Brexit: starke Verluste an den Börsen

Großbritannien tritt aus der EU aus. Das hat die Mehrheit der britischen Bürger im Referendum vom Donnerstag so entschieden. Erste Reaktionen am Tag danach: Börsenindizes brechen dramatisch ein, das Pfund verliert stark. Doch es gibt auch bereits erste Erholungstendenzen. Wir fragen Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, wie es jetzt weitergeht.

 

 

1. Wie dramatisch schätzen Sie die Lage an den Kapitalmärkten derzeit ein?

Es herrscht keine Panik.  Man sollte sich nicht durch Meldungen von „Billionen vernichtetem Vermögen“ an den Börsen blenden lassen.  Die Vermögen sind nicht „vernichtet“, weil der größte Teil der Anleger kühlen Kopf behalten und nicht verkauft hat. Bei jeder Kurserholung kommt bei diesen Anlegern das „vernichtete“ Vermögen auch wieder zurück. 

 

Brexit Verluste an den Börsen

2. Wie werden sich aus Ihrer Sicht die nächsten Wochen und Monate entwickeln?

Es herrscht noch eine ganze Weile lang politisches Durcheinander: Ob und wann ein Austrittgesuch gestellt wird, wie die EU darauf reagiert, wird noch über eine längere Zeit unklar bleiben. Viele weitere Meldungen aus ganz Europa werden auf uns niederprasseln. Da werden die Kapitalmärkte im Takt mitschwingen. Für die kommenden Wochen ist da kein eindeutiger Trend abzusehen. Die Kapitalmärkte bleiben erst einmal belastet.

 

3. Was können Anleger in dieser Situation tun?

Versuchen,  sich auf die lange Frist zu konzentrieren und möglichst breit aufzustellen. Ökonomisch ist der Brexit für Wirtschaft und Finanzen in Europa locker verkraftbar.  Ein Problem ist das schon eher für die britische Wirtschaft. Darüber hinaus zeigen sich in dieser Situation die Vorteile der Diversifizierung in weltweite Unternehmen.  In dieser Lage auf die schnellen Märkte reagieren sollten nur die professionellen Marktteilnehmer, die nah am Geschehen sind und über große Markterfahrung verfügen.

 

Haben Sie noch Fragen zum Thema Brexit? Hier geben wir Antworten.

Brexit Verluste an den Börsen

Dr. Ulrich Kater

Chefvolkswirt der DekaBank