Kleines Budget, große Kultur

Wie Sie Angebote in Ihrer Nähe nutzen und dabei Ihr Portemonnaie schonen

 

Deutschland hat kulturell einiges zu bieten. Doch Tickets für einen Museumsbesuch, das Theater oder den Tierpark sind nicht immer günstig – vor allem, wenn man einen Ausflug mit der ganzen Familie machen möchte. Wir zeigen Ihnen, wie Sie auch mit kleinem Budget kulturelle Angebote genießen können.  

Frau schaut in einem Museum auf ein Gemälde

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein Museumstag mit der ganzen Familie? Das kann ganz schön ins Geld gehen.
  • Viele kulturelle Träger bieten Sonderpreise zum Beispiel zu bestimmten Zeiten an.
  • Wie Sie außerdem sparen und trotzdem das kulturelle Angebot Ihrer Region in Anspruch nehmen können, lesen Sie im Artikel.

Flora & Fauna

Bunte Vielfalt in botanischen Gärten

Über 90 botanische Gärten gibt es in Deutschland. Die Anlagen beherbergen zahlreiche heimische und exotische Pflanzen, die es zu entdecken gibt. In dazugehörigen Gewächshäusern lassen sich Kakteen und andere Pflanzen aus fernen Ländern studieren. Ein Besuch lohnt sich zu jeder Jahreszeit, da sich die Kulisse im Lauf der Monate immer wieder wandelt.  

Unser Tipp: Über eine Familien- oder Gruppenkarte können Sie die Kosten beim Besuch reduzieren. Einige Gärten bieten zusätzlich einen Abendtarif, der ein Bruchteil des eigentlichen Eintrittspreises beträgt. Immer inklusive ist die bunte Kulisse für aktuelle Familienfotos.

Buddeln und Anpflanzen im Gemeinschaftsgarten

Leben Sie in der Großstadt, aber möchten den Bezug zur Natur nicht verlieren? In einem Gemeinschaftsgarten verwandeln sich beim Urban Gardening kleine Grünflächen zwischen Häusern und Straßen in bunte Oasen. Bei der gemeinsamen Gartenarbeit lernen Sie Ihre Nachbarn und Nachbarinnen kennen und erfahren nebenbei gemeinsam Neues über den Anbau von Kräutern, Gemüse, Obst und bunten Blumen.

Unser Tipp: Möglicherweise müssen Sie etwas Geld für die Beteiligung in die Hand nehmen, dafür wird aber häufig die Obst- und Gemüseernte unter den Mitwirkenden für den Eigenbedarf aufgeteilt. Ihr neues Wissen können Sie zudem im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt anwenden, um passend zur Saison günstige Produkte aus Ihrer Region zu kaufen, und so zusätzlich Geld sparen.

Öfter mal in den Wildpark

Eintrittskarten, Eis, Pommes, Getränke: Ein Zoobesuch für die ganze Familie geht ganz schön ins Geld. Eintrittsgelder für einen Wildpark sind oftmals günstiger. Zudem werden die heimischen Tiere in großflächigen, naturnahen Gehegen gehalten. Vom Aussterben bedrohte Tierarten finden hier einen geeigneten Lebensraum und können von Weitem wie von Nahem betrachtet werden.

Unser Tipp: Packen Sie sich für den Ausflug in den Wildpark ein Picknick ein. Mit Blick auf malerische Natur können Sie eine Mahlzeit ganz nach Ihren Vorstellungen genießen, entspannen und sparen dabei das Geld, das sonst für den Restaurantbesuch verwendet werden würde.

Kultur

Günstiger ins Museum

Vom Klassizismus über das Bauhaus bis hin zu Moderne und Futurismus: In Deutschland gibt es über 7.000 Museen und über 500 Ausstellungshäuser. Fünf, zehn oder mehr Euro werden vielerorts für eine reguläre Eintrittskarte bezahlt, doch es gibt in jedem Bundesland Möglichkeiten, staatliche Museen kostenlos oder vergünstigt zu besuchen.

