Finanzielle Hilfen für Studenten

Bund erneuert Corona-Hilfen für Studierende

 

Die Bundesregierung reaktiviert ihr Nothilfeprogramm für Studierende aus dem Sommer. Für die Monate Juni bis September konnten Studierende bereits bis zu 500 Euro Überbrückungshilfe erhalten. Nun können Bedürftige auch für die Monate November 2020 bis März 2021 Unterstützung bekommen. Die Anträge können jeden Monat neu gestellt werden. Zurückzahlen müssen Empfänger das Geld nicht. Wie die Überbrückungshilfe betragt wird und was es sonst noch für Unterstützungsmöglichkeiten gibt. 

Eine junge Frau sitzt am Laptop

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das Bildungsministerium hat die Überbrückungshilfe reaktiviert
  • Für die Monate November 2020 bis März 2021 gibt es jeweils bis zu 500 Euro.
  • Neben der Überbrückungshilfe erhalten Studierende den KfW-Studienkredit bis zum 31. März 2021 zinsfrei.

Nur jeder fünfte Student erhält BAföG, mehr als zwei Drittel der Studierenden waren vor der Corona-Krise erwerbstätig. Ob Barkeeper, studentische Hilfskraft im Maschinenbau oder Verkäuferin im Bekleidungsgeschäft – in der Pandemie gingen über Nacht zehntausende Studentenjobs verloren.

Auch wenn einige Studierende inzwischen wieder arbeiten können, gilt das längst nicht für alle. Auch der Teil-Lockdown ab November hat es für viele schwer gemacht, finanziell über die Runden zu kommen.  Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um Finanzhilfen.

Wie kann ich die Überbrückungshilfe beantragen?

Das Bildungsministerium hat die Überbrückshilfe für Studierende reaktiviert. Was bereits bis September möglich war, gilt jetzt wieder ab November: In finanzielle Not geratene Studentinnnen und Studenten bekommen vom Staat Unterstützung in Form eines Zuschusses zwischen 100 und 500 Euro. Zuschuss bedeutet, dass die Hilfe nicht zurückgezahlt werden muss. 

Das funktioniert so: Wer seine Notlage nachweisen kann und weniger als 500 Euro zur Verfügung hat, kann eine Aufstockung auf 500 Euro beantragen. Die Hilfe kann jeden Monat neu gestellt werden. Die Inanspruchnahme von Darlehen und Stipendien im Bezugsmonat schließt die Bewerbung für die Überbrückungshilfe nicht aus. Auf der Seite des Bildungsministeriums kann der Antrag auf die Überbrückungshilfe gestellt werden

Das Deutsche Studentenwerk, über das die Auszahlung läuft, hat nach eigenen Angaben bereits für die Monate Juni bis September 150.000 Anträge über rund 65 Millionen Euro bewilligt. Eingegangen waren 244.000 Anträge.

 

Coronavirus Hilfe für Studenten
Anträge

auf Überbrückungshilfe hat das Deutsche Studentenwerk zwischen Juni und September nach eigenen Angaben bewilligt.

Was passiert mit meinen BAföG-Ansprüchen?

Die Ministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, hat eine Art Garantieerklärung abgegeben: „Keiner soll sich wegen Corona um sein BAföG-Geld Sorgen machen.“ 

Wichtig dabei: Wenn die Hochschule Lernangebote im Internet unterbreitet, sind Studierende, die BAföG-Leistungen beziehen, im gleichen Umfang wie beim normalen Lehrbetrieb verpflichtet, diese Angebote zu nutzen. Wer das Studieren also von sich aus sein lässt, obwohl es Online-Veranstaltungen gibt, verliert unter Umständen seinen Anspruch auf Ausbildungsförderung.

Das Bildungsministerium hat weitere pandemiebezogene Informationen rund um die BAfÖG-Leistungen veröffentlicht.

Ich habe bislang Unterhalt von meinen Eltern erhalten, aber jetzt stehen sie wegen der Corona-Pandemie selbst vor finanziellen Problemen.

Hier kann ein BAföG-Aktualisierungsantrag helfen. Dann wird das niedrigere Einkommen der Eltern – oder des Ehepartners – zu Grunde gelegt und nicht mehr das des vorletzten Kalenderjahres. „Die Chancen, mehr BAföG zu bekommen, steigen erheblich“, sagt Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks.

Ich habe meinen Nebenjob verloren. Was kann ich tun?

Studierende erhalten in der Regel kein Kurzarbeitergeld, wenn ihr Arbeitgeber sie nicht mehr beschäftigen darf oder kann. Auch hier sollte geprüft werden, ob sich jetzt ein BAföG-Antrag lohnt, empfiehlt das Deutsche Studentenwerk. Manche Studierende hätten als Härtefall auch Anspruch auf ALG II. Außerdem halten viele Studierendenwerke eigene Darlehenskassen für Notfälle bereit.

In Jobbörsen suchen einige Branchen auch in der Corona-Krise nach Unterstützung; manche haben aktuell sogar einen erhöhten Personalbedarf. Dazu zählen Lieferdienste, Supermärkte, Logistikunternehmen oder Reinigungsfirmen. Die Studierendenwerke unterhalten entsprechende Plattformen; auf jobmensa.de gibt es ebenfalls zahlreiche Angebote.

Wenn ich jetzt im Krankenhaus helfe – verliere ich dann meine Bafög-Ansprüche für das gesamte Jahr?

Wer sich während der Coronavirus-Pandemie im Gesundheitswesen, in sozialen Einrichtungen oder in der Landwirtschaft engagiert, bekommt den Hinzuverdienst nur für die Zeit seiner Tätigkeit angerechnet. Eine entsprechende Gesetzesänderung hat der Bundestag beschlossen.

Zuvor galt, dass die Gesamtsumme der Erwerbseinkommen auf alle Monate eines Bewilligungszeitraums angerechnet wurde. Die Anrechnung wirkte sich damit nicht nur auf die Beschäftigungsmonate aus, sondern auf das komplette Jahr.

Der KfW-Studienkredit bleibt noch bis zum 31. März 2021 zinsfrei

Studierende erhalten den KfW-Studienkredit vorübergehend zinsfrei. Bis zum 31. März 2021 übernimmt das Bildungsministerium die Zinsen. Auch Studierende aus dem Ausland, die in Deutschland gemeldet sind, können für diesen begrenzten Zeitraum den zinsfreien Kredit beantragen. Der Kredit wird unabhängig vom Einkommen gewährt, Sicherheiten sind nicht notwendig. Die Kredithöhe liegt zwischen 100 und 650 Euro pro Monat.

(Stand: 27.11.2020)


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