Auto finanzieren – aber richtig

Bar, Kredit oder Leasing: Welche Variante ist sinnvoll und günstig?

Zum Autoglück zählt nicht nur ein zuverlässiges Auto, sondern auch eine sinnvolle Finanzierung. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich im Dschungel der vielen, manchmal auch undurchsichtigen Finanzierungen zurechtfinden. Und wie Sie Lockangeboten widerstehen.

Wenn ein Autokauf ansteht, geht es nicht nur um Modell, PS-Zahlen und Schadstoffausstoß – viele andere Themen, wie Anzahlung, Finanzierung, hohe Schlussraten oder langes Leasing gehen den Käuferinnen und Käufern ebenso durch den Kopf.

Zurecht – denn der durchschnittliche Preis für ein neues Auto liegt bei gut 30.000 Euro, der für einen Gebrauchtwagen bei mehr als 11.000 Euro. Ein Barkauf ist – angesichts dieser Summen – bei weitem nicht für alle privaten Käufer möglich.

Also finanzieren immer mehr Menschen den Erwerb eines Autos. Laut dem Report 2018 der Deutsche Automobil Treuhand GmbH gilt dies für 64 Prozent bei Neuwagen und 44 Prozent bei Gebrauchten. Bei den Neuwagen kommt zudem ein Leasinganteil von 17 Prozent hinzu.

Attraktive Finanzierungen – oder versteckte Kosten?

Illustration: Auto auf Geldscheinen

Mit konkreten und günstig klingenden Zinsangeboten für Autokredite verfügen Händler über verlockende Verkaufsargumente. Doch für Käufer ist auf den ersten Blick schwer zu unterscheiden: Handelt es sich um reine Werbeangebote oder attraktive Finanzierungsmöglichkeiten –ohne versteckte Kosten?

Im Folgenden stellen wir Ihnen die unterschiedlichen Finanzierungsmodelle mit Vor- und Nachteilen vor. So erfahren Sie, welche Variante für Sie sinnvoll ist. Von welcher Sie besser Abstand nehmen. Und wer Sie seriös berät.

1. Barzahlung – hohe Rabatte, keine Bindung

Der Barkauf hat viele Vorteile:

  • Bargeld ist ein schlagkräftiges Argument. Damit lassen sich oftmals hohe Preisnachlässe erzielen. Das gilt sowohl für den Gebrauchtwagenkauf von Privat als auch beim Händler – egal ob Gebraucht- oder Neuwagen.
  • Der Käufer kann das erworbene Fahrzeug beliebig nutzen: fahren, verleihen, verkaufen. Es gibt keinerlei Einschränkungen durch einen Kreditgeber.
  • Ihnen entstehen keine Finanzierungskosten: Kein Kredit – keine Zinsen, keine anderen Kosten. Voraussetzung ist, dass Sie Ihre Finanzen gut im Blick haben.

Sie sollten auf jeden Fall Rücklagen auch für andere, unvorhergesehene Ausgaben haben und sich finanziell nicht überschätzen.

2. Autokredit – flexibel zum Eigentum

Einen Autokredit schließen Sie zweckgebunden ab: Er gilt für alle Pkw – egal ob Elektromodell oder Benziner. Egal ob das Auto beim Händler oder von privat erworben wird. Sie leihen sich Geld für den Erwerb eines bestimmten Wagens.

Auf Grundlage der finanziellen Situation des Kreditstellers berechnen Kreditinstitute, ob sie die gewünschte Summe vergeben können. Die Entscheidung erfolgt in der Regel schnell – ebenso wie die Auszahlung der Kreditsumme. So steht dem Wunsch nach dem eigenen Auto nichts mehr im Wege.

Laufzeit sowie die Höhe der Raten können der finanziellen Situation des Kreditnehmers flexibel angepasst werden. So fallen zum Beispiel bei einer langen Laufzeit die monatlichen Raten relativ niedrig aus. Um einen Autokredit zu beantragen, sind Bonitätsnachweise wie eine Lohnabrechnung sowie ein gültiges Ausweisdokument nötig. Die Unterlagen müssen Sie zum Finanzierungsgespräch mitbringen.

Da es sich um eine objektbezogene Finanzierung handelt, muss außerdem die Zulassungsbescheinigung des Fahrzeugs nachgereicht werden. Dies muss innerhalb von vier Wochen nach Auszahlung des Autokredits geschehen.

Sobald der Kredit zurückgezahlt ist, gehört das Auto Ihnen – auch bei einer Gebrauchtwagenfinanzierung. Das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber dem Leasing. Denn beim Leasing steht Ihnen ein Auto nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung.

Ein weiterer Vorteil: Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie aus einem Kreditvertrag aussteigen. Das ist interessant bei der Änderung Ihrer persönlichen finanziellen Situation – etwa durch eine Gehaltserhöhung oder eine Erbschaft. Aber auch für eine Kreditoptimierung (Umschuldung).

