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Vom Sparschwein zum ETF: Wie wir heute für morgen sparen

Sparen im Wandel der Zeit
Sparen ist in Deutschland topaktuell – auch wenn es für manche altmodisch klingt. Doch die Art, wie wir Geld zurücklegen und investieren, hat sich grundlegend gewandelt. Früher kam das Geld ins Sparschwein oder aufs Sparbuch, heute läuft der Vermögensaufbau zunehmend über ETF-Sparpläne, Banking-Apps und digitale Depots.
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Art des Sparens in Deutschland hat sich grundlegend gewandelt: Vom klassischen Sparschwein und Sparbuch zum Vermögensaufbau über ETF-Sparpläne und digitale Depots.

  • Trotz Krisen bleibt die Sparquote hoch, wobei sich die Sparziele von der reinen Krisenvorsorge hin zu langfristiger Altersvorsorge und aktiver Geldanlage verschoben haben.

  • Technologischer Fortschritt ermöglicht heute einen einfacheren, automatisierteren Vermögensaufbau und erweitert das Verständnis von Sparen um Investitionen in neue Instrumente wie ETFs und sogar Staatsfonds.

Vom Notgroschen zum Vermögensaufbau

Trotz Inflation, Krisen und hoher Kosten ist die Sparquote der privaten Haushalte beachtlich. Allein 2025 lag sie bei 10,4 Prozent. Das heißt: Von 100 Euro verfügbarem Einkommen wurden durchschnittlich 10,40 Euro gespart. Damit liegt Deutschland ungefähr auf dem langfristigen Niveau seit der Jahrtausendwende. Doch wofür sparen wir heute eigentlich? Und was hat sich in den vergangenen 100 Jahren verändert?

Unsere Sparziele sind moderner geworden – das Grundbedürfnis ist geblieben: finanzielle Sicherheit. Früher ging es vor allem darum, Geld für schlechte Zeiten, größere Anschaffungen oder das Alter zurückzulegen. Heute steht die Altersvorsorge an erster Stelle, gefolgt von Wohneigentum und größeren Konsumwünschen. Gleichzeitig ist aus dem klassischen Sparen zunehmend Geldanlage geworden: Wer langfristig Vermögen aufbauen will, setzt nicht mehr nur auf das Giro- oder Sparkonto, sondern auch auf Aktien und Fonds.

Sparen neu definiert

Hinzu kommen neuere Formen des Vermögensaufbaus. Privatanlegerinnen und -anleger können heute per Sparplan, etwa auf ETFs (Exchange Traded Funds, also börsengehandelte Indexfonds), auch schon mit geringen Beträgen regelmäßig investieren und ihr Depot weitgehend automatisiert verwalten. Auch Staaten nutzen Kapitalmärkte zur langfristigen Vorsorge: Staatsfonds bündeln öffentliche Vermögen und investieren sie etwa in Aktien, Anleihen, Immobilien oder andere Anlageklassen. Ein bekanntes Beispiel ist der norwegische Staatsfonds, der Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft für die langfristige Absicherung des Landes anlegt.

Damit hat sich auch die Bedeutung des Begriffs Sparen erweitert: Er steht heute nicht mehr nur für das Zurücklegen von Geld auf einem Konto, sondern zunehmend auch für dessen langfristige Anlage. Der technologische Wandel macht das einfacher. Ein Depot lässt sich heute in wenigen Minuten per Smartphone eröffnen, ETF-Sparpläne laufen automatisiert und Wertpapierkurse sind jederzeit verfügbar. Wofür früher ein Termin bei der Sparkasse oder Bank nötig war, ist heute oft nur ein paar Klicks entfernt.

Das Sparschwein lebt – aber es hat Konkurrenz bekommen

Ganz verschwunden ist das klassische Sparen trotzdem nicht. Viele Menschen halten weiterhin einen Teil ihres Geldes auf Giro-, Tagesgeld- oder Sparkonten. Der Unterschied: Heute geht es stärker um die Frage, welches Geld kurzfristig verfügbar sein muss – und welches langfristig investiert werden kann. Gerade für jüngere Anlegerinnen und Anleger ist das relevant. Wer mit 25 oder 30 Jahren anfängt, regelmäßig kleine Beträge zu investieren, hat einen entscheidenden Faktor auf seiner Seite: Zeit. Ein ETF-Sparplan kann dabei genauso selbstverständlich werden wie ein Dauerauftrag für die Miete.

Krisen verändern, warum wir sparen

Wie viel die Deutschen sparen, hängt auch davon ab, wie sicher sie sich wirtschaftlich fühlen. Während der Corona-Pandemie schnellte die Sparquote über längere Zeit nach oben – auch weil viele Möglichkeiten zum Geldausgeben wegfielen. Dabei gilt: Eine hohe Sparquote ist nicht automatisch eine gute Nachricht. Sie kann auch bedeuten, dass Menschen aus Unsicherheit weniger konsumieren. Umgekehrt zeigt eine niedrigere Sparquote nicht zwangsläufig, dass weniger für die Zukunft vorgesorgt wird.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: „Wie viel sparen wir?“ Sondern vielmehr: „Was genau machen wir mit unserem Geld?“ Denn die Grundidee des Sparens – finanzielle Sicherheit und Vorsorge – ist aktueller denn je. Nur die Werkzeuge sind andere. Statt Münzen ins Sparschwein zu werfen, investieren viele Menschen heute per App in ETFs, Aktien und Fonds und gestalten so aktiv ihre finanzielle Zukunft.

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