Rente planen mit Fonds: In nur 3 Schritten zur privaten Altersvorsorge

Wie viel Geld Sie im Alter brauchen und wie Sie effizient vorsorgen

Gesucht wird: der Wohlruhestand. Sich zurücklehnen und zu wissen, gut versorgt zu sein: Das wünschen sich die meisten Menschen. Doch vielen von uns fällt es schwer, die eigene Altersvorsorge anzugehen. Wir zeigen Ihnen, wie es geht.

Wollen Sie ihr Geld langfristig anlegen, sieht es derzeit düster aus. In den kommenden Jahren wird es keine nennenswerten Zinsen geben. Wer sein Geld in Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld steckt, muss sogar mit Geldverlust rechnen. Wer dennoch Überschuss erwirtschaftet, auf den wartet die Inflation.

Die Lösung kann aber nicht darin liegen, sein Geld möglichst schnell auszugeben. Wichtig ist vielmehr, auf renditestarke Produkte auszuweichen. Wer sinnvoll sparen will, kommt an Fonds nicht vorbei. Besonders das Sparen zur Altersvorsorge funktioniert ohne Aktien, Anleihen oder eben Fonds kaum noch.

Wertpapiere sollten deshalb einen Teil der privaten Vorsorge ausmachen. Investmentfonds sind dabei die einfachste Möglichkeit, angelegtes Geld auf viele Aktien und Firmen zu verteilen.

Aber Fonds sind eben auch keine Sache, die per Smalltalk zu erledigen ist. Bei vielen Menschen lösen Gedanken an Aktien immer noch diffuse Ängste über Kursstürze an der Börse und Staatspleiten aus. Wie machen Sie es richtig?

Illustration: Frau sieht Bäume als Sinnbild für ihr Vermögen wachsen

Erster Schritt: Rechnen Sie aus, wie viel Geld Sie im Alter brauchen

Miete, Auto, Versicherungen, Essen, Trinken: Auch im Alter brauchen Sie dafür Geld

80 Prozent von unserem letzten Gehalt benötigen wir, um im Alter gut leben zu können. Das ist die Faustregel.  Wer in Rente geht, gibt sein Geld meist etwas anders aus als bisher. Die meisten haben bis dahin ihr Haus abbezahlt, die Kinder stehen finanziell auf eigenen Beinen und Aufwendungen für den Beruf sind nicht mehr notwendig.

Sicher ist: Ihre zu erwartende Rente wird nicht ansatzweise so hoch sein wie Ihr Verdienst. Auch nicht, wenn Sie durchgängig arbeiten. Schon heute ist es so, dass die gesetzliche Rente durchschnittlich gerade einmal 44,7 Prozent des letzten Bruttogehalts ausmacht.

Beispiel: Angenommen Sie verdienen monatlich 2.500 Euro. Um Ihren Lebensstandard im Alter halten zu können, empfehlen sich dafür circa 80 Prozent Ihres Nettoeinkommens. In unserem Beispiel sind das 2.000 Euro. Die regelmäßigen Rentenzahlungen, mit denen Sie rechnen können, liegen aber nur bei 1.117,50 Euro.

Wenn Sie Glück haben, erhalten Sie darüber hinaus noch eine Betriebsrente. Im Schnitt liegt das Versorgungsniveau von Betriebsrenten bei 4,6 Prozent des letzten Grundgehalts, ermittelte das Deutsche Institut für Altersvorsorge.

Das bedeutet: Am Schluss bleiben noch rund 30 Prozent Ihres letzten Gehalts übrig, die Sie für Ihr Alter ansparen müssen. In unserem Beispiel entspricht das einer privaten zusätzlichen Rente von 750 Euro monatlich.

Zweiter Schritt: Prüfen Sie Ihren Zeithorizont und planen Sie langfristig

Die gute Nachricht ist: Sie haben viel Zeit. Die schlechte: Sie sollten früh anfangen. Schieben Sie das Fondssparen nicht jahrzehntelang auf. Am besten legen Sie Ihr Geld nämlich nicht nur zehn Jahre, sondern gleich 20 bis 30 Jahre vor ihrem Rentenbeginn an. Erst dann kommt der Zinseszinseffekt richtig zum Tragen.

