Fünf zusätzliche Tage Kinderkrankengeld

Diese Ansprüche haben Eltern, wenn das Kind erkrankt

Im Jahr 2020 erhalten gesetzlich versicherte Eltern wegen der Corona-Krise fünf zusätzliche Tage Kinderkrankengeld. Der Anspruch erhöht sich pro Elternteil also auf 15 Arbeitstage. Alleinerziehende können zehn zusätzliche Tage zur Betreuung eines kranken Kindes nutzen, insgesamt 30 Tage. Darauf haben sich Bund und Länder Ende August verständigt, damit Eltern in der Krise besser vor Verdienstausfällen geschützt sind. Allerdings soll die Anpassung nur für dieses Jahr gelten.

Eine Mutter misst Fieber bei ihren krankem Kind

Wer hat Anspruch auf Kinderkrankengeld?

Gesetzlich versicherte Eltern haben Anspruch auf Krankengeld, wenn sie sich um ihr krankes Kind kümmern müssen. Die Lohnfortzahlung während der Freistellung übernimmt die Krankenkasse. Voraussetzung ist, dass der bezahlte Sonderurlaub, den der Arbeitgeber gegebenenfalls im Krankheitsfall eines Kindes gewährt, ausgeschöpft ist. Viele Arbeitgeber schließen eine Lohnfortzahlung bei Erkrankung des Kindes im Arbeitsvertrag aus.

Kinderkrankengeld gezahlt wird außerdem nur, wenn das erkrankte Kind jünger als zwölf und ebenfalls gesetzlich versichert ist. Und wenn keine andere Person im Haushalt das Kind versorgen kann. Ein Arzt muss darüber hinaus bescheinigen, dass eine Betreuung notwendig ist.

Wie viele Kinderkrankentage gibt es?

Bei verheirateten Paaren mit einem Kind hat jedes berufstätige Elternteil nun einen Anspruch auf 15 Tage (vorher waren es 10) pro Kalenderjahr. Sind beide berufstätig, können sie zusammen also bis zu 30 Kinderkrankentage (vorher 20) nehmen. Alleinerziehende erhalten jetzt ebenfalls bis zu 30 Tage Krankentagegeld für die Pflege eines Kindes.

Bei zwei Kindern erhöht sich die maximale Zahl der Krankentage für berufstätige Eltern von 40 auf 50.

Bei drei und mehr Kindern steigt die Zahl der Krankentage von 50 auf 60.

Wichtig dabei: Die Erhöhung gilt zunächst nur für 2020!

Wie lange zahlt die Krankenkasse Kinderkrankengeld?

Arbeitnehmer, die in der gesetzliche Krankenversicherung versichert sind, bekommen die Lohnersatzleistung, wenn sie eine "nicht erhebliche Zeit" wegen eines kranken Kindes zu Hause bleiben müssen. Als "nicht erheblich" gilt in der Regel ein Zeitraum von höchstens fünf Tagen am Stück.

Wie wird das Kinderkrankengeld berechnet?

Das Kinderkrankengeld beträgt 90 Prozent des ausgefallenen Netto-Einkommens. Hat der Versicherte in den vergangenen zwölf Monaten beitragspflichtige Einmalzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld erhalten, erhöht sich das Kinderkrankengeld auf 100 Prozent des ausgefallenen Nettoverdienstes. Abhängig von der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze der Krankenkasse ist das Kinderkrankengeld in der Höhe aber gedeckelt.

Die zur Berechnung benötigten Angaben übermittelt der Arbeitgeber an die Krankenkasse. 

Wie kann ich Kinderkrankengeld beantragen?

  1. Holen Sie sich ein ärztliches Attest, das die Erkrankung Ihres Kindes sowie die Notwendigkeit einer Versorgung bestätigt.
  2. Machen Sie auf der Rückseite des Attests folgende Angaben: Name und Anschrift, Geburtsdatum, Versichertennummer und Bankverbindung.
  3. Stellen Sie sicher, dass Sie laut Arbeitsvertrag keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung haben, und kreuzen Sie die entsprechende Option an.
  4. Wenn Sie alleinerziehend sind, geben Sie auch das an.
  5. Machen Sie eine Kopie für Ihren Arbeitgeber oder nutzen Sie ggf. den Durchschlag.
  6. Senden Sie das unterschriebene Original an Ihre Krankenversicherung.

Wann erhalte ich das Kinderkrankengeld?

Ausgezahlt wird das Krankengeld in der Regel, sobald die Verdienstbescheinigung des Arbeitgebers bei der Krankenversicherung vorliegt. Das passiert meist mit dem Monatswechsel.

Muss ich Sozialversicherungsbeiträge auf das Kinderkrankengeld zahlen?

Krankenversicherungsbeiträge zahlen Sie in der Zeit nicht. Beiträge für Ihre Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung führt die Krankenkasse direkt ab.

Muss ich das Kinderkrankengeld in meiner Steuererklärung angeben?

Ja. Die Krankenkasse übermittelt Zeitraum und Höhe der Bezüge automatisch ans Finanzamt. Sie erhalten eine entsprechende Bescheinigung für Ihre Steuererklärung.


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