Unsere Übersicht für die zehn größten Städte in Deutschland:

  • Berlin: In der Hauptstadt ist ein Besuch der meisten Museen am ersten Sonntag des Monats kostenlos. Hier können Sie sich für Ihren Ausflug anmelden.
  • Hamburg: Einige Museen der Hafenstadt bieten ganzjährig kostenlosen Eintritt. Auf der offiziellen Homepage der Stadt finden Sie eine Übersicht.
  • München: Viele Museen der bayerischen Landeshauptstadt nehmen sonntags nur einen Euro Eintritt. Weitere städtische Museen sind ständig kostenfrei zu besuchen.
  • Köln: Haben Sie einen festen Wohnsitz in Köln, können Sie jeden ersten Donnerstag im Monat kostenlos die städtischen Museen inklusive der Sonderausstellungen ansehen. An Feiertagen gilt diese Regelung nicht.
  • Frankfurt am Main: In den städtischen Museen ist der letzte Samstag im Monat für alle Besucher und Besucherinnen eintrittsfrei. Hier finden Sie mehr Informationen zum Satourday.
  • Stuttgart: An jedem Mittwoch können Sie die gesamte Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart und des Landesmuseums Württemberg kostenfrei bewundern. Die Sonderausstellungen sind von diesem Angebot jedoch ausgeschlossen.
  • Düsseldorf: An Sonntagen und während der letzten Öffnungsstunde kommen Besucher und Besucherinnen sowie Familien kostenlos in die meisten Museen der Stadt.
  • Leipzig: Viele Museen in Leipzig bieten jeden ersten Mittwoch im Monat freien Eintritt an.
  • Dortmund: Sie können die Dauerausstellungen aller städtischen Museen in Dortmund kostenlos besuchen.
  • Essen: Sie kommen immer kostenlos ins Museum Folkwang und das Mineralien-Museum. Auch ein Besuch in der alten Synagoge ist kostenfrei.

Ihre Vorteile mit der Sparkassen-Card

Die Sparkassen-Finanzgruppe ist der größte nichtstaatliche Kulturförderer in Deutschland. Zeigen Sie Ihre Sparkassen-Card im Museum vor, erhalten Sie vielerorts einen Rabatt in unterschiedlicher Höhe.

Informativ & günstig: Stadtführungen

Geben Sie „Free Walking Tour“ und Ihren Standort in die Internetsuche ein, werden Sie schnell fündig werden: Einheimische bieten spannende Führungen durch ihre Stadt oder Region an. Ganz kostenfrei ist die Teilnahme nicht, da der oder die Führende nach der Tour meist Trinkgeld bekommt. Wie hoch es ausfällt, dürfen Sie aber selbst entscheiden.

Unser Tipp: Fragen Sie Ihren Guide nach der Tour nach Tipps für die örtliche Gastronomie. So lassen sich Kulinarik und Kultur fernab der ausgetretenen touristischen Pfade entdecken. Oft sind diese Restaurants um einiges günstiger als Angebote an den bekannten Hauptstraßen.

Neues lernen im Reparaturcafé

Stereoanlage mit Wackelkontakt, gerissene Fahrradkette, kaputtes Smartphone: In einem Repair-Café treffen Sie nicht nur nette Leute aus Ihrer Nachbarschaft, sondern lernen ganz obendrein, Ihren Habseligkeiten mit den eigenen Händen neues Leben einzuhauchen. Hier finden Sie ein Reparaturcafe in Ihrer Nähe.

Unser Tipp: Wegwerfen und neu kaufen kostet Geld. Reparieren kostet Zeit und etwas Konzentration. Wir möchten Sie auch aus Gründen der Nachhaltigkeit ermutigen, über die zweite Option nachzudenken.



Musik

Restkarten für Oper und Theater

Nach der Arbeit noch schnell in die Oper? Das geht. Die meisten Abendkassen öffnen eine Stunde vor Vorstellungsbeginn und verkaufen Restkarten zu vergünstigten Preisen. Teilweise können Sie so Plätze ergattern, die im Normalfall erheblich teurer wären. Einzig und allein Ihre Spontanität ist hier gefragt.

Jahreskarten lohnen sich

Nahezu alle kulturellen Stätten bieten Abo-Modelle oder Jahreskarten an. Besuchen Sie einen Ort in Ihrer Nähe besonders gerne, lohnt es sich, die Preisliste dahingehend genau zu studieren.

