Referenzzins

Ratensparverträge mit variablem Zins

Bei Ihrer Sparkasse können Sie Ratensparverträge mit einem variablen Zins (und zusätzlicher laufzeitabhängiger Prämie) abschließen. Das bedeutet: Der Zinssatz kann während der Laufzeit steigen und fallen. Maßgeblich hierfür ist der Referenzzins. Ändert er sich, passt die Sparkasse auch die Zinssätze bei diesen Ratensparverträgen an. Und so wird der Referenzzins ermittelt:

Um einen Referenzzins zu berechnen, braucht man die folgenden Grundlagen:

  • die Auswahl gleitender Durchschnittszinssätze
  • die prozentuale Gewichtung dieser Durchschnittszinssätze

Die gleitenden Durchschnittszinssätze der Deutschen Bundesbank

Bei der Deutschen Bundesbank finden Sie verschiedene Durchschnittszinssätze. Für die Berechnung des Referenzzinssatzes werden häufig Geldmarktzinsen (zum Beispiel Euribor) und Kapitalmarktrenditen (für Bundeswertpapiere oder für Pfandbriefe) verwendet.

Geldmarktzinsen: Euribor (gleitende Durchschnitte)

Kapitalmarktrenditen: Aus der Zinsstruktur abgeleitete Renditen für Bundeswertpapiere mit jährlichen Kuponzahlungen (gleitende Durchschnitte)

Bei gleitenden Durchschnittzinsen werden aktuelle und historische Geld- und Kapitalmarktzinsen berücksichtigt: Als gleitenden Durchschnitt bezeichnet man den (arithmetischen) Mittelwert aus dem Basiswert des Stichtages und den Basiswerten der vorangegangenen Stichtage.

Der gleitende 3-Monatszins wird dabei als Mittelwert aus drei Basiswerten (aktueller Basiswert zuzüglich denen der beiden Vormonate) gebildet. Die Bundesbank addiert also zum Beispiel die Basiswerte der Monate Dezember, November und Oktober und teilt die Summe dann durch 3.

Ein gleitender 2-Jahreszins ist wiederum der Mittelwert aus 24 Basiswerten (aktueller Basiswert zuzüglich denen der 23 Vormonate).

Die prozentuale Gewichtung der gleitenden Durchschnittszinssätze

Für die Ermittlung des Referenzzinssatzes ist die prozentuale Gewichtung der einzelnen gleitenden Durchschnittszinssätze notwendig. Jede Sparkasse kann diese Gewichtung individuell festlegen. Beispielsweise kann der gleitende 3-Monats-Euribor eine Gewichtung von 30 Prozent und der gleitende 10-Jahres-Durchschnittszinssatz eine von 70 Prozent haben.

Die gewichteten Zinsen müssen dann noch addiert werden – dann erhält man den Referenzzins. 

Vereinfachtes Rechenbeispiel

Die Bundesbank gibt beispielweise einen gleitenden 3-Monats-Durchschnittszinssatz von -0,33 an und einen gleitenden 10-Jahres-Durchschnittsatz von 1,86.

-0,33 gewichtet mit 30 Prozent: -0,33 x 0,3 = -0,099

1,86 gewichtet mit 70 Prozent: 1,86 x 0,7 = 1,302

-0,099 + 1,302 = 1,203

Wenn Sie noch Fragen haben und den aktuellen Referenzzins Ihrer Sparkasse erfahren möchten, wenden Sie sich an Ihren Sparkassen-Berater.