Dogecoins – Witz oder virtuelle Wundermünze?

Kryptowährung aus der zweiten Reihe im Höhenflug

Bei virtuellen Währungen denken die meisten Menschen zuerst an Bitcoins oder Ethereum. Doch nun hat eine relativ junge digitale Devise auf sich aufmerksam gemacht: der Dogecoin, inspiriert von einer japanischen Hunderasse. Der neue Trend in der Kryptowelt wurde mitangestachelt von Tesla-Chef Elon Musk – und gehört nun zu den zehn größten digitalen Währungen.

Illustration eines winkenden Shiba Inu-Hundes mit Münzen

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die digitale Münze Dogecoin geht auf eine japanische Hunderasse zurück.
  • Die Erfinder sahen die Kryptowährung ursprünglich als Parodie auf den Bitcoin-Hype.
  • Anfang 2021 steigerte der Dogecoin seinen Kurs – angetrieben von Prominenten wie Elon Musk – zeitweise um 900 Prozent.
  • Anders als beim Bitcoin ist die Anzahl der Dogecoins unbegrenzt.
  • Mit einem erneuten Absturz von zwischenzeitlich 40 Prozent ist vorerst kein nachhaltiges Hoch zu erwarten.

Kennen Sie die japanische Hunderasse Shiba Inu? Nein? Dann vielleicht aber das Meme dieses Hundes, das eine Zeit lang im Internet Furore machte. Spätestens seit Anfang 2021 sind Shiba Inus nicht nur Tierliebhaberinnen und -liebhabern ein Begriff. Denn sie zieren das Logo einer der derzeit begehrtesten Kryptowährungen: Dogecoin.

Gestartet als Satire

Bei seiner Einführung im Jahr 2013 war der Dogecoin nichts weiter als eine Parodie. Seine Erfinder, die Software-Ingenieure Billy Markus von IBM und Jackson Palmer von Adobe, reagierten damit auf den Hype um die Bitcoin-Szene. Mit Dogecoin wollten sie die damals am meisten diskutierten Themen der Netzgemeinde kombinieren: „Doge“-Memes und Bitcoins.

Inzwischen macht der Dogecoin nicht mehr als Spaßwährung, sondern als Tipp in der Kryptobranche von sich reden. Befeuert wird der aktuelle Kursanstieg von Tesla-Chef Elon Musk und ein paar anderen Prominenten, wie etwa dem Bassisten der Rockgruppe Kiss, Lee Simmons, oder dem Rapper Snoop Dogg.

Neuer Trend in der Welt der virtuellen Währungen?

Sie twitterten Anfang Februar 2021, dass sie Fans des Dogecoins seien – und sorgten gemeinsam mit ihren Millionen Followern für einen neuen Trend in der Krypto-Welt. Vor allem die Tweets von Elon Musk, der vielen Menschen als Inbegriff eines erfolgreichen Geschäftsmannes gilt, hatten einen riesigen Einfluss auf den Kurs der digitalen Devise.

Bei der Einführung vor knapp acht Jahren notierte der Kurs des Dogecoins bei 0,000232 US-Dollar – also nah an der Nullgrenze. Lange Zeit gab es keine weiteren Entwicklungen. Während des Krypto-Hypes im Januar 2018 überschritt der Kurs die Marke von einem US-Cent, rutschte danach aber wieder deutlich darunter.

Wie alle anderen Kryptowährungen unterliegt der Dogecoin einer starken Volatilität: Im Februar 2020 betrug der Kurs 0,0025 US-Dollar. Im Juli verdoppelte er sich innerhalb weniger Tage von 0,0023 auf 0,0045 US-Dollar. Dann rutschte er wieder auf 0,0030 US-Dollar ab und ging bis Anfang November 2020 auf 0,0025 US-Dollar zurück – also einen Viertel US-Cent.

Achterbahnfahrt mit einem Zuwachs von 900 Prozent in der Spitze

Anfang Januar 2021 verdoppelte sich der Kurs von einem halben auf gut einen US-Cent bevor die Rallye, ausgelöst von den Tweets, den Dogecoin auf ein Allzeithoch von knapp 8 US-Cent brachte.

Dies folgte auf einen Anstieg von mehr als 900 Prozent am 29. Januar, als der Coin ein Allzeithoch markierte, bevor er wieder zurückfiel. Dabei übertraf sein Handelsvolumen sogar das des Bitcoin.

128 Milliarden digitale Münzen im Umlauf

In nur wenigen Wochen stieg die Marktkapitalisierung des Dogecoin auf zehn Milliarden US-Dollar. Kryptowährungsanalysten sagen, dass sein Kurs zwar zunächst 10 US-Cent erreichen könnte. Für Ende März prognostizieren sie aber wieder einen Rückgang auf 3 US-Cent. Im Jahr 2025 könnte der Preis dann bei 15 und 2028 bei knapp 24 US-Cent notieren.

Die Produktion von Dogecoin ist – anders als beim Bitcoin – nicht gedeckelt. Gegenwärtig sind mehr als 128 Milliarden virtuelle Münzen im Umlauf. Nutzerinnen und Nutzer können unbegrenzt durch „Mining“, also digitales Schürfen, zusätzliche Coins generieren. Zum Vergleich: Beim Bitcoin ist das Volumen auf 21 Millionen Coins begrenzt. Aufgrund einer einfacheren Verschlüsselung können „Mining“ und Transaktionen mit Dogecoins außerdem wesentlich schneller abgewickelt werden als mit Bitcoins.

Der niedrige Preis des Dogecoin macht ihn beliebt für kleine Transaktionen in Social-Media-Communities. Gehandelt wird er mittlerweile auf drei Krypto-Börsen: Binance, Bitfinex und OKEx. So können umso mehr Menschen in Dogecoin investieren. Das fördert sein hohes Handelsvolumen.

Kryptokurse: anfällig für schnelle, starke Preisänderungen

Das jüngste Kurshoch basiert neben der Aufmerksamkeit der berühmten Dogecoin-Unterstützer Musk, Simmons und Snoop Dogg auf Trader-Netzwerken in den sozialen Medien. Vor allem ein Tweet des Accounts „WBS Chairman“ mit der Frage „War Doge schon mal bei einem Dollar?“ soll die Kursentwicklungen Anfang 2021 mit angefacht haben.

Auch in der Gruppe „Satoshi Street Bets“ der Internetplattform Reddit avancierten Dogecoins vorübergehend zu einer beliebten Empfehlung. Ein User postete im Februar sogar den Link zu einer Petition, in der Tesla aufgefordert wird, auch Dogecoin zu akzeptieren. Zuvor hatte Elon Musks E-Autobauer angekündigt, künftig Bitcoin-Zahlungen anzunehmen.

Analysten und Analystinnen bezweifeln aber, dass sich die Hoffnung vieler Anlegerinnen und Anleger erfüllt, den Dogecoin bald auf einen Wert von einem US-Dollar zu heben. Kursschwankungen nach dem Rekordhoch mit einem Absturz von zwischenzeitlich 40 Prozent lassen ihnen zufolge so schnell nicht auf ein längerfristiges Hoch schließen.


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