Proben in Kirchen, Kapellen und Orchestern

Wo musiziert wird, muss auch fleißig geprobt werden. Während Feinheiten einstudiert werden, öffnen viele Konzerthäuser und Kirchen zur Mittagszeit Ihre Türen. So können Sie teils kostenfrei oder für einen schmalen Taler in der Mittagspause Ihren Lieblingsklängen lauschen.

Literatur

Stadtbibliothek vs. Internetgigant

Bücherwürmer und Leseratten kommen im weitreichenden Netzwerk der öffentlichen Bibliotheken auf ihre Kosten. Ein Jahresausweis kostet im Schnitt zwischen 10 und 20 Euro, selten so viel wie ein Hardcover-Buch. Sollte Ihre Bücherei einmal ein Buch nicht haben, das Sie suchen, kann es häufig für eine geringe zusätzliche Gebühr über die Fernleihe bestellt werden. Bücher, CDs, DVDs etc. zu leihen, schont nicht nur Ihre Geldbörse, sondern auch die Umwelt.

Unser Tipp: In vielen Bibliotheken finden kostenfreie Lesungen und Infoveranstaltungen zu den verschiedensten Themen als Abendveranstaltung statt. Sicher ist auch etwas für Sie dabei!

Fahrende Bibliothek

Sie wohnen in einer ländlichen Gegend und haben nur eingeschränkt oder gar keinen Zugang zu einer Bibliothek? Kein Problem! Das Netzwerk der Fahrbibliothek hat deutschlandweit Bücherbusse im Einsatz. Informationen dazu finden Sie in der Regel am schwarzen Brett Ihres Wohnorts.

Bücher mit Geschichte

Antiquarische Bücher versprühen ein ganz besonderes Flair. Wenn es sich nicht um eine besondere Erstausgabe oder einen Sammelband handelt, können Sie in Antiquariaten vor allem klassische Literatur für wenig Geld kaufen.

Bücherschränke

Telefonzellen benötigt man heute nur noch sehr selten. Restliche Exemplare werden ab und an als Bücherschränke verwendet. Sie können Ihre gelesenen Bücher spenden oder sich kostenfrei andere Bücher von dort mitnehmen.

Online-Angebote

Hörbuchabonnement teilen

Mittlerweile tummeln sich Hörbuchanbieter auf dem Markt, mit denen man über ein Abo-Modell begrenzt oder unbegrenzt Hörbüchern lauschen kann. Einige Dienste bieten mehreren Personen die Möglichkeit, die Bücher über einen Account zu hören. Sie können sich die Gebühren so mit der Familie oder Freunden teilen.

Unser Tipp: Auch viele Stadtbibliotheken bieten mittlerweile online Hörbücher und andere elektronische Medien für ihre Nutzerinnen und Nutzer. Wie geliehene Bücher bekommen Sie hier zeitlich befristet Zugang.

Online-Lesungen & Vorträge

Ob Fachmesse oder Buchhandlung: Viele Lesungen, Paneltalks und Vorträge werden mittlerweile live übertragen oder sind im Nachgang online zu sehen. Oftmals ist das Angebot kostenlos oder günstiger als eine Karte für den Besuch vor Ort. 

Nutzen Sie Testzeiträume

Wollen Sie einen bestimmten Film sehen, ein Programm ausprobieren, Fachartikel lesen? Sammeln Sie die Inhalte, die Sie sich ansehen wollen. Schließen Sie dann zum Beispiel für den häufig angebotenen Probemonat einen Test-Zugang bei dem entsprechenden Anbieter ab und lesen, hören, sehen Sie die Inhalte innerhalb der Testphase. So sparen Sie sich ein paar Euro profitieren von einer kostenlosen Zusatzzeit, wenn Sie sich für ein langfristiges Abonnement entscheiden. Wenn Sie den Dienst nicht dauerhaft nutzen wollen, müssen Sie allerdings darauf achten, ihr Abo rechtzeitig und in der geforderten Form zu kündigen. Nicht alle Test-Angebote enden automatisch.

(Stand 27.05.2022)


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