Sind Dividenden die neuen Zinsen?

Was Dividenden auszeichnet und wie Sie diese sinnvoll zum Vermögensaufbau nutzen

In Zeiten niedriger Zinsen suchen Geldanleger nach Alternativen zu Tagesgeld und Anleihen. Globale Dividenden entwickelten sich in den vergangenen Jahren konstant positiv. Wie Sie diesen Trend nutzen, erklären wir hier.

Aktuell erreichen die großen deutschen Konzerne mit ihren Ausschüttungen im Schnitt rund 3 Prozent Dividendenrendite. Dieser Wert ist in den vergangenen Jahren erstaunlicherweise stabil geblieben.
Joachim Schallmayer, Anlagestratege der Deka

Anleger in Deutschland scheuen immer noch das Investieren in Aktien. Aus Sorge Geld zu verlieren, weichen sie auf vermeintlich sichere Anlagen wie Tagesgeld oder Sparbuch aus.  In Zeiten historisch niedriger Zinsen bieten diese Anlageformen jedoch praktischen keinen Ertrag.

Auch Anleihen sind kaum noch eine Alternative: Staatsanleihen mit bester Bonität wie etwa deutsche Bundesanleihen werfen selbst bei einer längeren Laufzeit von zehn Jahren derzeit nur geringe jährliche Zinserträge ab.

Wer sein Vermögen im aktuellen Niedrigzinsumfeld sinnvoll anlegen will, braucht eine höhere Rendite. Eine gute Alternative zur Investition Ihres Geldes kann die sogenannte Dividendenstrategie sein: das Investieren in dividendenstarke Aktientitel.

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Euro

schütteten deutsche Unternehmen im Dividenden-Rekordjahr 2019 aus

Was ist eine Dividende?

Mit einer Dividende beteiligt eine Aktiengesellschaft ihre Anleger am Gewinn. Das geschieht mit einer jährlichen Ausschüttung, auch Dividende genannt. Indem Sie Aktien kaufen, können Sie an den Dividendenzahlungen teilhaben.

Dividenden sind vor allem für Sparer interessant, die ihr Vermögen langfristig und nachhaltig aufbauen wollen. Auf lange Sicht weisen Aktien im Vergleich zu Anleihen eine höhere Rendite auf. Dies macht sich vor allem bei einem langfristigen Anlagehorizont bemerkbar. 

Dividenden spielen also eine maßgebliche Rolle bei Ihrem Vermögensaufbau. Anleger sollten neben einem langen Anlagehorizont auch ein höheres Risikobewusstsein mitbringen. Der Effekt einer höheren Rendite aufgrund einer langfristigen Planung ist beträchtlich.

Was ist eine Dividendenrendite und warum zahlt ein Unternehmen sie?

Dividenden sind eine Form der Gewinnbeteiligung. Jedes Unternehmen strebt an, Gewinn zu erwirtschaften. Einen Teil des Gewinns nutzt es in der Regel, um in das eigene Unternehmen zu investieren. Der Rest wird an die Unternehmensteilhaber, also an die Aktionäre, verteilt – für jede Aktie erhalten diese dann eine sogenannte Dividende.

Und was ist die Dividendenrendite? Diese vergleichen manche mit dem Zins. Sie sagt aus, wie viel Geld der Anleger am Ende erhält.

Im Durchschnitt schütten Unternehmen in Deutschland rund 40 Prozent des Gewinns als Dividende an ihre Anleger aus.

 

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Prozent

ihres Gewinns schütten Unternehmen in Deutschland als Dividende an ihre Anleger aus

Inhaber von Fonds partizipieren an den Dividendenzahlungen vieler Unternehmen. Damit sind vor allem zwei Vorteile für die Anleger verbunden: Zum einen funktionieren Dividenden als Risikopuffer. Im Falle von Kursrückgängen kann der Wertverlust mit ihrer Hilfe aufgefangen beziehungsweise minimiert werden. Zum anderen generieren die Ausschüttungen der Unternehmen laufende Erträge.

Viele Dax-Unternehmen bekennen sich zu einer Politik nachhaltig steigender Dividenden, unabhängig von Konjunkturschwankungen. Das nützt auch der Stabilität des Aktienkurses – und damit dem Anleger.

Dividendenzahlungen gelten weltweit als ein Merkmal für gesunde Unternehmen. Nach bereits sehr erfolgreichen Dividendenjahren gehen Experten von einer weiteren positiven Entwicklung der Dividendenzahlungen weltweit aus.

Anleger sollten jedoch beachten, dass Dividendenausschüttungen in der Vergangenheit kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Dividendenentwicklung sind. Ein Rückgang der Dividendenrendite kann nicht ausgeschlossen werden.

Dividenden

Zahlen alle Aktiengesellschaften Dividenden?

Nicht alle Unternehmen zahlen eine Dividende. Denn: Gewinne müssen nicht ausgeschüttet werden. Rund 40 Prozent der internationalen Unternehmen und sogar 60 Prozent der US-Firmen zahlen gar keine Dividende.

