Immobilienpreise steigen weiter

Experten erwarten keine Entspannung auf dem Immobilienmarkt

Sie möchten eine Immobilie kaufen, fragen sich aber, ob jetzt der richtige Zeitpunkt ist? Die Zinsen für eine Finanzierung sind derzeit besonders niedrig – die Immobilienpreise wiederum sind recht hoch. Das wird sich so schnell wohl auch nicht ändern. Experten rechnen sogar mit einem weiteren Preisanstieg. Der enorme regionale Unterschied bleibt bestehen. 

Warum steigen die Immobilienpreise?

Nach wie vor träumen sehr viele Menschen von den eigenen vier Wänden. 57 Prozent der Mieter würden lieber in der eigenen Immobilie statt zur Miete wohnen. Dabei spielen nicht nur steigende Mieten und die höhere Lebensqualität eine Rolle. Viele denken in Zeiten niedriger Zinsen bei der Geldanlage um: Sie investieren ins Eigenheim, um so fürs Alter vorzusorgen.

Das Zinstief sorgt gleichzeitig dafür, dass eine Immobilienfinanzierung derzeit deutlich günstiger ist als beispielsweise vor zehn Jahren. Mehr Menschen können die monatlichen Kreditraten und die anfallenden Zinsen finanziell stemmen. Dazu trägt auch die gute Einkommens- und Beschäftigungsentwicklung der vergangenen Jahre bei. 

Die Nachfrage nach Immobilien ist also hoch. Ihr steht jedoch ein immer knapper werdendes Angebot gegenüber. Die Neubautätigkeiten können nicht Schritt halten. Dadurch steigen die Preise.

Wo sind die Preise am höchsten, wo am niedrigsten?

Informationsgrafik: Im Süden Deutschlands sind die Immobilienpreise am höchsten

Städte in Süddeutschland bleiben Preisführer

Entscheidend für den Preis einer Immobilie ist vor allem eins: die Lage. Innerhalb Deutschlands gibt es noch immer gravierende Unterschiede. Am niedrigsten sind die Preise in Ostdeutschland. Sie steigen gegen den Uhrzeigersinn von Norden Richtung Westen bis hin in den teuren Süden.

An der Spitze des Preisspiegels steht wenig überraschend München. Auch in Stuttgart, Heidelberg, Wiesbaden, Freiburg und Frankfurt müssen Käufer viel Geld für den Immobilien-Traum zahlen. Es gibt jedoch auch Großstädte mit moderaten Preisen – zum Beispiel Leipzig, Hannover, Bremen, Dortmund und Dresden. Die Nachfrage nach den eigenen vier Wänden weitet sich allerdings zunehmend auch auf prosperierende Mittelstädte aus. 

Immobilienpreise im Überblick

Freistehende Einfamilienhäuser

Gebrauchte freistehende Einfamilienhäuser stehen auf der Beliebtheitsskala ganz weit oben. Der Traum ist teuer: In Großstädten im Südwesten Deutschlands zahlen Kunden bis zu zehnmal mehr als in einzelnen ostdeutschen Mittelstädten.

München liegt laut LBS-Immobilienpreisspiegel mit 1,5 Millionen Euro an der Spitze. Gefolgt von Wiesbaden (1,2 Millionen Euro), Stuttgart (1 Million Euro) und Freiburg im Breisgau (840.000 Euro). In attraktiven Umlandregionen liegen die Preise noch höher. Den Rekord stellt der Münchener Vorort Grünwald mit 1,8 Millionen Euro auf.

Im Gegensatz dazu finden Sie moderate Preisentwicklungen in einigen Halbmillionenstädten. In Leipzig, Hannover, Bremen, Dortmund und Dresden rangieren die Preise zwischen 290.000 und 380.000 Euro. Weitere Großstädte wie Halle, Magdeburg, Bremerhaven oder Siegen weisen unterdurchschnittliche Preise zwischen 190.000 und 220.000 Euro auf.

Reiheneigenheime

Die Preise für neugebaute Reiheneigenheime stiegen durchschnittlich um 4,2 Prozent. Im Vergleich zu Einfamilienhäusern sind sie dennoch wesentlich günstiger. In München müsse man zwar mit bis zu 1,1 Millionen Euro rechnen, aber in knapp einem Drittel der Metropolen ab einer halben Million Einwohner liegen die Preise zwischen 200.000 und 350.000 Euro. Bei gebrauchten Reihenhäuser können Sie mit circa 15 Prozent geringeren Kosten rechnen.  

Eigentumswohnungen

Eigentumswohnungen werden merklich teurer. Gräfelfing liefert mit 8.500 Euro pro Quadratmeter den Spitzenwert Deutschlands. In Städten wie Dortmund, Dresden oder Bremen liegen die Quadratmeterpreise aber bei 3.500 Euro oder sogar darunter.

Im Vergleich zu Neubauten haben Sie für gebrauchte Eigentumswohnungen 36,3 Prozent geringere Kosten. Um 4,9 Prozent steigt der Preis allerdings im Vergleich zum Vorjahr.

Bauland

Das Bauland bleibt der Dreh- und Angelpunkt des Wohnungsmarktes. „Trotz aller Bemühungen um Nachverdichtung und Nutzung vorhandener Brachen – ohne die Ausweisung neuen Baulands wird es nicht gelingen, die Bodenpreise einzudämmen und preiswerten Wohnraum zu errichten“ beschreibt LBS-Verbandsdirektor Axel Gutmann die aktuelle Situation. Das Bauland verzeichnet einen Preiszuwachs von sechs Prozent. 

Mehr aktuelle Zahlen und Fakten zum Immobilienmarkt finden Sie hier.

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