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Junge Frau schaut auf einem Flohmarkt nach Jacken auf einem Garderobenständer

Taschengeld: Ab wann? Wie viel? Und was besser nicht?

Taschengeldempfehlung
Süßigkeiten, Sammelkarten, Gaming-Apps – Kinder entdecken früh, dass alles seinen Preis hat. Spätestens beim ersten „Kann ich mir das kaufen?“ stellen sich Eltern mehrere Fragen: Ab wann ist Taschengeld sinnvoll? Wie viel ist genug? Und worauf sollte man sonst noch achten?
Das Wichtigste in Kürze:
  • Durch Taschengeld können Kinder den Umgang mit Geld lernen.

  • Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) empfiehlt Erziehungsberechtigten, spätestens mit Beginn der Grundschule ein Taschengeld einzuführen.

  • Die Auszahlung sollte regelmäßig erfolgen: Bis 10 Jahre wird wöchentlich empfohlen, dann monatlich.

  • Jedes Kind ist anders. So ist es wichtiger, dass die Regelungen zum Kind passen, als Pauschalrezepten zu folgen.

Ist Taschengeld Pflicht?

Eltern sind nicht verpflichtet, ihren Kindern Taschengeld zu zahlen. Ob ein Kind Taschengeld bekommt oder nicht, ist die freie Entscheidung der Erziehungsberechtigten. Es gibt kein gesetzliches Anrecht darauf. Auch die Höhe des Betrags liegt im Ermessen der Eltern oder Erziehungsberechtigten. Dabei kann Taschengeld eine wichtige pädagogische Funktion erfüllen.

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aller 10-Jährigen erhalten Taschengeld – und 93 Prozent der 15-Jährige 

Was Taschengeld vermitteln kann

Mit Taschengeld können Kinder den verantwortungsvollen Umgang mit Geld lernen. Indem sie regelmäßig einen festen Betrag erhalten, üben sie, …

  • ihre Ausgaben zu planen,
  • Prioritäten zu setzen und
  • auch einmal auf etwas zu verzichten, um sich später einen größeren Wunsch erfüllen zu können.

Gleichzeitig erfahren sie die Konsequenzen eigener Entscheidungen: Ist das Geld ausgegeben, müssen sie bis zum nächsten Termin warten. Diese Erkenntnis stärkt nicht nur das Verständnis für den Wert von Geld, sondern fördert auch Selbstständigkeit, Geduld und langfristiges Denken.

Taschengeldratgeber: Das bringt ein regelmäßiges Taschengeld

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Ab welchem Alter ist Taschengeld sinnvoll?

Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) empfiehlt, spätestens mit Beginn der Grundschule ein regelmäßiges Taschengeld auszuzahlen. Die Daten stammen aus einer Expertise, die das DJI im Rahmen eines von Geld und Haushalt finanzierten Projekts erstellt hat. Geld und Haushalt ist eine Einrichtung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) zur Förderung von Finanzbildung privater Haushalte. Ein regelmäßiges Taschengeld spätestens ab dem Grundschulalter passt demnach zum Entwicklungsstand der Kinder:

  • So können Kinder im Vorschulalter normalerweise den Wert von Geld noch nicht fassen. In diesem Alter verstehen sie zunächst allgemeiner, dass Geld gegen Ware getauscht wird.
  • In der frühen Grundschulzeit lernen Kinder dann, Preise zu vergleichen und können etwa den unterschiedlichen Wert verschiedener Münzen verstehen.
  • Einen abstrakteren Begriff von Geld entwickeln sie typischerweise in der späteren Grundschulzeit. Von dieser Entwicklung an kann Geld nicht nur als Bargeld, sondern auch auf einem Konto nachvollzogen werden.
  • Erst im Jugendalter lassen sich komplexere Inhalte wie Inflation oder Kredite umfassender verständlich machen.
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Diese Richtwerte gibt es für die Taschengeldhöhe

Als erste Orientierung für den ausgezahlten Betrag können Sie die Taschengeldtabelle heranziehen, die das DJI herausgibt. Achten Sie dabei auch auf die letzte Spalte: Während sich die Summe zu Beginn auf eine wöchentliche Auszahlung bezieht, empfiehlt das DJI ab 10 Jahren eine monatliche Auszahlung[RR1] . Die Höhe des Taschengelds sollte dabei ebenso zu Ihrem Einkommen passen. Um den Umgang mit Geld zu lernen, ist es wichtig, dass der vereinbarte Betrag regelmäßig ausbezahlt werden kann.