Mit Investmentfonds lassen Sie alle anderen Sparformen hinter sich. Fonds haben eine große Stärke: Ihr Verlustrisiko ist gering. Zwar bestehen Schwankungsrisiken, aber je länger Sie die Börsenpapiere halten, desto geringer ist das Verlustrisiko. Nach 15 Jahren tendiert es gegen null, wie das VZ Vermögenszentrum ermittelt hat.

Rechenbeispiel Fondssparen: So wirkt sich die Rendite bei regelmäßigem Sparen aus

Schon kleine Beträge, die regelmäßig in Aktien gespart werden, zahlen sich langfristig aus – ohne dass man dabei übermäßige Risiken eingehen müsste. So konnte ein Sparplan seit Start des Deutschen Aktienindex im Jahr 1988 bis heute eine jährliche Rendite von fast 8 Prozent auf das angelegte Geld erwirtschaften.

Wer also 30 Jahre lang 50 Euro im Monat – insgesamt 18.000 Euro – in Dax-Aktien sparte, kann sich jetzt über ein Vermögen von knapp 70.000 Euro freuen. Diese Summe reicht beispielsweise, um 20 Jahre lang eine monatliche Extra-Rente von nahezu 300 Euro ausgezahlt zu bekommen – kleiner Einsatz, große Wirkung.

Bitte beachten Sie: Die frühere Wertentwicklung ist kein zuverlässiger Indikator für die künftige Wertentwicklung. Niemand kann gewährleisten, dass sich diese überdurchschnittlichen Renditen aus der Vergangenheit so in Zukunft wiederholen werden. Aber im Vergleich zu sicheren null Prozent bei vielen anderen Sparformen wird das Aktiensparen zur interessanten Alternative.

Wie Sie vorsorgen, ist letztlich Ihnen überlassen. Es empfiehlt sich jedoch, zu Beginn vor allem die staatlich geförderten Vorsorgeformen abzuklopfen. Entscheiden Sie sich beispielsweise für eine Riester-Rente mit Fonds, gibt Ihnen der Staat Geld dazu. Bei einer betrieblichen Altersvorsorge tut Ihr Arbeitgeber etwas für Ihre Rente.

Dritter Schritt: Klären Sie Ihr Budget und sparen Sie monatlich

In praktisch alle Fonds lässt sich schon ab Beträgen von 25 Euro im Monat investieren. Auch für jüngere Menschen, die am Anfang ihrer beruflichen Karriere stehen und noch nicht so viel verdienen, gibt es also Einstiegsmöglichkeiten.

Sicher, auch Fonds unterliegen den Marktrisiken. Diese sind jedoch deutlich geringer als beim Kauf einer einzelnen Aktie. Der Anleger kauft nämlich nicht – wie bei einem klassischen Aktienkauf – nur ein oder zwei Papiere und macht sich damit vom Erfolg einzelner Unternehmen abhängig. Sondern er wählt ein großes Portfolio an vielen Aktien von Konzernen aus unterschiedlichen Branchen.

Illustration: Ein Fonds besteht aus vielen Aktien

Konservative Aktienanleger können die Beteiligungen weltweit streuen. Und so ist es bei schwachen Kursen auch mal drin, günstig einzukaufen. Wenn die Kurse stark einbrechen und sich das kurzfristig auf den eigenen Fonds auswirkt, heißt es: Nerven behalten. Solche Durststrecken werden von der langen Laufzeit und durch das schrittweise Einzahlen abgefangen.

Wer schon etwas weiter ist und am Ende seines Fonds-Sparplans steht, muss außerdem nicht zwingend all seine Aktienfonds mit Anbruch des Ruhestands komplett verkaufen.  Stehen die Kurse an den Märkten für sein Fonds-Paket gerade nicht günstig, kann er die Fonds behalten.

Erträge aus steigenden Kursen fließen dann neben der gesetzlichen Rente, weiteren privaten Vorsorgemodellen oder einer Betriebsrente in den Lebensunterhalt. Der Aktienanteil wird hingegen in kleinen Schritten über die Jahre verkleinert. Die Erlöse daraus stehen dann ebenfalls für den Lebensunterhalt zur Verfügung.

Im Vorfeld der Rentenzeit gibt es außerdem noch genügend Gelegenheiten, den eigenen Fonds in schwankungsärmere Anlagen und Anleihen umzuschichten. Oder Sie lassen das durch ein passendes Fondsspar-Modell automatisch und meist kostenfrei erledigen.  

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