Was fällt an Steuern an?

Es geht um Steuerklassen und Steuersätze

Ob und wie viel Steuern Ihre Erben zahlen müssen, hängt nicht nur von der Höhe des Erbes ab. Wichtig ist auch, wie eng Sie mit den Erben verwandt sind. Denn daran bemessen sich bei der Erbschaftssteuer Steuerfreibeträge und Steuerklassen.

Übersicht: Steuerklassen und Freibeträge bei der Erbschaftssteuer

Vom höchsten Steuerfreibetrag profitieren Ehepartner und eingetragene Lebenspartner. Ansonsten gilt: Je enger Sie mit den Erben verwandt sind, desto höher sind deren Freibeträge.

Wenn Sie eine Summe über den jeweiligen Freibetrag hinaus vererben, müssen Ihre Erben diesen Betrag versteuern. Dafür sind sie in drei Steuerklassen eingeteilt.

Der günstigste Steuersatz gilt für Steuerklasse I. Er betrifft Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner und enge Verwandte. Entferntere Verwandte bekommen in Steuerklasse II mit den zweitgünstigsten Steuersätzen. Die höchsten Steuersätze gelten in Steuerklasse III für Erben, die nicht mit Ihnen verwandt sind.

Beispiel 1: Sie vererben Ihrem Enkel 220.000 Euro. Da seine Eltern noch leben, hat der Enkel einen Freibetrag von 200.000 Euro. Er muss also 20.000 Euro in Steuerklasse I versteuern.

Übersicht: Steuersätze nach Steuerklassen

Was fällt an Steuern an?

Beispiel 2: Der Enkel aus Beispiel 1 versteuert die 20.000 Euro in Steuerklasse I mit einem Steuersatz von 7 Prozent. Er zahlt also 1.400 Euro Erbschaftssteuer.

Ausnahmen: wann keine Steuer anfällt

Allerdings gibt es bei der Erbschaftsteuer eine Reihe von Ausnahmen. So sind Erben in Steuerklasse I für vererbten Hausrat im Wert von bis zu 41.000 Euro und andere bewegliche Gegenstände bis zu einem Wert von 12.000 Euro von der Steuer befreit. Diese sachlichen Steuerbefreiungen schmälern auch nicht den persönlichen Freibetrag. Angehörige der Steuerklassen II und III sind steuerbefreit für Hausrat und andere bewegliche Gegenstände bis zu einem Gesamtwert von 12.000 Euro.

Erben in Steuerklasse I müssen außerdem selbstgenutzten Wohnraum unter Umständen nicht versteuern. Voraussetzung: Der Erblasser hat das Wohneigentum bis zu seinem Tod selbst genutzt und der Erbe bewohnt die Immobilie mindestens zehn Jahre lang. Ist der Erbe der Ehegatte bzw. der eingetragene Lebenspartner, gilt die Steuerbefreiung ohne Flächenbegrenzung. Ist der Erbe dagegen ein Kind des Verstorbenen, darf die Wohnfläche maximal 200 Quadratmeter betragen. Diese Steuerbefreiung mit Flächenbegrenzung gilt auch für Enkel, wenn das entsprechende Kind des Erblassers bereits vorher verstorben ist.