Auto finanzieren – aber richtig

Bar, Kredit oder Leasing: Welche Variante ist sinnvoll und günstig?

Zum Autoglück zählt nicht nur ein zuverlässiges Auto, sondern auch eine sinnvolle Finanzierung. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich im Dschungel der vielen, zum Teil undurchsichtigen Finanzierungen zurechtfinden. Und wie Sie Lockangeboten widerstehen.

Attraktive Finanzierung – oder versteckte Kosten?

Der durchschnittliche Preis für ein neues Auto liegt bei gut 30.000 Euro, der für einen Gebrauchtwagen bei mehr als 11.000 Euro. Ein Barkauf ist – angesichts dieser Summen – bei weitem nicht für alle privaten Käufer möglich.

Mit günstig klingenden Zinsangeboten für Autokredite verfügen Händler dennoch über verlockende Verkaufsargumente. Ist das reine Werbung oder tatsächlich eine attraktive Möglichkeit? Wir informieren Sie über die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Kauf- und Finanzierungsmodelle:

1. Barkauf

Illustration: Auto auf Geldscheinen

Beim Barkauf bezahlen Sie das Auto auf einmal und in voller Höhe aus Ihrem Vermögen. Das Prinzip ist einfach und hat viele Vorteile. Das Fahrzeug gehört sofort Ihnen. Als Käufer können Sie es also beliebig nutzen: fahren, verleihen, verkaufen. Es gibt keinerlei Einschränkungen durch einen Kreditgeber.

Barzahlung ist außerdem ein schlagkräftiges Argument. Damit lassen sich oftmals hohe Preisnachlässe erzielen. Das gilt sowohl für den Kauf eines Gebrauchtwagens als auch für den Neuwagenkauf. Und es entstehen keine Finanzierungskosten: Kein Kredit – keine Zinsen, keine anderen Kosten.

Voraussetzung ist: Sie können die volle Summe für das Auto aufbringen und behalten Ihre Finanzen dabei gut im Blick. Denn Sie sollten auf jeden Fall auch weiterhin Rücklagen für andere, unvorhergesehene Ausgaben bilden und sich finanziell nicht überschätzen.

2. Leasing

Beim Leasing zahlen Sie als Kunde über eine vereinbarte Laufzeit eine feste monatliche Rate für die Nutzung eines Autos. Das hat den Vorteil, dass das benötigte Anfangskapital gering ist. Für Geschäftsleute bringen Leasingverträge zudem steuerliche Vorteile.

Allerdings gehört das neue Auto während der Leasing-Laufzeit niemals Ihnen – Sie sind lediglich der Halter. Am Ende geben Sie das Leasingfahrzeug zurück und leasen ein neues. Nachteilig sind die vorgegebene Kilometerbegrenzung und die Rückgabe des Autos in einwandfreiem Zustand. Bei Nichteinhaltung drohen hohe Nachzahlungen.

Bei bestimmten Leasingverträgen können Sie das geleaste Kfz nach Ablauf des Vertrags auf Wunsch kaufen oder weiterfinanzieren. Dieses Angebot existiert auch in Form der sogenannten Vario- beziehungsweise Drei-Wege-Finanzierung. Beachten Sie aber: Die vereinbarten Schlussraten sind häufig sehr hoch und übersteigen mitunter den Restwert des Fahrzeugs. 

3. Finanzierung

Eine Autofinanzierung schließen Sie zweckgebunden ab: Sie leihen sich Geld bei einem Kreditinstitut für den Erwerb eines bestimmten Wagens. Das geht für alle Pkw – egal ob Elektromodell, Diesel oder Benziner, ob als Neuwagen vom Händler oder gebraucht von privat erworben.

Auf Grundlage Ihrer finanziellen Situation als Kreditsteller berechnen Kreditinstitute, ob sie die gewünschte Summe vergeben können. Die Laufzeit sowie die Höhe der Raten können Ihrer finanziellen Situation flexibel angepasst werden. Die Entscheidung über die Bewilligung des Kredites erfolgt in der Regel schnell – ebenso wie die Auszahlung der Kreditsumme.

Autofinanzierung – so geht’s

Um einen Autokredit  zu beantragen, ist ein Bonitätsnachweis wie eine Lohnabrechnung sowie ein gültiges Ausweisdokument nötig. Die Unterlagen müssen Sie zum Finanzierungsgespräch mitbringen. Da es sich um eine objektbezogene Finanzierung handelt, müssen Sie später außerdem die Zulassungsbescheinigung des Fahrzeugs nachreichen – innerhalb von vier Wochen nach Auszahlung des Autokredits. Sobald der Kredit zurückgezahlt ist, gehört das Auto Ihnen.

