Die EZB und der Leitzins

Wie kam es zur Leitzinssenkung?

Die Zinsen sind momentan sehr niedrig – und das bereits seit einer ganzen Weile. Aber wieso wurden sie überhaupt gesenkt? Wer ist dafür verantwortlich und was soll das bringen? 

Der Leitzins – die wichtigsten Fakten

  • Der Leitzins ist ein geldpolitisches Steuerungselement, dessen Höhe von der Zentralbank festgelegt wird. In den USA ist das beispielsweise die Federal Reserve (Fed), in Europa die Europäische Zentralbank (EZB).
  • Die Zentralbanken handeln unabhängig von Regierungen: in Europa also unabhängig von den EU-Ländern.Der Leitzins der EZB zeigt an, zu welchem Zinssatz sich Sparkassen und Banken Geld bei der Zentralbank leihen können.
  • Ein niedriger Leitzins bedeutet: Um sich Geld zu leihen, müssen sie nur einen kleinen Zinssatz zahlen. Wenn sie eigenes Geld bei der Zentralbank einlagern, müssen sie dafür im Augenblick einen Negativzins in Höhe von 0,5 Prozent bezahlen.
  • Der Leitzinssatz ist auch eine Orientierungshilfe für Sparkassen und Banken bei der Festlegung von Zinsen für ihre Kundinnen und Kunden. 

Holen Sie das Beste aus Ihrem Geld heraus. Wir unterstützen Sie gern dabei.

Bitte wählen Sie Ihre Sparkasse aus:

Ist das nicht Ihre Sparkasse?


Die Zinsen sind niedrig. Das wissen viele von uns, weil sie in den vergangenen Jahren günstig an eine Finanzierung für ihr Haus gekommen sind. Super Sache also dieser niedrige Leitzins, oder? Das sehen diejenigen, die sich mithilfe von Zinseinkünften ein Vermögen aufbauen wollten – etwa über das Spar- oder Tagesgeldkonto – jedoch anders. Klassische Geldanlagen erzielen nämlich aufgrund des niedrigen Zinses nur noch wenig Rendite. Aber wie passt das alles zusammen? Dazu müssen wir zunächst verstehen, was der Leitzins eigentlich ist.

Wozu braucht man den Leitzins?

Wie bereits erwähnt, ist der Leitzins im Grunde ein geldpolitisches Steuerungselement. Er soll zu großen Preisschwankungen in einem Wirtschaftssystem entgegenwirken. Das heißt: Preise sollen nicht dauerhaft zu stark sinken oder steigen. Warum?

Wenn sich die Preise aller Güter beispielsweise kontinuierlich erhöhen würden – zum Beispiel, weil die Nachfrage höher ist als das Angebot – hieße das, dass wir für das gleiche Geld immer weniger kaufen könnten. Das nennt man dann Inflation . Wenn gleichzeitig die Gehälter jedoch nicht ebenfalls steigen, gibt es schnell ein Problem: Wir haben nicht mehr genug Geld, um unseren Lebensunterhalt zu bestreiten und machen Schulden.

Für die Gesamtwirtschaft eines Landes bedeutet das: Haben alle Menschen nur noch wenig oder gar kein Geld mehr, bricht die Wirtschaft langsam ein: Unternehmen verlieren Aufträge und somit Geld. Sie müssen sich von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern trennen oder sogar schließen. Das führt dazu, dass noch weitere Menschen weniger Geld haben als zuvor. Ein Abwärtstrend, der sich nur schwer aufhalten lässt.

Durch die Anpassung des Leitzinses kann eine Zentralbank Entwicklungen wie diese verhindern. Senkt sie beispielsweise den Zins frühzeitig und macht Geld günstiger verfügbar, bleiben Sparkassen und Banken als auch die Menschen liquide. Sie geben weiterhin Geld aus und halten die Wirtschaft damit am Laufen.

Der Leitzins aktuell

Der aktuell historisch niedrige Leitzins hat seinen Ursprung in der weltweiten Finanzkrise ab 2008 und die damit zusammenhängende Schuldenkrise im Euroraum. Die EZB senkte den Leitzins ab, um vor allem verschuldeten EU-Staaten die Möglichkeit zu geben, ihre schwache Wirtschaft über günstige Kredite anzukurbeln. An dieser Geldpolitik hält die EZB bis heute fest. Seit 2008 sank der Leitzinssatz von 4,25 Prozent auf inzwischen 0 Prozent. Der sogenannte Einlagensatz, den Sparkassen und Banken zahlen, wenn sie eigene Gelder bei der Notenbank parken, liegt derzeit sogar bei minus 0,5 Prozent. Das bedeutet, dass Strafzinsen fällig werden, sobald Sparkassen und Banken Geld bei der EZB einlagern.

Wann steigt der Leitzins wieder?

Es ist schwer einzuschätzen, ob und wann die Europäische Zentralbank die Zinsen wieder erhöht. Sie äußert sich regelmäßig zu ihrer Geldpolitik und gibt einen Ausblick über die kommenden Monate. Derzeit ist nicht davon auszugehen, dass sich kurz- oder mittelfristig etwas ändert. Die EZB wird wohl weiterhin als ihrer Geldpolitik festhalten, um das Wirtschaftswachstum im Euroraum anzukurbeln.


Sie möchten zum Thema Geldanlage mit uns sprechen? Hier können Sie Kontakt aufnehmen.

Bitte wählen Sie Ihre Sparkasse aus:

Ist das nicht Ihre Sparkasse?


Das könnte Sie auch interessieren: