
Nachhaltig produzierter Wasserstoff kann als Energieträger vor allem in Industrie und Mobilität eine wichtige Rolle spielen.
Die Bundesregierung hat ihre Wasserstoffstrategie 2023 aktualisiert und hält an dem Ziel fest, bis 2030 mindestens 10 Gigawatt Elektrolysekapazität aufzubauen.
Der tatsächliche Hochlauf bleibt jedoch hinter den Erwartungen zurück.
Wie kann grüner Wasserstoff zur Erreichung der Klimaziele beitragen?
Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu sein. Hitze, Dürre und Waldbrände in Südeuropa, sintflutartige Überschwemmungen in Deutschland, Polkappenschmelze in der Antarktis: Die Auswirkungen des Klimawandels sind weltweit immer deutlicher zu spüren. Für die Erreichung der Ziele müssen die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 deutlich sinken. Grüner Wasserstoff kann dabei helfen, besonders in Bereichen, die sich nur schwer direkt elektrifizieren lassen. Er wird mithilfe erneuerbarer Energien durch Elektrolyse erzeugt und verursacht bei der Nutzung keine direkten CO₂-Emissionen.
Warum fördert der Staat die Wasserstoffwirtschaft weiter, obwohl der Ausbau langsamer verläuft?
Bund und Länder fördern den Ausbau der Wasserstoffwirtschaft weiterhin mit erheblichen Mitteln. Bereits beschlossene Projekte und der Aufbau von Infrastruktur bleiben zentrale Bausteine der Strategie. Die Förderungen sind Teil der Nationalen Wasserstoffstrategie (NWS) der Bundesregierung sowie ihrer Fortschreibung.
Warum Deutschland auf massive Importe setzt
Der Bedarf an grünem Wasserstoff in Deutschland bleibt hoch, vor allem für Industrie, Schwerlastverkehr und perspektivisch auch für die Energieversorgung.
Ein erheblicher Teil des Bedarfs wird voraussichtlich importiert werden müssen, weil die heimische Produktion auf absehbare Zeit nicht ausreichen dürfte.
Wie wird Wasserstoff „grün“?
Wasserstoff entsteht durch Elektrolyse, also die Zerlegung von Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff mithilfe von Strom.
Damit Wasserstoff als „grün“ gilt, muss der Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energien stammen.

Die 5 wichtigsten Fakten zu Wasserstoff
Klimaschutz
Wasserstoff kann dazu beitragen, den CO₂-Ausstoß zu senken. Grüner Wasserstoff unterstützt eine klimafreundlichere Energieversorgung.
Energiewende
Wasserstoff kann als Speichermedium für erneuerbare Energien dienen, wenn Wind- und Solarstrom nicht direkt verfügbar sind.
Energiesicherheit
Wasserstoff kann langfristig zur Diversifizierung der Energieversorgung beitragen.
Mobilität
Wasserstoff kann in Brennstoffzellenfahrzeugen eingesetzt werden und ermöglicht schnelle Betankung sowie hohe Reichweiten.
Industrie
Die Industrie braucht Wasserstoff als Rohstoff und Energieträger, etwa in der Stahl-, Chemie- und Düngemittelproduktion.
Wie belastbar ist die Hoffnung auf neue Arbeitsplätze in der Wasserstoffwirtschaft?
Die Wasserstoffwirtschaft gilt weiterhin als potenzieller Jobmotor. Langfristig wird ein erhebliches Beschäftigungspotenzial gesehen. Der genaue Umfang hängt aber stark vom tatsächlichen Markthochlauf ab.
Welche Vor- und Nachteile hat Wasserstoff als Technologie?
Diese Vorteile sprechen für Wasserstoff
Klimafreundlichkeit: Grüner Wasserstoff kann bei Nutzung erneuerbarer Energien weitgehend CO₂-arm hergestellt werden.
Energiespeicherung: H₂ kann erneuerbare Energie puffern und bei Bedarf verfügbar machen.
Vielseitigkeit: Grüner Wasserstoff ist in Industrie, Mobilität und Energiesystemen einsetzbar.
Unabhängigkeit: Eigene Produktion kann die Energieabhängigkeit verringern.
Skalierbarkeit: Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien kann auch die Wasserstoffproduktion wachsen.
Diese Nachteile begrenzen den Einsatz von Wasserstoff
Kosten: Grüner Wasserstoff ist derzeit im Vergleich zu anderen Energieträgern noch teuer.
Infrastruktur: Für Produktion, Transport und Speicherung ist eine spezielle Infrastruktur nötig.
