NFC macht bargeldloses Bezahlen noch einfacher

Kontaktlose Datenübertragung für girocards, Kreditkarten und Smartphones

Bezahlen wird immer einfacher: Mit Near Field Communication (NFC) zahlen Sie schon bald bargeld- und kontaktlos. Wir erklären, wie NFC funktioniert, wo die Technik bereits verwendet wird und welche Möglichkeiten sie in der Zukunft bietet.

Was ist NFC?

Near Field Communication (auf Deutsch: Nahfeldkommunikation) macht die kontaktlose Übertragung von Daten über Strecken von wenigen Zentimetern möglich und ist heute schon in vielen Bereichen Alltag. Mit vielen Zahlungskarten können Sie bereits mit NFC zahlen, also ohne die Karte in einen Kartenleser stecken zu müssen. Und auch Smartphones unterstützen die Technik. Apple und Google setzen beispielsweise bei ihren Zahlungssystemen Apple Pay beziehungsweise Android Pay darauf.

Die kurze Distanz wirkt auf den ersten Blick wie ein Nachteil, ist aber sinnvoll: Karten und Smartphones tauschen sich nur mit einem Terminal aus, wenn sie sehr nah drangehalten werden. Auch kann sich das Terminal immer nur mit einer Karte oder einem Smartphone gleichzeitig und nur für einen kurzen Augenblick austauschen. So ist es nahezu ausgeschlossen, dass sie versehentlich eine Verbindung aufbauen. Ein weiterer Vorteil von NFC: die Geschwindigkeit. Das Bezahlen dauert nicht einmal eine Sekunde. 

NFC Zahlung

Woher kennen wir NFC bereits?

Nahfeldkommunikation kommt bereits in ähnlicher Form in verschiedenen Bereichen zum Einsatz. Viele Angestellte kennen die Technologie durch ihre Arbeit: Die Hausausweise in zahlreichen Unternehmen funktionieren durch Davorhalten von Karten. Auch in den meisten Hotels öffnen sich Zimmertüren durch das Anhalten einer Karte. Und auch Carsharing-Anbieter setzen auf Nahfeldkommunikation. NFC ist auf die besonderen Anforderungen beim Bezahlen zugeschnitten.

Auch in vielen Geschäften in Deutschland ist das Bezahlen schon mit NFC möglich. Sowohl der Einzelhandel als auch Cafés, Bäckereien und andere Läden haben diese Kassenterminals. In anderen europäischen Ländern wie Dänemark, England oder Polen gehört das kontaktlose Bezahlen bereits zum Alltag. In Metropolen wie London wird beispielsweise im gesamten öffentlichen Nahverkehr NFC eingesetzt. Der Zutritt zur U-Bahn in London und das Bezahlen gehen hier schnell und einfach mit NFC.

Ist NFC sicher?

NFC gilt – unter anderem wegen der kurzen Reichweite des Signals – als sehr sicher. Zusätzlich verschicken NFC-Geräte Ihre Daten nur verschlüsselt. Persönliches wie Ihre Adresse überträgt der Chip nicht.

Auch Betrüger oder Hacker haben es deshalb schwer: Da nur spezielle Lesegeräte die Signale empfangen und entschlüsseln können, müssten Betrüger Ihnen sehr nah kommen. Außerdem müssten sie auch noch wissen, wo Sie Ihr Portemonnaie tragen. Wer sich dennoch besonders schützen möchte: Zusätzlichen Schutz bieten speziell beschichtete Hüllen, die auch bei Ihrer Sparkasse erhältlich sind.

Die Sparkassen und NFC

Bereits heute können Sie mit rund 45 Millionen Sparkassen-Cards Guthaben auf Ihre Karte laden und kontaktlos mit girogo bezahlen. Zusätzlich bieten zehn Millionen Sparkassen-Cards schon heute die girocard-kontaktlos-Funktion. Hier muss vorher kein Guthaben aufgeladen werden.

In Zukunft sollen alle Sparkassen-Kunden kontaktlos zahlen können. Egal ob mit der girocard, der Kreditkarte oder mit dem Smartphone. Kunden können dann Einkäufe von bis zu 25 Euro schnell und bequem erledigen – einfach durch das Vorhalten der Karte. Nur bei größeren Summen ist eine PIN notwendig.

Hat Ihre Karte bereits das Kontaktlos-Symbol, können Sie diese bereits für das Bezahlen mit „Davorhalten“ nutzen. Hat Ihre Karte noch kein Kontaktlos-Symbol? Dann heißt es: Kurz vor dem Ablauf Ihrer jetzigen Sparkassen-Card bekommen Sie eine neue, NFC-fähige Karte geschickt. Die Ausgabe von Sparkassen-Kreditkarten startet Mitte 2017. Ab 2020 sollen so fast alle Karten der Sparkassen NFC können.

NFC macht bargeldloses Bezahlen noch einfacher

NFC-Terminals in Deutschland

In Deutschland steigt die Zahl der Händler, die NFC-Bezahlung akzeptieren. Bis 2020 soll sie zum Standard werden. Große Ketten haben bereits Terminals mit dem Kontaktlos-Symbol. Immer mehr kleinere Geschäfte, Bäckereien oder Cafés setzen auch auf das kontaktlose Zahlen.

Das heißt aber nicht, dass vorhandene Kartenterminals gleich zum alten Eisen gehören. Die Herausforderung: Wie bei einem Handy ist auch die Umrüstung auf ein neues Kassenterminal eine wohlüberlegte Entscheidung und immer auch eine Geldfrage.

Aber die Umstellung lohnt sich: Das Bezahlen wird schneller, die Bedienung ist weniger kompliziert, und Kunden müssen weniger warten. Daher engagieren sich die Sparkassen und bieten attraktive und auf die Bedürfnisse der Händler zugeschnittene Lösungen.

Künftige Einsatzmöglichkeiten von NFC

Christian Schollmeyer vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband sieht, dass sich die Technologie durchsetzt. „Das kontaktlose Bezahlen wird schon bald normal sein“, sagt der Experte für elektronischen Zahlungsverkehr. „Gerade sind wir in einer Umbruchphase. Sie ist vergleichbar mit der Entwicklung vom Durchzugleser zum Chip-lesenden Kassenterminal, wie wir es heute kennen.“

Wird NFC also der neue Standard? „Wir sind davon überzeugt, dass das kontaktlose Bezahlen besser ist als die bisherigen Methoden“, sagt Schollmeyer. „Es geht schneller und ist genauso sicher. Diese Vorteile wollen wir an unsere Kunden weitergeben.“

NFC-fähige Giro- und Kreditkarten sind für ihn nur der erste Schritt beim kontaktlosen Bezahlen. „Das Kundeninteresse am Mobile Payment, dem Bezahlen mit dem Smartphone, steigt“, erklärt der Experte. „Aber auch mit einem Armband oder einer Smartwatch wird es künftig möglich sein, an der Kasse zu bezahlen.“ NFC erfüllt hier die Anforderungen im höchsten Maß, um für die Zukunft gerüstet zu sein.