren Zielen und Lebensumständen passen. Regelmäßige Gespräche mit den Beraterinnen und Beratern Ihrer Sparkasse können Ihnen für Ihre Geldanlage wertvolle Erkenntnisse liefern.

Schritt 3: Ermitteln Sie Ihre Risikobereitschaft.

Ja, Sie können Ihr Geld sicher investieren. Wenn Sie etwa Beträge bis 100.000 Euro auf einem Festgeldkonto anlegen, ist es selbst bei einer Bankeninsolvenz durch das Einlagensicherungssystem geschützt. Nur die Inflation kann den Wert Ihrer Anlage schmälern, wenn sie höher ist als der Zinssatz.

Sie können aber auch maximal riskante Geschäfte eingehen. Mit einigen Zertifikat-Kategorien, die die Kursentwicklung eines Index oder Wertpapieres um ein Vielfaches multiplizieren („gehebelt“), können Sie theoretisch an einem Tag Hunderte Prozent Gewinn erzielen. Das ist jedoch keine Geldanlage, sondern Spekulation. Eine relativ kleine Bewegung in die falsche Richtung kann bereits den Totalverlust bedeuten. Bei bestimmten, sehr risikoreichen Produkten kann es sogar passieren, dass Sie verpflichtet sind, zusätzliches Geld nachzuschießen. Das vergrößert Ihren Verlust umso mehr. Es gilt zudem: Risiko und Rendite bedingen sich nicht 1:1. Nur weil etwas sehr risikoreich ist, muss es nicht auch eine hohe durchschnittliche Rendite erwarten lassen.

Ermitteln Sie für sich, wie viel Risiko angemessen ist. Welcher Risikotyp sind Sie? Können Sie schlechte Kursverläufe ertragen? Bis zu welchem Punkt? Bewerten Sie die Chancen und Risiken realistisch, am besten im Gespräch mit einer neutralen Person wie unseren Beraterinnen und Beratern. Denn Emotionen können schnell Fakten verdrängen und zu falschen Risikoeinschätzungen führen.

Ein guter Gradmesser: Wenn Ihre Investitionen Ihnen den Schlaf rauben, ist Ihre Geldanlage vermutlich zu risikoreich.

Schritt 4: Finden Sie die passenden Investments.

Geld ist ein gefragtes Gut. Daher gibt es endlos viele Möglichkeiten, Erspartes anzulegen. Ein Blick auf die wichtigsten Kategorien:

Anleihen

Anleihen werden von Staaten und Unternehmen herausgegeben. Wer eine Anleihe kauft, gibt dem Emittenten gewissermaßen einen Kredit. Eine Anleihe zahlt Zinsen, die Coupon genannt werden. Je nach Art der Anleihe erhalten Sie nach einer fest vereinbarten Zeit zudem den Nennwert der Anleihe zurück, also die (von Ihnen) verliehene Summe. Am Markt können Sie die meisten Anleihen auch zwischendurch an Dritte weiterverkaufen.

Chancen: Überschaubar, da Coupon und Rückzahlungsbetrag nicht unerwartet steigen können.
Risiken: Totalverlust möglich bei Zahlungsausfall.

Aktien

Mit Aktien erwerben Sie einen Anteil an einem Unternehmen. Wird das Unternehmen wertvoller, steigt auch der Wert Ihrer Anlage. Zudem zahlen einige Unternehmen Dividenden aus, einen festen Betrag je Aktie.

Chancen: Theoretisch sind Vervielfachungen des angelegten Betrages langfristig möglich.
Risiken: Stärkere Kursschwankungen sind üblich, auch Totalverlust ist möglich bei Insolvenz und geringer Insolvenzmasse.

