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Ausschüttende ETFs: So machen Sie Rendite sichtbar

Regelmäßige Erträge
Ausschüttende ETFs zahlen regelmäßig Erträge aus. Ein Teil der Rendite landet damit direkt auf Ihrem Verrechnungskonto. Hier erfahren Sie, wie Ausschüttungen funktionieren, worin der Unterschied zu thesaurierenden ETFs liegt und wie Sie die Erträge nutzen können.
Stand:11. September 2026
Das Wichtigste in Kürze:
  • Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden und andere Erträge regelmäßig an die Anlegerinnen und Anleger aus.

  • Ein Teil der Erträge zeigt sich als tatsächlicher Geldzufluss auf Ihrem Konto, statt ausschließlich den Depotwert zu steigern.

  • Ausschüttende ETFs zahlen Erträge aus, thesaurierende ETFs legen sie automatisch wieder an.

Rendite auf dem Papier – oder Geld auf dem Konto?

Ein Exchange Traded Fund (börsengehandelter Indexfonds) – besser bekannt als ETF – kann über Jahre an Wert gewinnen. Doch solange Erträge und Kursgewinne im ETF verbleiben, sehen Sie als Anlegerin oder Anleger zunächst vor allem eine Veränderung des Depotwerts. Dagegen machen ausschüttende ETFs einen Teil der Erträge als tatsächlichen Geldzufluss sichtbar.

Genau hier kommen ausschüttende ETFs ins Spiel: Sie zahlen Erträge, die der ETF beispielsweise aus Dividenden der enthaltenen Unternehmen erhält, regelmäßig an Sie als Anlegerin oder Anleger aus. Das Geld landet dann auf dem Verrechnungskonto des Depots und Sie können es anschließend frei verwenden.

Auf diese Weise können Sie Ihre Geldanlage anders erleben: Nicht nur der Depotwert entwickelt sich, sondern in regelmäßigen Abständen fließt Ihnen das Geld zu. Das kann beispielsweise interessant sein, wenn Sie die Erträge für laufende Ausgaben nutzen wollen. Möglich ist aber auch, die Ausschüttungen wieder anzulegen und so Ihr Investment weiter auszubauen.

Was ist ein ausschüttender ETF?

ETFs bilden als börsengehandelte Indexfonds einen bestimmten Index oder einen Wertpapierkorb möglichst genau ab. Enthält ein ETF beispielsweise Aktien von Unternehmen, die Dividenden zahlen, erhält der Fonds diese Zahlungen. Bei einem ausschüttenden ETF werden die Erträge nicht vollständig im Fonds behalten. Sie werden regelmäßig an Sie als Anlegerin oder Anleger weitergegeben. Ausschüttungen können je nach ETF beispielsweise jährlich, halbjährlich oder quartalsweise erfolgen.

Ein einfaches Beispiel: Ein ETF enthält Aktien zahlreicher Unternehmen. Diese Unternehmen zahlen insgesamt Dividenden an den ETF. Der ETF sammelt diese Erträge und schüttet sie entsprechend seiner festgelegten Ausschüttungspolitik an seine Anlegerinnen und Anleger aus.

Besonders interessant wird das bei größeren Anlagebeträgen: Je mehr ETF-Anteile in Ihrem Depot liegen, desto höher kann auch der Betrag der Ausschüttungen ausfallen.

Wichtig: Die Höhe der Ausschüttungen ist nicht garantiert. Unternehmen können Dividenden reduzieren oder streichen. Entsprechend können auch die Ausschüttungen eines ETF schwanken.

Wie entsteht mit Ausschüttungen ein passives Einkommen?

