Energetische Sanierung: Diese 10 Dinge müssen Sie wissen

Wir geben Ihnen Tipps für Planung, Fördermittel & Partner

Wer den Energieverbrauch seines Eigenheims spürbar senken will, kommt um eine energetische Sanierung nicht herum. Vor allem ältere Gebäude haben oft eine schlechte Energieeffizienz. Das belastet die Haushaltskasse, aber auch die Umwelt. Eine energetische Gebäudesanierung zahlt sich aus.

1. Was ist eine energetische Sanierung?

Eine energetische Sanierung macht ein Gebäude energetisch fit: Der Energieverbrauch für Heizung, Warmwasseraufbereitung und Belüftung wird durch gezielte bauliche Maßnahmen minimiert. Das senkt die Energiekosten spürbar – für Immobilienbesitzerinnen und -besitzer wie auch für Mieterinnen und Mieter. Angesichts steigender Energiepreise ist das ein wichtiges Argument für eine energetische Sanierung. Gleichzeitig leisten Eigentümerinnen und Eigentümer so einen wertvollen Beitrag für die Umwelt. Denn die Sanierung reduziert den CO2-Ausstoß und fördert den Einsatz erneuerbarer Energien.

2. Was gehört alles zu einer energetischen Sanierung dazu?

Sie können durch verschiedene Maßnahmen den Energiebedarf Ihrer Immobilie senken. Dazu gehören unter anderem:

  • Maßnahmen zur Wärmedämmung (vor allem Außenwände, Dachdämmung, Dämmung der Kellerdecke)
  • der Austausch alter und undichter Fenster und Außentüren
  • der Einbau einer neuen, modernen Heizung
  • die Integration von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung

Welche Maßnahmen notwendig und sinnvoll sind, hängt immer von den konkreten Gegebenheiten ab.

3. Lohnt sich eine energetische Sanierung?

Ja, wenn die Sanierung beziehungsweise Modernisierung fachgerecht gemacht wird.

Eine Wärmedämmung der Außenfassade und des Daches spart bis zu 30 Prozent der Energiekosten. Wie viel Sie genau einsparen können, hängt allerdings auch von Zustand und Material des Bauwerks ab. Eine neue Heizungsanlage mit Wärmepumpe, Brennwerttechnik oder Holzpelletofen kann die Energiekosten um circa 25 Prozent senken.

Was für eine Ihre Immobilie sinnvoll und machbar ist, sollten Sie vorab mit einer Expertin oder einem Experten klären.

Ein niedriger Energieverbrauch entlastet die Umwelt und ist gut für den Klimaschutz. Mit einer energetischen Sanierung verbessern Sie aber auch die Wohnqualität in Ihrem Zuhause. Und Sie steigern den Wert Ihrer Immobilie. Häuser und Eigentumswohnungen, die energetisch fit sind, verkaufen sich besser als Immobilien mit einer schlechten Energieeffizienz.

4. Wann ist eine energetische Sanierung Pflicht?

Aufgrund der Energieeinsparverordnung (EnEV) haben Käuferinnen und Käufer einer Bestandsimmobilie die Pflicht zur energetischen Sanierung. Das betrifft insbesondere Ein- und Zweifamilienhäuser, die vor dem 1. Februar 2002 gebaut wurden. Käuferinnen und KäuferKäufer sollten wissen, dass sie innerhalb von zwei Jahren nach dem Einzug zu einer Sanierung verpflichtet sein können, wenn die entsprechenden Standards nicht eingehalten werden.

Das betrifft:

  • den Austausch der alten Heizung
  • die Dämmung von Rohrleitungen
  • die Dämmungen des Daches oder des Dachbodens

Öl- und Gasheizungen dürfen nach 30 Jahren Laufzeit nicht mehr betrieben werden. Die Sanierungspflicht betrifft sogenannte Standard- und Konstanttemperaturkessel. Niedertemperatur- und Brennwerttechnik betrifft das nicht.

In kalten Kellern ist die Dämmung von Heizungs- und Warmwasserleitungen Pflicht. Nach der EnEV müssen Hauskäuferinnen und Käufer die oberste Geschossdecke oder wahlweise das Dach eines Altbaus dämmen.

Gebäude, die nach dem 1. Februar 2002 errichtet wurden, erfüllen bereits gewisse Anforderungen der EnEV. Daher ist der Sanierungsbedarf meist nicht groß. Aber auch bei Häusern, die im Jahr 2000 entstanden sind, reicht die Dämmung in der Regel aus.

Altbau-Eigentümerinnen und -eigentümer sind übrigens nicht gezwungen, ihr Haus umfassend energetisch zu sanieren. Beauftragen sie allerdings Sanierungsarbeiten, müssen diese den Vorgaben der EnEV entsprechen.

Mehr Informationen zur Energieeinsparverordnung bekommen Sie hier: co2online.de

Ein frisch sanierter Dachboden

5. Wie gehe ich vor, wenn ich energetisch sanieren möchte?

Zunächst muss festgestellt werden, wo die energetischen Schwachstellen Ihrer Immobilie liegen. Undichte Fenster? Eine veraltete Heizanlage? Schlechte Wärmedämmung? Um die Energiefresser aufzuspüren, sollten Sie von Anfang an einen Experten oder eine Expertin miteinbeziehen. Dieser oder diese ermittelt mittels Energiecheck, wo es Optimierungsmöglichkeiten gibt, was sie kosten und was sie bringen können.

Gemeinsam mit dem Fachmann oder der Fachfrau legen Sie dann den Fahrplan für Ihr energetisch optimiertes Zuhause fest. Brauchen Sie eine neue Heizung? Können Sie erneuerbare Energien nutzen? Was muss am dringendsten getan werden? Was kann noch warten?

Wichtig ist ein energetisches Gesamtkonzept für Ihre Immobilie. Denn erneuern Sie beispielsweise nur die Heizung, aber die Fassade ist undicht, wird weiterhin Energie verschwendet.

Idealerweise erfolgt die energetische Sanierung von außen nach innen. Ist die Gebäudehülle dicht, bringt das schon eine Menge. Sie brauchen neue Fenster? Dann können Sie das vielleicht gleich mit einem verbesserten Einbruchschutz kombinieren.

Auch die Kosten für die energetische Sanierung oder Modernisierung sollten Sie von Anfang an auf dem Schirm haben. Wie wollen Sie das Projekt finanzieren? Welche Fördermittel können Sie nutzen. Ansprechpartnerinnen für die Finanzierung sind zum Beispiel Ihre Sparkasse oder die Landesbausparkasse (LBS).

Hilfreich für Käuferinnen und Käufer einer Gebrauchtimmobilie ist der Energieausweis. Der Verkäufer beziehungsweise die Verkäuferin muss ihn bei einer Hausbesichtigung vorweisen. Der Ausweis liefert wertvolle Hinweise zum energetischen Zustand des Objekts.

Tipp: Lassen Sie schon vor der Kaufentscheidung checken, wie groß und kostenintensiv der Sanierungsbedarf für das Gebäude ist.

6. Wo finde ich Ansprechpartnerinnen oder Ansprechpartner für die energetische Sanierung meines Eigenheims?

Ansprechpartnerin oder -partner für die energetische Sanierung sollte zunächst ein professioneller Energieberater oder eine -beraterin sein.

Möchten Sie Fördermittel aus einem Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) nutzen? Dann wenden Sie sich am besten gleich an Expertinnen oder Experten für die Förderprogramme des Bundes zur Energieeffizienz in Wohngebäuden.

Expertinnen oder Experten für die Förderprogramme des Bundes zur Energieeffizienz in Wohngebäuden.

Energieberaterinnen oder -berater finden Sie zum Beispiel bei der LBS, bei einer Verbraucherzentrale, beim TÜV oder dem Bauherren-Schutzbund e. V.