So viel Rendite haben Dax, TecDax, MDax, Dow Jones, Nasdaq, Nikkei und der MSCI Weltindex in den letzten 20 Jahren erzielt:

Index

Kurs Oktober 2002

Kurs Oktober 2022

Rendite

Rendite pro Jahr

Dax

2.892

12.172

+ 321 %

7,5 %

TecDax

533*

2.664

+ 400 %

8,8 %

MDax

3.284

21.894

+ 567 %

10,0 %

Dow Jones Total Return Index

12.325

70.119

+ 469 %

9,1 %

Nasdaq Composite Total Return

2.007*

12.519

+ 524 %

10,1 %

Nikkei 225 Total Return

10.515

45.266

+ 330 %

7,6 %

MSCI World Brutto Index

2.200

12.645

+ 475 %

9,1 %

Quelle: Dax, TecDax, MDax, DJITR, Nasdaq, MSCI, Nikkei

*Oktober 2003

Hinweis: Der Dax ist ein Performance-Index, bei dem die Dividenden so miteingerechnet werden, als würden sie komplett reinvestiert. Der Dow Jones, der gemeinhin in den Nachrichten erwähnt wird, ist ein Kursindex. Nur die Kurswerte der Unternehmen werden gewertet – ohne die Dividendenzahlungen. In der Tabelle ist daher der Dow Jones Total Return Index berücksichtigt, der wie der Dax ein Performance-Index ist und die komplette Rendite (Aktienkurssteigerung + Dividende) widerspiegelt. Dies gilt für alle genannten Indizes.

Rechenbeispiel: Hätten Sie vor 20 Jahren einmalig 1.000 Euro an der Börse in den Dax investiert, wäre Ihr Depot im Oktober 2022 auf 4.208 Euro angewachsen, beim MDax sogar auf 6.667 Euro. Sollte sich die Entwicklung weitere 20 Jahre mit gleicher Rendite fortsetzen, wären Ihre 1.000 Euro im Dax 18.044 Euro Wert und im MDax 45.259 Euro. Der Unterschied zwischen einer jährlichen Rendite von 7,5 Prozent und 10,0 Prozent ist dank des Zinseszinseffekts auf die Dauer enorm. Beachten Sie jedoch, dass die Kursentwicklung der vergangenen Jahre nichts über die Zukunft aussagt.

ETFs, Fonds etc.

An der Wertentwicklung mehrerer Unternehmen können Sie auch gebündelt teilhaben – über ETFs (Exchange Traded Funds) und Fonds. Während aktiv verwaltete Fonds handverlesen die Mischung von Aktien, Anleihen und Ähnlichem vornehmen und immer wieder anpassen, bilden die meisten ETFs automatisiert die Entwicklung beispielsweise eines Index wie dem Dax, Dow Jones oder MSCI ab.

Chancen: Vervielfachung des eingelegten Kapitals ist möglich, gerade auf lange Sicht sind Wertsteigerungen realistisch.
Risiken: Auch stärkere Kursschwankungen sind möglich, Totalverluste allerdings so gut wie ausgeschlossen.

Immobilien

Wenn Sie nicht selbst ein Haus oder eine Wohnung kaufen, können Sie über Immobilienfonds ein Portfolio an Geschäfts- und Wohnimmobilien aufbauen.

Chancen: Moderate Wertsteigerungen auf lange Sicht.
Risiken: Abhängigkeit von wirtschaftlichen, demografischen und politischen Entwicklungen.

Geldmarkt: Festgeldkonto, Tagesgeld, Sparbuch und Co.

Sparkassen und Banken bieten verschiedene Optionen für Spareinlagen. Sie werden mit festen oder variablen Zinsen bedacht. Dazu gehören Sparbuch, Tagesgeldkonto, Festgeldkonto und auch das Girokonto. Die Höhe der gezahlten Zinsen hängt davon ab, wie lange Sie das Geld anlegen, wie flexibel Sie darauf zugreifen möchten und wie hoch die Leitzinsen aktuell sind.

Woher kommen die Zinsen? Die Kreditinstitute legen Ihr Geld an, lagern es bei der Zentralbank ein oder vergeben damit Kredite. Als Lohn erhalten Sie dafür Zinsen.

Chancen: Je nach Zinslage eine kleine, sichere Wertsteigerung, zum größten Teil gedeckt durch ein Sicherungssystem.
Risiken: Zinsen können geringer sein als die Inflationsrate.

Schritt 5: Wählen Sie den passenden Anlage-Mix.

Wählen Sie aus diesen Möglichkeiten die passenden Produkte aus und kombinieren Sie sie für Ihre Strategie. Eine gut strukturierte Geldanlage zeichnet sich vor allem durch den einen breiten Mix verschiedener Anlageklassen aus wie Immobilienfonds, Rentenfonds, die in Anleihen investieren, oder Aktienfonds. Je nachdem, wie risikoorientiert Sie sind und wie Sie Ihre finanziellen Ziele setzen, können Sie die Anlageklassen mischen – und ganz individuell investieren.

Berücksichtigen Sie Ihre eigenen Präferenzen. So gibt es viele nachhaltige Geldanlagen. Wer auf Algorithmen vertraut, kann Robo-Advisor wie den Bevestor nutzen. Die digitale Vermögensverwaltung der Sparkassen verwaltet Ihre Anlage unterstützt von Finanzexpertinnen und -experten automatisiert.

Beachten Sie bei allen Investitionsentscheidungen immer die Gebühren. Sie können Ihre Geldanlage erheblich schmälern und Ihren Vermögensaufbau geringer ausfallen lassen.


Welcher Anlagetyp sind Sie?

Sie wollen auf Ihre Anlage jederzeit zugreifen können?

Geldmarktfonds oder Tagesgeld sind besonders schwankungsarm. Das reduziert das Risiko, wenn Sie kurzfristig und schnell für ungeplante Ausgaben auf Teile Ihrer Anlage zugreifen möchten. 

Die Renditeannahme für Tagesgeldkonten und den Geldmarkt liegt auf lange Sicht bei 1,5 Prozent.  

Infografik: Kreisdiagramm zum Thema Anlagemix für vorsichtige Anleger

Sie setzen vor allem auf Planbarkeit?

Festverzinsliche Wertpapiere wie Staats- oder Unternehmensanleihen überzeugen durch ihre Transparenz. Vor allem die klare Planbarkeit der Erträge des angelegten Geldes ist der große Vorteil dieser Anlageklasse. 

Die langfristige Renditeannahme zum Beispiel mit Sparbriefen, Staats- und Unternehmensanleihen liegt bei 2,5 Prozent.

Ihnen ist vor allem Stabilität wichtig?

Mit Immobilienfonds partizipieren Sparerinnen und Sparer an attraktiven Gewerbeimmobilien: Gut vermietete Bürogebäude, gefragte Einkaufszentren und Hotels sorgen so für eine stabile Wertentwicklung. 

Die langfristige Renditeannahme mit Immobilienfonds liegt bei 3,0 Prozent.

Infografik: Kreisdiagramm zum Thema Anlagemix für moderatrisikobereite Anleger

Für Sie zählt eine gute Rendite?

Mit Aktienfonds nehmen Sie Anteil am Erfolg von Unternehmen und an den Chancen der internationalen Märkte. Sie sollten allerdings berücksichtigen, dass sich kapitalmarktbedingte Wert- und Währungsschwankungen negativ auf Ihre Anlage auswirken können. Mit einem höheren Aktienanteil steigt auch die Wahrscheinlichkeit und die Höhe möglicher Wertschwankungen. Gerade deshalb eignen sich Aktienfonds vor allem mit längerfristiger Perspektive: Denn wenn es zwischendurch zu Abschwungphasen kommt, kann sich das über die Anlagedauer wieder ausgleichen.

Die Renditeannahme mit Aktien liegt auf lange Sicht bei 6 Prozent.  

Infografik: Kreisdiagramm zum Thema Anlagemix für chancenorientierte Anleger

Egal, ob Ihnen Stabilität, Verfügbarkeit, Rendite oder Planbarkeit besonders wichtig sind: Gemeinsam mit Ihrer Sparkassenberaterin oder Ihrem Sparkassenberater finden Sie die passende Mischung für Ihren Vermögensaufbau.