Der Begriff passives Einkommen beschreibt Einnahmen, für die in der Regel keine Arbeitsleistung erforderlich ist. Bei einem ausschüttenden ETF entsteht dieser Geldfluss aus den Erträgen der im Fonds enthaltenen Wertpapiere. Das Prinzip ist einfach:

ETF-Anteile → Erträge im Fonds → Ausschüttung → Geld auf Ihrem Konto

Wenn Sie beispielsweise regelmäßig Ausschüttungen erhalten, können Sie diese für Ausgaben verwenden, auf dem Konto ansparen oder erneut investieren. Damit kann ein Depot langfristig eine zusätzliche Einnahmequelle werden. Gerade für Anlegerinnen und Anleger, die Vermögen aufgebaut haben und daraus regelmäßig Geld entnehmen möchten, kann ein ausschüttender ETF interessant sein.

Dabei gilt allerdings: Ein solches passives Einkommen aus ETFs ist weder garantiert noch automatisch hoch. Die Höhe hängt unter anderem vom investierten Kapital, den enthaltenen Wertpapieren und deren Ausschüttungen ab.

Ausschüttend oder thesaurierend – was ist besser?

Die wichtigste Alternative zum ausschüttenden ETF ist der thesaurierende ETF: Hier werden die Erträge nicht an Sie als Anlegerin oder Anleger ausgezahlt, sondern automatisch wieder in dem Fonds angelegt. Dadurch erhöht sich das investierte Kapital. Die wiederangelegten Erträge können wiederum weitere Erträge erwirtschaften – der Zinseszinseffekt kommt zum Tragen.

Damit ergeben sich zwei unterschiedliche Strategien:

Ausschüttender ETF

  • Erträge werden ausgezahlt

  • Geld fließt regelmäßig auf das Konto

  • Geeignet für laufende Erträge

  • Ausschüttungen können frei verwendet werden

Thesaurierender ETF

  • Erträge werden wiederangelegt

  • Geld bleibt im Investment

  • Interessant für langfristigen Vermögensaufbau

  • Wiederanlage erfolgt automatisch

Die entscheidende Frage lautet deshalb: Benötigen Sie das Geld aus den Erträgen – oder soll es weiter investiert werden? Wer bereits heute einen regelmäßigen Geldzufluss aus dem Depot möchte, kann einen ausschüttenden ETF bevorzugen. Wer dagegen langfristig Vermögen aufbauen möchte und auf laufende Zahlungen verzichten kann, kann mit einem thesaurierenden ETF die Wiederanlage automatisieren.

Ausschüttungen sind keine zusätzliche Rendite

Viele Menschen übersehen einen wichtigen Punkt bei der Betrachtung von Dividenden: Eine Ausschüttung macht die Rendite sichtbar – erhöht aber nicht automatisch die Gesamtrendite. Zahlt ein Unternehmen eine Dividende aus, verlässt dieses Geld das Unternehmen. Entsprechend wird der Aktienkurs um die Dividende bereinigt. Das gleiche Prinzip wirkt bei einem ETF: Wird eine Dividende an die Anlegerinnen und Anleger ausgeschüttet, sinkt der Wert des ETF grundsätzlich entsprechend.

Ein Beispiel: Ein ETF-Anteil ist 100 Euro wert. Der ETF schüttet 2 Euro aus. Nach der Ausschüttung liegt der Wert des ETF (vereinfacht betrachtet) bei 98 Euro. Gleichzeitig befinden sich 2 Euro auf dem Verrechnungskonto. Aus 100 Euro sind also nicht 102 Euro geworden. Das Vermögen besteht nun aus 98 Euro im ETF und 2 Euro auf dem Konto. Der Vorteil einer Ausschüttung liegt daher nicht in einer zusätzlichen Rendite, sondern darin, dass Sie einen Teil der Erträge tatsächlich erhalten und verwenden können.

Dividenden-ETF oder ausschüttender ETF?

Ausschüttender ETF und Dividenden-ETF sind nicht das gleiche:

  • Ein ausschüttender ETF beschreibt zunächst die Art der Ertragsverwendung: Der ETF zahlt Erträge an seine Anlegerinnen und Anleger aus.

  • Ein Dividenden-ETF verfolgt dagegen eine bestimmte Anlagestrategie. Er investiert gezielt in Unternehmen, die beispielsweise regelmäßig oder vergleichsweise hohe Dividenden zahlen.