Zur Finanzierung berät Sie Ihre Sparkasse beziehungsweise die LBS.

7. Was kostet eine energetische Sanierung?

Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Die Kosten hängen von den konkret geplanten Maßnahmen ab. Ganz klar: Je umfangreicher die Maßnahmen, desto höher die Kosten.

Die folgende interaktive Grafik zeigt Durchschnittswerte und dient der Orientierung.

(Quelle der Kostenschätzung und Energieersparnis: LBS)

8. Wie finanziere ich mein Vorhaben?

Ihre Sparkasse unterstützt Sie gern bei der Finanzierung einer energetischen Sanierung. Für kleinere und mittlere Investitionen können Sie einen Sparkassen-Privatkredit nutzen, für große Projekte einen Modernisierungskredit bezieungsweise eine Sparkassen-Baufinanzierung.

Auch die LBS bietet für die energetische Sanierung einen Modernisierungskredit an.

Bei der Finanzierungsberatung erfahren Sie auch, ob und welche Fördermittel für Sie infrage kommen.

9. Welche Fördermittel kann ich nutzen?

Für die energetische Sanierung gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten. Die KfW bietet zinsgünstige Kredite und Investitionszuschüsse an.

Für energetische Sanierungen gibt es seit dem 1. Juli 2021 mehr Geld

Die „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“ ersetzt die bisherige Förderung – die Neuigkeiten im Überblick:

  • Die bisherigen Förderungen der KfW und des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für die Energieeffizienz von Gebäuden und die Nutzung erneuerbarer Wärme werden neu geordnet, gebündelt und übersichtlicher gestaltet.
  • Das neue Bundesförderprogramm enthält nur noch drei statt der ehemals zehn Teilprogramme: Wohngebäude, Nichtwohngebäude und Einzelmaßnahmen.
  • Energieeffizienz und Nachhaltigkeit werden gezielt höher gefördert.
  • Digitalisierungsmaßnahmen, wie zum Beispiel intelligente Gas-, Wasser- oder Stromzähler, werden erstmalig eigenständig gefördert.

Weitere Infos finden Sie hier.

Die neuen Förderprodukte der BEG für energetische Sanierungen:

WohngebäudeKredit (261, 262)
WohngebäudeZuschuss (461)

Bitte beachten Sie, dass eine energetische Fachberatung bei KfW-Fördermittel Pflicht ist.

Übrigens: Wenn Sie mithilfe einer Energieeffizienz-Expertin oder einem -Experten einen Sanierungsfahrplan erstellen, erhalten Sie 5 Prozent Extrazuschuss von der KfW. Sie können dann maximal 15 Jahre lang alles so sanieren, bis Sie die gewünschte Effizienzhaus-Stufe erreicht haben.

Auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert die energetische Sanierung. Hier gibt es zum Beispiel Zuschüsse für Anlagen zur Wärmeerzeugung, zum Beispiel Wärmepumpen und Biomasseheizungen.

Erkundigen Sie sich bei Ihrer Sparkasse auch nach regionalen Fördermitteln.

10. Wie und wo beantrage ich die Fördermittel?

Um in den Genuss von Fördermitteln zu kommen, müssen Sie einen Antrag stellen und die Bestätigung abwarten. Sie dürfen noch nicht mit den Sanierungen begonnen haben.

KfW-Förderkredite beantragen Sie in der Regel bei Ihrem Kreditinstitut.

Seit dem 02.01.2021 können Sie die Zuschüsse für die BEG-Einzelmaßnahmen beim BAFA beantragen. Seit dem 01.07.2021 können Sie die Kreditförderung für die BEG-Einzelmaßnahmen sowie eine Kredit- oder Zuschussförderung für Vollsanierungen bei der KfW beantragen. Gegebenenfalls geht das auch über eine Sachverständige oder einen Sachverständigen über Ihre Hausbank.


Setzen Sie Ihre Sanierung um – mit der passenden Finanzierung.