Weihnachtsgeld 2021: Was Sie über die Sonderzahlung wissen müssen

7 Fragen und Antworten

Weihnachten rückt näher und der eine oder die andere darf sich über zusätzliches Weihnachtsgeld von der Arbeitgeberin oder vom Arbeitgeber freuen. Wem die Sonderzahlung zusteht und wie hoch sie ausfällt – das und mehr erfahren Sie hier.

Ein in 50-Euro-Scheine eingewickeltes Geschenk

Das Wichtigste in Kürze:

  • Weihnachtsgeld ist eine vom Arbeitgeber geleistete Sonderzahlung, die sich oft auf Betriebstreue bezieht und meist im November oder Dezember gezahlt wird. Der Betrag ist nicht steuerfrei.
  • Die Höhe der Vergütung kann sehr unterschiedlich sein; längst nicht bei allen Unternehmen gibt es sie. So erhalten durchschnittlich 53 Prozent der Bevölkerung Weihnachtsgeld.
  • Einen Rechtsanspruch auf Weihnachtsgeld gibt es nicht. Es handelt sich um eine freiwillige Leistung der Arbeitgeberin oder des Arbeitgebers. Allerdings gibt es Regelungen, die die freiwillige Sonderzahlung verpflichtend machen können. 

1. Was ist Weihnachtsgeld?

Weihnachtsgeld ist eine freiwillige Sonderzahlung der Arbeitgeberin oder des Arbeitgebers und stellt wie Urlaubsgeld ein zusätzliches Entgelt dar. In der Regel wird es im November oder Dezember gezahlt. Das Weihnachtsgeld soll Zufriedenheit fördern und einen finanziellen Zuschuss für die Weihnachtskäufe geben. Der Betrieb will natürlich so die Treue der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Unternehmen steigern. 

2. Wie viele Menschen erhalten Weihnachtsgeld?

Rund 53 Prozent der Bevölkerung in Deutschland erhalten Weihnachtsgeld. Dabei gibt es Unterschiede zwischen Ost (42 Prozent) und West (55 Prozent) sowie zwischen den Geschlechtern. Insgesamt dürfen sich 55 Prozent der Männer über die Sonderzahlung freuen. Bei Frauen sind es hingegen nur 50 Prozent. 

3. Wie hoch ist Weihnachtsgeld durchschnittlich?

Entscheidend für die Höhe des Extra-Gelds ist die Branche. Deutschlandweit beträgt das durchschnittliche Weihnachtsgeld 2.677 Euro brutto. Besonders hohes Weihnachtsgeld gibt es für gut positionierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kohle-, Mineralöl und Chemieindustrie mit mehr als 5000 Euro. Unternehmensberaterinnen und -berater gehen mit durchschnittlich 3900 Euro extra nach Hause. Ähnlich sieht es in der Pharmaindustrie, bei Banken und anderen Finanzdienstleistern aus.

Deutlich geringer fällt die Einmalzahlung im Lebensmittel- sowie Einzelhandel und in Handwerksbetrieben aus. Hier bewegt sich die Sonderzahlung im Bereich von 1400 Euro. Am wenigsten bekommen Leiharbeitende mit rund 300 Euro.

Wie hoch der Betrag ist, hängt von der jeweiligen Weihnachtsgeld-Vereinbarung ab. In der Regel werden 60 bis 80 Prozent des Monatsgehalts gezahlt. 77 Prozent der Sonderzahlungen sind laut Statista tarifgebunden und werden aus dem monatlichen Durchschnittsgehalt von Juli bis September berechnet. Da Tarife unterschiedlich sind, variieren die Beträge. 

4. Muss Weihnachtsgeld gezahlt werden?

Eine Verpflichtung für den Arbeitgeber zur Zahlung von Weihnachtsgeldern oder einen gesetzlichen Anspruch gibt es grundsätzlich nicht. Es handelt sich um eine freiwillige Sonderzahlung. Nur wenn der Bonus in der Betriebsvereinbarung explizit erwähnt wird, haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Rechtsanspruch darauf.

Die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber kann jedoch freiwillig eine Weihnachtsgeldzahlung leisten. Geschieht dies drei Jahre in Folge, gilt der Bonus als betriebliche Übung und wird verpflichtend. Gleiches trifft zu, wenn nur ein bestimmter Personenkreis das Weihnachtsgeld erhält und die anderen leer ausgehen. Die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber widerspräche in diesem Fall dem arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz und würde gegen das Arbeitsrecht verstoßen sowie Mitarbeitende diskriminieren.

5. Muss Weihnachtsgeld versteuert werden?

Ja, Weihnachtsgeld muss wie alle anderen Sonderzahlungen versteuert werden. Sie wird unter den sonstigen Bezügen aufgelistet. Je nachdem wie viele Zusatzzahlungen Arbeitnehmende erhalten, kann sich der Steuersatz aufgrund des progressiven Steuertarifs erhöhen. In diesem Fall könnte sich eine Steuererklärung lohnen, um die zusätzlichen Kosten zurückzuholen.

6. Was passiert im Krankheitsfall oder bei Kündigung?

Im Krankheitsfall gilt das Entgeltfortzahlungsgesetz. Beschäftigte haben auch während einer Krankschreibung Anspruch auf Weihnachtsgeld – solange die Sonderzahlung im Arbeitsvertrag vermerkt ist.

Die Zahlung des Extra-Geldes kann jedoch abgelehnt werden, wenn die Arbeitsleistung daran gekoppelt ist und „Entgeltcharakter“ hat. Bei längerer Krankheit kann die betroffene Person die Arbeitsleistung nicht erfüllen und hat daher keinen Anspruch auf die Einmalzahlung.

Bei einer Kündigung kommt es auf die vertraglichen Bedingungen an. In Tarifverträgen ist oft eine Rückzahlklausel festgelegt. Diese bezieht sich häufig auf einen bestimmten Zeitraum. Etwa, wenn der Arbeitnehmer beziehungsweise die Arbeitnehmerin binnen eines Quartals nach der Auszahlung die Firma verlässt. In klassischen Arbeitsverträgen gibt es diese Klausel nicht. Hier kann das Weihnachtsgeld nur dann zurückgefordert werden, wenn es direkt mit dem Betrieb in Verbindung steht. Beispielsweise mit Betriebstreue.

7. Wofür wird Weihnachtsgeld meistens ausgegeben?

Aus einer Umfrage von Statista aus dem Jahr 2020 geht hervor, dass 37 Prozent der Befragten das Weihnachtsgeld direkt für Geschenke ausgeben. Bei 33 Prozent wird es gespart und bei jeweils 17 Prozent werden Rechnungen bezahlt und Schulden getilgt sowie Urlaube gebucht. 12 Prozent nutzen das Geld für Geldanlagen und investieren und 11 Prozent stecken es in Haus und Garten. Größere Anschaffungen werden von 8 Prozent mit dem Weihnachtsgeld getätigt. Am niedrigsten kommen die Altersvorsorge und Versicherungen weg. Dafür nutzen nur 6 Prozent ihr Weihnachtsgeld.

(Stand: 16.11.2021)


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