Deutscher Mittelstand trotzt der Coronakrise

So stellen sich Unternehmen für die Zukunft auf

Nach jahrelangem Wirtschaftswachstum traf die Coronakrise den deutschen Mittelstand mit voller Wucht. Rücklagen, Kurzarbeit und kontinuierliche Gewinnthesaurierung können jedoch den Großteil der mittelständischen Unternehmen vor Insolvenz oder hohen Einbußen bewahren. Wie fit ist der Mittelstand 2020? Eine Antwort in fünf Aspekten. 

Eine Handwerkerin arbeitet in einer Werkstatt am Laptop

Das Wichtigste vorweg:

  • Mittelständische Unternehmen verzeichnen 2020 durchschnittliche Umsatzeinbußen von 5,7 Prozent.
  • Die Auswirkungen der Krise unterscheiden sich stark zwischen den jeweiligen Branchen. Während das Gastgewerbe fatale Einbußen hinnehmen muss, steigen die Aufträge im Baugewerbe.
  • Der Mittelstand bleibt im Durchschnitt rentabel. Er erwirtschaftet eine Umsatzrendite von 3,5 Prozent.
  • Unternehmen treiben Digitalisierung und Nachhaltigkeit voran. 
Es ist die schlimmste Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Über alle Branchen hinweg erwarten wir für dieses Jahr einen durchschnittlichen Umsatzrückgang von 5,7 Prozent.
Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV)

Die Gewinne brechen in einigen Branchen eklatant ein. Im Durchschnitt halten mittelständische Unternehmen der Coronakrise jedoch stand. Investitionen in die Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens nehmen sogar zu. 

Das ist ein Ergebnis der Untersuchung „Zukunft Mittelstand“. Sie beleuchtet die wirtschaftliche Situation der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland. Grundlage ist eine Auswertung der Firmenkundenkennzahlen und des Firmenkreditgeschäfts der Sparkassen sowie die Branchenprognose des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV).

1. Der S-Mittelstands-Fitnessindex 2020 sackt unter das Niveau der Finanzkrise von 2009

Die Coronakrise trifft Unternehmen und die gesamte Volkswirtschaft in voller Breite. Um 44 Prozent brechen die Gewinne des Deutschen Mittelstands 2020 ein. Die Situation von Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen kann nicht berücksichtigt werden, da deren Zahlen nicht in den Fitnessindex eingehen. 

2. Die Branchen stehen unterschiedlich da

Aber nicht alle Branchen verzeichnen ein Minus während der Coronakrise. Bau-, Gesundheit- und Sozialwesen wachsen weiterhin. Nischenmärkte erfahren sogar eine Sonderkonjunktur. Das gilt beispielsweise für Unternehmen im Bereich des E-Commerce. Für Gastgewerbe und Kunstszene bedeutet Corona allerdings einen fatalen Rückschlag. 

3. Mittelstand bewahrt trotz Einbußen seine Rentabilität

Rücklagen, Kurzarbeit und kontinuierliche Gewinnthesaurierung bewahren viele Unternehmen jedoch vor hohen Einbußen. In den vergangenen zehn Jahren haben Unternehmen große Teile ihrer Gewinne nicht ausgeschüttet, sondern in das eigene Unternehmen investiert. Diese Liquiditätspuffer kommen ihnen jetzt zugute. 

Die Krise traf den Mittelstand zwar unerwartet, aber nicht unvorbereitet. Viele Unternehmen haben in den vergangenen guten Jahren vorbildlich gewirtschaftet, Gewinne wurden überwiegend im Unternehmen gelassen.“
Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV)

4. Unternehmen investieren in die Zukunft

Unternehmen investieren weiterhin. Und zwar nicht trotz, sondern wegen der Krise. Denn Corona zwingt viele Betriebe, ihre Geschäftsmodelle neu auszurichten. 83 Prozent der Sparkassenberaterinnen und -berater berichteten von einer hohen Anpassungsbereitschaft der Unternehmen. So hätten zum Beispiel Bekleidungshersteller auf die Herstellung medizinischer Schutzausrüstung umgerüstet. Stationäre Händler setzen nun vermehrt auf digitale Absatzwege.

Unternehmen passen sich nicht nur an, sondern entwickeln sich weiter. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres vergaben Sparkassen 54 Mrd. Euro Firmenkredite. Davon verwendeten Unternehmen 39 Mrd. für Investitionen – das sind rund 23 Prozent. Sie investieren in die Neuaufstellung nach der Krise

5. Sparkassen stehen an der Seite Ihrer Kunden

Schon bis Ende April haben Sparkassenberaterinnen und -berater mit ihren Firmenkunden mehr als 1,4 Millionen Gespräche geführt. Trotz hoher Belastung haben die Sparkassen ausreichend Kapazität, um die Unternehmen mit Liquidität zu versorgen. Sie werden Ihren Kundinnen und Kunden weiterhin mit flexiblen Lösungen zu Seite stehen. 


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