Diese Faktoren beeinflussen den Taschengeldbetrag

Die in der Tabelle genannten Beträge sind nur Empfehlungen. Die Höhe des Taschengeldes kann neben dem Einkommen der Erziehungsberechtigten und dem Alter des Nachwuchses von weiteren Faktoren abhängen. Dazu gehören:

  • der Wohnort: In teuren Städten benötigen Kinder eventuell mehr Taschengeld als anderswo.
  • der Familiengröße und der Anzahl der in der Familie lebenden Kinder: Statistisch betrachtet werden beispielsweise Einzelkinder etwas häufiger mit Taschengeld bedacht als Kinder mit Geschwistern.
  • der Entwicklungsstand des Kindes: Beispielsweise sollte das Kind den Wert des Geldes verstehen, bevor Taschengeld ausgezahlt wird.

Tipp: Das Jugendamt Berlin empfiehlt, mit den Kindern über die Höhe des Taschengeldes zu sprechen und dabei auch auf die eigenen finanziellen Verhältnisse einzugehen. So können Erziehungsberechtigte ein Verständnis dafür schaffen, falls ihr Kind weniger Taschengeld bekommt als seine Freundinnen oder Freunde.

So viel Taschengeld bekommen Kinder

Das DJI hat auch ermittelt, wie viel Taschengeld die Kinder tatsächlich bekommen. Um Ausreißer mit besonders hohen Zahlungen herauszunehmen, wird nicht der Durchschnitt, sondern der Medianwert betrachtet. Das ist der Wert, bei dem die eine Hälfte der Kinder einer Altersklasse mehr, die andere weniger bekommt. Auch diese Werte können Sie zur groben Orientierung heranziehen.

Dos and Don‘ts: Das sollten Sie beim Taschengeld beachten

1. Verlässlichkeit ist ein Muss

Für den Lerneffekt ist ein pünktlicher und regelmäßiger Auszahlungstermin entscheidend. Erst diese Voraussetzung ermöglicht dem Nachwuchs die erste Finanzplanung. Er oder sie sollte Sie nicht an den Zahltermin erinnern müssen. 

2.  Taschengeld ist kein Druckmittel

DJI und Jugendamt Berlin sind sich hierin einig: Knüpfen Sie Auszahlung und Höhe nicht an das Verhalten Ihres Kindes. Wer es bei schlechtem Benehmen streicht, sendet ein falsches Signal. Das Geld soll Lerneffekte ermöglichen – nicht Stress aufbauen. Kinder können mit ihrem Geld nicht haushalten lernen, wenn sie nicht fest damit rechnen können.

3.  Taschengeld ist zur freien Verfügung

Beraten Sie Ihre Kinder, aber kritisieren Sie nicht jeden Kauf. Solange Ihre Kinder altersgerechte und ungefährliche Dinge erwerben, sollten Sie Käufe nicht verbieten. Denn auch durch eventuelle Fehlkäufe lernen diese den Umgang mit Geld.

Es kann außerdem beim Lernen helfen, über die Käufe des Kindes zu sprechen. Sollte die Situation einmal aus dem Ruder laufen, beispielsweise, weil Ihr Kind übermäßig viele Süßigkeiten kauft, stellen Sie klare Regeln auf, statt pauschal zu verbieten.

4.  Bleiben Sie konsequent

Geben Sie Ihrem Kind nicht vorzeitig oder zusätzlich Geld, wenn das Taschengeld bereits aufgebraucht ist. Damit würden Sie den Lerneffekt untergraben.

5.  Kein Gender Gap beim Taschengeld

Mädchen und Jungen im selben Alter sollten der Fairness halber gleich viel bekommen. In Deutschland gibt es übrigens keinen signifikanten Unterschied in der Taschengeldhöhe zwischen den Geschlechtern. Untersuchungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigen, dass Töchter und Söhne im Durchschnitt gleich viel Taschengeld erhalten. Das gilt über alle Altersgruppen hinweg, für Ost- und Westdeutschland und auch für separate Analysen nach dem Einkommen der Erziehungsberechtigten.

6.  Rechtzeitig über Online-Käufe sprechen

Spätestens wenn der Nachwuchs ein Girokonto mit Online-Banking-Zugang hat, sollten Sie über Sicherheit beim Online-Banking und Shoppen im Internet sprechen. Erklären Sie dabei, wie Online-Shopping funktioniert. Sprechen Sie über kostenpflichtige Zusatzinhalte (In-App-Käufe) in Computer- und Smartphone-Spielen und Abofallen. Mehr über die Rechte und Gefahren bei In-App-Käufen finden Sie auf der Seite der Bundesregierung.

Warum Kinder überhaupt Geld ausgeben dürfen

Der sogenannte Taschengeldparagraf (BGB §110) ermöglicht es Minderjährigen, mit dem Geld einzukaufen, das ihnen von den Erziehungsberechtigten dafür oder zur freien Verfügung zugestanden wurde:

  • Denn Minderjährige unter 7 Jahren sind geschäftsunfähig (BGB § 104). Das heißt: Ohne den Taschengeldparagrafen dürften sie auch mit dem Einverständnis ihrer Erziehungsberechtigten nichts kaufen.
  • Ab 7 Jahren sind sie beschränkt geschäftsfähig. Das bedeutet: Für Rechtsgeschäfte brauchen sie die Zustimmung einer erziehungsberechtigten Person.

