Taschengeld für Ihr Kind

Ab wann? Wofür? Und wie viel? – Tipps und Empfehlungen für einen angemessenen Umgang

Ob Eltern ihren Kindern Taschengeld zahlen oder nicht, ist allein ihre Entscheidung. Gesetzliche Regelungen dazu gibt es nicht. Taschengeld ist allerdings wichtig, damit Kinder schon früh lernen, verantwortungsbewusst mit Geld umzugehen. Wir haben alles Wissenswerte rund ums Thema Taschengeld für Sie zusammengetragen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Taschengeld wirkt sich positiv auf den Umgang mit Geld aus.
  • Kinder lernen schon früh, Verantwortung für eigene Finanzen zu tragen.
  • Schon die Kleinsten lernen wirtschaftliche Zusammenhänge auf diese Weise kennen.

Wichtige Lernlektionen für Kinder: Taschengeld erfüllt mehrere Zwecke

Ein Eis auf dem Nachhauseweg, Popcorn im Kino, das aktuelle Lieblingscomicheft oder einfach ein neues Spielzeug: Kinder und Jugendliche können sich mit ihrem Taschengeld Wünsche einfach selbst erfüllen. Wird die Taschengeldgabe von den Eltern gut begleitet, erlangen Kinder nicht nur ein Verständnis für den verantwortungsvollen Umgang mit Geld. Sie lernen auch, selbst Entscheidungen zu treffen, beispielsweise darüber, ob die eigenen Anschaffungen nötig waren oder nicht, Preise zu vergleichen, und wie sie Geld sinnvoll einteilen. Zudem haben Sie einen ersten Anteil am Wirtschaftsleben – ohne Kontrolle von Autoritäten.

file
Prozent

aller 4- bis 13-Jährigen dürfen ihr Taschengeld selbstständig ausgeben

Taschengeldzahlung: wie oft, wie hoch und ab welchem Alter

Das Wichtigste beim Taschengeld ist nicht die Höhe, sondern ein pünktlicher und regelmäßiger Auszahlungstermin – unabhängig vom Verhalten der Kinder. Ihr Nachwuchs sollte Sie nicht erst an den Termin erinnern müssen.  

Je nach Entwicklung des Kindes kann Taschengeld ab dem 4. Lebensjahr gezahlt werden, spätestens mit Schulbeginn. Da jüngere Kinder noch schwer für längere Zeiträume planen können, sollte das Taschengeld bis ungefähr zum 10. Lebensjahr am besten wöchentlich gegeben werden. Ab dem 10. Lebensjahr kann die Zahlung dann monatlich erfolgen.

Wichtig ist auch, dass Kinder über das Taschengeld in der Regel frei verfügen können. Beraten Sie Ihre Kinder, zeigen sie ihnen bestimmte Grenzen, aber kritisieren Sie nicht jeden Kauf. Solange Ihre Kinder altersgerechte, nicht jugendgefährdende Dinge kaufen, sollten Sie Käufe nicht verbieten. Durch eventuelle Fehlkäufe lernen diese den Umgang mit Geld noch besser. Sollte es doch einmal aus dem Ruder laufen, beispielsweise, weil Ihr Kind übermäßig viele Süßigkeiten kauft, stellen Sie klare Regeln auf oder kürzen Sie zur Not das Taschengeld.

Tipp

Durch die Zunahme digitaler Bezahlverfahren haben die Menschen immer weniger Bargeld im Haus. Legen Sie am besten immer die fällige Summe Taschengeld beiseite. Größeren Kindern können Sie den Betrag auch aufs  Girokonto überweisen oder über die Sparkassen-App mit giropay senden*.

* entspricht einer Überweisung nach standardisierter Zahlungskontenterminologie

Wie viel Taschengeld ist richtig?

Die Höhe des Taschengeldes kann von verschiedenen Faktoren abhängen:

  • der finanziellen Situation der Familie
  • von dem Wohnort, in Städten wie München benötigen Kinder in der Regel mehr Taschengeld als anderswo
  • der Familiengröße und der Anzahl der in der Familie lebenden Kinder
  • dem Alter des Kindes
  • dem Entwicklungsstand des Kindes

Budgetgeld: Finanzielle Eigenständigkeit von Jugendlichen

Das sogenannte Budgetgeld ist neben dem Taschengeld eine Möglichkeit, Jugendlichen einen Mehrbetrag für notwendige Ausgaben zu zahlen, die in der Regel nicht vom Taschengeld bestritten werden sollten. Dazu gehören beispielsweise Aufwendungen für Kleidung wie die Lieblingssneaker, Handykosten, Essen außer Haus, Kosmetikartikel oder Schulmaterialien. Die jungen Menschen erwerben dadurch noch größere finanzielle Selbstständigkeit. Die Budgetgeldauszahlung wird ab dem Alter von 14 Jahren empfohlen.

Orientierung für die Höhe des Taschengeldes – die Taschengeldtabelle

Das deutsche Jugendinstitut (DJI) gibt regelmäßig Empfehlungen über die Höhe des Taschengeldes für die unterschiedlichen Altersstufen in Form einer Taschengeldtabelle heraus.