5 Tipps für die Geldanlage

1. Tipp: Diversifizieren Sie.

Setzen Sie alles auf eine Karte, steigt ihr Risiko erheblich. Sie sollten beispielweise niemals all Ihr Vermögen in eine Aktie stecken. Egal, wie gut Sie als Anlegerin oder Anleger über das Unternehmen informiert sind, es können immer unvorhergesehene Dinge passieren, die dessen Wert an der Börse fallen lassen oder gänzlich wertlos machen. Dazu gehören Cyberangriffe oder andere kriminelle Umtriebe ebenso wie technische Fehler, menschliches Versagen, politische Entscheidungen oder Unglücke. Es ist auch nicht ratsam, zu stark in das eigene Unternehmen zu investieren. Geht es bankrott, sind Sie Ihren Job los und einen guten Teil Ihres Vermögens.

Sie sollten daher auch genau überlegen, ob es sinnvoll ist, sich eine Immobilie als einzige Altersvorsorge zuzulegen. Baumängel, Unglücke, politische Veränderungen und Wetterschäden können den Wert Ihrer Immobilie und damit Ihr gesamtes Vermögen deutlich schmälern.

Eine solide Strategie für den Vermögensaufbau besteht darin, ein Portfolio aus mehreren Anlageklassen aufzubauen.

2. Tipp: Kaufen Sie Aktien nicht auf Kredit.

Es mag verlockend erscheinen, bei einer günstigen Marktentwicklung mehr als das eigene Kapital zu investieren. Doch wenn Sie einen Kredit aufnehmen, um damit Aktien zu kaufen, könnten Sie sich schnell überschulden.

Dazu ein Rechenbeispiel: Sie investieren 5.000 Euro von Ihrem Ersparten in den Aktienmarkt. Zusätzlich nehmen Sie einen Kredit über 5.000 Euro auf, um noch stärker von den steigenden Kursen zu profitieren. Plötzlich bricht der Kurs um 50 Prozent ein, was bei einzelnen Aktien keine Seltenheit ist. Ihr Investment von 10.000 Euro schrumpft schlagartig auf nur noch 5.000 Euro. Sie haben all Ihr eigenes Geld verloren und müssen den Kredit samt Zinsen zurückzahlen.

3. Tipp: Zahlen Sie erst die Kredite ab, ehe Sie sparen.

Bevor Sie mit dem Sparen beginnen, sollten Sie Ihre Schulden abbezahlen. Denn deren Zinsen sind meist höher als die etwaiger Anlagemöglichkeiten. Geld, dass Ihnen an der Börse eine Rendite von vielleicht 5 Prozent einbringt, ist nicht sinnvoll investiert, wenn Sie noch einen Kredit mit 7 Prozent Zinsen abzahlen müssen. Doch prüfen Sie genau. Gerade in Zeiten steigender Zinsen sind eventuell ältere Kredite günstiger als die Verzinsung für Erspartes. Zudem gibt es nicht bei jedem Kredit die Möglichkeit zur Sondertilgung oder vorzeitigen Ablösung.

4. Tipp: Versuchen Sie, Ihr Einkommen zu erhöhen.

Geld für sich arbeiten zu lassen ist gut, aber eben oft mit Risiken verbunden. Investieren Sie Ihre Zeit in Arbeit, mit der Sie garantiert Geld verdienen. Vielleicht können Sie eine Gehaltserhöhung heraushandeln oder den Job wechseln? Je höher Ihr Einkommen, desto leichter können Sie sparen.

Prüfen Sie, ob für Sie vermögenswirksame Leistungen, eine Betriebsrente oder staatliche Begünstigungen wie bei der Rürup-Rente in Frage kommen.

5. Tipp: Sparen Sie sich Ihre Zeit.

Was nutzt Ihnen Ihr Vermögen, wenn Sie sehr viel Zeit darauf verwenden, es aufzubauen? Es gilt: Mehr investierte Zeit schafft nicht automatisch mehr Vermögen, zumindest ab einem gewissen Punkt. Den Markt schlagen auf Dauer nur wenige.


