Notfall-Kinderzuschlag (KiZ)

Finanzielle Unterstützung für Familien während der Corona-Krise

Wenn das eigene Einkommen nicht reicht, um damit sich und seine Kinder zu versorgen, können Familien und Alleinerziehende den sogenannten Kinderzuschlag erhalten. Bislang mussten Eltern dafür nachweisen, dass ihnen in den vergangenen sechs Monaten nicht ausreichend Geld zur Verfügung stand. Aufgrund der Corona-Krise wurde der Zugang gelockert. 

Update: Hilfen für Eltern in der Corona-Krise

Die längere Lohnfortzahlung für Eltern in der Corona-Krise ist beschlossene Sache. Nach dem Bundestag stimmte inzwischen auch der Bundesrat zu:

  • Eltern, die wegen der Pandemie ihre Kinder betreuen und nicht arbeiten können, können ihre damit verbundenen Verdienstausfälle künftig 10 statt 6 Wochen lang geltend machen.
  • Für Alleinerziehende verlängert sich der Zeitraum auf 20 Wochen. Gezahlt werden 67 Prozent des Nettoeinkommens, allerdings höchstens 2.016 Euro pro Monat.

Zugleich wird der Entschädigungsanspruch auch auf Arbeitnehmer erweitert, die hilfebedürftige Menschen mit Behinderung betreuen oder pflegen. Davon können zum Beispiel Eltern von erwachsenen Kindern mit Behinderung profitieren, wenn deren Betreuungseinrichtungen, Werkstätten oder Tagesförderstätten coronabedingt geschlossen sind.

Beschlossene Sache ist auch der einmalige Kinderbonus in Höhe von 300 Euro pro Kind.  Er wird ab Herbst in zwei Raten á 150 Euro mit dem Kindergeld ausgezahlt.

Darüber hinaus bleibt der Antrag zum Notfall-Kinderzuschlag weiterhin bis zum 30. September 2020 möglich.

Um Familien und Alleinerziehende in Zeiten von Corona besser zu unterstützen, hat die Bundesregierung den sogenannten Notfall-Kinderzuschlag beschlossen. Er ist als ein vorübergehend reformierter Kinderzuschlag zu verstehen und trat am 1. April 2020 in Kraft. Wir beantworten die wichtigsten Fragen. 

1. Was ist der Notfall-Kinderzuschlag?

Am Prinzip des regulären Kinderzuschlags, den es bereits seit 2005 gibt, ändert sich nichts: Eltern mit kleinen Einkommen, für die es nicht oder nur schwer möglich ist, sich und die eigene Familie zu versorgen, können durch den Kinderzuschlag eine finanzielle Unterstützung erfahren – zusätzlich zum Kindergeld. Die Förderung wird jeweils für sechs Monate gewährt und kann dann durch einen neuen Antrag verlängert werden.

2. Wer hat Anspruch auf den neuen Kinderzuschlag?

Anspruch auf den Zuschlag haben Sie, wenn

  • Ihr Kind bei Ihnen im Haushalt lebt, unter 25 Jahre alt und nicht verheiratet oder verpartnert ist.
  • Sie Kindergeld erhalten.
  • Ihr Einkommen nicht weniger als 900 Euro brutto (Familie) oder 600 Euro brutto (Alleinerziehende) beträgt.
  • Sie kein Arbeitslosengeld II (Hartz 4) erhalten.
  • Sie mithilfe des Kinderzuschlags (und eventuell Wohngeld) in der Lage wären, den Bedarf Ihrer Familie zu decken.
Zwei Kinder malen ein Bild

3. Wie berechnet sich der Kinderzuschlag?

Der Kinderzuschlag wird anhand des Ihnen zur Verfügung stehenden Einkommens und Ihrer individuellen Lebenslage berechnet. Eine feste Einkommensgrenze gibt es seit dem 1. Januar 2020 nicht mehr. Es gilt: Je mehr Eltern verdienen, desto kleiner ist der Kinderzuschlag und läuft schließlich ganz aus. Bis zu 185 Euro monatlich können Sie von der Familienkasse pro Kind erhalten. Ob Sie einen Anspruch haben und wie hoch dieser ist, ermitteln Sie ganz einfach mit dem KiZ-Lotsen der Arbeitsagentur.

4. Was muss ich nachweisen, um den Notall-Kinderzuschlag zu bekommen?

Um den Notfall-Kinderzuschlag zu beantragen, müssen Sie nur noch ihr Einkommen im Monat vor der Antragstellung nachweisen. Damit erleichtert das Bundesfamilienministerium den Zugang zur Förderung für Eltern, die nun akut wegen der Corona-Krise Einkommenseinbußen haben. Bislang galt das durchschnittliche Einkommen der vergangenen sechs Monate.

Die neue Regelung gilt vorerst befristet bis zum 30. September 2020. Übrigens: Relevant für den Notfall-KiZ sind in erster Linie Einkommen aus versicherungspflichtigen und selbstständigen Beschäftigungen, aber auch zum Beispiel Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld oder Mutterschaftsgeld.

5. Wie beantrage ich die Förderung?

Bislang lief es so: Um die Kinderzulage zu erhalten, stellten Sie schriftlich einen Antrag bei Ihrer zuständigen Familienkasse. Da aufgrund von Corona nun mit einem erhöhten Anfragevolumen gerechnet wird, empfiehlt es sich nun jedoch den Online-Antrag zu nutzen. Diesen finden Sie auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit. Bitte beachten Sie, dass Sie Ihren Antrag aus rechtlichen Gründen zusätzlich ausdrucken, unterschreiben und an die Familienkasse schicken müssen. Außerdem müssen Sie Ihr Einkommen und Vermögen selbstverständlich durch Belege nachweisen.

6. Was ändert sich, wenn ich bereits einen Kinderzuschlag bekomme?

Für den Fall, dass sie bereits eine Förderung erhalten ergibt sich nun Folgendes: Wenn Sie aktuell den Höchstsatz, also 185 Euro bekommen, und Ihr Bewilligungszeitraum bis zum 30. September endet, verlängert sich ihr Anspruch automatisch. Sie müssen dafür nicht, wie üblich, einen neuen Antrag stellen. Ihre Familienkasse wird Ihnen Ihre Weiterbewilligung per Post zusenden.

Erhalten Sie momentan weniger als 185 Euro und Ihre Bewilligung läuft bis Ende September aus, müssen Sie einen neuen Antrag stellen, um auch weiter gefördert zu werden. Die Familienkasse wird wie gewohnt Ihre Einkommensverhältnisse überprüfen und in Hinblick auf die neuen Regelungen bewerten. Sollten Sie aufgrund der Corona-Krise Einkommenseinbußen haben, erhalten Sie eventuell eine höhere Förderung.

Übrigens: Sie können auch eine laufende Förderung überprüfen lassen, sollten sich Ihre Einkommensverhältnisse verändert haben. Ergibt sich eine höhere Förderungssumme, wird diese für die restliche Zeit Ihres Bewilligungszeitraumes gezahlt.

Weitere Informationen zum Kinderzuschlag und den neuen Regelungen als Reaktion auf die Corona-Pandemie erhalten Sie bei der Bundesagentur für Arbeit. Für alle weiteren Fragen rund ums Geld ist wie gewohnt weiterhin Ihre Sparkasse für Sie da. Gemeinsam gehen wir da durch.


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(Stand: 10.06.2020)