Kreditzahlung in der Coronakrise anpassen

Zahlungsschwierigkeiten wegen Corona-Maßnahmen? Justieren Sie Ihre Belastungen.

Nur langsam werden die Corona-Einschränkungen in Deutschland gelockert, sie zwingen weiterhin viele Unternehmen aus Gastronomie, Tourismus, Freizeit und Kultur zum Stillstand. Wie schon im Jahr 2020 haben auch jetzt viele Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Gewerbetreibende durch Kurzarbeit, Einschränkungen beim Minijob oder der selbstständigen Tätigkeit vorübergehend weniger Geld im Portemonnaie. Die Raten für Kredite anzupassen, kann helfen, durch die Krise zu kommen. Wir erklären Ihnen, warum.

Ein älteres Ehepaar geht Rechnungen durch.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wer aufgrund der Corona-Pandemie Schwierigkeiten hat, Kreditraten zu begleichen, sollte das Gespräch mit seiner Hausbank suchen.
  • Das „gesetzliche Moratorium“ zur Aussetzung von Kreditzahlungen aufgrund der Coronakrise ist ausgelaufen
  • Bis zum 30. Juni 2020 konnten Verbraucherinnen und Verbraucher von Gesetzes wegen sich Tilgung und Zinszahlung für Verbraucherkredite unter bestimmten Voraussetzungen aussetzen.
  • Ab Juli 2020 mussten die Zahlungen wieder aufgenommen werden.

Tilgung und Zinszahlung aussetzen – wie geht das?

Von Gesetzes wegen konnte, wer von der Coronakrise so betroffen war, dass Zahlungen nicht zumutbar waren, Zins und Tilgung für Verbraucherkredite, die vor dem 15. März 2020 abgeschlossen wurden, im Zeitraum vom 1. April bis zum 30. Juni 2020 aussetzen. Dieses sogenannte "gesetzliche Moratorium" ist Ende Juni 2020 ausgelaufen, ab Juli 2020 mussten die Zahlungen wieder aufgenommen und die gestundeten Raten – jeweils zeitlich verschoben – nachgezahlt werden. Auf diese Weise verlängerte sich die ursprünglich vereinbarte Darlehenszeit um bis zu drei Monate.

Wer weiterhin wegen der Corona-Pandemie Schwierigkeiten hat, seine Kreditraten zu zahlen, sollte mit seiner Bank oder Sparkasse sprechen. Möglicherweise lassen sich auch jenseits der gesetzlichen Verpflichtung Zahlungen neu justieren.

Bedingungen für die Zahlpause

Beim gesetzlich vorgeschriebenen Moratorium galt als Voraussetzung für das Aussetzen der Zahlungen: Kreditnehmer haben durch die Ausbreitung der COVID-19-Pandemie Einkommenseinbußen, die es unzumutbar machen, ihre Verpflichtungen aus dem Darlehensvertrag zu erfüllen, ohne ihren Lebensunterhalt oder den ihrer Familie zu gefährden. Wer weiterhin sein volles Einkommen zur Verfügung hatte oder die Kreditraten zahlen konnte, ohne seinen Lebensunterhalt zu gefährden, sollte nicht unberechtigt von der Hilfe profitieren, die gedacht war für Menschen in Ausnahmesituationen.

Mittlerweile werden die Bedingungen für Raten- bzw. Laufzeitanpassungen unterschiedlich gehandhabt. Sprechen Sie mit Ihrer Beraterin oder Ihrem Berater in der Sparkasse, welche Möglichkeiten Sie haben!

Wichtige Fragen und Antworten

Sprechen Sie mit Ihrer Beraterin oder Ihrem Berater in der Sparkasse, welche Möglichkeiten es auch nach dem Auslaufen des gesetzlichen Moratoriums zum Aufschub von Zins- und Tilgungszahlungen wegen Corona-bedingter Einnahmeverluste für Sie gibt.

Wir haben Tipps zusammengetragen, wie sie Kosten reduzieren können und Hilfsangebote nutzen. Unseren Überblick finden Sie hier.


Zuschuss, Förderkredit & Co.

In der Corona-Krise gibt es unterschiedliche Arten von Unterstützung für Unternehmen. Was bedeutet was?


Kredit: Banken und Sparkassen leihen ihren Unternehmenskunden weiter Geld, um finanzielle Engpässe zu überbrücken – dies gilt insbesondere in Krisenzeiten, wenn Unternehmen, wie z. B. während der Corona-Pandemie, keine Geschäfte machen können.

Förderkredit: Die Förderbank KfW und die Förderinstitute der Bundesländer haben ihre Förderkreditprogramme für Unternehmen ausgeweitet. Unternehmen können aus diesen Programmen vergünstigte Kredite erhalten. Zugleich übernimmt die KfW bei Vorliegen der Förderbedingungen bis zu 90 Prozent der Haftung, sollte ein Kredit nicht zurückgezahlt werden können. Voraussetzung ist eine sorgfältige Kreditprüfung durch die Hausbank beziehungsweise Sparkasse. In vielen Fällen muss aber auch die Hausbank einen Teil der Haftung übernehmen.

Aussetzen von Kreditraten, das sogenannte "gesetzliche Moratorium": Privatleute, denen durch die Corona-Krise Einnahmen fehlten und denen es nicht zumutbar war, Zins und Tilgung für ihren Kredit zu zahlen, konnten die Raten für drei Monate bis zum 30. Juni 2020 aussetzen. Ähnliches bieten viele Sparkassen auf freiwilliger Basis weiterhin an. Davon sind häufig auch Gewerbetreibende und Unternehmen erfasst. Nähere Auskünfte gibt die jeweilige Sparkasse.

Zuschuss: Viele Hilfsprogramme der Bundesländer sind als Zuschuss gestaltet. So auch die finanziellen Hilfen,  die Unternehmen unterstützen sollen, die von den Schließungen im November-Lockdown besonders betroffen sind. Im Gegensatz zum Kredit müssen hier die Gelder grundsätzlich nicht zurückgezahlt werden – vorausgesetzt natürlich, die Kriterien für die Vergabe der Zuwendung werden erfüllt. Einzelne Bundesländer hatten im Laufe des Jahres 2020 bestimmte Hilfen allerdings auch als „rückzahlbare Zuschüsse“ gewährt, die nach Ablauf einer bestimmten Frist zurückgezahlt werden müssen.

Bürgschaft: Bund und Länder haben zur Eindämmung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise auch Bürgschaftsprogramme ausgeweitet. Das bedeutet: Sie bürgen dafür, dass ein Unternehmen seinen Kredit zurückzahlt – und springen ein, wenn nicht. Mit diesem Rückhalt wollen Bund und Länder Banken und Sparkassen die Kreditvergabe in Krisenzeiten erleichtern.

(Aktualisiert: 24. Februar 2021) 


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