Die Deutschen horten noch mehr als 12 Milliarden D-Mark

Schlummern auch bei Ihnen noch D-Mark-Schätze?

Vor knapp 20 Jahren löste der Euro die D-Mark ab. Doch noch immer schlummern alte Banknoten und Münzen im Milliardenwert in Schränken, Schubladen und Sparschweinen der Bürger.

DM-Scheine

Das Wichtigste in Kürze:

  • Geldscheine im Wert von rund 5,77 Milliarden Mark und Münzen im Wert von etwa 6,61 Milliarden sind nach Schätzungen der Bundesbank noch nicht umgetauscht – insgesamt also rund 12,48 Milliarden DM.
  • Insgesamt 16,2 Millionen DM gingen in diesem Jahr in den Filialen der Deutschen Bundesbank ein.
  • Anders als in anderen europäischen Ländern können die D-Markscheine und Münzen bei der Bundesbank unbefristet getauscht werden.

Der Abschied von Mark und Pfennig scheint auch fast 20 Jahre nach der Bargeldeinführung des Euro schwer zu fallen. Viele Menschen haben sich immer noch nicht von der alten Währung verabschiedet. Es sind weiterhin Münzen und Scheine im Milliardenwert im Umlauf. Genauer gesagt, handelt es sich dabei um Banknoten im Wert von 5,77 Milliarden DM sowie Münzen im Volumen von 6,61 Milliarden DM – insgesamt also rund 12,48 Milliarden DM.

In diesem Jahr wurden bis zum 22. Juli insgesamt 16,2 Millionen Mark in den Filialen der nationalen Notenbank eingezahlt. Der größte Einzelbetrag belief sich auf 711.335 Mark. Die D-Mark ist offenbar nicht so leicht kleinzukriegen und so mancher Schatz schlummert noch unter deutschen Kopfkissen.

Über Nacht zum Millionär

Immer wieder tauchen überraschende D-Mark-Funde auf – versteckt in Säcken, Einkaufstüten oder Büchern. Erst im letzten Jahr meldete die Bundesbank einen sensationellen DM-Fund: Ein junger Mann entdeckte im Haus seines Onkels fast 3,5 Millionen D-Mark. Eigentlich wollte der Mann das Haus verkaufen, um offene Rechnungen zu begleichen. Das war nicht mehr notwendig, als er den D-Mark-Schatz bei der Deutschen Bundesbank umgetauscht hatte.

Es kann sich also durchaus lohnen, den Dachboden oder Keller nach verborgenen D-Mark-Schätzen zu durchsuchen.

D-Mark unbegrenzt umtauschbar

Anders als in vielen anderen europäischen Ländern gehört die Bundesbank zu den wenigen Notenbanken, die alte Geldscheine und Münzen überhaupt noch annehmen. Die meisten Notenbanken aus den anderen Euroländern haben den Umtausch der alten Währungen bereits vor Jahren befristet und somit viele Milliarden Euro an Bilanzgewinnen verbucht. Anders als die deutsche Notenbank erstatten sie seit dem Stichtag nicht mehr den Gegenwert ihres alten Geldes.

Stabile Währung auch in Eurozeiten

Die D-Mark wurde wegen ihrer hohen Wertstabilität weltweit als Reserve- und Ankerwährung für Sparguthaben verwendet. An Wert musste sie bis heute nicht einbüßen, da sie von der Bundesbank nach wie vor zu festen Bedingungen getauscht wird. Der Wechselkurs bleibt dabei unverändert: Ein Euro ist für 1,95583 D-Mark erhältlich.

Aufgrund der Corona-Pandemie wurden insgesamt allerdings wesentlich weniger Münzen und Scheine in den Bundesbankfilialen umgetauscht. Grund sind die durch den Lockdown häufig geschlossenen Filialen. Banknoten und Münzen mussten per Post eingereicht werden. Die größten Bestände des alten Bargelds tauschten die Deutschen rund um die Einführung des Euro Anfang 2002 um.

500-Euro-Schein nach wie vor beliebt

Knapp zwei Jahre nach dem Ausgabestopp für den 500-Euro-Schein erfreut sich die wertvollste Euro-Banknote nach wie vor großer Beliebtheit. Die Deutsche Bundesbank und die Österreichische Nationalbank haben den lilafarbenen Schein letztmals Ende April 2019 herausgegeben. Laut Bundesbank waren bis zum 22. Juli noch Scheine im Wert von rund 145 Milliarden Euro im Umlauf.

Befürworter der Abschaffung sind der Meinung, der 500-Euro-Schein erleichtere Terrorfinanzierung und Geldwäsche. Natürlich behalten die im Umlauf befindlichen 500 Euro-Scheine ihre Gültigkeit und bleiben gesetzliches Zahlungsmittel. Das bedeutet, dass Geschäfte sie weiter bei Zahlungen akzeptieren müssen und die Banknoten bei Kreditinstituten eingezahlt werden können.

(Stand 12.08.2021)


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