Abhängigkeit: Deutschland wird voraussichtlich weiterhin auf Importe angewiesen sein.
Energieverluste: Die Herstellung und Rückverstromung sind mit Verlusten verbunden.
Die 4 wichtigsten Fakten zu Wasserstoff im Mobilitätssektor
Wasserstoff bleibt vor allem für Nischen interessant
Wasserstoff wird weiterhin als Option für bestimmte Anwendungen gesehen, besonders dort, wo Batterien an Grenzen stoßen. Für den Pkw-Massenmarkt gilt die Batterie-Elektromobilität jedoch nach wie vor als dominierender Trend.
Wasserstoff fördert Umsatz und Arbeitsplätze
Die Wasserstoff- und Brennstoffzellenindustrie kann wirtschaftliche Impulse setzen, auch wenn die Entwicklung langsamer verläuft als viele frühere Prognosen.
Wasserstoffinitiativen laufen weltweit
Weltweit gibt es zahlreiche Projekte und Förderprogramme, doch der Durchbruch im Großmaßstab steht vielerorts noch aus.
Wasserstoff-Infrastruktur im Aufbau
Die Tankstellen- und Infrastrukturentwicklung schreitet voran, bleibt aber ein Engpass für eine breite Nutzung.
Können Wasserstoff-Aktien und -Fonds für Privatanleger und Privatanlegerinnen sinnvoll sein?
Wasserstoff-Aktien bleiben ein chancenreiches, aber spekulatives Segment. Die Kurse von H₂-Aktien können erheblich schwanken. Das kann das Investment zeitweise risikoreich machen. Der Sektor hat in den vergangenen Jahren zudem deutlich an Dynamik verloren, viele Titel sind weiterhin von hoher Volatilität geprägt.
Die Investition in Wasserstoff-Aktien und -Fonds (inkl. ETFs – also Exchange Traded Funds; auf Deutsch: börsengehandelte Indexfonds) kann für Privatanlegerinnen und Privatanleger sowohl Chancen als auch Risiken bergen. Eine breite Streuung über Fonds oder ETFs kann sinnvoller sein als Einzelaktien.
Vor- und Nachteile einer Investition in Wasserstoff
Diese Chancen bieten Wasserstoff-Investments
Wasserstoff wird in bestimmten Bereichen als wichtige Zukunftstechnologie der Energiewende betrachtet.
Die Branche bietet langfristiges Wachstumspotenzial, insbesondere bei erfolgreicher politischer Förderung und zunehmender industrieller Nutzung.
Investoren und Investorinnen können an der Entwicklung innovativer Technologien und neuer Anwendungsfelder partizipieren.
Nachteile: diese Risiken sollten Anlegerinnen und Anleger kennen
Investitionen in Wasserstoff sind häufig mit hoher Volatilität und deutlichen Kursschwankungen verbunden, insbesondere bei Einzelaktien und themenspezifischen Fonds oder ETFs.
Viele Unternehmen in diesem Sektor befinden sich weiterhin in einer frühen Entwicklungs- oder Skalierungsphase und erwirtschaften noch keine stabilen Gewinne.
Es bestehen technologische, regulatorische und wirtschaftliche Risiken, da sich der Markt weiterhin im Aufbau befindet.
5 Tipps für eine durchdachte Anlagestrategie
- Nutzen Sie Wasserstoff-Investments, wenn überhaupt, eher als ergänzende Beimischung in einem breit diversifizierten Depot.
- Bevorzugen Sie breit gestreute ETFs oder Fonds, um Einzelwertrisiken zu reduzieren.
- Achten Sie auf Qualität, Transparenz und Anlagestrategie des Produkts sowie auf die Erfahrung des Anbieters, zum Beispiel die Deka Bank.
- Planen Sie einen langfristigen Anlagehorizont ein, da thematische Investments oft stärkeren Schwankungen unterliegen.
- Informieren Sie sich vor einer Anlageentscheidung gründlich über Technologie, Marktumfeld und Risiken.
Der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft erfordert Zeit, Infrastruktur und Investitionen
Die Ziele der Bundesregierung unterstreichen weiterhin die strategische Bedeutung von Wasserstoff für die Energiewende. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Entwicklung, dass der Aufbau einer wettbewerbsfähigen Wasserstoffwirtschaft langsamer und schwieriger ist als viele frühe Prognosen erwarten ließen.
Wer in Wasserstoff investieren möchte, sollte deshalb geduldig bleiben, breit streuen und den Sektor nur als Beimischung im Portfolio betrachten.
Sie möchten in Zukunftstechnologien investieren?