Übrigens: Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie aus einem Kreditvertrag frühzeitig aussteigen. Das kann von Vorteil sein, wenn sich Ihre persönliche finanzielle Situation verändert – etwa durch eine Gehaltserhöhung, eine Erbschaft oder wenn Sie Ihre Verbindlichkeiten mit einer Kreditoptimierung (Umschuldung) zu günstigen Zinssätzen überarbeiten möchten.

3.1. Autokredit vom Händler

Autohändler kooperieren häufig selbst mit Kreditinstituten und geben deren Finanzierungsangebote an die eigenen Kunden weiter. Ein Vorteil für Sie als Kunde: Bequemlichkeit – diese Variante erspart Ihnen den Kontakt zum eigenen Kreditinstitut. Die wahren Vorteile liegen allerdings auf Seiten des Händlers.

Dieser hat mit dem Angebotspaket aus Auto samt Finanzierung nämlich ein sehr überzeugendes Verkaufsargument, oft unterstützt durch Kreditversprechen mit vermeintlich günstigen Zinsen. Das bringt Profit: Die Verlockung, das neue Auto unkompliziert und mit einem günstigen Kredit zu erstehen, führt bei so manchem Käufer zu einer unüberlegten Kurzschlussreaktion. Immer wieder steckt der Teufel der Lockangebote dann im (Vertrags-) Detail.

Prüfen Sie daher vorab unbedingt:

  • Ist der Vertrag in Ihrem Sinne? – Lesen Sie auch das Kleingedruckte!
  • Passt die finanzielle Belastung überhaupt zur eigenen Situation?
  • Entgehen Ihnen Rabatte? – Anders als beim Barkauf kommen Sie mit einem Kredit vom Autohändler selten in den Genuss hoher Rabatte. Der finanzierte Kauf kann letztendlich erheblich teurer ausfallen.
  • Hat Ihr Händler wirklich Ahnung von der Finanzierung? Sie dürfen hier meist nicht erwarten, ausführlich über Vor- und Nachteile verschiedener Finanzierungsmodelle beraten zu werden.

Machen Sie sich bewusst: Händler erhalten meist Provisionen für die Kreditvermittlung. Eine neutrale Beratung ihrer Kunden bedeutet für sie daher in erster Linie entgangenen Gewinn.

3.2. Autokredit mit Null-Prozent-Finanzierung

Eine Null-Prozent-Finanzierung klingt wirklich verlockend: Den Kaufpreis über Jahre gestückelt bezahlen – zu niedrigen Raten und ganz ohne Zinsen. Zu schön, um wahr zu sein. Denn folgendes steht meist nicht in der Werbung:

  • Sie bekommen nichts geschenkt. Die Kosten der vorteilhaft klingenden Finanzierung verstecken sich oft im Preis des Autos. Prüfen Sie auf jeden Fall, wie hoch der Rabatt bei Barkauf ausfallen würde!
  • Meist ist die Sonderfinanzierung an weniger beliebte Modelle gebunden. Schlechte Voraussetzungen für den späteren Wiederverkauf. Gilt das Null-Prozent-Angebot wirklich für Ihr Traumauto?
  • Vorsicht vor zusätzlichen Kosten! Prüfen Sie unbedingt, ob die Finanzierung an eine Anzahlung und/oder eine hohe Schlussrate gebunden ist.

Sonderfall: Autokredit direkt vom Hersteller

Schnäppchenjäger aufgepasst: Autohersteller kurbeln immer mal wieder den Verkauf bestimmter Modelle an. Wer genau so ein Modell sucht, fährt mit einem Herstellerkredit mitunter zu günstigen Konditionen.

3.3. Autokredit von der Sparkasse

Der Besuch bei der Sparkasse lohnt sich. Denn zusammen mit Ihrem Berater können Sie den Autokauf genau planen und ausloten, wie hoch Ihr Kreditrahmen ist. Ein weiterer Vorteil: Sie können sicherstellen, dass die monatliche Belastung aus dem Autokauf Ihre finanzielle Situation nicht übersteigt. Oftmals geben Ihnen die Berater zudem Tipps für die Preisverhandlung.

Mit diesem Wissen gehen Sie zu den Autoverkäufern. Dort verwenden Sie das Geld aus dem Kredit für einen Barkauf. Sie profitieren folglich von einem guten Rabatt und schützen sich vor versteckten Kosten bei Händlerkrediten sowie vor einem vorschnellen und unüberlegten Kauf.

Rundum informiert über die verschiedenen Angebote steht Ihrem neuen Wagen nichts mehr im Weg. Gute Fahrt!

Sie haben Ihr Wunschauto gefunden? Dann los!

Bitte wählen Sie Ihre Sparkasse aus:

Ist das nicht Ihre Sparkasse?

Weitere Themen: