Kfz-Versicherung wechseln

Was sich in diesem Jahr ändert und wie Sie profitieren können


Die Überprüfung der eigenen Kfz-Versicherung bis zum 30.11. ist für viele ein jährliches Ritual: Auch 2022 könnte sich ein Wechsel zu einem neuen Anbieter besonders lohnen. Die aktuellen Infos – inklusive der 5 wichtigsten Fragen und Antworten zum Wechsel der Kfz-Versicherung.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ersparnisse sind sowohl bei einem Verbleib in der bisherigen Autoversicherung als auch bei einem Wechsel möglich – Eigeninitiative ist gefragt.
  • Generell gilt: Die Kfz-Versicherung ist jährlich kündbar, Stichtag ist in den meisten Fällen der 30.11. Die Kündigungsfrist beträgt üblicherweise einen Monat. Ein Sonderkündigungsrecht gibt es im Schadensfall, bei steigenden Beiträgen und wenn Sie sich ein neues Auto zulegen.
  • Neben den drei Versicherungsarten Haftplicht, Teil- und Vollkasko gibt es viele weitere Leistungsangebote, die Sie kennen sollten.

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Neuerungen 2022

Mehr Mobilität könnte zu höheren Beiträgen führen

Symbolbild: Werkstatt-Schlüssel

Erst Corona und der Trend zum Homeoffice, nun die gestiegenen Benzin- und Dieselpreise: Es gibt zahlreiche Gründe, das Auto stehen zu lassen. Das zeigt sich auch in der Statistik: Studien zufolge nutzten 2018 noch knapp 46 Prozent täglich oder fast täglich das Auto. 2021 lag dieser Anteil bei knapp unter 42 Prozent.

Höhere Inflation, höhere Versicherungskosten

Da seltener Autos auf den Straßen unterwegs sind, passieren auch weniger Unfälle. Die über viele Jahre recht kontinuierlich steigende Zahl der Autounfälle fand 2019 ihren Höhepunkt mit knapp 2,7 Millionen Zusammenstößen. 2020 gab es wegen der Corona-Pandemie und ihren Schutzmaßnahmen nur 2,2 Millionen Autounfälle, 2021 wieder etwas mehr mit 2,3 Millionen.

Dadurch steigen die Kosten für die Kfz-Versicherung. Zudem sind beispielsweise Reparaturen teurer geworden. Konkret heißt das: 8,1 Millionen Autofahrerinnen und Autofahrer werden künftig in eine höhere Typklasse eingestuft, wie der Gesamtverband der Versicherer mitgeteilt hat. Eine höhere Typklasse bedeutet höhere Beiträge bei sonst unveränderten Versicherungsbedingungen. Dafür werten Statistiker aus, wie viele Schäden und wie viele Schadenkosten je Automodell durchschnittlich anfallen.

Immerhin: Für einige Modelle wird die Typklasse gesenkt. Davon profitieren 4,8 Millionen Autohalter und Autohalterinnen. Für die restlichen 29,3 Millionen Versicherten bleibt die Typklasse unverändert. Was aber nicht ausschließt, dass Ihre Versicherung die sogenannte Prämie dennoch anhebt. Denn die Typklasseneinstufung ist nur eines von mehreren Tarifmerkmalen.

Teure SUVs

Besonders hoch ist die Typklasse häufig bei SUVs und Oberklassewagen. Kleinere und ältere Autos kommen hingegen in der Regel günstiger weg.

Um sich vor höheren Beiträgen zu schützen oder von niedrigeren zu profitieren, müssen Versicherte in aller Regel selbst tätig werden.

Das sollten Versicherte jetzt tun

Zunächst sollten Versicherte überprüfen, ob sie in Folge der geänderten Lebens- und Arbeitsgewohnheiten deutlich weniger Kilometer mit dem Auto zurückgelegt haben. Wer beispielsweise statt 20.000 Kilometer in diesem Jahr nur 10.000 Kilometer gefahren ist, sollte dies seiner Versicherung mitteilen.

Die Beiträge müssten aufgrund der geringeren jährlichen Fahrleistung dann sinken. Mit der Meldung sollten Versicherte nicht warten, da einige Versicherungen die geringeren Beiträge erst ab dem Zeitpunkt der Meldung zahlen – und nicht rückwirkend erstatten.

Wechseln oder bleiben?

Die Kfz-Versicherung ist jährlich kündbar. Stichtag ist in den meisten Fällen der 30. November. Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel einen Monat, sodass das Fahrzeug bei einem Wechsel zum 1. Januar des neuen Jahres von der neuen Autoversicherung abgedeckt ist.

Versicherte sollten die Zeit nutzen und die unterschiedlichen Tarife genau vergleichen. Dabei kommt es auf Gründlichkeit an, da Beiträge und Leistungen stark variieren können. Ob dann ein Wechsel tatsächlich die beste Option ist, hängt von vielen Faktoren ab – nicht zuletzt auch von einem möglichen verbesserten Angebot des derzeitigen Versicherers.


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Was sonst noch wichtig ist: 5 Fragen und Antworten zur Kfz-Versicherung

Sie wollen Ihre Kfz-Versicherung wechseln? Wie Sie Ihre alte Police kündigen, welche Frist zur Kündigung gilt, wann eine außerordentliche Kündigung möglich ist, was Sie bei einer neuen Versicherung beachten sollten und wie Sie den neuen Vertrag abschließen. Wir beantworten die 5 wichtigsten Fragen, damit Sie Ihr Auto richtig und möglichst günstig versichern:

1. Welche Kfz-Versicherung habe ich?

In Deutschland gilt bei Kraftfahrzeugen die Versicherungspflicht: Wenn Sie mit Ihrem Auto, Lkw, Motorrad, E-Scooter oder Roller fahren, müssen Sie mindestens haftpflichtversichert sein. Diese drei Versicherungsarten gibt es:

Kfz-Haftpflicht

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist, wie der Name sagt, eine Pflichtversicherung. Sie kommt für Schäden auf, die Sie anderen Verkehrsteilnehmerinnen und -nehmern bei Betrieb eines Kraftfahrzeugs, beispielsweise bei einem Unfall, zufügen. Das umfasst Sachschäden wie Reparaturkosten an einem fremden Auto. Aber auch Personenschäden sind abgedeckt, zum Beispiel die Übernahme von Heilkosten, Verdienstausfall, Schmerzensgeld oder eine Invaliditätsrente.

Die Haftpflicht beinhaltet oft auch die sogenannte Mallorca-Police. Damit sind Sie bei Unfällen im Ausland mit einem Mietwagen versichert, wenn der Schaden die Deckungssumme im Mietvertrag übersteigt.

Fahrzeug zulassen nur mit gültiger Versicherung

Wenn Sie ein Fahrzeug bei der Zulassungsstelle anmelden wollen, müssen Sie eine Autoversicherung vorweisen, mindestens eine Haftpflichtversicherung. Sobald Sie eine Kfz-Versicherung abgeschlossen haben, erhalten Sie von der Versicherung eine elektronische Versicherungsbestätigung (eVB). Diese eVB-Nummer müssen Sie bei der Zulassungsbehörde angeben. Die eVB-Nummer hat die frühere Deckungskarte ersetzt, die auch Versicherungsbestätigungskarte genannt wurde.

Bei einem Kfz-Versicherungswechsel meldet die neue Versicherung der Zulassungsstelle die neue eVB-Nummer.

Teilkaskoversicherung

Die Teilkaskoversicherung übernimmt Schäden an Ihrem Fahrzeug, für die Sie nichts können. Sie kommt zum Beispiel bei Schäden durch Hagel und Sturm, Brand, Zusammenstoß mit Haarwild (z.B. Wildschwein oder Marder), Tierbiss, Glasbruch oder Diebstahl auf. Anders als die Haftpflichtversicherung ist sie nicht Pflicht, sondern kann zusätzlich abgeschlossen werden.

Vollkaskoversicherung

Die Leistungen der Vollkaskoversicherung gehen über die der Teilkasko hinaus. Sie übernimmt Kosten für die Reparatur von Schäden an Ihrem Fahrzeug, wenn Sie selbst schuld an einem Unfall tragen. Ebenso greift die Versicherung, wenn Ihr Auto durch Vandalismus beschädigt wurde. Wie die Teilkasko ist sie freiwillig.

Ihre Autoversicherung hat weitere wichtige Merkmale. Je nach Versicherer unterscheiden sich möglicherweise die Deckungssummen, die maximal bei einem Schaden übernommen werden. Weitere wichtige Unterschiede beim Versicherungsumfang sind der Schutz im Ausland, die Neuwertentschädigung, eine Werkstattbindung oder Rabattschutz.

Am besten schauen Sie in Ihren Vertrag oder fragen Ihren Ansprechpartner bei Ihrer Versicherung oder Sparkasse.

Tipp: Vergleichen Sie nicht nur Preise, sondern auch Leistungen!

Prämien

Die Prämie ist der Beitrag, den Sie an Ihre Versicherung zahlen. Die Höhe Ihrer Prämie hängt grundsätzlich von vielen Faktoren ab, unter anderem: 

  •  der Typklasse Ihres Fahrzeugs (berücksichtigt Schadenhäufigkeit und durchschnittliche Schadenhöhe bei Ihrem Fahrzeugtyp),
  • Ihrer persönlichen Schadenfreiheitsklasse.

Außerdem spielen weitere Faktoren eine Rolle, beispielsweise Ihr Alter, der Nutzerkreis des Autos, die jährliche Fahrleistung und ihr Wohnort (Regionalklasse).

2. Wann kann ich die Kfz-Versicherung wechseln?

Symbolbild: Wecker mit Datumsanzeige

Sie können Ihre Kfz-Versicherung zum Ablauf eines Versicherungsjahres kündigen – das ist meist identisch mit dem Kalenderjahr. Es besteht eine einmonatige Kündigungsfrist. Stichtag für die Kündigung des alten Versicherungsvertrags ist dann der 30. November.

Ihre alte Versicherung wirkt weiter bis zum Vertragsablauf, zum Beispiel dem 31. Dezember. Am Folgetag, also dem 1. Januar, greift dann die neue.

Sonderkündigung

Beachten Sie, dass Sie Ihre Autoversicherung unter bestimmten Umständen auch unabhängig vom Stichtag 30. November mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen wechseln können. Diese Gründe sind:

Im Schadensfall

Nach einem Unfall oder anderen Schadensfall – egal, ob die Versicherung den Schaden übernimmt oder nicht – haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Innerhalb von vier Wochen nachdem der Schaden reguliert, also bezahlt wurde, können Sie die Versicherung wechseln. Übrigens gilt das auch andersherum: Der Versicherer hat vier Wochen Zeit, Ihnen zu kündigen.

Tipp: Wenn Sie vermeiden wollen, dass Sie in eine höhere Schadenfreiheitsklasse eingestuft werden, kann es unter Umständen sinnvoll sein, kleine Schäden am Fahrzeug auf eigene Rechnung reparieren zu lassen. Am besten, Sie lassen sich von der Werkstatt einen Kostenvoranschlag geben. Dann kann Ihre Versicherungsfachperson durchrechnen, was sich mehr lohnt.

Steigende Prämien

Sie können eine außerordentliche Kündigung aussprechen, wenn Ihre Beiträge für die Autoversicherung erhöht werden, Sie aber nicht mehr Leistungen bekommen.

Diese Regelung greift aber nicht, wenn Sie etwas ändern. Beispiele:

  • Sie ziehen um, und dadurch kommen Sie in eine teurere Regionalklasse.
  • Sie wechseln den Arbeitsplatz und müssen daher mehr mit dem Auto fahren.
  • Oder mehrere Fahrer und Fahrerinnen nutzen Ihr Auto, weil zum Beispiel ihre Kinder den Führerschein gemacht haben.

Sie haben nach dem Erhalt des Erhöhungsbescheids vier Wochen Zeit, um zu kündigen.

Neues Auto

Wenn Sie sich ein neues Auto zulegen, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht – egal ob Neu- oder Gebrauchtwagen.

Tipp: Ihre Versicherungsexperten und -expertinnen in den Sparkassen bieten Ihren eine umfassende Beratung vor Ort. 

3. Wie kann ich die Kfz-Versicherung wechseln?

Symbolbild: Anschnall-Auforderung im Amaturenbrett

Sofern keine Gründe für eine Sonderkündigung vorliegen, muss dem Versicherer Ihre schriftliche Kündigung spätestens am Stichtag 30. November vorliegen.

Neben Ihrer Anschrift und dem Datum sollte das Schreiben folgende Daten enthalten:

  • Versicherungsscheinnummer
  • Kennzeichen Ihres Fahrzeugs
  • Kündigungsgrund („Fristgerechte Kündigung“ oder „Sonderkündigung wegen“) und eine Aufforderung zur Kündigungsbestätigung

Wenn Sie den Stichtag verpassen, verlängert sich die Laufzeit automatisch um ein weiteres Jahr.

Wichtig: Bevor Sie Ihre alte Versicherung kündigen, sollten Sie eine neue unterschrieben haben. Deshalb sollten Sie sich erst informieren und Angebote einholen – und erst dann kündigen. In vielen Fällen unterstützt Sie der neue Versicherer bei der Kündigung. 

4. Warum sollte ich über einen Wechsel nachdenken?

Symbolbild: Blinker

Die besten Gründe: Sie wollen Geld sparen oder sind mit Ihrem bisherigen Schutz oder dem Service nicht zufrieden.

Wenn Sie über eine neue Autoversicherung nachdenken, sollten Sie sich über die Tarife der Versicherer informieren und die Frist für den Kfz-Versicherungswechsel beachten. Womöglich gibt es günstigere Tarife als Ihren. Aber Vorsicht: Achten Sie immer darauf, welche Leistungen Sie für den Preis bekommen. Manches Angebot hört sich vielleicht zunächst gut an. Aber gut möglich, dass Sie dann bei den Versicherungsleistungen oder beim Service Einschränkungen hinnehmen müssen.

Achten Sie bei den Leistungen besonders auf die Deckungssummen (empfehlenswert sind mindestens 100 Millionen Euro für Personen-, Sach- und Vermögenschäden). Auch sollte die Versicherung bei grober Fahrlässigkeit greifen (wenn Sie zum Beispiel bei Rot über eine Ampel fahren). Ausgeschlossen ist die Versicherungshaftung allerdings, wenn Sie unter Drogen- oder Alkoholeinfluss fahren.

Besonders bei absoluten Billigtarifen sollten Sie immer vorsichtig sein und das Angebot kritisch prüfen.

Tipp: Sie können auch ohne Kündigung Geld sparen:

  • Der Fahrerkreis Ihres Autos wird kleiner, weil Ihr Partner oder Ihre Partnerin ein eigenes Auto fährt oder Kinder, die Ihr Auto mitgenutzt hatten, ausziehen. In diesem Fall können Sie nur sich als Fahrer angeben und so möglicherweise Geld sparen.
  • Wenn Sie den Job wechseln und deutlich weniger Kilometer pendeln, kann sich das positiv auf Ihren Tarif auswirken.
  • Sie haben sich einen Carport zugelegt oder eine Garage gemietet: Bei vielen Versicherern gibt es dafür einen Rabatt.

Sprechen Sie mit Ihrem Versicherungsexperten oder Ihrer -expertin. Unter bestimmten Umständen, wenn zum Beispiel Ihr Kind einen Führerschein erwirbt und auch mit dem Fahrzeug fährt, lässt sich der Vertrag auch unterjährig anpassen.

Rabattschutz

Wenn Ihre Versicherung einen Schaden an Ihrem Fahrzeug bezahlt, werden Sie fürs Folgejahr normalerweise neu eingestuft. Das bedeutet: Ihre Prämie steigt. Dem können Sie entgehen, wenn Sie eine Versicherung mit Rabattschutz abschließen. Das bedeutet, dass Sie pro Jahr beispielsweise einen Schaden haben dürfen, ohne in eine schlechtere Schadenfreiheitsklasse eingestuft zu werden. Dieser Rabattschutz kostet allerdings und ist meist an gewisse Voraussetzungen gebunden. Ob sich dies für Sie lohnt, müssen Sie durchrechnen.

5. Welchen Versicherungsschutz brauche ich?

Symbolbild: Tachometer und Blinker

Welche Autoversicherung für Sie die richtige ist, müssen Sie individuell entscheiden. Die Versicherer haben verschiedene Pakete und Zusatzleistungen, die sich für Sie lohnen können.

Eine wichtige Frage vorab, die Sie vor den Details klären sollten: Welcher Versicherungsschutz passt zu mir? Die Vollkaskoversicherung ist die teuerste, bietet aber auch den umfassendsten Schutz. Gerade bei Neuwagen ist das absolut sinnvoll.

Aber vielleicht ist Ihr Auto mittlerweile in die Jahre gekommen. Brauchen Sie dann noch Voll- oder Teilkasko? Oder reicht die Kfz-Haftplichtversicherung vielleicht aus?

Tipp: Einige Versicherer bieten für Teilkasko und Vollkasko eine Werkstattbindung an. Sie verpflichten sich damit, Schäden bei von der Versicherung ausgewählten Partnerwerkstätten beheben zu lassen. Dafür zahlen Sie geringere Prämien.

Sie haben Fragen zu Ihrer Kfz-Versicherung? Wünschen sich ein Angebot nach Ihren individuellen Bedürfnissen? Dann sprechen Sie gern mit Ihrer Sparkassen-Beraterin oder Ihrem -Berater.


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