

Geschrieben von
Bella Krug
Was sind ETCs?
ETCs gehören zu den strukturierten Anlageprodukten, rechtlich sind sie Schuldverschreibungen. Sie bilden die Preisentwicklung eines bestimmten Rohstoffs oder Rohstoffindex nach. Sie funktionieren ähnlich wie ETFs, werden also an der Börse gehandelt und können flexibel gekauft oder verkauft werden. Der Basiswert kann ein einzelner Rohstoff oder ein Korb aus mehreren Rohstoffen sein.
ETCs können physisch besichert sein – das bedeutet, dass der zugrunde liegende Rohstoff tatsächlich gelagert wird, etwa in Tresoren bei Edelmetallen wie Gold oder Silber. Alternativ sind sie synthetisch besichert, wobei die Wertentwicklung über Derivate nachgebildet wird.
Warum sind ETCs interessant?
ETCs ermöglichen es Anlegerinnen und Anlegern, an der Preisentwicklung von Rohstoffen teilzuhaben, ohne diese selbst lagern zu müssen. Sie bieten so einen einfachen Zugang zu Märkten, die sonst schwer zugänglich wären, und können helfen, ein Portfolio zu diversifizieren. Besonders Edelmetall-ETCs gelten als Möglichkeit, sich gegen Inflation oder Marktschwankungen abzusichern.
Wie funktionieren ETCs in der Praxis?
ETCs werden wie Aktien an der Börse gehandelt und haben keine feste Laufzeit. Ihr Preis hängt direkt von der Entwicklung des Basiswerts ab. Ein Gold-ETC steigt beispielsweise im Wert, wenn der Goldpreis steigt, und fällt, wenn der Goldpreis sinkt. Bei physisch besicherten ETCs haben Anlegerinnen und Anleger je nach Ausgestaltung Anspruch auf den zugrunde liegenden Rohstoff oder auf dessen Gegenwert.
Welche Risiken gibt es?
Im Gegensatz zu ETFs zählen ETCs nicht zum Sondervermögen. Sie sind rechtlich gesehen Schuldverschreibungen und unterliegen daher dem sogenannten Emittentenrisiko: Wird der Herausgeber insolvent, können Anlegerinnen und Anleger ihr Kapital ganz oder teilweise verlieren. Weitere Risiken sind Kursverluste, Währungsschwankungen (bei in Fremdwährungen notierten ETCs) sowie mögliche Liquiditäts- und Marktrisiken.
Für wen ist das Thema relevant?
ETCs sind für erfahrene Anlegerinnen und Anleger interessant, die ihr Portfolio gezielt um Rohstoffe erweitern wollen. Sie eignen sich weniger als alleinige Anlageform oder kurzfristige Spekulation, sondern eher zur Diversifikation und Absicherung gegen Markt- oder Inflationsrisiken.
Beispiel aus dem Alltag
Eine Anlegerin möchte in Gold investieren, ohne das Edelmetall physisch zu kaufen und zu lagern. Sie entscheidet sich für einen physisch besicherten Gold-ETC. Steigt der Goldpreis um 10 Prozent, steigt auch der Wert ihres ETCs um etwa denselben Betrag. Sinkt der Goldpreis, verliert der ETC entsprechend an Wert.





