Lohnt sich der Tec-Dax?

Erfolgreicher als der Dax – worauf Sie bei Ihrer Geldanlage achten müssen

Knapp 30 Prozent Rendite in drei Jahren: Der Tec-Dax überzeugt mit starken Zahlen. Doch eignet er sich auch als alternative Geldanlage? Jan Schmies, Kapitalmarktexperte bei der DekaBank, sagt, worauf es ankommt.

Frau sieht auf mehrere Bildschirme.

Der Tec-Dax legte in den vergangenen Jahren eine überzeugende Performance hin: Fast 30 Prozent über drei Jahre, inklusive Dividenden, stehen auf der Habenseite. Zum Vergleich: Der Dax erzielte im gleichen Zeitraum gerade einmal ein Plus von gut 5 Prozent.

Da viele Unternehmen im Bereich der Digitalisierung aktiv sind, leidet der Index weniger stark unter den Auswirkungen der Corona-Rezession.

Was ist der Tec-Dax?

Der 2003 eingeführte Tec-Dax bildet die 30 wichtigsten börsennotierten Technologie-Unternehmen in Deutschland ab. Er ist somit der deutsche Index für Technologie-Aktien – und zeigt die wirtschaftliche Entwicklung der Branche. Zu ihm gehören Unternehmen wie Carl Zeiss Meditec, SAP oder die Deutsche Telekom.

Einzelaktien brauchen Expertenwissen

Da überrascht es nicht, dass das Interesse für Wertpapiere der Technologie-Unternehmen steigt. Wer allerdings plant, in sogenannte Indexfonds (ETF) zu investieren, also Fonds, die auf die Wertentwicklung der 30 enthaltenen Unternehmen setzen, hat keine große Auswahl.

Aktuell sind nur zwei ETF auf den Tec-Dax verfügbar. Für den M-Dax gibt es immerhin fünf, für den Dax sogar zehn ETF. Bliebe als Alternative noch die gezielte Investition in Einzelaktien. Dafür braucht es allerdings Expertenwissen, um auf die richtigen Unternehmenswerte zu setzen.

Besser sind Fonds, die das Risiko breit streuen.
Jan Schmies, Kapitalmarktexperte bei der DekaBank

Als Alternative bieten sich gerade in diesem Segment aktiv gemanagte Fonds an mit einem Fokus auf wachstumsstarke Aktien.

Was bedeutet "Nasdaq Composite"?

Großer Bruder des Tec-Dax ist der amerikanische „Nasdaq Composite“, kurz Nasdaq-Index. Der größte Aktienindex an der US-Technologiebörse Nasdaq enthält 3.000 verschiedene Unternehmen aus dem Technologiesektor.

Nicht verwechseln sollte man den Nasdaq Composite mit dem Nasdaq-100-Index, der die 100 Technologieaktien beinhaltet, die die größte Marktkapitalisierung – also den Gesamtwert aller im Umlauf befindlichen Aktien – aufweisen. Hierzu gehören auch die Tech-Größen wie Apple, Microsoft und Amazon.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Tec-Dax

Jan Schmies
Kapitalmarktexperte bei der DekaBank

Woran liegt es, dass der deutsche Index für Technologie-Aktien in den zurückliegenden Jahren so stark abgeschnitten hat?

Der Tec-Dax entwickelte sich besser als der Dax, weil er wachstumsstarke Unternehmen enthält. Viele der enthaltenen Firmen sind in technologischen Branchen mit überdurchschnittlichen Potenzial angesiedelt. In einer Welt mit wenig Wachstum ist das doppelt wertvoll.

Die gesunkenen Zinsen führen außerdem zu der Bereitschaft der Anleger, Wachstum höher zu bewerten. Da viele dieser Firmen im Bereich der Digitalisierung aktiv sind, ist der Index nicht so stark von der Corona-Pandemie betroffen.

Was unterscheidet den deutschen Technologieaktienindex von seinem großen Vorbild Nasdaq aus Amerika?

Die Nasdaq profitiert von der in den USA sehr ausgeprägten Start-up-Kultur, der Nähe zu Venture Capital und starken Netzwerken. Das macht amerikanische Technologieunternehmen nochmals erfolgreicher.

Der Tec-Dax war einst gedacht als Finanz-Booster für Jungunternehmen. Ging die Rechnung auf?

Die Nasdaq hat viele weltweit bekannte Technologie- und Biotech-Konzerne hervorgebracht. Das ist dem Tec-Dax leider noch nicht gelungen. Für eine erfolgreichere Zukunft wären hierzulande insbesondere weniger Bürokratie und Regulierung sowie ein besserer Zugang zu Wagniskapital ratsam.

Was sind die Gründe für das geringe Kundeninteresse?

Es fehlt ein wenig an Newcomern. Die fünf Indexschwergewichte SAP, Infineon, Deutsche Telekom, Qiagen und Sartorius sind mit rund 9 bis 11 Prozent gewichtet und dominieren den Index. Alle waren vor Indexgründung bereits börsennotiert. Die ersten drei sind allseits bekannte DAX-Konzerne, die viele Anleger schon vor der Gründung im Depot hatten.

Herausragend ist dagegen die Performance von Unternehmen wie Sartorius, das seit 2012 im Tec-Dax notiert ist. Es hat selbst Unternehmen wie Amazon klar outperformt. Davon bräuchte es mehr.

Sollte ich jetzt auf den Tec-Dax setzen?

Der Tec-DAX hat sich besser entwickelt als der Dax selbst. Für langfristig orientierte Investoren sind Technologie-Aktien, auch diejenigen des Tec-Dax, ein sinnvoller Portfoliobaustein.

Das Problem bei Einzelinvestments im Technologiebereich liegt darin, dass man sehr gut mit verfolgen muss, wie sich das Geschäftsmodell entwickelt. Als Alternative für am Tec-Dax interessierte Anleger bieten sich jedoch gerade in diesem Segment aktiv gemanagte Fonds an mit einem Fokus auf wachstumsstarke Aktien.

Welche Potenziale erwarten Sie für den Tec-Dax?

Generell haben wachstumsstarke Aktien in den letzten Jahren stark von den deutlich gesunkenen Zinsen profitiert. Allerdings bleibt das weiterhin zu erwartende höhere Wachstum dieser Unternehmen als Vorteil. Daher sollte die Rendite von Technologie-Aktien auf längere Sicht weiterhin knapp über den breiten Marktindizes liegen.


Sie möchten mit Strategie sparen und mehr aus Ihrem Geld machen? Wir beraten Sie gern.

Bitte wählen Sie Ihre Sparkasse aus:

Ist das nicht Ihre Sparkasse?