Der Hype um die Alkohol-Aktien

Statt arm werden auf dem Oktoberfest – reich werden mit Alkohol?

Wegen Corona müssen die Oktoberfest-Liebhaber auch in diesem Jahr auf das größte Volksfest der Welt verzichten. Immerhin positiv: Das gesparte Geld kann investiert werden. Wenn Sie thematisch bei der Wiesn bleiben wollen – wie wäre es mit Alkohol-Aktien?

Ein Mann betrachtet ein frisch gezapftes Glas Bier

Das Wichtigste in Kürze:

  • Sperrstunden, Ausgangssperre und geschlossene Gastronomien – während der Lockdowns fiel der Aktienkurs vieler großer Unternehmen. Das macht den Markt für Einsteigerinnen und Einsteiger interessant.
  • Alkohol ist ein Dauerbrenner. Vom hohen Bierkonsum – gerade in Europa – kann man konstant profitieren. Deutschland landet dabei auf dem dritten Platz. Doch auch Hochprozentiges ist einen Blick wert.
  • Wie bei jeder Aktie gibt es ebenso beim Alkohol einiges zu beachten. Das Wichtigste: Neben großen Brauereien und guter Qualität ist auch die Streuung der Aktien relevant.  

Im Lockdown brach die Branche ein – das macht sie für den Einstieg interessant

Sperrstunden, Ausgangssperren, geschlossene Gastronomien und abgesagte Veranstaltungen. Die Corona-Pandemie hat die Alkohol-Branche hart getroffen und nicht nur beim Umsatz für Einbußen gesorgt.

Auch die Aktien sind eingestürzt. Diese sind nun noch vergleichsweise günstig zu kaufen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Preise im Jahr 2022 wieder steigen, ist zudem hoch. Schließlich sind fürs nächste Jahr wieder einige Veranstaltungen geplant. Auch wenn wegen der Folgen der Corona-Pandemie noch niemand absehen kann, wie sich die Veranstaltungsbranche tatsächlich entwickelt, macht die Hoffnung auf mehr Partys den Einstieg derzeit für Anlegerinnen und Anleger interessant. 

Alkohol ist ein Dauerbrenner

Auch wenn die Maß auf dem Oktoberfest ausfallen musste, boomt das Geschäft mit dem Alkohol – gerade Bier ist beliebt. Und vom konstanten Konsum – besonders in Europa – können Sie profitieren. Tschechien führt mit 191 Liter Bier pro Kopf im Jahr, anschließend folgt Österreich mit 107 Liter, dicht dahinter steht Deutschland mit 101 Liter. Den vierten Platz belegt Rumänien mit 98,9 Liter, den fünften Polen mit 98,2 Liter. Am wenigsten Biertrinker finden sich in Australien. Dort kommen 76 Liter pro Kopf im Jahr zusammen.

Doch auch Investitionen in Hochprozentiges sind vielversprechend. Wichtig ist nur, sich den geeigneten Kandidaten auszusuchen – egal, ob bei einer Spirituosen- oder Bier-Aktie. Außerdem müssen sie den Kurs regelmäßig im Auge behalten.

Big Player oder kleine Brauerei?

Auch wenn Aktien sicherer sind als beispielsweise der Bitcoin, kann man dennoch falsch investieren. Damit Sie nicht in den sauren Apfel beißen und ins Minus geraten, haben wir einige hilfreiche Tipps gesammelt.

1. Vorsicht ist besser als Nachsicht

Auch wenn Sie gerne das Brauhaus vor Ort unterstützen würden, in dem Ihr liebstes Helles produziert wird, achten Sie lieber auf die großen Teilnehmer im Markt. Kleinere Brauereien und Craft-Bier-Anbieter haben mehr unter den Corona-Maßnahmen gelitten, weshalb eine Pleitewelle folgen könnte. Wenn Sie dann ausgerechnet in diese Aktien investiert haben, verlieren Sie Ihr Geld.

Unter den deutschen Bier-Aktien fallen folgende Namen besonders auf:

  • Aktien-Brauerei Kaufbeuren
  • Allgäuer Brauhaus
  • Bayreuther Bierbrauerei

Allerdings sind gerade deutsches Bier und deutsche Brauereien auf dem Alkohol-Aktienmarkt nicht so stark vertreten. Daher sollten Sie sich auch außerhalb und international umschauen.

Zu den größten Bier-Trägern mit Top-Aktien weltweit gehören derzeit:

  • AB InBev
  • Heineken
  • China Resources
  • Carlsberg
  • Tsingtao Brewery Group

2. Weniger ist mehr? Nicht in diesem Fall

Bei einer breiten Streuung ist das Risiko geringer. Daher ist es sinnvoller, Ihr Geld auf mehrere Brauerei-Aktien zu verteilen. Sollte eine Aktie schlechter laufen, kann eine andere den Verlust möglicherweise wieder ausgleichen.

3. Qualität hat ihren Preis

In Hochprozentiges lässt sich ebenfalls investieren. Beim Whisky geben die Marken Jim Beam, Jack Daniels und Johnny Walker den Ton an. Guter Gin ist ebenfalls interessant. Hier wird zwischen zwei Sorten unterschieden: Destilliertem Gin und Sole Gin. Auf destillierten Gin sollten Sie Ihr Augenmerk legen. Ein Alkoholgehalt von mindestens 37,5 Prozent ist dabei ein Muss. Sole Gin hat nur 25 Prozent Alkohol und fällt daher unter die Rubrik der Liköre. Zu den Großen bei den Destillierten gehören Queen Mum und Winston Churchill.

Übrigens: Nicht nur Aktien können ein Investment sein. Auch eine physische Flasche Schnaps kann richtig Geld bringen. Besonders, wenn es sich dabei um eine Rarität handelt. Sondereditionen bei Gin sind beispielsweise beliebt. Achten Sie auf feste Kontingente und geschlossene Destillerien. Der teuerste Gin der Welt ist der Bombay Sapphire Revelation mit einem stolzen Marktwert von etwa 200.000 US-Dollar (171.207 Euro). Insgesamt gibt es davon nur fünf Stück und die Flasche besteht aus französischem Kristall. Der Verschluss ist mit Edelsteinen bestückt.

Fazit

Alkohol-Aktien sind spannend und in der aktuellen Zeit durchaus eine Überlegung wert. Reich werden Sie damit wohl eher nicht. Gewissermaßen handelt es sich nämlich trotzdem um Glücksspiel und alle Einzelaktien können starken Fluktuationen unterliegen.

Ob für Sie der Kauf von Aktien oder eines Sammlerstücks besser geeignet ist, hängt von Ihren Präferenzen ab. Einen Vorteil kann ein Alkohol-Investment auf jeden Fall haben: Sollte es nicht so rund laufen, gibt's zum Trost zumindest noch einen guten Tropfen – jedoch idealerweise ein Getränk, das keine 200.000 US-Dollar wert ist. Alternativ schauen Sie sich nach ETFs oder einem Fonds-Sparplan bei der DEKA um. Damit können Sie an der Rendite ganzer Märkte teilnehmen und sich ein Kapital aufbauen. 

(Stand 01.10.2021)


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