Infografik: Taschengeldempfehlungen

Gender Pay Gap bereits im Kinderzimmer

Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen, also die Ungleichheit des Lohns, wird als Gender Pay Gap bezeichnet. Das Erschreckende: Bereits im frühesten Alter beginnt diese Ungleichheit, das besagt die Kinder-Medien-Studie. Jungen erhalten im Durchschnitt immer noch etwas mehr Taschengeld als Mädchen. Nutzen Sie Ihre Vorbildfunktion und zahlen Sie Ihrem Nachwuchs, unabhängig vom Geschlecht, das gleiche Taschengeld.

Wichtig: Taschengeld ist kein Erziehungsmittel. Weder sollte Taschengeld als Belohnung, beispielsweise für gute Schulnoten, gezahlt, noch als Bestrafung entzogen werden. 

Ein eigenes Konto für Ihre Kinder

Haben Sie für Ihr Kind, zum Beispiel gleich zur Geburt, noch kein Konto eröffnet, können Sie das nachholen. Schon ab einem Alter von sechs Jahren kann ein eigenes Konto für das Taschengeld genutzt werden. Sie können das Geld dann einfach per Überweisung auf das Konto Ihres Kindes übertragen. So helfen Sie Ihrem Nachwuchs frühzeitig, ein Gefühl für das eigene Geld zu entwickeln. Spätestens ab 12 Jahren ist ein Girokonto für Jugendliche, das sogenannte Schülerkonto, dann sinnvoll – das sehen auch viele Verbraucherzentralen so. Denn dadurch erhält Ihr Kind die Möglichkeit, im zunehmend eigenständigen Alltag bargeldlos zu bezahlen, online sein eigenes Konto zu verwalten und beispielsweise die Handykarte aufzuladen.


Sie möchten für Ihren Nachwuchs ein Konto eröffnen? Wir beraten Sie gern, welches das richtige ist.


Wie lange sollten Sie Ihrem Nachwuchs Taschengeld zahlen?

Bis zu welchem Alter Sie ihren Kindern Taschengeld beziehungsweise Budgetgeld zahlen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen natürlich von Ihrer eigenen finanziellen Situation. Zum anderen aber auch davon, ob Ihr Nachwuchs inzwischen ausreichend eigenes Geld verdient. In diesen Fällen ist eine Auszahlung des Taschengeldes nicht mehr notwendig. Das Jugendamt empfiehlt eine Taschengeldhöhe für Volljährige von bis zu 79 Euro monatlich.

Geld und Haushalt

Mehr zum Thema Taschengeld und zu diesen Empfehlungen gibt es auf der Internetseite von Geld und Haushalt, , dem Beratungsservice der Sparkassen. Dort können Sie sich informieren und kostenfreie Flyer bestellen, die Ihnen und Ihrem Kind beim Orientieren und Handeln helfen. 

Fragen und Antworten

Taschengeld zu bekommen ist wichtig für die Entwicklung von Kindern. So lernen sie bereits frühzeitig einen verantwortungsbewussten Umgang mit Geld und sind somit besser für das spätere "finanzielle" Leben gerüstet.

Taschengeld kann in kleinen Beträgen bereits ab vier Jahren beziehungsweise dann gegeben werden, wenn ein Kind rechnen kann. Spätestens wenn die Kinder in die Schule kommen, sollten sie regelmäßig Taschengeld erhalten, so eine gängige Empfehlung.

Das hängt von verschiedenen Umständen ab: dem Einkommen der Eltern, der Familiengröße, dem Wohnort, dem Alter und Entwicklungsstand des Kindes. Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) gibt regelmäßig Empfehlungen in Form einer Taschengeldtabelle, gestaffelt nach Altersgruppen, heraus. Auch die zuständigen Jugendämter unterstützen Eltern mit Tipps rund ums Taschengeld. Wichtiger als die Höhe des Taschengeldes ist allerdings eine regelmäßige Auszahlung.

Der sogenannte Taschengeldparagraf (§ 110 BGB) regelt die Geschäftsfähigkeit von Minderjährigen. Der Paragraf legt fest, was Kinder ohne die Zustimmung ihrer Eltern beziehungsweise ihrer gesetzlichen Vertreter kaufen dürfen. Wichtig ist dabei, dass die Minderjährigen die vertragsmäßige Leistung mit Mitteln bewirken, die ihnen zu diesem Zweck oder zur freien Verfügung überlassen worden sind.

Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen natürlich von Ihrer eigenen finanziellen Situation. Zum anderen aber auch davon, ob Ihr Nachwuchs inzwischen ausreichend eigenes Geld verdient. In diesen Fällen ist eine Auszahlung des Taschengeldes nicht mehr notwendig. Für Volljährige empfiehlt das Jugendamt eine monatliche Zahlung bis zu 79 Euro.


Sie haben noch Fragen oder möchten wissen, wie Sie für Ihr Kind am besten sparen können? Wir beraten Sie gern persönlich.