Die Wahl in Frankreich 2017 – das sollten Sie wissen

Am Wochenende wird in Frankreich gewählt und ganz Europa schaut hin. Warum? Gewinnt die rechtsnationale Partei ‚Front National‘, hätte das folgenschwere Konsequenzen. Hier erfahren Sie, was Sie über die Wahl in Frankreich wissen müssen.

1. Was wird gewählt?

In diesem Jahr wird in Frankreich ein neuer Staatspräsident gewählt. Anders als der Bundespräsident in Deutschland hat der französische Präsident nicht nur repräsentative Aufgaben, sondern auch viel politische Macht, vergleichbar mit der von Kanzlerin Merkel. 

2. Wie wird gewählt?

Präsidentschaftswahlen gibt es in Frankreich alle fünf Jahre – jeder französische Staatsbürger über 18 darf wählen. Um zu gewinnen, braucht ein Kandidat die absolute Mehrheit, also mindestens 50 Prozent der Wählerstimmen. Seit 1965 hat das kein Kandidat im ersten Anlauf geschafft. Aus diesem Grund gibt es in Frankreich seitdem immer noch eine zweite Abstimmung. Darin treten die beiden Kandidaten, die im ersten Wahlgang vorne lagen, wieder gegeneinander an. Auch in diesem Jahr rechnet man mit einer Stichwahl, diese findet am 7. Mai statt.

3. Wer steht zur Wahl?

Es stehen elf Kandidaten und Kandidatinnen zur Wahl. In den Umfragen bisher vorne: der unabhängige Politiker Emmanuel Macron, die rechtsnationale Marine Le Pen und der konservative Francois Fillon. 

4. Warum ist die Frankreich-Wahl für uns so wichtig?

Marine Le Pen, die für die Partei ‚Front National‘ antritt, möchte Frankreich aus der EU führen, also den „Frexit“. Warum? Ihrer Meinung nach geht es den Menschen und der Wirtschaft in Frankreich besser, wenn das Land nicht durch EU-Vorgaben eingeschränkt wird. Le Pens Motto: „Franzosen zuerst“.

Mit einem Sieg des Front National würde sich in Europa alles auf den Kopf stellen. Denn tritt Frankreich aus der EU aus, müssten sich sowohl Wirtschaft als auch Finanzmärkte neu ausrichten. Und das hätte für viele EU-Mitgliedstaaten weitreichende Folgen. Experten sprechen davon, dass ein Austritt Frankreichs aus der EU das Ende der Gemeinschaftswährung Euro bedeuten würde. 

5. Was hat das mit mir zu tun?

Tritt Frankreich aus der EU aus, bekommen auch Sie das zu spüren. Denn das hätte wahrscheinlich zur Folge, dass sowohl Frankreich als auch Deutschland wieder Zölle auf Güter zahlen müssen. Das würde bedeuten, dass Güter aus Frankreich für Sie als Verbraucher teurer oder gar nicht mehr erhältlich sind. Oder: Dass Frankreich weniger aus Deutschland importiert. Sinkt zum Beispiel die Abnahme von Autos (Le Pen wünscht sich, dass Franzosen nur noch französische Autos kaufen), könnte das bei uns zum Abbau von Stellen führen.

Zerbricht nach einem Austritt Frankreichs tatsächlich der Euroraum, müssten wir für Reisen in unsere Nachbarländer wieder Geld umtauschen. Außerdem gäbe es wieder Grenzkontrollen.

April 2017