BAföG – Geld für Studierende und Schüler:innen

Wie Sie sich die Finanzhilfe sichern können

Der Staat will mehr Studierende sowie Schülerinnen und Schüler finanziell unterstützen. Wie Sie ans BAföG-Geld kommen und was Sie bei der Förderung beachten sollten.

Was ist BAföG?

BAföG

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) ermöglicht Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Ausbildung nach ihren Wünschen, wenn sie selbst und ihre Familie diese nicht finanzieren können. Mit der Abkürzung BAföG wird nicht nur das Gesetz bezeichnet, sondern auch die Förderung selbst. 

Was sind die Voraussetzungen für BAföG?

  • (Geplante) Teilnahme an einem Vollzeit-Studium oder einer weiterführenden schulischen Ausbildung
  • Nachweis der Eignung für das Studium oder die weiterführende schulische Ausbildung (zum Beispiel die Allgemeine Hochschulreife)
  • Nicht ausreichende finanzielle Mittel, um die Kosten während der Ausbildungszeit zu decken (auch nicht bei Eltern oder Ehepartnern)
  • Beginn des Studiums oder der weiterführenden schulischen Ausbildung vor dem 45. Geburtstag
  • Deutsche Staatsangehörigkeit oder Ausländer mit Bleibeperspektive (Achtung: einige Ausnahmen)
  • Eventuell Leistungsnachweise

1. Vom BAföG-Antrag zum Förderungsbescheid

Wie und wo kann ich BAföG beantragen?

Den Antrag stellen Sie beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung. Welches BAföG-Amt für Sie zuständig ist, hängt von der Art Ihrer Ausbildung ab. So wenden sich inländische Studenten etwa an das Studentenwerk der Hochschule, an der sie immatrikuliert sind. Für eine schulische Ausbildung und eine Ausbildung im Ausland gelten andere Regeln.

Alle Adressen und Antragsformulare finden Sie hier auf den offiziellen BAföG-Seiten im Internet. Seit August 2022 kann BAföG auch bequem online beantragt werden – einfach das Formular digital abschicken ohne Ausdrucken, ohne Unterschrift.

Welche Unterlagen muss ich einreichen?

Für den Antrag müssen Sie eine Reihe von Informationen ausfüllen und beim zuständigen BAföG-Amt oder online einreichen. In den Formblättern machen Sie beispielsweise Angaben zu Anschrift, Familienstand, Kindern, Einkommen und Vermögen. Auch der schulische und berufliche Werdegang werden abgefragt. Die Ausbildungsstätte selbst muss ebenfalls Informationen bereitstellen, Studierende reichen Ihre Immatrikulationsbescheinigung ein. Wenn Sie studieren, müssen sie außerdem normalerweise nach dem 4. Semester eine Bescheinigung über Ihre erbrachten Leistungen beim BAföG-Amt einreichen. Alle Unterlagen und einen Antragsassistenten gibt es auf der Seite Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Wann sollte ich BAföG beantragen?

BAföG-Zahlungen werden frühestens ab dem Monat geleistet, in dem der Antrag abgegeben wurde. Kümmern Sie sich deshalb rechtzeitig um die Antragstellung. Denn die Bearbeitung durch das Amt kann mehrere Wochen dauern. Hinzu kommt, dass Sie je nach angestrebter Ausbildung für die Formblätter auch Angaben von der Ausbildungsstätte, von Ihren Eltern oder Ihrem Partner benötigen.

Tipp: Der Freibetrag für das Einkommen deiner Eltern wurde im August 2022 angehoben. Dadurch lohnt es sich für mehr Menschen, das Antragsformular beim Bafög-Amt einzureichen.

Wie lange dauert es, bis ich einen Bescheid bekomme?

Zwischen Antragstellung und Zustellung des Bescheids können mehrere Wochen vergehen.

Was muss ich beim Wiederholungsantrag beachten?

Die Ausbildungsförderung wird in der Regel für ein Schuljahr oder zwei Semester bewilligt. Deshalb müssen Sie normalerweise jeweils nach einem Jahr einen Weiterförderungsantrag stellen. Dieser Folgeantrag besteht aus denselben Formblättern wie der Erstantrag und muss dem Amt zwei Monate vor Ablauf des Bewilligungszeitraums vorliegen.

2. Förderungshöhe und -dauer

Wie viel BAföG bekomme ich?

Das hängt von Ihrem BAföG-Bedarfssatz ab. Das Amt für Ausbildungsförderung berechnet ihn für Sie. Danach wird Ihr anrechenbares Einkommen und Vermögen abgezogen, gleiches gilt für das anrechenbare Einkommen und Vermögen von Ehepartnern und Eltern. Das Ergebnis ist Ihr BAföG-Förderungsbetrag.