Häufige Fragen zu Wasserstoff-Aktien
Die Preise für Wasserstoff-Aktien variieren, ihre Kurse können stark schwanken. Sie hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie etwa
- der Situation des Unternehmens, das die Aktien ausgibt,
- der allgemeinen Marktlage und
- den aktuellen Ereignissen in der Branche.
Da sich die gesamte Branche noch in einer Aufbau- und Wachstumsphase befindet, ist diese Frage nicht einfach zu beantworten. Es gibt viele Unternehmen, die sich auf die Entwicklung, den Transport, die Lagerung und den Einsatz von Wasserstoff konzentrieren. Ihre Aktienkurse weisen oft starke Zuwächse, aber auch Schwankungen auf. Um einen Überblick über die (potenzielle) Wertentwicklung der einzelnen Aktien zu bekommen, empfiehlt sich eine gründliche Recherche beziehungsweise ein Beratungsgespräch mit den Expertinnen oder Experten Ihrer Sparkasse oder Bank.
Für den Kauf der Aktien benötigen Sie ein Konto bei einem Online-Broker oder einer Bank, die den Handel mit Aktien ermöglicht. Die Scheine werden an verschiedenen Börsen gehandelt. Darunter befinden sich die Deutsche Börse, die New York Stock Exchange (NYSE), die London Stock Exchange (LSE) und die Tokyo Stock Exchange.
Es gibt verschiedene Wasserstoff-ETFs und aktiv gemanagte Fonds, mit denen Anlegerinnen und Anleger gezielt in Unternehmen investieren können, die im Bereich Wasserstofftechnologie tätig sind. Hier sind einige Beispiele:
GG Wasserstoff-Fonds
Der GG Wasserstoff-Fonds investiert ungefähr in 30 bis 40 Schlüsselunternehmen, die zum Teil Pure Player – also zum Teil ausschließlich im Wasserstoffsektor tätig – sind. Ebenso gibt es Blended Player, die auch in anderen Geschäftsfeldern aktiv sind.
L&G Hydrogen Economy ETF
Dieser ETF bildet den Solactive Hydrogen Economy Index nach, der insgesamt aktuell rund 25 bis 30 Unternehmen umfasst. Diese Unternehmen sind weltweit tätig in Bereichen wie beispielsweise:
- Herstellung und Lieferung von Wasserstoff,
- Brennstoffzellen und Elektrolyseure,
- Wasserstoff-Tankstellen und -Infrastruktur sowie
- Wasserstoff-basierte Energiespeicherung.
VanEck Hydrogen Economy UCITS ETF
Dieser ETF folgt dem MVIS® Global Hydrogen Economy Index, der ETF investiert unter anderem in Unternehmen mit starkem Bezug zur Wasserstoff-Wertschöpfungskette.
First Trust Global Wind Energy ETF
Die hier abgebildeten Unternehmen sind teilweise relevant, da einige enthaltene Unternehmen auch Wasserstofftechnologien entwickeln.
SPDR S&P Kensho Clean Power ETF
Dieser ETF verfolgt den S&P Kensho Clean Power Index und investiert in Unternehmen, die im Bereich sauberer Energie tätig sind, einschließlich Wasserstoff. Wasserstoff ist hier nur ein Teilbereich unter anderen sauberen Energien.
Invesco WilderHill Clean Energy ETF
Dieser Fonds investiert in eine breite Palette von Unternehmen im Bereich saubere Energien, darunter auch Wasserstofftechnologien.
Deka Future Energy ESG UCITS ETF
Dieser Fonds des Wertpapierhauses der Sparkassen-Finanzgruppe Deka Bank investiert in Unternehmen, die in den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz tätig sind, einschließlich Wasserstoff.
Zahlreiche Expertinnen und Experten sehen Wasserstoff-Aktien als wichtige Zukunftstechnologie, andere weisen auf hohe Risiken bei diesen Aktien und die noch fehlende Profitabilität vieler Unternehmen hin. Sie betrachten die Geldanlage in diesem Bereich eher als spekulative Wette, nicht als strategisches Investment. Daher empfehlen sie eine Geldanlage in Form einer breiten Streuung über ETFs oder andere Fonds als Alternative zu Einzelaktien.
Als zukunftsträchtig gelten vor allem etablierte Industrie- und Energieunternehmen wie Linde, Air Liquide, Siemens Energy, Bloom Energy und Nel ASA, da sie entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette aktiv sind. Wasserstoff bleibt aber eine chancenreiche, zugleich riskante Zukunftsbranche, weil viele Geschäftsmodelle noch stark von Förderungen, Investitionen und dem Markthochlauf abhängen.



