BAföG – Geld für Studenten und Schüler

Wie Sie sich die wertvolle Unterstützung sichern können

Sie studieren oder holen Ihr Abi nach? Dann haben Sie vielleicht Anspruch auf eine Förderung nach dem Berufsausbildungsförderungsgesetz (BAföG).

Was ist BAföG?

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz ermöglicht Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Ausbildung nach ihren Wünschen, wenn sie selbst und ihre Familie diese nicht finanzieren können. Mit der Abkürzung BAföG wird nicht nur das Gesetz bezeichnet, sondern auch die Förderung selbst. 

BAföG

Was sind die grundsätzlichen Voraussetzungen für BAföG?

  •  (Geplante) Teilnahme an einem Vollzeit-Studium oder einer weiterführenden schulischen Ausbildung
  • Nachweis der Eignung für das Studium oder die weiterführende schulische Ausbildung (zum Beispiel die Allgemeine Hochschulreife)
  • Nicht ausreichende finanzielle Mittel, um die Kosten während der Ausbildungszeit zu decken (auch nicht bei Eltern oder Ehepartnern)
  • Beginn des Studiums oder der weiterführenden schulischen Ausbildung vor dem 30. Geburtstag (beim Master zählt der 35. Geburtstag)
  • Deutsche Staatsangehörigkeit oder Ausländer mit Bleibeperspektive (Achtung: einige Ausnahmen)
  • Eventuell Leistungsnachweise

1. Vom Antrag bis zum Förderungsbescheid

Wie und wo kann ich BAföG beantragen?

Den Antrag stellen Sie beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung. Welches BAföG-Amt für Sie zuständig ist, hängt von der Art Ihrer Ausbildung ab. So wenden sich inländische Studenten etwa an das Studentenwerk der Hochschule, an der sie immatrikuliert sind. Für eine schulische Ausbildung und eine Ausbildung im Ausland gelten andere Regeln.

Alle Adressen und Antragsformulare finden Sie hier auf den offiziellen BAföG-Seiten im Internet. In den meisten Bundesländern ist mittlerweile auch ein Online-Antrag möglich – dennoch muss der Antrag dem zuständigen Amt zusätzlich immer auch unterschrieben und in Schriftform vorliegen.

Welche Unterlagen muss ich einreichen?

Für den Antrag auf BAföG müssen Sie eine Reihe von Formblättern ausfüllen und beim zuständigen BAföG-Amt einreichen. In den Formblättern machen Sie beispielsweise Angaben zu Anschrift, Familienstand, Kindern, Einkommen und Vermögen. Auch der schulische und berufliche Werdegang werden abgefragt. Die Ausbildungsstätte selbst muss ebenfalls Informationen bereitstellen – als Student reichen Sie stattdessen Ihre Immatrikulationsbescheinigung ein. Wenn Sie studieren, müssen sie außerdem normalerweise nach dem 4. Semester einen Leistungsnachweis erbringen. Alle Unterlagen und einen Antragsassistenten gibt es hier.

Wann sollte ich BAföG beantragen?

BAföG-Zahlungen werden frühestens ab dem Monat geleistet, in dem der Antrag abgegeben wurde. Kümmern Sie sich deshalb rechtzeitig um die Antragstellung. Denn die Bearbeitung durch das Amt kann mehrere Wochen dauern. Hinzu kommt, dass Sie je nach angestrebter Ausbildung für die Formblätter auch Angaben von der Ausbildungsstätte, von Ihren Eltern oder Ihrem Partner benötigen.

Wie lange dauert es, bis ich einen Bescheid bekomme?

Zwischen Antragstellung und Zustellung des Bescheids können mehrere Wochen vergehen.

Was muss ich beim Wiederholungsantrag beachten?

Die Ausbildungsförderung wird in der Regel für ein Schuljahr oder zwei Semester bewilligt. Deshalb müssen Sie normalerweise jeweils nach einem Jahr einen Weiterförderungsantrag stellen. Dieser Folgeantrag besteht aus denselben Formblättern wie der Erstantrag und muss dem Amt zwei Monate vor Ablauf des Bewilligungszeitraums vorliegen.

2. Förderungshöhe und -dauer

Wie viel BAföG bekomme ich?

Das hängt von Ihrem BAföG-Bedarfssatz ab. Das Amt für Ausbildungsförderung berechnet ihn für Sie. Danach wird Ihr anrechenbares Einkommen und Vermögen abgezogen, gleiches gilt für das anrechenbare Einkommen und Vermögen von Ehepartnern und Eltern. Das Ergebnis ist Ihr BAföG-Förderungsbetrag. Studierende ohne Kind  können monatlich beispielsweise maximal 735 Euro erhalten, bei Auszubildenden sind es 708 Euro. Weitere Infos und einen BAföG-Rechner finden Sie hier.

Wie lange kriege ich BAföG?

Bei Studenten gilt die Förderung meist für die Dauer der Regelstudienzeit. Es gibt aber Ausnahmen, in denen Sie länger BAföG bekommen können.

Wann kann ich einen Antrag auf Vorausleistung stellen?

Die BAföG-Vorausleistung ist keine Vorschusszahlung. Sie können den Vorausleistungsantrag stellen, wenn Ihre Ausbildung gefährdet ist, weil Ihre Eltern keine Angaben zu ihren Einkommensverhältnissen machen möchten oder gemäß BAföG keinen Unterhalt zahlen.

Wie hoch ist die Wohnpauschale?

Der BAföG-Gesamtförderbetrag enthält unter anderem eine Wohnpauschale: Wohnen Sie noch bei Ihren Eltern oder in einer Wohnung, die Ihren Eltern gehört, beläuft sich die Wohnpauschale auf 52 Euro pro Monat. Wenn Sie eine eigene Wohnung unterhalten, erhalten Sie hingegen 250 Euro. Bei Auszug aus dem elterlichen Heim sollten Sie also umgehend das zuständige Amt informieren.

Welches Einkommen wird für den Förderbetrag angerechnet?

Grundsätzlich werden Ihr eigenes Einkommen und Vermögen, das Einkommen Ihres Ehe- oder Lebenspartners und das Einkommen der Eltern auf den ermittelten Bedarfssatz angerechnet – und zwar in dieser Reihenfolge. Allerdings gibt es Freigrenzen. So können Sie als Single ohne Kind beispielsweise 450 Euro im Monat hinzuverdienen, ohne dass es sich mindernd auf die Höhe des BAföG auswirkt. Vermögenswerte wie ein eigenes Auto, Lebensversicherungen und Sparbücher dürfen die Summe von 7.500 Euro nicht überschreiten, um anrechnungsfrei zu bleiben. Bei Vermögung und Einkommen erhöhen sich die Freibeträge je nach Familienstand und Zahl der Kinder.

Ist das BAföG vom Familienstand abhängig?

Das Einkommen Ihres Ehe- oder eingetragenen Lebenspartners hat direkten Einfluss auf Ihr BAföG. Jedoch wird das monatliche Nettoeinkommen nur dann angerechnet, wenn es bestimmte Freibeträge übersteigt. Hier hilft der BAföG-Rechner bei der näheren Bestimmung.

Wann muss ich BAföG zurückzahlen und in welcher Höhe?

Etwa fünf Jahre nach dem Ende der Förderungshöchstdauer erhalten Sie einen Rückzahlungsbescheid. Als ehemaliger Student müssen Sie dann in der Regel die Hälfte der erhaltenen Fördersumme in vierteljährlichen Raten zurückzahlen. Wer zu diesem Zeitpunkt wenig verdient, kann sich freistellen lassen. Wenn Sie das Darlehen auf einen Schlag vollständig oder zumindest zu einem großen Teil zurückzahlen, erhalten Sie einen Nachlass. Schüler-BAföG ist ein Vollzuschuss und muss deshalb nicht zurückgezahlt werden.

3. Sonstige Fragen zum BAföG

Ist BAföG ein Kredit oder ein Zuschuss?

Die Förderung gibt es als Vollzuschuss, Zuschuss, Staats- oder Bankdarlehen. Schüler erhalten in der Regel einen Vollzuschuss, den sie nicht zurückzahlen müssen. Für Studenten besteht die Förderung jeweils zur Hälfte aus Zuschuss und zinslosem Staatsdarlehen. Nur letzteres muss zurückgezahlt werden.

Wer wird durch BAföG gefördert?

Grundsätzlich BAföG-berechtigt sind deutsche Staatsbürger – unter bestimmten Bedingungen aber auch Ausländer. Zudem müssen Antragsteller für die angestrebte Ausbildung geeignet sein und dürfen maximal 30 Jahre alt sein – bei Masterstudiengängen gilt ein Höchstalter von 35 Jahren.

Können auch Schüler BAföG beantragen?

Ob Sie als Schülerin oder Schüler BAföG erhalten können, hängt insbesondere von der Art der Schule ab – teilweise existieren weitere Voraussetzungen. Die Bedarfssätze richten sich zumeist ebenfalls nach der Schulart. Zuständig sind die bei den Kreis- und Stadtverwaltungen eingerichteten Ämter für Ausbildungsförderung. Links zu den Internetseiten der kommunalen Ämter aller Bundesländer finden Sie hier.

Ist die Förderung abhängig davon, wo ich wohne?

Wo sich Ihr Wohnsitz in Deutschland befindet, hat keinen Einfluss auf die Förderung. Und auch wenn sich zum Studium längere Zeit im Ausland aufhalten, können Sie grundsätzlich BAföG erhalten. Zusätzlich können Sie Zuschläge zum Regelbedarf beantragen, beispielsweise für ausländische Studiengebühren und eine Krankenversicherung. Weitere Informationen dazu erhalten Sie hier.

Wann ist BAföG elternunabhängig?

Sind Ihre Eltern nicht mehr unterhaltsverpflichtet und Sie haben laut Gesetz Anspruch auf BAföG, besteht die Möglichkeit der elternunabhängigen Förderung. Typische Situationen sind beispielsweise eine mindestens fünf Jahre dauernde Erwerbstätigkeit vor dem Studium, das Ziel der allgemeinen Hochschulreife auf dem zweiten Bildungsweg, ein Studienbeginn nach dem 30. Lebensjahr oder auch ein unbekannter Aufenthaltsort der Eltern.

Brauche ich ein eigenes Bankkonto?

Ja, denn das BAföG wird ausschließlich bargeldlos überwiesen. Viele Sparkassen bieten für Schüler und Studierende kostenlose Girokonten an. So können Sie deutschlandweit an über 25.000 Geldautomaten bequem Bargeld abheben, fast überall bargeldlos mit Karte zahlen sowie sicheres Mobile- und Online-Banking nutzen. Mehr Informationen finden Sie hier und hier.

Bitte beachten Sie: Eine exakte Aussage darüber, ob Sie nach dem BAföG gefördert werden und mit welcher Summe, kann nur nach einer sorgfältigen Prüfung aller individuellen Voraussetzungen durch das zuständige Amt für Ausbildungsförderung erfolgen.