Brexit: Ihre Fragen, unsere Antworten

Der Brexit sorgt bei vielen Menschen in Deutschland für Verunsicherung und Diskussionen. Hier geben wir Antworten auf häufig gestellte Fragen:

1. Wird die Wirtschaft in Deutschland darunter leiden?

Eins ist sicher: Kurzfristig sind insgesamt erst einmal durch die Unsicherheit und Börsenturbulenzen mit  negativen Wirkungen in Europa zu rechnen. Großbritannien ist Handelspartner für wichtige Märkte wie Maschinenbau und die Automobilindustrie. Vor allem diese Bereiche könnten auch temporär in Deutschland betroffen sein. Doch trotz dieser trüben Aussichten: Dass Deutschland in eine echte Wirtschaftskrise wegen des Brexit gerät, gilt als unwahrscheinlich. So beispielsweise Dr. Michael Wolgast, Chefvolkswirt des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands. Er erwartet keine gravierenden Schäden für die deutsche Wirtschaft auf kurze bzw. mittelfristige Sicht.

2. Was passiert jetzt an der Börse?

Nachdem die Märkte am Freitag in Aufruhr geraten  und der DAX und viele andere Werte kurzzeitig eingebrochen sind, hat sich die Lage derzeit wieder beruhigt. Wie sich der Brexit langfristig auswirken wird, kann aktuell keiner sagen. Anzeichen für eine Finanzkrise gibt es derzeit allerdings nicht. Anleger sollten besonnen reagieren und nicht überstürzt Aktien abstoßen.  

3. Was ist mit Schottland und Nordirland?

Beide Länder sind grundsätzlich an das Referendum gebunden. Laut Medienberichten stimmte die Mehrheit der Schotten für einen Verbleib in der EU. Wird Schottland jetzt aus dem Vereinigten Königreich austreten, um in der EU zu bleiben? Das kann niemand sicher vorhersagen. Fakt ist, dass die Schotten im Moment darüber diskutieren, erneut über ihre Unabhängigkeit von Großbritannien abzustimmen. Das strebt unter anderem die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon an.

4. Werden jetzt auch andere Länder austreten?

EU-Skeptiker werden ein Referendum auch für weitere Länder einfordern. Andererseits bekunden derzeit gerade aufgrund des Brexit viele Menschen ihre Solidarität mit Europa. Fest steht: In vielen europäischen Ländern könnten die Bürger eine so schwerwiegende Änderung wie einen EU-Austritt gar nicht direkt entscheiden. Zu diesen Ländern gehört beispielsweise auch Deutschland. Daher ist eine Kettenreaktion eher unwahrscheinlich.  

5. Können die Briten zurück in die EU?

Auch wenn das Ergebnis der Abstimmung eindeutig war – „raus“ sind die Briten verwaltungstechnisch gesehen noch lange nicht. Derzeit werden die Austrittsverhandlungen vorbereitet. Fest steht, dass nach dem offiziellen Austrittsersuchen der britischen Regierung die EU-Verträge noch zwei Jahre gelten werden.  

Hashtags wie #Breget (Britain +  regret=bedauern) und #WhatHaveWeDone machten am Wochenende nach dem Brexit die Runde. In einer offiziellen Petition an das Parlament in London fordern derzeit rund drei Millionen Briten eine neue Abstimmung. Doch derzeit kann man nur mutmaßen, ob und wie dem Brexit wirklich noch Einhalt geboten werden kann.