Dadurch kann sich der ETF deutlich von einem breit gestreuten Aktien-ETF unterscheiden. Ein ETF auf einen breit gestreuten Aktienindex kann deshalb ausschüttend sein, ohne ein klassischer Dividenden-ETF zu sein. Für Anlegerinnen und Anleger bedeutet das: Wer regelmäßige Ausschüttungen möchte, muss nicht automatisch einen ETF mit Dividendenstrategie kaufen.

Wie viel Kapital ist für ein passives Einkommen nötig?

Wie hoch die Ausschüttungen ausfallen, hängt vor allem vom investierten Kapital und von der Ausschüttungsrendite ab. Ein Beispiel: Wenn Sie 10.000 Euro investieren und eine durchschnittliche Ausschüttungsrendite von angenommen 3 Prozent erzielen, erhalten Sie rechnerisch rund 300 Euro im Jahr. Dies gilt vor Steuern und unter der Annahme, dass die Ausschüttungsrendite tatsächlich erreicht wird. Bei 50.000 Euro wären es unter denselben Annahmen 1.500 Euro, bei 100.000 Euro 3.000 Euro.

Das Beispiel zeigt: Passives Einkommen durch ETF-Ausschüttungen braucht in der Regel zunächst Kapital. Gleichzeitig können auch kleinere Beträge einen Einstieg ermöglichen. Ein ETF-Sparplan kann beispielsweise dabei helfen, das investierte Kapital über viele Jahre Schritt für Schritt aufzubauen. Wichtig ist dabei, Ausschüttungsrenditen nicht mit garantierten Zinsen zu verwechseln. Sie können schwanken und sind nicht zugesichert.

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Ausschüttungen aktiv nutzen: 3 Möglichkeiten

Was mit dem ausgeschütteten Geld passiert, entscheiden die Anlegerinnen und Anleger selbst.

  1. Geld ausgeben
  2. Die Ausschüttungen können beispielsweise für Reisen, Freizeit oder andere laufende Ausgaben verwendet werden. Das Depot liefert damit einen tatsächlichen Geldzufluss.

  3. Geld zurücklegen
  4. Die Erträge können auch auf dem Verrechnungskonto gesammelt werden, etwa für größere Anschaffungen oder als Ergänzung zu anderen Einnahmen.

  5. Wieder investieren
  6. Wer das Geld nicht benötigt, kann die Ausschüttungen erneut in Wertpapiere investieren. So kann aus dem regelmäßigen Geldzufluss wieder neues Investmentkapital werden.

Gerade diese Flexibilität ist ein wesentlicher Unterschied zum thesaurierenden ETF: Dort erfolgt die Wiederanlage automatisch. Bei einem ausschüttenden ETF entscheiden Sie selbst, was Sie mit dem Kapital machen möchten.

Worauf sollten Sie bei ausschüttenden ETFs achten?

Nicht jeder ETF mit regelmäßigen Ausschüttungen passt automatisch zu jedem Anlageziel. Vor dem Kauf sollten Sie deshalb mehrere Punkte beachten:

  • Ausschüttungshöhe

    Wie hoch waren die bisherigen Ausschüttungen? Auch wenn sich daraus keine Aussagen über künftige Ausschüttungen ableiten lassen. 

  • Ausschüttungsintervall

    Wie häufig zahlt der ETF aus?

  • Anlagestrategie

    Welcher Index oder welche Wertpapiere liegen dem ETF zugrunde?

  • Streuung

    Wie breit ist das Investment über Unternehmen, Branchen und Länder verteilt?

  • Kosten

    Wie hoch sind die laufenden Kosten des ETF?

  • Wertentwicklung

    Wie hat sich der ETF insgesamt – also einschließlich Ausschüttungen – entwickelt?

  • Risiko

    Wie stark kann der Wert des Investments schwanken?

Gerade der letzte Punkt ist wichtig: Eine hohe Ausschüttung allein macht einen ETF nicht automatisch zu einer guten Geldanlage. Entscheidend ist die Gesamtrendite aus Ausschüttungen und Wertentwicklung.