Häufige Fragen zum Vermögensaufbau

Ein Vermögen können Sie mit Geld aufbauen, dass von Ihrem Einkommen nach allen Ausgaben übrigbleibt oder das Sie beispielsweise geerbt haben. Dafür braucht es keine großen Summen. Wichtig sind die richtige Investitionsentscheidung und die Anlagedauer. Anlegerinnen und Anleger haben an der Börse auf lange Sicht in der Vergangenheit besonders gut abgeschnitten.

Durch den Zinseszinseffekt werden aus 1.000 Euro bei einer jährlichen Rendite von 10 Prozent, wie der MDax sie in den letzten 20 Jahren vorweisen konnte, 6.667 Euro. Beachten Sie aber bei Ihrer Investitionsentscheidung, dass Entwicklungen aus den vergangenen Jahren nichts über die in den kommenden aussagen. Steigt etwa das Zinsniveau, werden festverzinsliche Anlagen deutlich attraktiver als zu Zeiten von Negativzinsen.

Zwar hängen Risiko und Rendite nicht 1:1 zusammen. Wenn Sie aber aus wenig Geld ein kleines Vermögen machen wollen, sollten Sie insbesondere Anlagen suchen, die hohe Zinsen oder Renditen versprechen. In der Vergangenheit waren das vor allem Aktien. Viele ETF-Sparpläne, die die Entwicklung von Aktienindizes nachbilden, starten bereits ab 25 Euro im Monat. Allerdings sollten Sie beachten, dass Sie mit Geld besonders sorgsam umgehen sollten, wenn es ohnehin knapp ist. Wägen Sie daher ab, ob die Sicherheit Ihrer Anlage nicht Vorrang haben sollte.

Wie viel Geld Sie wann brauchen, hängt von Ihren Lebensumständen ab. Generell gilt: Je früher und kontinuierlicher Sie investieren, desto größer ist Ihr Vermögensaufbau. Verschaffen Sie sich dazu einen Überblick über Ihre Finanzen und Ihren Bedarf.

Die Anlagestrategien unterscheiden sich vor allem nach der eigenen Risikobereitschaft und dem Anlagehorizont. Risikoscheue Menschen sollten auf festverzinsliche Sparbriefe setzen. Wer mehr Risiko gehen und auch lange investiert bleiben möchte, könnte den Aktienanteil erhöhen. Ratsam ist, auf einen Mix aus verschiedenen Anlageklassen zu setzen, um nicht zu abhängig von einem einzigen Markt zu sein.

Wenn Sie heute sparen, kann sich Ihr Geld bald selbst vermehren. Dadurch haben Sie idealerweise mehr in der Zukunft und stärken Ihre finanzielle Unabhängigkeit. Mit dem Vermögensaufbau können Sie sich eine private Altersvorsorge aufbauen. Geld, das nicht investiert ist, verliert hingegen durch die Inflation an Wert.

Wenn Sie in naher Zukunft viel Geld benötigen, um sich einen Wunsch zu erfüllen, sollten Sie eine hohe Rendite anstreben und eine gewisse Risikobereitschaft mitbringen. Wenn Sie jung sind und ein Vermögen als Altersvorsorge brauchen, könnte der Anlagemix anders aussehen. Sprechen Sie dazu am besten mit den Beraterinnen und Beratern Ihrer Sparkasse.

Prüfen Sie, welcher Risikotyp Sie sind und streuen Sie Ihr Vermögen auf unterschiedliche Anlageklassen wie Aktien und Anleihen.

Was Sie als gutes Vermögen empfinden, hängt ganz allein von Ihnen und Ihren Bedürfnissen ab. Es braucht nicht viel, um glücklich zu sein. Aber es erspart einige Sorgen, finanziell abgesichert zu sein.


Sie möchten Vermögen aufbauen? Los geht's.


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