  • Studierende ohne Kind können monatlich beispielsweise maximal 934 Euro erhalten, inklusive der Zuschüsse für Krankenversicherung und Pflegeversicherung für selbst beitragspflichtig Versicherte.
  • Wer, wie die meisten Studierenden, familienversichert ist und nicht bei den Eltern wohnt, erhält maximal 812 Euro.
  • Wer bei den Eltern wohnt und familienversichert ist, erhält maximal 511 Euro. Für studierende Eltern gibt es einen Kinderbetreuungszuschlag von monatlich 160 Euro je Kind.
  • Bei Schülern sind die jeweiligen Höchstsätze etwas niedriger und abhängig von der Schulart. 

Weitere Infos finden Sie beim BAföG-Rechner.

Wie lange bekomme ich BAföG?

Bei Studenten gilt die Förderung meist für die Dauer der Regelstudienzeit. Für ein Bachelorstudium sind das üblicherweise 6 Semester, für ein Masterstudium 4 Semester. Wer den BAföG-Antrag nach dem 1. Semester stellt, erhält es trotzdem nur bis zum Ende der Regelstudienzeit. Es gibt aber Ausnahmen, in denen Sie die Unterstützung länger bekommen können. Entlastung gibt es beispielsweise für Studierende, die sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern. Sie bleiben BAföG-berechtigt über das Ende der Förderungshöchstdauer hinaus. 

Wann kann ich einen Antrag auf Vorausleistung stellen?

Die BAföG-Vorausleistung ist keine Vorschusszahlung. Sie können den Vorausleistungsantrag stellen, wenn Ihre Ausbildung gefährdet ist, weil Ihre Eltern keine Angaben zu ihren Einkommensverhältnissen machen möchten oder keinen Unterhalt zahlen.

Wie hoch ist die Wohnpauschale?

Der BAföG-Gesamtförderbetrag enthält unter anderem eine Wohnpauschale. Dieses Geld ist bereits im oben genannten Höchstsatz enthalten.

  • Wohnen Sie noch bei Ihren Eltern oder in einer Wohnung, die Ihren Eltern gehört, beläuft sich die Wohnpauschale auf 59 Euro pro Monat.
  • Wenn Sie eine eigene Wohnung unterhalten, erhalten Sie hingegen 360 Euro.

Bei Auszug aus dem elterlichen Heim sollten Sie also umgehend das zuständige Amt informieren.

Welches Einkommen wird für den Förderbetrag angerechnet?

Grundsätzlich werden Ihr eigenes Einkommen und Vermögen, das Einkommen Ihres Ehe- oder Lebenspartners und das Einkommen der Eltern auf den ermittelten Bedarfssatz angerechnet – und zwar in dieser Reihenfolge. Wie hoch die Werte konkret sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab, weshalb Sie Ihren Anspruch mit dem BAföG-Rechner prüfen sollten.

Wer bekommt elternunabhängiges BAföG?

Grundsätzlich müssen die Eltern die Ausbildung ihrer Kinder finanzieren. Jedoch können die BAföG-Leistungen auch ohne die Einkommensangaben der Eltern bewilligt werden. Für dieses elternunabhängige BAföG muss mindestens eines der folgenden Merkmale zutreffen:

  • Der Aufenthaltsort der Eltern ist nicht bekannt.
  • Die Eltern leben im Ausland und können u.a. aus rechtlichen Gründen keinen Unterhalt in Deutschland zahlen.
  • Die Antragstellerin oder der Antragsteller ist älter als 30 zum Zeitpunkt des Ausbildungsbeginns (Bachelor, Master etc.).
  • Die Antragstellerin oder der Antragsteller war bereits 5 Jahre erwerbstätig. Alternativ: 3 Jahre in Berufsausbildung plus 3 Jahre erwerbstätig. 

Ist das BAföG vom Familienstand abhängig?

Das Einkommen Ihres Ehe- oder eingetragenen Lebenspartners hat direkten Einfluss auf die bewilligte Summe. Jedoch wird das monatliche Nettoeinkommen nur dann angerechnet, wenn es bestimmte Freibeträge übersteigt. Der BAföG-Rechner hilft bei der näheren Bestimmung.

Wie wird Vermögen auf den BAföG-Betrag angerechnet?

Ab einem Vermögen von 15.000 Euro reduziert sich der bewilligte BAföG-Betrag. Wer älter als 30 ist, hat einen Freibetrag von 45.000 Euro. Je Kind erhöht sich der anrechnungsfreie Betrag um 2.300 Euro. Das Vermögen von Ehepartnern und Eltern spielt keine Rolle. 