Steuern auf Ausschüttungen

Auch Ausschüttungen aus ETFs sind steuerlich relevant, denn Kapitalerträge unterliegen in Deutschland grundsätzlich der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag (Gesamtbelastung: 26,375 Prozent) und gegebenenfalls Kirchensteuer. Der Sparer-Pauschbetrag ermöglicht es Privatanlegerinnen und -anlegern, Kapitalerträge bis zu einem bestimmten Betrag steuerfrei zu erhalten, sofern die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind. Aktuell liegt dieser Freibetrag bei 1.000 Euro für Alleinstehende und 2.000 Euro für zusammenveranlagte Ehegatten. Ein Freistellungsauftrag bei der Bank kann dafür sorgen, dass der Freibetrag direkt beim Depot berücksichtigt wird.

Auch bei thesaurierenden ETFs können Steuern anfallen, obwohl keine Auszahlung erfolgt. Hier kann insbesondere die Vorabpauschale eine Rolle spielen. Für Aktien-ETFs gilt zudem die sogenannte Teilfreistellung: Bei Privatanlegern sind 30 Prozent der Erträge (Ausschüttungen und Gewinne) steuerfrei. Dadurch wird nur ein Teil der Erträge mit der Abgeltungsteuer belegt.

Gut zu wissen: Die Vorabpauschale kann unter Umständen auch bei ausschüttenden ETFs anfallen, wenn deren Ausschüttungen im Kalenderjahr sehr gering ausfielen und unter dem gesetzlichen Basisertrag lagen.

Lohnt sich ein ausschüttender ETF?

Ausschüttende ETFs können für Sie interessant sein, wenn Sie nicht nur auf eine steigende Summe im Depot schauen, sondern regelmäßig Geld aus Ihrem Investment erhalten möchten. Die Ausschüttungen machen einen Teil der Erträge sichtbar und verfügbar. Sie können sie ausgeben, sparen oder wieder investieren. Damit können Sie Ihr Depot aktiv nutzen und langfristig möglicherweise einen zusätzlichen Geldstrom aufbauen.

Wenn Sie dagegen das Geld nicht benötigen, können Sie sich für einen thesaurierenden ETF entscheiden. Die wiederangelegten Erträge können wiederum neue Erträge erwirtschaften – dadurch entsteht ein Zinseszinseffekt. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, welche Variante grundsätzlich besser ist. Entscheidend ist, was mit der Rendite passieren soll: Soll das Geld aus dem Depot regelmäßig auf Ihrem Konto ankommen – oder soll es im Depot weiterarbeiten? Für den ersten Fall wäre ein ausschüttender ETF die passende Lösung, für den zweiten ein thesaurierender ETF.

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Häufige Fragen zu ausschüttenden ETFs

  1. Das hängt vom jeweiligen ETF ab. Ausschüttungen können beispielsweise jährlich, halbjährlich, quartalsweise oder monatlich erfolgen. Die konkrete Ausschüttungspolitik ist in den Produktinformationen des jeweiligen ETF angegeben.

  2. Ja, denn Ausschüttungen sind nicht garantiert. Sie hängen unter anderem von den Erträgen der im ETF enthaltenen Wertpapiere ab. Unternehmen können ihre Dividenden reduzieren oder ganz aussetzen. Entsprechend können auch die Ausschüttungen eines ETF schwanken.

  3. Grundsätzlich können ETF-Ausschüttungen einen regelmäßigen Geldzufluss ermöglichen. Ob dieser für Ihren Lebensunterhalt ausreicht, hängt jedoch vor allem vom investierten Kapital und der Höhe der tatsächlichen Ausschüttungen ab. Eine bestimmte Ausschüttung oder Rendite ist nicht garantiert.

  4. Die Ausschüttung wird in der Regel dem Verrechnungskonto gutgeschrieben. Sie können anschließend selbst entscheiden, ob Sie das Geld ausgeben, sparen oder wieder investieren möchten.

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