Unwetter: Wann welche Versicherung zahlt

Alle wichtigen Fragen zur Absicherung bei Hochwasser und Unwetterschäden

Schwere Unwetter sorgen im Westen Deutschlands für Chaos. Der Starkregen hinterlässt ein Bild der Verwüstung mit überschwemmten Straßen und eingestürzten Häusern. Wer kommt für die Schäden auf? Ein Überblick.

Hochwasser überflutet eine Straße

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Westen Deutschlands wird derzeit von starken Unwettern heimgesucht. Unaufhaltsame Wassermassen hinterlassen ein Bild der Verwüstung und sorgen für eingestürzte Häuser. 
  • Schäden an Haus, Keller oder Hausrat werden von der Wohngebäudeversicherung, der Elementarversicherung und der Hausratversicherung gedeckt. 
  • Für Unwetterschäden am Auto kommt die Kaskoversicherung auf. 
  • Sollten Sie betroffen sein, melden Sie sich am besten unverzüglich bei Ihrem Versicherer und besprechen das weitere Vorgehen.

Schäden an Haus oder Wohnung – Wohngebäudeversicherung

Ein Baum stürzt auf das Haus und zerstört Teile des Daches. Gleichzeitig dringt beim Nachbar Wasser aufgrund überfluteter Straßen in den Keller des Gebäude ein. Ein Albtraum für Hausbesitzer. Wurde eine Gebäudeversicherung abgeschlossen, übernimmt diese den Schaden. Die Versicherung gegen Sturmschäden sollte unbedingt explizit in die Gebäudeversicherung miteinbezogen sein. Jedoch greift sie erst ab Windstärke 8. Das kommt einer Geschwindigkeit zwischen 62 und 74 km/h gleich.

Für im Bau befindliche Gebäude ist eine zusätzliche Bauleistungs- und Bauwesenversicherung nötig, sofern dies nicht bereits über eine Rohbauversicherung im Rahmen der Wohngebäudeversicherung abgedeckt ist.

Schäden an Kleidung und Gegenständen – Hausratversicherung

Sturmschäden an der Wohnungseinrichtung können der Hausratversicherung gemeldet werden. Ein Beispiel: Ein Fenster zerbricht und durch Wind und Regen wird ein teurer Designertisch unbrauchbar. Die Hausratversicherung trägt die Kosten für den Tisch, nicht aber für das Fenster. Bei Sturmschäden tritt hier die Wohngebäudeversicherung für die zerbrochene Scheibe ein.

Aber Achtung: Wurden nachweislich Fenster oder Türen offengelassen, greift der Versicherungsschutz nicht.

Unwetter- oder Sturmschäden im Keller – Elementarschadenversicherung

Heftige Unwetter mit Starkregen sorgen schnell für Überschwemmungen und überfordern die Kanalisation – Wasser kann ungehindert in den Keller eindringen. Hier reicht die normale Hausratversicherung nicht aus. Nur eine zusätzliche Elementarversicherung schützt vor hohen Kosten durch Überflutungsschäden.

Schäden am Auto – Kaskoversicherung

Äste oder Ziegel verwandeln sich schon bei leichtem Sturm in gefährliche Wurfgeschosse, die ein Auto zerstören können. Ab Windstärke 8 greift hier die Teilkaskoversicherung. Ist diese Windstärke nicht erreicht, kann nur eine Vollkaskoversicherung die Schäden ersetzen. Ebenfalls nur die Vollkaskoversicherung springt ein, wenn der Fahrer beispielsweise einem herabfallenden Ast ausweicht und dabei sein Auto beschädigt. 

Langanhaltender Regen kann Straßen in reißende Flüsse verwandeln. Ist das Auto in einer solchen Straße geparkt und von Wassermassen umspült, ersetzt die Teilkaskoversicherung den Schaden.

Verletzungen – Kranken- und Haftpflichtversicherung

Bei einer Verletzung durch umherfliegende Gegenstände greift die eigene Krankenversicherung. Aufpassen müssen insbesondere Grundstückbesitzer oder Eigentümer und Mieter mit Balkonen. Stürzt ein nachweislich morscher Baum um, haftet der Hauseigentümer. Das gilt auch, wenn im Sturm beispielsweise ein Blumentopf vom Balkon weht und einen Menschen verletzt.

To-do-Liste: Was tun nach einem Unwetter- oder Sturmschaden?

  1. Halten Sie Schäden so gering wie möglich. Decken Sie beispielsweise ein kaputtes Fenster mit einer Plane ab. Sonst kommt die Versicherung bei Folgeschäden eventuell nicht auf.
  2. Dass tatsächlich ein Unwetter die Schäden verursacht hat, müssen Sie zwar in der Regel nicht nachweisen, da auch in der Nachbarschaft ähnliche Schäden aufgetreten sein dürften. Um Probleme mit der Versicherung trotzdem zu vermeiden, erstellen Sie eine Liste aller beschädigten Gegenstände und notieren Sie den Kaufpreis.
  3. Machen Sie Foto- oder Filmaufnahmen der beschädigten Objekte vor Beginn der Aufräumarbeiten.
  4. Melden Sie die Schäden möglichst unverzüglich Ihrem Versicherer.
  5. Mieter wenden sich bei Beschädigungen an Ihren Vermieter.

Sie möchten sich für den Ernstfall absichern? Mehr Infos und Konditionen finden Sie bei Ihrer Sparkasse.