Damit Minderjährige dennoch von ihrem eigenen Geld etwas kaufen können, hält das Bürgerliche Gesetzbuch mit dem Taschengeldparagrafen also eine Sonderregelung bereit. So kann Ihr Kind sein Taschengeld selbst ausgeben.

Tipp: Ratenkäufe und Abonnements sind davon ausgeschlossen. Hierfür ist eine Einwilligung der Eltern beziehungsweise Erziehungsberechtigten notwendig. Sollte das minderjährige Kind ohne Ihre Zustimmung ein Abo abgeschlossen haben, können Sie dieses widerrufen.

Taschengeld ausbezahlen: bar, aufs Girokonto oder übers Smartphone?

  • Bei kleineren Kindern ist eine Barauszahlung sinnvoll. Die Münzen können dann in einem Geldbeutel oder ganz klassisch in einem Sparschwein aufbewahrt werden.
  • Sobald das Kind das Prinzip von Geld auf einem Konto versteht, können Sie das Taschengeld auch auf ein separates Kinderkonto einzahlen, etwa per Dauerauftrag. Dadurch kann der Nachwuchs beispielsweise lernen, wie Guthabenzinsen und ein Geldautomat funktionieren. Kinderkonten können nicht überzogen werden. Wer noch kein echtes Konto eröffnen will, kann sein Kind auch mit der KNAX-Taschengeld-App über ein virtuelles Konto an die Kontoführung gewöhnen.
  • Ab12 Jahren dürfen Kinder bei vielen Sparkassen auch Online-Banking oder mobiles Banking via App nutzen. Ab diesem Alter können sie außerdem die SparkassenCard erhalten. Für Schülerinnen und Schüler bieten viele Sparkassen ein spezielles Schülerkonto an.

Tipp: Mit der App Finanzchecker der Sparkassen-Finanzgruppe können Jugendliche ihr Budget kontrollieren und koordinieren. Die App hilft dabei, die Einnahmen und Ausgaben im Blick zu behalten. 

Tipp: Die passende Höhe des Budgetgeldes sollte sich an der finanziellen Situation der Familie orientieren. Abhängig ist sie auch davon, welche Ausgaben durch das Budgetgeld gedeckt werden sollen. Es kann monatlich oder quartalsweise ausgezahlt werden.

Zusammenfassung: Kleine Scheine, große Wirkung

Ob Sie Ihrem Kind Taschengeld bezahlen, ist Ihre freie Entscheidung. Ziel ist es, dass die Kinder darüber den Umgang mit Geld lernen. Sie können mit Taschengeld nicht nur lernen, was sie sich leisten können, sondern auch, was es heißt zu planen, zu verzichten und klug mit Geld umzugehen. Taschengeld ist damit ein Stück gelebte Freiheit, ein Übungsfeld für Verantwortung und ein erster Schritt in Richtung finanzielle Selbstständigkeit. Wer früh ein Gespür für Geld entwickelt, kann davon später profitieren. Taschengeld ist damit keine Belohnung für Wohlverhalten, sondern eine Investition in die Zukunft.

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Häufige Fragen zum Thema Taschengeld

  1. Kinder lernen mit ihrem Taschengeld zu sparen, indem sie eigene Wünsche priorisieren und bewusst entscheiden, Geld nicht sofort auszugeben. Wenn sie sich ein größeres Ziel setzen – etwa ein Spielzeug oder ein besonderes Erlebnis – erfahren sie, dass es sich lohnt, regelmäßig einen Teil ihres Geldes zurückzulegen. Dabei entwickeln sie ein Gefühl für Planung, Geduld und Zielorientierung. Gleichzeitig lernen sie aus eigenen Erfahrungen: Wer sein Geld zu schnell ausgibt, muss später bis zum nächsten Zahltermin warten. Während sparende Kinder die Möglichkeit haben, sich später größere Wünsche zu erfüllen. Dieser Lernprozess stärkt langfristig den verantwortungsvollen Umgang mit Geld.

  2. Das Jugendamt beruft sich in seinen Empfehlungen auf die Taschengeldtabelle des Deutschen Jugendinstituts (DJI). Für ältere Kinder ab etwa 14 Jahren wird auch die Auszahlung eines sogenannten Budgetgelds empfohlen, wenn sie auch notwendige Ausgaben wie Kleidung und Schulmaterial aus eigener Tasche bezahlen sollen.

  3. Größeres, das Ihr Kind sich vielleicht leisten möchte? So lernen Kinder, dass Sparen dazu beiträgt, sich auch größere Träume zu erfüllen. Sie können Ihr Kind zusätzlich motivieren, indem Sie kleine Sparziele vereinbaren oder gemeinsam ein Sparschwein oder ein Kinderkonto nutzen.

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