
Aktiv gemanagte Dividendenfonds unterscheiden sich von passiven Dividenden-ETFs durch die gezielte Titelauswahl eines Fondsmanagements.
Die Analyse der Nachhaltigkeit von Dividenden und Bilanzqualität kann einen Mehrwert schaffen, um langfristig stabile Erträge zu erzielen.
Die Wahl zwischen Dividendenfonds und -ETFs hängt von der individuellen Anlagestrategie, Kostenakzeptanz und dem Wunsch nach professioneller Expertise ab.
Aktiv gemanagt: Die smarte Alternative zum ETF?
Wer mit seinem Depot regelmäßige Ausschüttungen erzielen möchte, denkt häufig zuerst an Dividenden-ETFs. Doch es gibt noch eine weitere Möglichkeit: Dividendenfonds. Diese aktiv gemanagten Fonds investieren gezielt in Unternehmen, die Dividenden zahlen und langfristig attraktive Erträge versprechen.
Der entscheidende Unterschied zum ETF (Exchange Traded Fund, auf Deutsch: börsengehandelter Indexfonds): Während ein Dividenden-ETF in der Regel einen festgelegten Index passiv nachbildet, treffen Fondsmanagements bei einem aktiv gemanagten Dividendenfonds die Auswahl der einzelnen Wertpapiere. Das kann mehr Flexibilität bieten – verursacht aber meist auch höhere Kosten.
Eine Dividende ist der Teil des Gewinns, den ein Unternehmen an seine Aktionärinnen und Aktionäre ausschüttet. Sie wird meist einmal im Jahr oder quartalsweise gezahlt – und ist damit eine mögliche Einnahmequelle.
Was sind Dividendenfonds?
Dividendenfonds sind meist Aktienfonds, die einen Schwerpunkt auf Unternehmen mit attraktiven und möglichst stabilen Dividenden legen. Als Anlegerin oder Anleger investieren Sie dabei nicht direkt in einzelne Aktien, sondern erwerben Anteile am Fonds. Das Kapital wird auf viele Unternehmen verteilt und bildet so ein breit gestreutes Portfolio.
Das Ziel einer solchen Dividendenstrategie ist nicht allein eine möglichst hohe Dividendenrendite. Entscheidend kann auch sein, wie nachhaltig ein Unternehmen seine Dividende erwirtschaftet, und ob es sie langfristig halten oder steigern kann. Ein aktiv gemanagter Fonds kann beispielsweise Unternehmen aus dem Portfolio nehmen, wenn deren Geschäftsaussichten schwächer werden. Oder wenn die Dividendenpolitik aus Sicht des Fondsmanagements nicht mehr überzeugend ist.
Dividendenfonds oder Dividenden-ETF: Was ist der Unterschied?
Warum kann ein aktives Management bei Dividenden interessant sein?
Eine hohe Dividende allein macht eine Aktie nicht automatisch zu einer guten langfristigen Geldanlage. Unternehmen können ihre Ausschüttungen beispielsweise reduzieren oder ganz streichen, wenn sich ihre wirtschaftliche Situation verschlechtert. Genau hier kann aktives Fondsmanagement ansetzen und versuchen, Unternehmen mit einer langfristig tragfähigen Dividendenpolitik zu identifizieren und deren Wertentwicklung laufend zu beobachten.
Die Qualität einer Dividendenstrategie lässt sich deshalb nicht allein an der aktuellen Ausschüttungsrendite beurteilen. Für Sie als Anlegerin oder Anleger kann insbesondere die Nachhaltigkeit der Dividendenpolitik ein wichtiges Auswahlkriterium sein. Ein Unternehmen, das seine Dividende aus stabilen Erträgen finanziert und über Jahre hinweg verlässlich ausschüttet, kann für einen Dividendenfonds interessanter sein als ein Unternehmen mit einer kurzfristig besonders hohen Dividendenrendite.
Welche Kosten haben Dividendenfonds?
Aktives Management hat seinen Preis: Bei einem Dividendenfonds fallen für Sie in der Regel höhere laufende Kosten an als bei einem vergleichbaren ETF. Diese Kosten reduzieren die Rendite. Daher sollten Sie sie bei der Auswahl berücksichtigen. Ein ETF kann aufgrund seines passiven Ansatzes häufig mit einer geringeren Kostenquote auskommen. Dafür verzichten Sie dabei auf die individuelle Auswahl durch ein Fondsmanagement.
Die zentrale Frage lautet daher nicht „aktiv oder passiv?“ – sondern: Ist der mögliche Mehrwert des aktiven Managements zusätzliche Kosten wert? Das lässt sich nicht pauschal beantworten und hängt unter anderem von Strategie, Fondsmanagement und Anlagehorizont ab.
Auf diese 6 Punkte sollten Sie bei Dividendenfonds achten
- Fondsmanagement
Wie erfahren ist das Team und wie konsequent verfolgt es die gewählte Anlagestrategie?
- Dividendenhistorie
Wie regelmäßig waren die Ausschüttungen in der Vergangenheit und wie wurde mit Dividendenkürzungen umgegangen?
- Streuung
Wie viele Unternehmen und Regionen sind im Fonds vertreten? Eine breite Streuung kann das Risiko einzelner Unternehmen reduzieren.
- Kosten
Wie hoch sind laufende Kosten und gegebenenfalls weitere Gebühren?
- Anlageansatz
Werden ausschließlich hohe Dividenden berücksichtigt oder auch Faktoren wie Gewinnwachstum, Bilanzqualität und Nachhaltigkeit der Ausschüttungen?
- Wertentwicklung
Wie hat sich der Fonds über verschiedene Marktphasen entwickelt? Vergangene Ergebnisse sind allerdings keine Garantie für die Zukunft.
Wichtig ist außerdem die Frage, ob der Fonds tatsächlich regelmäßige Ausschüttungen vorsieht. Nicht jeder Fonds, der in dividendenstarke Unternehmen investiert, schüttet die erhaltenen Dividenden unmittelbar aus. Thesaurierende Varianten legen Erträge automatisch wieder an.
Für wen können Dividendenfonds interessant sein?
Dividendenfonds können eine gute Möglichkeit für Sie sein, laufende Erträge und langfristigen Vermögensaufbau miteinander zu verbinden. Sie ersetzen jedoch nicht automatisch andere Anlageformen. Entscheidend ist, wie sie in Ihr persönliches Portfolio passen und welche Risiken Sie bereit sind einzugehen.
Wenn Sie sich zunächst einen Überblick über verschiedene Fonds und Wertpapiere verschaffen möchte, finden Sie weitere Informationen zu Fonds und Wertpapieren. Mit unserem Fonds-Finder können Sie unterschiedliche Angebote vergleichen. Außerdem ist ein Wertpapierdepot Voraussetzung dafür, Fonds oder ETFs selbst zu kaufen. Wenn Sie den Unterschied zwischen aktivem und passivem Ansatz genauer kennenlernen möchten, können Sie sich außerdem über Dividenden-ETFs informieren.
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