Darf ich trotz BAföG-Förderung arbeiten?

Sie können trotz BAföG-Bezug arbeiten und eigenes Geld verdienen. So können Sie als Single ohne Kind beispielsweise durchschnittlich 520 Euro im Monat hinzuverdienen (gültig seit Oktober 2022), ohne dass es sich mindernd auf die BAföG-Höhe auswirkt.

Wann muss ich BAföG zurückzahlen und in welcher Höhe?

Etwa viereinhalb Jahre nach dem Ende der Förderungshöchstdauer erhalten Sie einen Rückzahlungsbescheid. Die erste Zahlung wird dann ein halbes Jahr später fällig. Achtung: Dieser Zeitpunkt bezieht sich auf die erste Förderung. Wer also an das Bachelorstudium einen Master hängt, bekommt den Bescheid 4,5 Jahre nach Ende der Regelstudienzeit des Bachelorstudiums. Als ehemaliger Student müssen Sie dann in der Regel die Hälfte der erhaltenen Fördersumme in vierteljährlichen Raten von 390 Euro zurückzahlen. Wer zu diesem Zeitpunkt wenig verdient, kann sich freistellen lassen.

Wenn Sie das Darlehen auf einen Schlag vollständig oder zumindest zu einem großen Teil zurückzahlen, erhalten Sie einen Nachlass. Zudem ist der rückzuzahlende Betrag gedeckelt bei einem Maximalwert von 10.010 Euro. Dieser Wert gilt auch, wenn Sie sowohl während des Bachelor- als auch des Masterstudiums gefördert wurden. Auch wer zusätzlich Auslands-BAföG erhalten hat, muss nicht mehr als 10.010 Euro zurückzahlen.

Dieser Teil des BAföG ist ein zinsloses Darlehen. Da sie bei vorzeitiger Rückzahlung sogar einen Nachlass bekommen, lohnt es sich in den meisten Fällen einen Kredit für die Rückzahlung aufzunehmen. Das Formular für die Rückzahlung können Sie auch online einreichen. 

3. Sonstige Fragen

Ist BAföG ein Kredit oder ein Zuschuss?

Die Förderung gibt es als Vollzuschuss, Zuschuss, Staats- oder Bankdarlehen. Schüler erhalten in der Regel einen Vollzuschuss, den sie nicht zurückzahlen müssen. Für Studierende besteht die Förderung jeweils zur Hälfte aus Zuschuss und zinslosem Staatsdarlehen. Nur letzteres muss zurückgezahlt werden.

Wer wird durch BAföG gefördert?

Grundsätzlich BAföG-berechtigt sind deutsche Staatsbürger – unter bestimmten Bedingungen aber auch Ausländer. Zudem müssen Antragsteller für die angestrebte Ausbildung geeignet sein und dürfen maximal 45 Jahre alt sein.

Können auch Schüler BAföG beantragen?

Ob Sie die Leistungen als Schülerin oder Schüler erhalten können, hängt insbesondere von der Art der Schule ab – teilweise existieren weitere Voraussetzungen. Die Bedarfssätze richten sich zumeist ebenfalls nach der Schulart. Zuständig sind die bei den Kreis- und Stadtverwaltungen eingerichteten Ämter für Ausbildungsförderung. Links zu den Internetseiten der kommunalen Ämter aller Bundesländer finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Brauche ich ein eigenes Bankkonto?

Ja, denn das Geld wird ausschließlich bargeldlos per Überweisung ausgezahlt. Viele Sparkassen bieten kostenlos ein Schülerkonto und ein Studentenkonto zur Kontoführung an. So können Sie sich deutschlandweit an mehr als 25.000 Geldautomaten bequem Bargeld auszahlen lassen, fast überall bargeldlos mit Debitkarte bezahlen sowie sicheres Mobile- und Online-Banking nutzen.

Ist die Förderung abhängig davon, wo ich wohne?

Wo sich Ihr Wohnsitz in Deutschland befindet, hat keinen Einfluss auf die Förderung. Und auch wenn Sie sich zum Studium längere Zeit im Ausland aufhalten, können Sie grundsätzlich BAföG erhalten. Zusätzlich können Sie Zuschläge zum Regelbedarf beantragen, beispielsweise für ausländische Studiengebühren und eine Krankenversicherung. Weitere Informationen dazu erhalten Sie auf dieser Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Was ist das Auslands-BAföG?

Wer Anspruch auf BAföG in Deutschland hat, kann es auch für eine Ausbildung im Ausland beziehen. Damit soll jeder oder jedem ein Auslandsaufenthalt ermöglicht werden. Für eine Ausbildung oder ein Studium innerhalb der EU gelten die gleichen Laufzeitvorgaben wie im Inland. Auslandsaufenthalte außerhalb der EU werden in der Regel bis zu einem Jahr gefördert, im Ausnahmefall bis zu zweieinhalb Jahre.

Das Auslands-BAföG kann aufgrund von Zuschüssen über dem Inlands-BAföG-Satz liegen. Auch Studiengebühren und Reisekosten können übernommen werden.

Beantragt werden kann das Auslands-BAföG beim jeweils zuständigen Auslandsamt. Auslands-BAföG für ein Studium in den USA beispielsweise muss beim Studierendenwerk Hamburg beantragt werden. Hier lesen Sie, welches Amt für Sie zuständig ist.

Was ist das Meister-BAföG?

Das Aufstiegs-BAföG wird landläufig Meister-BAföG genannt. Es ist aber viel umfangreicher und unterstützt bei mehr als 700 Fortbildungsabschlüssen wie Fachwirt/in, Techniker/in, Erzieher/in, Betriebswirt/in und Meister/in. Es funktioniert ähnlich wie das BAföG, hat aber eine Reihe von Besonderheiten

Bitte beachten Sie: Eine exakte Aussage darüber, ob und mit welcher Summe Sie nach dem BAföG gefördert werden, kann nur nach einer sorgfältigen Prüfung aller individuellen Voraussetzungen durch das zuständige Amt für Ausbildungsförderung erfolgen.

Häufig Fragen zum BAföG

BAföG bekommen Menschen, die eine Ausbildung (Studium) an einer Berufsfachschule, Fachschule, Höheren Fachschule, Akademie oder Hochschule (Universität) absolvieren und sich den Lebensunterhalt nicht selbst oder über die Familie finanzieren können. Der maximale BAföG-Satz hängt von der Schulart, den Wohnumständen und der Einkommenssituation ab. Maximal können Sie 934 Euro BAföG im Monat erhalten. 

Wie viel BAföG Sie erhalten, hängt von ihrem eigenen Einkommen und dem Ihrer Familie und Eltern ab. Auch die Ausbildungsstätte spielt eine Rolle. Wenn Sie allein oder in einer WG wohnen, nicht zu viel verdienen und selbst Krankenkasse- und Pflegeversicherungsbeiträge zahlen, können Sie bis zu 934 Euro pro Monat BAföG erhalten.

Wie viel BAföG Sie zurückzahlen müssen, hängt davon ab, wie viel Sie erhalten haben. In der Regel müssen Sie nur etwa die Hälfte zurückzahlen. Die andere Hälfte wird Ihnen geschenkt. Maximal liegt der Rückzahlungsbetrag bei 10.010 Euro, sodass die „Schenkung“ auch größer ausfallen kann.

Wenn Sie nicht älter als 45 Jahre sind und ein Studium oder eine Ausbildung an einer weiterführenden Schule absolvieren, können Sie BAföG beantragen. Entscheidend über die Bewilligung und den Leistungshöhe ist das eigene Einkommen und ggf. das der Eltern und Partner.

Das BAföG wird für den Monat im Voraus überwiesen. Das heißt, dass das es in der Regel am letzten Werktag im Monat für den kommenden Monat auf Ihrem Konto eingehen sollte.

Nein, das Kindergeld wird nicht auf das BAföG angerechnet.

Ein BAföG-Antrag kann abgelehnt werden, wenn Sie oder Ihre Eltern zu viel verdienen. Auch sollten Sie nicht älter als 45 Jahre sein und die Regelstudienzeit noch nicht überschritten haben. Weitere Voraussetzungen für den BAföG-Bezug finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Wer nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt und auch über keine Bleibeperspektive verfügt, ist in der Regel von BAföG ausgeschlossen. Wer älter als 45 Jahre ist, bereits über der Regelstudienzeit liegt oder finanziell zu gut dasteht, ist ebenfalls davon ausgeschlossen.

Ja. Die Nebenverdienstgrenze liegt bei 6.240 Euro im Jahr. Durchschnittlich dürfen Sie sich damit 520 Euro im Monat neben dem BAföG abzugsfrei dazuverdienen.

Ja. Das BAföG unterstützt auch Auslandsaufenthalte. Wer es im Inland beziehen kann, kann es auch im Ausland erhalten. Die Förderhöhe des Auslands-BAföG kann dabei sogar höher liegen als in Deutschland. 


Mehr Infos und Konditionen finden Sie bei Ihrer Sparkasse.