Bargeldobergrenzen in Deutschland?

Diese Beschränkungen gibt es beim Bargeld

Bargeld ist und bleibt das beliebteste Zahlungsmittel der Deutschen. Dennoch wird auch hierzulande die Möglichkeit der Barzahlung immer weiter eingeschränkt. Was hat es mit den Bargeldobergrenzen auf sich, wo liegen die Limits und wie sieht es in den anderen europäischen Ländern aus?

Was sind Bargeldobergrenzen?

Damit sind die maximalen Bargeldzahlungen gemeint, die allgemein erlaubt sind. In Deutschland gibt es derzeit keine Höchstgrenze für Bargeldauszahlungen. Wer Beiträge über 10.000 Euro in bar bezahlen möchte, muss allerdings einen Ausweis vorzeigen. Die Angaben muss der Händler aufzeichnen und aufbewahren.
Hintergrund ist der verstärkte Kampf der EU gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Aus diesem Grund sind die EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, die Richtlinie 2018/843 in nationales Recht umzusetzen.  

Neue Obergrenze für den Kauf von Edelmetallen?

Beim anonymen Kauf von Edelmetallen ist die Grenze noch enger gezogen. Die Änderung der 4. EU-Geldwäscherichtlinie schränkt die sogenannten Tafelgeschäfte ein. Ab dem 1. Januar 2020 gilt die Obergrenze für Edelmetalle wie etwa Gold und Silber von 1.999 Euro.  

Wer eine höhere Summe Gold oder Silber kaufen möchte, kann dies tun. Dann ist allerdings der Händler verpflichtet, die Identität des Käufers festzustellen.  

Wie sieht es in anderen EU-Ländern aus?

Eins vorweg: Es gibt keine einheitliche Regelung der Bargeld-Obergrenze in den EU-Mitgliedstaten. In vielen Ländern gibt es bereits weitaus strengere Bargeldobergrenzen als in Deutschland. In Frankreich liegt die Höchstgrenze der Bargeldauszahlungen beispielsweise für französische Steuerzahler bei 1.000 Euro. Höhere Geldbeträge müssen per Überweisung oder Kreditkarte bezahlt werden. Für Ausländer liegt die Obergrenze hingegen bei 10.000 Euro. In Italien sind Bargeldauszahlungen bis 2.999 Euro ohne Nachweis möglich und in Spanien liegt die Höhe bei nunmehr 2.500 Euro.  

Mit wieviel Geld darf ich über die Grenze?

Auch für die Mitnahme von Bargeld bei Grenzüberquerungen gibt es Regelungen.
Innerhalb der EU müssen Sie auf Nachfrage der Zollkontrolle wahrheitsgemäß Auskunft geben. Allerdings gibt es keine Obergrenzen.

Außerhalb der EU sind die Regelungen strenger. Wer mit Bargeld im Gesamtwert von 10.000 Euro oder mehr reist, muss den Betrag bei der Zollkontrolle anmelden.

Was sagen die Befürworter der Bargeldobergrenze?

Das Bargeld-Limit soll vor allem Terroristen und Kriminellen das Leben schwer machen. Auch die Schwarzarbeit soll so eingedämmt werden. Denn Bargeld-Zahlungen lassen sich nur schwer nachverfolgen. Weniger Bargeld bedeutet für Staat und Wirtschaft zudem weniger Kosten für die Bereitstellung von Münzen und Scheinen.

Was sagen die Gegner?

Dass eine Bargeldobergrenze Terrorismus, Kriminalität oder Schwarzarbeit wirklich eindämmt, bezweifeln viele Experten. Zudem sind einige Händler auf höhere Bargeldzahlungen eingerichtet, wie beispielsweise Autoverkäufer. Datenschützer kritisieren, dass man elektronische Zahlungen grundsätzlich immer zurückverfolgen kann. Daher gelte die Bargeld-Obergrenze grundsätzlich als eine Einschränkung der Freiheit.

Und was sagen die Experten bei den Sparkassen?

Beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband, dem Dachverband der Sparkassen-Finanzgruppe, ist die Haltung klar: Bargeldobergrenzen werden nicht dazu führen, Terrorfinanzierung oder Geldwäschekriminalität nachhaltig einzudämmen. Da sollte man sich keinen Illusionen hingeben. Was man aber mit solchen Maßnahmen wirklich einschränkt, ist die Freiheit der Menschen. Sparkassen bieten eine Fülle modernster bargeldloser Bezahlmöglichkeiten an. Gleichwohl sollte jeder die Entscheidung darüber haben, ob er auch größere Beträge bargeldlos oder eben bar bezahlen möchte.

Was passiert jetzt? Wird das Bargeld in Deutschland sogar ganz abgeschafft?

Die Abschaffung des 500-Euro-Scheins ist bereits beschlossene Sache. Ob es eine Bargeldobergrenze geben wird, ist derzeit noch unklar. Sicher ist: Es wird in Deutschland auch in Zukunft Bargeld geben. Nicht zuletzt, weil nach Umfragen der Bundesbank die deutliche Mehrheit der Deutschen Bargeld befürwortet.


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