Dazu gehören viele Tech-Firmen wie Google oder Amazon. Sie investieren ihre gesamten Geldbestände wieder ins Geschäft. Das kann strategische Gründe haben: Unternehmen investieren das Geld lieber in sich selbst, um schneller wachsen zu können.

Dividende im Überblick:

  • Dividendenrenditen sind aktuell häufig höher als die Renditen von Staats- und Unternehmensanleihen. Da die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen immer weiter gesenkt hat, sind Anleihen im Vergleich zu Aktien zunehmend unattraktiv geworden.
  • Dividendenstarke Aktien haben in der Regel eine geringere Schwankungsbreite als der breite Aktienmarkt. Sie kommen häufig aus defensiven, substanzstarken Sektoren.
  • Viele Unternehmen stehen ausgezeichnet da: Gesunde Bilanzen, rekordhohe Barmittelbestände und überwiegend positive Geschäftsaussichten bieten genügend Raum für positive Erträge.
  • Dividendenstarke Aktien sind ein wichtiger Bestandteil der Aktienrendite: Historisch betrachtet kommen 30 bis 40 Prozent der Erträge aus Dividendenzahlungen.
  • Das Thema Dividendenausschüttungen spielt nicht nur in Deutschland beziehungsweise Europa eine bedeutende Rolle: Auch in Ländern wie den USA wird dies immer wichtiger.

Worauf sollten Sie achten?

Dividendenaktien gelten zwar als wertkonservative Anlage, doch die höchste Ausschüttungssumme nützt wenig, wenn der Kurs zugleich auf Sinkflug geht.

Die Dividendenrendite, wie sie etwa bei Börsen-Datenbanken veröffentlicht wird, bezieht sich in der Regel auf die zuletzt gezahlten Dividenden. Diese müssen nicht immer die Realität der aktuellen geschäftlichen Lage des Unternehmens abbilden. Anlegende sollten also die aktuellen Zahlen des Unternehmens kennen.

Ein normaler Anleger kann dies kaum leisten. Umso wichtiger ist eine professionelle Beratung. Wer in aktiv gemangte Dividendenfonds investiert, minimiert das Risiko von Einzelaktien.

Erfahrene Fondsmanager kennen die Unternehmenskennzahlen und wissen, wo die Risiken liegen. Ihr Wertpapier-Berater bei den Sparkassen hilft Ihnen mit aktuellen Informationen weiter.

Wie errechnet sich Ihre Dividendenrendite?

Die Höhe der Dividende hängt zunächst davon ab, wie viel Geld in der Kasse des Unternehmens ist. Auf dieser Basis macht der Vorstand der Aktiengesellschaft einen Dividendenvorschlag. Auf der Hauptversammlung stimmen die Aktionäre dann mit einfacher Mehrheit darüber ab, ob sie diesen Dividendenvorschlag annehmen oder nicht.

Die Dividendenrendite berechnet sich durch den Aktienkurs. Das bedeutet: Sie wird berechnet, indem man die vereinbarte Dividende durch den aktuellen Aktienkurs dividiert. Das Ergebnis wird anschließend mit dem Faktor 100 multipliziert.

Bleistift Illustration
Rechenbeispiel Dividendenrendite
Aktienkurs pro Aktie
 14 Euro
Dividende    0,50 Euro
Dividendenrendite  0,50 Euro : 14 Euro = 0,357
0,357 x 100 = 3,57 Prozent
Ergebnis  3,57 Prozent Dividendenrendite

In unserem Beispiel erhalten Sie also 3,57 Prozent Dividendenrendite für jeden Euro, den Sie in Form von Aktien in das Unternehmen investiert haben.

Eine hohe Dividende ist in der Regel ein wichtiges Qualitätsmerkmal für eine Aktie. Je nach Erfolg des Unternehmens schwankt die Ausschüttung über die Jahre. Ist die Dividendenrendite nachhaltig attraktiv, wirkt sich dies durchaus stabilisierend auf den Aktienkurs aus.

Verdopplung der Gewinnbeteiligung
Euro

an Dividenden entfielen allein 2019 auf Dax-Unternehmen

Fazit

Die Renditen von Dividenden sind im Vergleich zu den Zinsen von Bundes- oder Unternehmensanleihen oft sehr erfreulich. Doch für den normalen Anleger ist nicht einfach zu entscheiden, welche Unternehmen langfristig die besten Dividenden-Perspektiven bieten.

Entscheidend ist die Qualität. Umso besser, wenn sich ein erfahrenes Fondsmanagement-Team die Unternehmen gründlich anschaut. In Dividenden-Fonds wählen professionelle Fondsmanager die aussichtsreichsten Werte aus. Durch die breite Streuung der Investition auf viele Unternehmen wird das Risiko zusätzlich gemindert.

Anleger sollten sich also nicht allein an der Dividendenhöhe orientieren. Breit gestreute Fonds, mit denen Sie nachhaltig an der Dynamik des Kapitalmarkts teilhaben können, kommen insbesondere für Ihren Vermögensaufbau in Frage. Eine gute Dividendenstrategie ergänzt Ihr Portfolio.

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