3. Autokredit vom Händler – lassen Sie sich nicht locken

Diese Variante ist für den Käufer allenfalls bequem: Autohändler kooperieren mit Kreditgebern, deren Finanzierungen können sie den Kunden anbieten. Das erspart den Gang zum Kreditinstitut.

Die Vorteile liegen aber klar auf Seiten des Händlers. Dieser hat ein sehr überzeugendes Verkaufsargument. Oft unterstützt durch Kreditversprechen mit vermeintlich günstigen Zinsen.

Leider birgt dieses (meist) profitorientierte Vorgehen des Verkäufers für Käufer entscheidende Nachteile: Die Verlockung, das Traumauto unkompliziert durch einen günstigen Kredit zu erstehen, kann zu unüberlegten Kurzschlussreaktionen führen.

Sie sollten vorab unbedingt vier Dinge prüfen:

  • Ist der Vertrag in Ihrem Sinne? – Lesen Sie auch das Kleingedruckte!
  • Passt der Kredit überhaupt zur eigenen finanziellen Situation?
  • Entgehen Rabatte? – Anders als beim Barkauf kommen Sie mit einem Kredit vom Autohändler selten in den Genuss hoher Rabatte. Der Kauf kann letztendlich erheblich teurer ausfallen.
  • Hat Ihr Händler wirklich Ahnung von der Finanzierung? – Sie sollten nicht erwarten, automatisch ausführlich über Vor- und Nachteile verschiedener Finanzierungsmodelle beraten zu werden.

Und: Händler erhalten meist Provisionen für die Kreditvermittlung. Mit einer neutralen Beratung bringen sie sich um den eigenen Gewinn.

4. Null-Prozent-Finanzierung – versteckte Kosten

Eine Null-Prozent-Finanzierung klingt wirklich verlockend: Den Kaufpreis über Jahre gestückelt bezahlen, ohne Zinsen. Zu schön, um wahr zu sein.

Was aber verbirgt sich wirklich hinter der Werbung:

  • Sie bekommen nichts geschenkt. Die Kosten der lukrativ klingenden Finanzierung verstecken sich im Preis des Autos. – Prüfen Sie auf jeden Fall, wie hoch der Rabatt bei Barkauf ausfallen würde!
  • Gilt die Finanzierung auch für Ihr Traumauto? Meist ist die Null-Prozent-Finanzierung an weniger beliebte Modelle gebunden. Schlechte Voraussetzungen für den Wiederverkauf.
  • Prüfen Sie unbedingt, ob die Finanzierung an eine Anzahlung und/oder eine Schlussrate gebunden ist.

5. Autokredit vom Hersteller – günstig für einzelne Modelle

Schnäppchenjäger aufgepasst: Autohersteller kurbeln immer mal wieder den Verkauf einzelner Modelle an. Die Herstellerkredite für diese Fahrzeuge sind oftmals günstig.

6. Autokredit von der Sparkasse – so gut wie bar kaufen

Der Besuch bei der Sparkasse lohnt auf jeden Fall: Zusammen mit den Beratern können Sie den Autokauf planen und ausloten, wie hoch Ihr Kreditrahmen ist. Oftmals geben sie Ihnen auch Tipps für die Preisverhandlung.

Mit diesem Wissen gehen Sie zu den Autoverkäufern. Dabei funktioniert der Kredit wie eine Barzahlung. So schützen Sie sich vor verlockend klingenden Händlerkrediten, die Sie letztendlich teurer kommen, und einem vorschnellen und unüberlegten Kauf. Vor allem aber lassen sich gute Rabatte aushandeln.

7. Leasing – ein Modell für Firmen und Selbständige

Beim Leasing zahlt der Kunde über eine vereinbarte Laufzeit eine monatliche Rate für die Nutzung eines Autos. Mit Ablauf des Vertrags kaufen Sie das Leasingfahrzeug oder geben es zurück und leasen ein neues.

Für Geschäftsleute bringen Leasingverträge steuerliche Vorteile. Privatkunden haben lediglich den Vorteil, dass das benötigte Anfangskapital gering ist.

Nachteilig sind die vorgegebene Kilometerbegrenzung und die Rückgabe des Autos in einwandfreiem Zustand. Bei Nichteinhaltung können hohe Nachzahlungen anfallen.

Gut informiert zum günstigsten Preis

Finanzierung oder Leasing: Viele Angebote klingen verlockend. Wer sich aufgrund der unzähligen und komplizierten Angebote unsicher fühlt, sollte sich Rat suchen.

Gut informiert widersteht man Lockangeboten – und erhöht die Chance auf hohe Rabatte und damit wesentlich geringere Gesamtkosten. Ihrem Traumauto steht damit nichts mehr im Weg.

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